Filmtipp

Der diskrete Charme der Bourgeoisie (1972)

Kurzbesprechung: Der mehrfache Versuch, ein standesgemäßes Dinner abzuhalten, der an absurden Zwischenfällen scheitert (u.a. der tote Restaurantbesitzer, eine Kompanie Soldaten), ist nur das vordergründige Narrativ dieses surreal gebrochenen Films, der seinerzeit einen „Oscar“ als bestes fremdsprachiges Werk gewann. Einige der Charaktere werden entgegen ihrem sozialen Status gezeichnet: der Botschafter, der seine diplomatische Immunität für Drogendeals missbraucht; oder der Bischof, der Blutrache für seine einst ermordeten Eltern nimmt – ein Film voller Metaphern und Allegorien, in dessen Fokus die Bloßstellung egoistischer Dekadenz des Großbürgertums mitsamt ihrer leeren Habitus-Routinen steht.
Szene aus ‚Der diskrete Charme der Bourgeoisie (1972)‘, Copyright: Studiocanal, Dean Film S.R.L. Szene aus ‚Der diskrete Charme der Bourgeoisie (1972)‘, Copyright: Studiocanal, Dean Film S.R.L. Szene aus ‚Der diskrete Charme der Bourgeoisie (1972)‘, Copyright: Studiocanal, Dean Film S.R.L.