Filmtipp

Hannibal Brooks (1969)

Kurzbesprechung: Im Unterschied zu den allermeisten Kriegsgefangenen im Film kommt der britische Soldat Stephen Brooks nicht in ein Internierungslager, sondern in den Zoo. Dort wird er zum Glück seines friedfertigen Naturells als Elefantenpfleger abgestellt – und muss nach einem Bombardement den asiatischen Dickhäuter Lucy nach Österreich begleiten (in einer faszinierenden Vermengung von Wirklichkeit und Fiktion hatte der vor der Kamera eingesetzte Elefant tatsächlich eine ganze Reihe von Bombenangriffen während des Zweiten Weltkrieg erlebt). Oliver Reed – damals meist besetzt als hedonistischer Hallodri und im echten Leben bisweilen ein Sauf- und Raufbold – spielt den Elefantenfreund als liebevollen Vertrauten des Tieres. Im urigen Alpenvorland, zwischen Volksfesten und Hütten, lotst Brooks, der von seinen Kameraden in Anlehnung an den karthargischen Heerführer aus der Antike bald „Hannibal“ getauft wird, den Elefanten durch das explosive Kriegsgeschehen. Vor allem die Nebenrollen sind formidabel besetzt: mit Michael J. Pollard als exzentrischem Partisanenkrieger, Karin Baal als Zwangsarbeiterin, Erik Jelde als Münchner Zoodirektor oder Wolfgang Preiss – natürlich – als deutscher Offizier.
Szene aus ‚Hannibal Brooks (1969)‘, Copyright: MGM, Michael Winner Ltd. Szene aus ‚Hannibal Brooks (1969)‘, Copyright: MGM, Michael Winner Ltd. Szene aus ‚Hannibal Brooks (1969)‘, Copyright: MGM, Michael Winner Ltd.