Filmtipp

I’ll Never Forget What’s’isname (1967)

Kurzbesprechung: Zu Beginn dieser britischen Filmperle aus den späten Sechzigern zerhackt Oliver Reed seinen noblen Schreibtisch mit einer Axt. Seine Figur, Andrew Quint, ist ein begehrtes Marketing-Genie, quasi ein Londoner „Mad Man“, der in seiner Erfolgsverdrossenheit kündigt, um wieder einen „ehrlichen“ Job und nicht-korrumpierte Kreativität zu finden. Lute, der unglückliche Mittdreißiger, versucht immer wieder, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen: die fiesen Schulhoftyrannen der Kindheit und Jugend, seine Familie, seinen Boss, seine Geliebten. Carol White spielt eine von ihnen; und Orson Welles ist mit seiner barocken Leibesfülle der manipulative Marketing-Mogul; und dazu gibt es teils skandalöse Dialoge und Handlungen, das Flair des Swinging London, viel britischen Charme. Auch verleiht der Film dem englischen Schulsystem eine düstere Note, indem Lutes teils surreale Flashbacks Pädophilie durch die Lehrer und Mobbing durch die Mitschüler andeuten. Ein Highlight ist der bizarre Werbespot, den Lute am Ende im Protest gegen die Mentalität seiner Branche dreht.
Szene aus ‚I’ll Never Forget What’s’isname (1967)‘, Copyright: Universal Pictures, Universal City Studios Szene aus ‚I’ll Never Forget What’s’isname (1967)‘, Copyright: Universal Pictures, Universal City Studios Szene aus ‚I’ll Never Forget What’s’isname (1967)‘, Copyright: Universal Pictures, Universal City Studios