Filmtipp

Emperor of the North (1973)

Atmosphäre des Films:

Kurzbesprechung: Das Gipfeltreffen zweier Haudegengesichter, wie sie die Welt seither nicht mehr gesehen hat: Lee Marvin und Ernest Borgnine treten sich gegenüber als ein Hobo und ein Zugführer, in extremer Rivalität, die zur kompromisslosen Obsession wird. Der als „A No. 1“ bekannte Drifter (Marvin) fordert den berüchtigten Bahnhandlanger Shack (Borgnine) heraus, der die blinden Passagiere „seines“ Zuges mit diabolischer Miene (und mit Ketten und Hämmern) malträtiert, bis sie buchstäblich auf der Strecke bleiben, mitunter durch die Räder und Gleise halbiert. Zugfilme sind mit ihrem Setting aus der paradoxen Gleichzeitigkeit von Bewegung und Statik seit jeher ein ganz besonderes Subgenre; auch hier wird der permanent in Fahrt befindliche Güterzug zu einer beklemmenden Falle. Neben dem knallharten Finale aus einer erbarmungslosen, fünfminütigen Zwei-Mann-Schlacht ist das Highlight des Films die dichte, beinahe haptisch erfahrbare Atmosphäre mit den originalgetreuen, detailversessenen Kostümen und Kulissen, womit Robert Aldrich und seine Crew die drastische Zeit der amerikanischen Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren rekonstruiert haben.
Szene aus ‚Emperor of the North (1973)‘, Copyright: Twentieth Century-Fox Szene aus ‚Emperor of the North (1973)‘, Copyright: Twentieth Century-Fox Szene aus ‚Emperor of the North (1973)‘, Copyright: Twentieth Century-Fox