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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Eine ganz normale Geschichte (1978)‘, Bildquelle: Eine ganz normale Geschichte (1978), Universum Film

Eine ganz normale Geschichte (1978)

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Eine ganz normale Geschichte (1978)

Claude Sautets Film begleitet das Besondere im Alltäglichen: Im Zentrum steht die 39-jährige Marie, die sich von ihrem Liebhaber trennt, mit ihrem Ex-Mann eine Affäre beginnt und einen Freundeskreis als Zufluchtsort hat. An ihrer Figur zeigt Regisseur Claude Sautet die einfache Suche nach Zufriedenheit und Stabilität – und Romy Schneider passte wohl darauf so gut, weil sie das ja auch tat, im echten Leben. Sautet filmt sie hier manchmal aus der Distanz, wie sie sich ein Brot schmiert oder im Café Platz nimmt, oder in Nahaufnahmen, die entweder ihr berührendes Lächeln oder ihre abrupte Verstimmung festhalten. Und um Marie herum wirbelt das Schicksal immer wieder kleine und große Lebenskrisen auf.
Genre: Drama
Länge: 104 Min.
Regie: Claude Sautet
Cast: u.a. Romy Schneider, Arlette Bonnard, Éva Darlan, Francine Bergé, Sophie Daumier, Bruno Cremer, Claude Brasseur, Roger Pigaut, Nadine Alari, Vera Schroeder, Madeleine Robinson, Pierre Semmler, Jean-François Garreaud, Yves Knapp, Nicolas Sempe
alt. Titel: Une histoire simple
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Szene aus ‚Up the Junction (1968)‘, Bildquelle: Up the Junction (1968), Paramount Pictures

Up the Junction (1968)

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Up the Junction (1968)

Polly, ein posh girl aus Chelsea, sucht in der Abkehr von ihrem reichen Herkunftsmilieu, das sie als bigott und beengend erlebt, Glück und Zufriedenheit im verlslumten Londoner Arbeiterviertel Battersea; so, wie der aus einfachen Verhältnissen stammende Pete – umgekehrt – sich nach Geld, Komfort und Privilegien der upperclass sehnt. Die generationenübergreifende Gemeinschaft der Arbeiterinnen in der Fabrikhalle, die illegale Abtreibung auf dem Dachboden einer Krämerin oder die abendlichen Alltagsfluchten in das proletarische Nachtleben: Peter Collinsons Verfilmung eines erfolgreichen BBC-Fernsehstücks von Ken Loach blickt in den Alltag junger Menschen am Ende der oft zitierten Swinging Sixties und behandelt damals delikate Themen, versprüht aber in der Tat den Charme jener Zeit, in der sich das Normengefüge der britischen Gesellschaft infolge des Verhaltens der jungen Generationen längst gewandelt hatte.
Genre: Drama
Länge: 114 Min.
Regie: Peter Collinson
Cast: u.a. Suzy Kendall, Dennis Waterman, Adrienne Posta, Maureen Lipman, Liz Fraser, Linda Cole, Doreen Herrington, Michael Gothard, Jessie Robins, Barbara Archer, Ruby Head, Susan George, Sandra Williams, Michael Robbins, Hylda Baker, Billy Murray, Michael Standing, Alfie Bass, Queenie Watts, Aubrey Morris, Yvonne Manners
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Szene aus ‚The Train (1964)‘, Bildquelle: The Train (1964), MGM

The Train (1964)

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The Train (1964)

Die Mission, im Angesicht des nahenden Kriegsendes einen ganzen Zug voller französischer Kunstschätze nach Deutschland zu evakuieren, wird für den Wehrmachtsoffizier Franz von Waldheim zur Obsession. Der französische Gleisdirigent Labiche organisiert mithilfe der Résistance eine famose Aktion, die den nationalen Kunstschatz retten soll. John Frankenheimers Schwarz-Weiß-Spektakel verbindet mit seinen Karambolagen und Verfolgungsjagden das Kino des klassischen Hollywood mit dem modernen Action-Genre.
Genre: Kriegsdrama
Länge: 133 Min.
Regie: John Frankenheimer
Cast: u.a. Burt Lancaster, Paul Scofield, Jeanne Moreau, Wolfgang Preiss, Suzanne Flon, Michel Simon, Albert Rémy, Charles Millot, Howard Vernon, Jacques Marin, Paul Bonifas, Donald O’Brien, Jean-Pierre Zola, Richard Münch
alt. Titel: Der Zug
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Szene aus ‚Little Malcolm and His Struggle Against the Eunuchs (1974)‘, Bildquelle: Little Malcolm and His Struggle Against the Eunuchs (1974), G. H. Estate Ltd.

