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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚The Pumpkin Eater (1964)‘, Bildquelle: The Pumpkin Eater (1964), Columbia

The Pumpkin Eater (1964)

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The Pumpkin Eater (1964)

Eine außergewöhnlich fertile Frau mit zahlreichen Kindern und ihr Ehemann, ein Drehbuchautor, der im Verdacht ebenso vieler Affären steht: Harold Pinters Adaption des gleichnamigen Romans von Penelope Mortimer beschreibt Höhen und Tiefen einer Ehe. Sanfte Kamerafahrten entlang der Charaktere und ungewöhnliche Perspektiven verleihen dem Film außergewöhnlichen Independent-Charakter, während sich Anne Bancroft in virtuose Liebes- und Leidensposen wirft und James Mason mal wieder brillant den Fiesling gibt.
Genre: Drama
Länge: 105 Min.
Regie: Jack Clayton
Cast: u.a. Anne Bancroft, Peter Finch, James Mason, Janine Gray, Maggie Smith, Cedric Hardwicke, Rosalind Atkinson, Eric Porter, Richard Johnson, Yootha Joyce
alt. Titel: Schlafzimmerstreit
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Szene aus ‚The Producers (1967)‘, Bildquelle: The Producers (1967), Studiocanal Image

The Producers (1967)

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The Producers (1967)

Streckenweise ein sehr lustiger Film, in dem sich Mel Brooks über die Absurditäten und Eitelkeiten des Showbusiness amüsiert; insbesondere den Typus des Produzenten persifliert er als notorischen Halbkriminellen, der sich für Finanzierungsschecks prostituiert. Mithilfe eines findigen Finanzverständigen will der windige, chronisch bankrotte Theaterproduzent Max Bialystock, der als Toyboy ältere Damen ausnimmt, einen Coup landen: das lausigste Theaterstück, das der Welt je vorgeführt wurde – das zynische Kalkül dahinter lautet, dass sich mit einer prompt abgesetzten Vorstellung eher Geld verdienen lässt als mit einer mittelmäßg erfolgreichen. Bialystocks Wahl fällt auf das Skript des in New York wohnhaften Altnazis Franz Liebkind, der unentwegt einen Stahlhelm trägt und den schlechten Ruf des „Führers“ reinwaschen will. Also castet Bialystock für „Springtime for Hitler“ den unmöglichsten Regisseur und den unpassendsten Darsteller und ermutigt die Beteiligten zur denkbar geschmacklosesten Choreografie. Die Highlights dieser hektischen Komödie sind das Hitler-Casting („We’re only taking singing Hitlers.“) und Ausschnitte aus der durchgeknallten Bühnenaufführung, in der die nationalsozialistische „Machtergreifung“ und der Untergang des „Dritten Reichs“ in bester Mel-Brooks-Manier parodiert werden.
Genre: Komödie
Länge: 86 Min.
Regie: Mel Brooks
Cast: u.a. Zero Mostel, Gene Wilder, Kenneth Mars, Estelle Winwood, Dick Shawn, Lee Meredith, Andréas Voutsinas, Christopher Hewett, Renée Taylor, David Patch, William Hickey, Barney Martin, Frank Campanella, Madelyn Cates, John Zoller, Brutus Peck
alt. Titel: Frühling für Hitler
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Szene aus ‚Meuterei auf der Bounty (1935)‘, Bildquelle: Meuterei auf der Bounty (1935), Turner Entertainment

Meuterei auf der Bounty (1935)

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Meuterei auf der Bounty (1935)

