U23 – Tödliche Tiefen (1958)

Filmtipp

Atmosphäre des Films:

Sehenswert: Inszenierung der konzentrierten Mechanikbeherrschung und das Aufeinandertreffen zweier Hollywoodgenerationen

Kurzbesprechung:

U23 – Tödliche Tiefen“ ist die Verfilmung eines Bestsellers des ehemaligen U-Bootkommandanten Edward L. Beach Jr. und war von Burt Lancasters Produktionsfirma als todsicherer Kassenknüller einkalkuliert worden, erwies sich aber als Verlustgeschäft. Der Unterwasser-Thrill erreicht hier noch nicht das beklemmende Ausmaß von Das Boot Jahrzehnte später, doch besticht „U23 – Tödliche Tiefen“ mit erstaunlich authentischen U-Bootroutinen der eingepferchten Crew im Pazifikkrieg des Jahres 1942.

Die Meerenge von Bungo ist für die US Navy ein unheilvolles Schiffsgrab; Commander Richardson überlebt die Versenkung seines Bootes, und die Jagd auf den damals gesichteten Zerstörer wird ihm zur Obsession. Mit der Seniorität des dienstälteren Offiziers greift er sich ein Jahr später das Kommando über die „USS Nerka“, mit dem eigentlich der jüngere Lieutenant Bledsoe gerechnet hat – darin liegt das Konfliktpotenzial, mit dem sich die beiden Männer auf Feindfahrt begeben. Unerbittlich lässt Richardson ein riskantes Angriffsmanöver einüben, das zwischen Wahnsinn und Raffinesse liegt.

Burt Lancaster spielt den mustergültigen Offizier Bledsoe voller Selbstbewusstsein, Leistungsstolz und tatkräftiger Disziplin. Clark Gable ist der alte Kommandant, der seine Befehlsgewalt für eine persönliche Revanche zu missbrauchen scheint. Beide passen auf ihre Rollen: Lancaster bezieht aus seiner Athletik und natürlichen Autorität das Charisma des jungen Vorzeigesoldaten; und der ramponierte Gable ist gegen Ende seiner langen Karriere, ständig mit einem leichten Zittern, längst nicht mehr der geschliffene Star aus glorreichen Metro-Tagen, was hier freilich exzellent mit seiner Rolle konvergiert.