Filmtipp

Winning (1969)

Kurzbesprechung: Grand Prix“ (1966) (Review auf Filmkuratorium.de lesen), Le Mans“ (1971) (Review auf Filmkuratorium.de lesen) und „Winning“: In den späten Sechzigern und frühen Siebzigern wurden die besten Rennsportfilme gedreht. Wie die anderen Rennfahrerfilme lotet auch „Winning“ die schwierige Work-Life-Balance eines Hochgeschwindigkeitsprofis und das emotionale Zerstörungspotenzial eines extremen Berufs aus. Frank Capua, frisch verheiratet, konzetriert sich auf sein Metier und vernachlässigt dabei seine Ehefrau Elora (das Film- wird glänzend vom echten Ehepaar Paul Newman/Joanne Woodward gespielt), die ihn schließlich mit seinem Rennstallkollegen Lou Erding betrügt. „Winning“ porträtiert den Rennsport als eine isolierte Welt, in der die Piloten permanent auf ihren Job fixiert sind. Im Rennen von Indianapolis, einem ganz besonders rauschenden Rennspektakel, sucht Capua seine Revanche. Die schnellen Schnitte während der Rennen sind eine Allegorie der sekundenschnellen Entscheidungen, die den Piloten abverlangt werden; Close-ups auf die Details der Boliden und das zornige Motorenbrausen, das die Zuschauer in die brachiale Klangwelt des Rennsports hineinkatapultiert, intensivieren den Blick auf die technische Komplexität und die lebensbedrohliche Maschinerie dieser Sport- und Unterhaltungskultur.
Szene aus ‚Winning (1969)‘, Copyright: Universal, Newman-Foreman Szene aus ‚Winning (1969)‘, Copyright: Universal, Newman-Foreman Szene aus ‚Winning (1969)‘, Copyright: Universal, Newman-Foreman