Filmtipp

Kent State (1981)

Atmosphäre des Films:

  • politisch
  • studentisch
  • tragisch
Kurzbesprechung: Als Richard Nixon am 29. April 1970 die Invasion Kambodschas verkündete, erreichten die Anti-Vietnamkriegsproteste eine neue Phase – deren tragisches Kapitel das Kent-State-Massaker bildete. Vor dem hochpolitisierten Hintergrundrauschen der Megafonproteste marschierte in den ersten Maitagen urplötzlich die Nationalgarde von Ohio auf dem Campus der Kent State University auf – die großenteils gleichaltrigen Soldaten richteten ihre Bajonette gegen die protestierenden Studierenden, die mit ihren Demonstrationen gegen eine Ausgangssperre verstießen. Der ein Jahrzehnt später gedrehte Film geht wenig dramaturgische Kompromisse ein und ist eine akribische Rekonstruktion der kontroversen Ereignisse, der vor allem gelingt, die surreale Atmosphäre der eskalierenden Konfrontation einzufangen. Obendrein sind die beklemmenden Szenen mit Neil Youngs berühmtem Anklagesong „Ohio“ untermalt, der sich auf ebendiese Geschehnisse bezieht: „Tin soldiers and Nixon coming […] Four dead in Ohio.“ Trotz der optischen Fernsehfilmqualität ist James Goldstones Zweieinhalb-Stunden-Werk mit seiner packenden Inszenierung ungemein sehenswert.
Szene aus ‚Kent State (1981)‘, Copyright: Inter Planetary, Osmond Communications Szene aus ‚Kent State (1981)‘, Copyright: Inter Planetary, Osmond Communications Szene aus ‚Kent State (1981)‘, Copyright: Inter Planetary, Osmond Communications