Little Malcolm and His Struggle Against the Eunuchs (1974)

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Little Malcolm and His Struggle Against the Eunuchs (1974)

Allein John Hurts diktatorischer Agitationsmonolog voller Hitler-Gesten und vor der trostlosen Kulisse eines verschneiten Arbeiterviertels in Manchester ist den Film bereits wert: Hurt spielt einen narzisstischen Bohemian, der sich nach seinem Rausschmiss unter seinen Freunden von der Kunsthochschule als charismatischer Anführer aufspielt und eine Partei ins Leben ruft – die „Party of Dynamic Erection“ –, die sich den Kampf gegen Eunuchen aufs Panier geschrieben hat. Von ideologischen Floskeln beflügelt und zum melancholischen Song „Not With You“, streifen die Pseudorevolutionäre durch die abgewirtschafteten Viertel Manchesters. Der von George Harrison im Vorfeld der legendären „HandMade Films“-Schmiede finanzierte Film mit seiner Handvoll Rollen ist hervorragend besetzt, enthält gleich ein ganzes Bündel der besten Dialogszenen der britischen Filmgeschichte und zeigt nicht zuletzt eine von John Hurts allerbesten Performances.
Genre: Satiredrama
Länge: 111 Min.
Regie: Stuart Cooper
Cast: u.a. John Hurt, John McEnery, Rosalind Ayres, David Warner, Raymond Platt
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Szene aus ‚The Great Santini (1979)‘, Bildquelle: The Great Santini (1979), Orion Pictures, Bing Crosby Prod.

The Great Santini (1979)

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The Great Santini (1979)

Lt. Col. Wilbur „Bull“ Meechum, ein tolldreister F-4 „Phantom“-Pilot in den frühen Sechzigern, zelebriert sich als „The Great Santini“; in seiner militaristischen Attitüde stellt er sich seinen untergebenen Soldaten als Gott vor und zu Hause kommandiert er seine Familie im zackigen Tonfall des Kasernenhofes. Komplett unfähig, adäquat seine Liebe für seine Kinder und Frau zu artikulieren, will er etwa seinen ältesten Sohn (Michael O'Keefe) „the gift of fury“ mit auf den Lebensweg geben. Hinter der Maske des knallharten Offiziers verbirgt sich ein zerbrechliches Individuum, das seine Angehörigen mit einer unverhältnismäßigen Erwartungshaltung und rigiden Disziplingeboten zu erdrücken droht. Der „Great Santini“ ist angelehnt an den Vater von Pat Conroy, der die Romanvorlage des Films geliefert hat, und gehört zu Robert Duvalls allerbesten Rollen – zuvorderst die Szene mit dem unbarmherzigen One-on-one-Basketballmatch gegen seinen Sohn. Herausragend sind aber auch Stan Shaw als Opfer des Südstaatenrassismus, und Michael O'Keefe als Sohn, der gegen einen übermächtigen Vater zu bestehen hat. „The Great Santini“ erzählt von einem Mann, der völlig im Geist des selbstherrlich-elitären US Marine Corps aufgegangen ist, hin- und hergerissen zwischen Narzissmus und Selbstzweifeln.
Genre: Drama
Länge: 110 Min.
Regie: Lewis John Carlino
Cast: u.a. Robert Duvall, Michael O’Keefe, Blythe Danner, Lisa Jane Persky, Stan Shaw, Theresa Merritt, Paul Mantee, Julie Anne Haddock, Brian Andrews, David Keith, Michael Strong, Bennett Liss, Joe Dorsey, David Frankham, Jan Stratton, Paul Gleason, Gordon Gene Jones
alt. Titel: Der große Santini
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Szene aus ‚The Charge of the Light Brigade (1968)‘, Bildquelle: The Charge of the Light Brigade (1968), MGM

