Die Nacht der Vogelscheuche (1981)

Filmtipp

Sehenswert: Blick auf die bedrohliche Bierdosenlynchmob-Mentalität im US-amerikanischen Heartland

Atmosphäre des Films:

Kurzbesprechung:

Unter der Ägide des pädophilen Postboten Otis P. Hazelrigg (Charles Durning) rotten sich eine Handvoll Heartland-Kleinstädter zu einem Lynchmob zusammen, um Bubba Ritter – ein Kind im Körper eines Erwachsenen – für den Mord an der kleinen Marylee Williams zu richten. Bubba tarnt sich als Vogelscheuche und sie exekutieren ihn auf offenem Feld nahe des Haues seiner Mutter ehe sie über Funk erfahren, dass die Suche nach Bubba Ritter eingestellt ist, weil das Mädchen gar nicht tot, er also nicht ihr Mörder ist. „Die Nacht der Vogelscheuche“ ist ein Horrorfilm von großartigstem Minimalismus; aber noch mehr zeigt er en passant die hässliche Seite der (US-amerikanischen) Zivilgesellschaft, aus der immer wieder vorurteilsbeladene Kollektivhandlungen hervorgehen, eine derangierte Moral, die sich in der mörderischen Selbstgerechtigkeit waffenstrotzender Posses entlädt. Das Porträt der holzfällerhemdsärmeligen Dosenbiersolidarität einer Südstaatenkleinstadt macht „Die Nacht der Vogelscheuche“ über das Genre hinaus sehenswert.