Die berühmte Geschichte von der Auflehnung gegen eine unerträgliche Tyrannei um den Preis von Loyalität und Gesetzestreue: Charles Laughton porträtiert einen despotischen Captain Bligh, der im Jahr 1787 mit der „Bounty“ im Auftrag der britischen Krone gen Tahiti in See sticht und seine Crew mit drakonischer Strenge führt, brilliant widerlich – mit einem falschen Verständnis von Disziplin, dem hochnäsigen Überlegenheitsgefühl des erfahrenen Offiziers und einem autokratischen Herrschaftsanspruch. Sein Kontrahent ist Clark Gable als Erster Offizier Fletcher Christian – ein Liberaler, der daran glaubt, die Seeleute ohne Kielholen und Auspeitschungen anleiten zu können. Auf hoher See, mitten im Pazifischen Ozean, kommt es zur Meuterei, einem Thema wie gemacht für Hollywood. Der Film streift die Unbarmherzigkeit dieser Zeit, etwa die Press gangs, die Faszination des Exotischen und die Härte des Seefahrerlebens. Die seinerzeit enorm aufwendige Produktion wurde als Bester Film mit einem „Oscar“ prämiert – zum ersten und einzigen Mal waren gleich drei Schauspieler desselben Films als beste Hauptdarsteller nominiert.
Genre: Drama
Länge: 132 Min.
Regie: Frank Lloyd
Cast: u.a. Charles Laughton, Clark Gable, Franchot Tone, Herbert Mundin, Stanley Fields, Eddie Quillan, Dudley Digges, Bill Bambridge, Movita, Mamo Clark, Donald Crisp, Marion Clayton Anderson, Ian Wolfe, Douglas Walton, Byron Russell, Henry Stephenson, Spring Byington, Crauford Kent, Francis Lister, David Torrence
alt. Titel: Mutiny on the Bounty
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Szene aus ‚Lost Command (1966)‘, Bildquelle: Lost Command (1966), Columbia Pictures

Lost Command (1966)

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Lost Command (1966)

The politicians […] can’t fight success“ – mit diesem Credo führt der französische Oberst Raspeguy zur Rettung seiner gefährdeten Karriere ein Regiment Fallschirmjäger in einen unnachgiebigen Kampf gegen algerische Guerillas. Anthony Quinn trägt mit seiner Rolle den Film; für ein glaubwürdiges Soldatengesicht brauchte er bloß die militärischen Merkmale seiner Physiognomie forcieren. Alain Delon ist einer von Raspeguys Offizieren, Claudia Cardinale eine algerische Widerstandskämpferin und George Segal der Anführer eines Rebellentrupps im Wüstenkrieg. „Lost Command“ ist kein künstlerisch origineller Film, aber gut besetzt, mit wuchtigen Action-Szenen garniert und wirft als einer von wenigen einen Blick auf den Untergang der französischen Kolonialherrschaft im Algerienkrieg mit Guerilla, Masseninternierungen und Folter.
Genre: Kriegsdrama
Länge: 124 Min.
Regie: Mark Robson
Cast: u.a. Anthony Quinn, Alain Delon, George Segal, Michèle Morgan, Maurice Ronet, Claudia Cardinale, Burt Kwouk, Grégoire Aslan, Jean Servais, Jean-Claude Bercq, Syl Lamont, Maurice Sarfati, Jacques Marin, Marie Burke
alt. Titel: Sie fürchten weder Tod noch Teufel
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Szene aus ‚On the Waterfront (1954)‘, Bildquelle: On the Waterfront (1954), Columbia, Horizon Pictures

On the Waterfront (1954)

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On the Waterfront (1954)

Im New Yorker Hafenarbeitermilieu geht es rau zur Sache. Und mittendrin muss sich Ex-Boxer Terry Malloy („Oscar“-prämiert: Marlon Brando) zwischen Mafia und Rechtschaffenheit entscheiden. Die beste Rolle des jungen Brando, der damit nachfolgende Schauspielgenerationen prägte, und eine beklemmend realistische, aufwendig recherchierte Darstellung des „shape-up“-Systems. Elia Kazan, der Regie führte und das Drehbuch mit verfasst hatte, stand damals am Ende seiner künstlerischen Karriere, nachdem er vor einem Komitee der Kommunistenverfolgung ausgesagt hatte und seither in Hollywoodkreisen als mieser Verräter geächtet war. Mit diesem Film, anhand des mutigen Proleten, der gegen die Hafenmafia aussagt, wollte sich Kazan rehabilitieren und vor aller Welt rechtfertigen. Kein großes Studio hatte den Film finanzieren wollen; am Ende wurde er zu einem der größten Erfolge der Kinogeschichte, räumte insgesamt acht „Oscars“ ab (u.a. Kazan als bester Regisseur) – und Kazan war wieder obenauf.
Genre: Drama
Länge: 108 Min.
Regie: Elia Kazan
Cast: u.a. Marlon Brando, Eva Maria Saint, Rod Steiger, Karl Malden, Lee J. Cobb, Leif Erickson, James Westerfield, Pat Henning, Tony Galento, John F. Hamilton
alt. Titel: Die Faust im Nacken
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Szene aus ‚The Manchurian Candidate (1962)‘, Bildquelle: The Manchurian Candidate (1962), Frank Sinatra Trust #10