The Charge of the Light Brigade (1968)

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The Charge of the Light Brigade (1968)

Als im Krimkrieg im Oktober 1854 eine britische Eliteeinheit infolge inkompetenter Befehlshaber aufgerieben wurde, war das eines der größten Debakel der britischen Militärgeschichte – im Nachhinein verklärt zum Mythos heldenhafter Pflichterfüllung. Der Film zeigt die Schlacht von Balaklawa in ihrer ganzen Grausamkeit anhand vieler Details, mit drastischen Close-ups schmerzverzerrter, blutüberströmter Gesichter, und kontrastiert das Kriegsgeschehen mit dem Blick auf die ruhmsüchtigen, kriegsbegeisterten Offiziere, die im viktorianischen England ein unbeschwertes Leben führen und dann auf den Feldern und Hügeln der Krim zu hässlichen Kriegsfratzen erstarren.
Genre: Anti-Kriegsdrama
Länge: 139 Min.
Regie: Tony Richardson
Cast: u.a. David Hemmings, Trevor Howard, John Gielgud, Vanessa Redgrave, Jill Bennett, Harry Andrews, Peter Bowles, Ben Aris, Micky Baker, Mark Burns, Chris Chittell, John J. Carney, Helen Cherry, Ambrose Coghill, Leo Britt, Howard Marion-Crawford, Mark Dignam
alt. Titel: Angriff der leichten Brigade
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Szene aus ‚I’ll Never Forget What’s’isname (1967)‘, Bildquelle: I’ll Never Forget What’s’isname (1967), Universal Pictures, Universal City Studios

I’ll Never Forget What’s’isname (1967)

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I’ll Never Forget What’s’isname (1967)

Zu Beginn dieser britischen Filmperle aus den späten Sechzigern zerhackt Oliver Reed seinen noblen Schreibtisch mit einer Axt. Seine Figur, Andrew Quint, ist ein begehrtes Marketing-Genie, quasi ein Londoner „Mad Man“, der in seiner Erfolgsverdrossenheit kündigt, um wieder einen „ehrlichen“ Job und nicht-korrumpierte Kreativität zu finden. Lute, der unglückliche Mittdreißiger, versucht immer wieder, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen: die fiesen Schulhoftyrannen der Kindheit und Jugend, seine Familie, seinen Boss, seine Geliebten. Carol White spielt eine von ihnen; und Orson Welles ist mit seiner barocken Leibesfülle der manipulative Marketing-Mogul; und dazu gibt es teils skandalöse Dialoge und Handlungen, das Flair des Swinging London, viel britischen Charme. Auch verleiht der Film dem englischen Schulsystem eine düstere Note, indem Lutes teils surreale Flashbacks Pädophilie durch die Lehrer und Mobbing durch die Mitschüler andeuten. Ein Highlight ist der bizarre Werbespot, den Lute am Ende im Protest gegen die Mentalität seiner Branche dreht.
Genre: Drama
Länge: 95 Min.
Regie: Michael Winner
Cast: u.a. Oliver Reed, Carol White, Wendy Craig, Orson Welles, Norman Rodway, Frank Finlay, Ann Lynn, Harvey Hall, Lyn Ashley, Edward Fox, Michael Hordern, Marianne Faithfull, Harry Andrews, Roland Curram
alt. Titel: Was kommt danach …?
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Szene aus ‚Dirty Mary, Crazy Larry (1974)‘, Bildquelle: Dirty Mary, Crazy Larry (1974), Twentieth Century Fox

Dirty Mary, Crazy Larry (1974)

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Dirty Mary, Crazy Larry (1974)

