Filmtipp

Flucht in Ketten (1958)

Atmosphäre des Films:

Kurzbesprechung: Für Stanley Kramers Humanismusfabel spannt Hollywood einmal mehr die unanfechtbare Raffinesse des Zufalls für sich ein: Zwei Männer, ein Schwarzer und ein Weißer, die das Schicksal buchstäblich aneinandergekettet hat, fliehen – noch zur Zeit rassistischer Segregation – durch den Süden der USA, eine Rotte teils aggressiver (Hilfs-)Polizisten dicht auf den Fersen. Elendig schlagen sie sich bei Regen und Hitze durch sumpfige Tümpel und trockenes Dickicht, und die gemeinsame Strapaze lässt sie allmählich ihre gegenseitige Abneigung überwinden – wie als Veranschaulichung der sozialpsychologischen Weisheit, dass Nähe meist zum Abbau von Vorurteilen führt. Sidney Poitier und Tony Curtis gelingt eine imposante Visualisierung nicht nur der körperlichen Härte ihrer Flucht, sondern vor allem auch der menschlichen Metamorphose von bitteren Kontrahenten zu aufopferungsvollen Kompagnons.
Szene aus ‚Flucht in Ketten (1958)‘, Copyright: Lomitas Prod., Curtleigh Prod., MGM Szene aus ‚Flucht in Ketten (1958)‘, Copyright: Lomitas Prod., Curtleigh Prod., MGM Szene aus ‚Flucht in Ketten (1958)‘, Copyright: Lomitas Prod., Curtleigh Prod., MGM