The Manchurian Candidate (1962)

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The Manchurian Candidate (1962)

Physische, blutige Brutalität kommt nicht vor, und doch ist „The Manchurian Candidate“ unglaublich brutal, voller drastischer Szenen und einer knallharten Story. Alles beginnt im Koreakrieg, in dem eine amerikanische Patrouille nach der Gefangennahme durch ein chinesisch-sowjetisches Konglomerat einer subtilen Gehirnwäsche unterzogen wird, die einen von ihnen – zurück in den USA – zu einer tödlichen Waffe macht. Frank Sinatra zog sich damals gerne Offiziersuniformen an – es waren die Rollen, die immer wieder seine Karriere retteten; und Laurence Harvey brilliert als manipulierter Heimkehrer. Aber die ganz starke, herausragende Performance zeigt Angela Lansbury als inzestuöse Mutter und Fäden ziehende Senatorengattin – einer der besten Kalter-Krieg-Thriller.
Genre: Thriller
Länge: 121 Min.
Regie: John Frankenheimer
Cast: u.a. Frank Sinatra, Laurence Harvey, Angela Lansbury, Janet Leigh, Leslie Parrish, Khigh Dhiegh, James Gregory, John McGiver, Henry Silva, James Edwards, Douglas Henderson, Lloyd Corrigan, Albert Paulsen, Whit Bissell, Barry Kelley
alt. Titel: Botschafter der Angst
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Szene aus ‚The Day of the Jackal (1973)‘, Bildquelle: The Day of the Jackal (1973), Warwick Film Prod., Universal

The Day of the Jackal (1973)

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The Day of the Jackal (1973)

Die terroristische Untergrundorganisation OAS will Frankreichs Staatspräsidenten, Charles de Gaulle, aus Rache für die Preisgabe Algeriens ermorden. Nach mehrfachem Versagen und am Rande des Exitus heuern sie einen englischen Profikiller an, der 1963 unter dem Codenamen „The Jackal“ minutiös sein Attentat vorbereitet, während die französischen Behörden eine panische Jagd auf den mysteriösen, völlig im Verborgenen operierenden „Schakal“ beginnen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman, mit dem Frederick Forsythe gerade zum Bestsellerautor avanciert war. Das Spätwerk des Hollywoodveterans Fred Zinnemann ist spannend, in eindringlichen Kameraperspektiven gefilmt und zeigt Edward Fox in einer glänzenden Performance als distinguierten Auftragsmörder, den eine moralische Eiseskälte umgibt.
Genre: Thriller
Länge: 143 Min.
Regie: Fred Zinnemann
Cast: u.a. Edward Fox, Michael Lonsdale, Cyril Cusack, Olga Georges-Picot, Delphine Seyrig, Terence Alexander, Michel Auclair, Alan Badel, Derek Jacobi, Ronald Pickup, Jean Sorel, Timothy West, Eric Porter, Jean Martin, Raymond Gérôme, Tony Britton, Adrien Cayla-Legrand, Maurice Denham, Vernon Dobtcheff, Barrie Ingham, Philippe Léotard
alt. Titel: Der Schakal
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Szene aus ‚The Friends of Eddie Coyle (1973)‘, Bildquelle: The Friends of Eddie Coyle (1973), Paramount Pictures, Eureka Entertainment

