Der dritte Grad (1975)
Filmtipp
Atmosphäre:
Sehenswert: Anti-individualistische Regime-Bedrohlichkeit in der Idylle eines Urlaubstrips
Kurzbesprechung:
Eine Diktatur, in der sich die Verdächtigen lieber vom Balkon stürzen, als zum Verhör mitzugehen: In „Der dritte Grad“ verdeckt das mediterrane Flair heller Straßenzüge und malerischer Fischerdörfer den allgegenwärtigen Überwachungsstaat – die faktische Anonymität und Bedeutungslosigkeit des Einzelnen setzt sich fort in den Charakteren, von denen keiner einen Namen trägt.
Michel Piccoli, gleich in einer seiner ersten Szenen mit der obligatorischen Zigarette bewehrt, ist der Ermittler, der am Wochenende unter der idyllischen Mittelmeersonne einen mutmaßlichen Untergrundkämpfer ins Hauptquartier bringen soll. Dieser wiederum ist der Inhaber eines Reisebüros, unschuldig, wie er sagt. Daneben: Dimos Starenios als Graue Eminenz des Systems und Mario Adorf als prolliger Handlanger desselben, dazu Ennio Morricones polternder Score.