The Friends of Eddie Coyle (1973)

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The Friends of Eddie Coyle (1973)

Eine Episode aus dem Schatten der Gesellschaft, einer einsamen, illoyalen, solidaritätsfernen Welt, dem Arbeitsfeld des kleinen Gangsters Eddie Coyle (Robert Mitchum in typischer Mitchum-Kluft mit ebenso typischer Mitchum-Miene). Coyle sieht wegen eines aufgeflogenen Delikts einer weiteren Haftstrafe entgegen, aber dem fünfzigjährigen Familienvater laufen nun bald auch die besten Jahre davon und deshalb versucht er, für ihn bedeutungslose Gauner gegen einen juristischen Vorteil an das FBI zu verraten. Die titelgebenden „Freunde“ des Eddie Coyle sind gewissenlos und egoistisch. Das Klima des Films ist trübe und diesig, ein pessimistischer Blick in die Zwischenwelt von Waffendealern, Bankräubern und Auftragskillern.
Genre: Drama
Länge: 102 Min.
Regie: Peter Yates
Cast: u.a. Robert Mitchum, Richard Jordan, Peter Boyle, Steven Keats, Alex Rocco, Joe Santos, Mitchell Ryan, Peter MacLean, Carolyn Pickman, Marvin Lichterman, James Tolkan, Matthew Cowles, Helena Carroll, Jack Kehoe, Jan Egleson, Jane House, Michael McCleery, Judith Ogden-Cabot
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Szene aus ‚Major Dundee (1965)‘, Bildquelle: Major Dundee (1965), Columbia

Major Dundee (1965)

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Major Dundee (1965)

Noch ein paar Jahre vor der New-Hollywood-Ära spielte Charlton Heston eine New-Hollywood-Figur: Major Dundee, ein zwielichtiger Charakter, will mörderische Apachen jagen, um sich als Truppenführer zu bewähren – und bricht dafür die Regeln: Er heuert versoffene Halunken an, lässt Pferde, Munition und Proviant stehlen und dringt mit einem Kavalleriekommando völlig illegal ins Landesinnere von Mexiko ein. Der gewaltige Kraftakt ist ein Trip der Zerstörung und des Verderbens, den nur wenige überleben. Regisseur Sam Peckinpah versammelt hier handfeste Western-Visagen und changiert zwischen lapidaren Gefechten und einem verliebten Porträt der mexikanischen Landschaft und Kultur.
Genre: Western-Drama
Länge: 123 Min.
Regie: Sam Peckinpah
Cast: u.a. Charlton Heston, Richard Harris, Senta Berger, Jim Hutton, Michael Anderson Jr., James Coburn, Mario Adorf, Ben Johnson, Brock Peters, Warren Oates, R.G. Armstrong, Karl Swenson, Michael Pate, Slim Pickens, John Davis Chandler, Begoña Palacios, L.Q. Jones, José Carlos Ruiz, Dub Taylor
alt. Titel: Sierra Charriba
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Szene aus ‚Hardcore (1979)‘, Bildquelle: Hardcore (1979), Columbia Pictures

Hardcore (1979)

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Hardcore (1979)

Ein heftiger, drastischer Film mit einer ganz starken Performance von George C. Scott als gottesfürchtigem Midwest-Unternehmer, der sein konservatives Milieu verlässt, um die verschollene Tochter, eine Minderjährige, im kalifornischen Pornobusiness zu suchen. Scott verleiht dem verzweifelten Vater ein glaubwürdiges Gesicht, einem religiösen Mann, der durch die Camouflage eines Porno-Produzenten in eine düstere, bedrohliche Welt aus Prostitution, Ausbeutung und Schmuddelfilmen hinabtaucht und ganz langsam, gegen seine moralischen Prinzipien, von diesem Milieu absorbiert wird.
Genre: Drama
Länge: 108 Min.
Regie: Paul Schrader
Cast: u.a. George C. Scott, Season Hubley, Peter Boyle, Ilah Davis, Paul Marin, Dick Sargent, Leonard Gaines, Dave Nichols, Gary Graham, Larry Block, Leslie Ackerman, Marc Alaimo, Hal Williams, Will Walker
alt. Titel: Hardcore– Ein Vater sieht rot
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Szene aus ‚The New Centurions (1972)‘, Bildquelle: The New Centurions (1972), Columbia Pictures

The New Centurions (1972)

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The New Centurions (1972)

Ein pessimistischer Blick in das Los Angeles Police Department in den Sechzigern und frühen Siebzigern, wo die Cops auf der Straße am Grauen des Alltags zu knapsen haben, ihr Privatleben ruinieren und zu Alkoholikern oder Selbstmördern werden – der Film zeigt die Verbrechensbekämpfung als endlose Routine und permanente Konfrontation mit moralischen Missständen. Stacy Keach und George C. Scott, in Nebenrollen auch Rosalind Cash und Jane Alexander, liefern exzellente Performances ab; und Richard Fleischer, der Regisseur, visualisiert die kriminelle Realität in den düsteren Teilen des sonnenverwöhnten Los Angeles.
Genre: Drama
Länge: 103 Min.
Regie: Richard Fleischer
Cast: u.a. Stacy Keach, George C. Scott, Jane Alexander, Rosalind Cash, Scott Wilson, Clifton James, Isabel Sanford, Carol Speed, Erik Estrada, Richard E. Kalk, James Sikking, Mittie Lawrence, Beverly Hope Atkinson, William Atherton, Ed Lauter, Stefan Gierasch, Roger E. Mosley, Bea Thompkins
alt. Titel: Polizeirevier Los Angeles-Ost
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Szene aus ‚The Go-Between (1971)‘, Bildquelle: The Go-Between (1971), Canal+

The Go-Between (1971)

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The Go-Between (1971)

Zwei Menschen lieben sich – doch die gesellschaftlichen Konventionen und Klassengrenzen des Englands im ausgehenden 19. Jahrhundert verbieten ihre Beziehung. Die aristokratische upper-class-Tochter  Marian (Julie Christie) verabredet sich mit dem virilen Bauern  Ted (Alan Bates) zum heimlichen Sex, ein Zwölfjähriger überbringt die Botschaften zwischen den beiden. Regisseur Jospeh Losey inszeniert diese Geschichte im Fin de Siècle mit großer Ruhe und in Bildern, über denen stets die melodramatische Patina einer dem Untergang geweihten Epoche liegt.
Genre: Drama
Länge: 116 Min.
Regie: Joseph Losey
Cast: u.a. Dominic Guard, Julie Christie, Alan Bates, Margaret Leighton, Michael Gough, Edward Fox, Richard Gibson, Michael Redgra-ve
alt. Titel: Der Mittler
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Szene aus ‚Winning (1969)‘, Bildquelle: Winning (1969), Universal, Newman-Foreman

Winning (1969)

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Winning (1969)

Grand Prix“ (1966) (Review auf Filmkuratorium.de lesen), Le Mans“ (1971) (Review auf Filmkuratorium.de lesen) und „Winning“: In den späten Sechzigern und frühen Siebzigern wurden die besten Rennsportfilme gedreht. Wie die anderen Rennfahrerfilme lotet auch „Winning“ die schwierige Work-Life-Balance eines Hochgeschwindigkeitsprofis und das emotionale Zerstörungspotenzial eines extremen Berufs aus. Frank Capua, frisch verheiratet, konzetriert sich auf sein Metier und vernachlässigt dabei seine Ehefrau Elora (das Film- wird glänzend vom echten Ehepaar Paul Newman/Joanne Woodward gespielt), die ihn schließlich mit seinem Rennstallkollegen Lou Erding betrügt. „Winning“ porträtiert den Rennsport als eine isolierte Welt, in der die Piloten permanent auf ihren Job fixiert sind. Im Rennen von Indianapolis, einem ganz besonders rauschenden Rennspektakel, sucht Capua seine Revanche. Die schnellen Schnitte während der Rennen sind eine Allegorie der sekundenschnellen Entscheidungen, die den Piloten abverlangt werden; Close-ups auf die Details der Boliden und das zornige Motorenbrausen, das die Zuschauer in die brachiale Klangwelt des Rennsports hineinkatapultiert, intensivieren den Blick auf die technische Komplexität und die lebensbedrohliche Maschinerie dieser Sport- und Unterhaltungskultur.
Genre: Sport-Drama
Länge: 118 Min.
Regie: James Goldstone
Cast: u.a. Paul Newman, Joanne Woodward, Richard Thomas, Robert Wagner, Clu Gulager, David Sheiner
alt. Titel: Indianapolis
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Szene aus ‚Die Duellisten (1977)‘, Bildquelle: Die Duellisten (1977), Paramount Pictures

Die Duellisten (1977)

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Die Duellisten (1977)

Schon Ridley Scotts erster Film im Kinoformat war voll opulenter Bilder: Über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren – es ist die Ära der napolenischen Kriege im frühen 19. Jahrhundert – begegnen sich immer wieder die beiden französischen Offiziere d’Hubert und Feraud, erst Leutnants, später Generäle, um ein unverrichtetes Duell auszutragen; dessen Anlass ist nichtig und die anfängliche Triebkraft ist der hitzköpfige Feraud, für den der Kampf gegen d’Hubert zur Obsession wird. Die Verfilmung einer Joseph-Conrad-Erzählung legt den Fokus auf die absurde Zerstörungskraft der Ehre, ihre widersinnigen Rituale und Disziplin. Für sein Debüt erhielt Scott 1977 einen Preis beim Filmfestival in Cannes.
Genre: Drama
Länge: 96 Min.
Regie: Ridley Scott
Cast: u.a. Keith Carradine, Harvey Keitel, Diana Quick, Cristina Raines, Robert Stephens, Edward Fox, Albert Finney, Tom Conti, Alun Armstrong, Gay Hamilton, Meg Wynn Owen, Jenny Runacre, Maurice Colbourne, John McEnery, Alan Webb, Pete Postlethwaite
alt. Titel: The Duellists
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Szene aus ‚Touch of Evil (1958) [1998]‘, Bildquelle: Touch of Evil (1958) [1998], Universal City Studios

Touch of Evil (1958) [1998]

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Touch of Evil (1958) [1998]

Weil das Studio den Film entgegen seiner Vision geschnitten hatte, verfasste Orson Welles, Regisseur und einer der beiden Hauptdarsteller, ein 58-seitiges Memorandum – nach diesen Instruktionen wurde der Film dann Ende der 1990er Jahre restauriert. Er beginnt mit einer spektakulären Kamerafahrt, die in unfassbarer Dynamik eine minutenlange Sequenz inmitten einer Stadt an der texanischen Grenze zu Mexiko zeigt. Vordergründig geht es um einen Mordfall und um die Machenschaften eines verdienten Kommissars, des fettleibigen, trockenen Alkoholikers Quinlan, dem ein mexikanischer Kollege auf die Schliche kommt; aber tatsächlich ist der Film ein atmosphärisches Meisterwerk, der mit seiner schwungvollen Kameraführung und extremen Close-ups, die beinahe wie anatomische Vivisektionen der Charaktere wirken, eine fantastische Dynamik und Dichte erreicht – einer der letzten klassischen Noir-Filme, zehn Jahre nach dem Genre-Zenit gedreht, ist zugleich einer der besten dieses Faches, überhaupt: der Filmgeschichte.
Genre: Noir-Thriller
Länge: 95 [111] Min.
Regie: Orson Welles
Cast: u.a. Charlton Heston, Orson Welles, Janet Leigh, Akim Tamiroff, Joseph Calleia, Marlene Dietrich, Mort Mills, Joanna Moore, Valentin de Vargas, Dennis Weaver, Lalo Rios, Joseph Cotten, Cotton, Harry Shannon, Phil Harvey, Ray Collins, Zsa Zsa Gabor, Joi Lansing
alt. Titel: Im Zeichen des Bösen
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