Der Weg ist hier das Ziel, denn die Handlung ist von solcher Banalität, dass sie kaum der Erwähnung wert ist. Entgegen dem Titel sind es nicht zwei, sondern drei Personen, die hier in PS-strotzenden Muscle cars durch das kalifornische Hinterland jagen, um mit ihrer fetten Geldbeute über die Staatsgrenze der Polizei zu entkommen. Die Konstellation gleicht im Grunde der aus Monte Hellmans Two-Lane Blacktop“ (1971) (Review auf Filmkuratorium.de lesen): The Driver, The Mechanic und The Girl. Peter Fonda gibt den durchgeknallten Lenkradverrückten Larry, Susan George die renitente Begleiterin und Adam Roarke den halbwegs besonnenen Mechaniker; verfolgt werden sie von Vic Morrow als hartnäckigem Cop. John Hough drehte die brachialen Action-Szenen (inklusive Helikopterjagd) in voller Geschwindigkeit, und diese Kompromisslosigkeit gibt dem Film seinen ganz besonderen touch.
Genre: Action-Drama
Länge: 93 Min.
Regie: John Hough
Cast: u.a. Peter Fonda, Susan George, Adam Roarke, Vic Morrow, Roddy McDowall, Kenneth Tobey, Eugene Daniels, Lynn Borden, Janear Hines, Elizabeth James, Adrianne Herman, James W. Gavin, Al Wyatt Sr.
alt. Titel: Kesse Mary – Irrer Larry
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Szene aus ‚The Devils (1971)‘, Bildquelle: The Devils (1971), Warner Bros.

The Devils (1971)

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The Devils (1971)

Die reale Begebenheit, dass mächtige Politiker wie Kardinal Richelieu die Religion für zur Durchsetzung ihrer Interessen missbrauchten und durch inquisitorische Schauprozesse ihre Gegner vernichteten, bildet den historischen Rahmen für diesen Film, mit dem Ken Russell damals die Gemüter erhitzte – satanisch, blasphemisch, pornografisch – und der noch heute, fast ein halbes Jahrundert später, für einen Skandal sorgen würde. Russell inszeniert den katholischen Priester von Loudun, Urbain Grandier, der den versammelten Stadtbewohnern gerade das Ende der Religionskriege verkündet und von Oliver Reed auf dem Höhepunkt seiner Schauspielkunst verkörpert wird, als Sexobjekt lüsterner Nonnen; Vanessa Redgrave brilliert als Obernonne, die sich nach Grandier verzehrt und sich in verbotene Jesus-Sexfantasien flüchtet. Die Szenerie ist surreal steril, ein kakophonisches Musikgetöse begleitet die nächtliche Einsammlung der Pestkadaver, im Konvikt kommt es zu Orgien und skurrilen Teufelsaustreibungen, König Ludwig XIII. wird im Queer-Look gezeigt – eine atemberaubende Eskalation skandalöser Szenen und ein visuell verstörender Film, der Kubricks kurz darauf erschienenen „A Clockwork Orange“ (1971) als verzweifelten Versuch wirken lässt, ebenfalls provokant zu sein.
Genre: Drama
Länge: 107 Min.
Regie: Ken Russell
Cast: u.a. Oliver Reed, Vanessa Redgrave, Dudley Sutton, Michael Gothard, Georgina Hale, Gemma Jones, Max Adrian, Murray Melvin, Graham Armitage, Brian Murphy, Christopher Logue, Judith Paris, John Woodvine, Andrew Faulds, Kenneth Colley, Catherine Willmer, Iza Teller
alt. Titel: Die Teufel
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Szene aus ‚The Party’s Over (1965)‘, Bildquelle: The Party’s Over (1965), Tricastle Films

The Party’s Over (1965)

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The Party’s Over (1965)

Eine Gruppe hedonistischer Beatniks im heraufziehenden Swinging London der Sechziger: Zwischen den alkoholisierten Partys spielen sich Liebe, Eifersucht und Beziehungskrisen ab – und der junge Oliver Reed raucht und trinkt sich in einer seiner besten Performances gleich durch die erste Szene mit der Aura eines zukünftigen Stars. Das damals durch das geringe Budget nötige location shooting verleiht dem Film die bestechende Aura nüchterner Realität. Ehe The Party’s Over veröffentlicht wurde, vergingen zwei Jahre des künstlerischen Kampfes der Produzenten mit der britischen Filmzensur, welche die ursprüngliche Version ablehnte.
Genre: Drama
Länge: 92 Min.
Regie: Guy Hamilton
Cast: u.a. Oliver Reed,  Katherine Woodville, Clifford David, Ann Lynn, Louise Sorel, Maurice Browning, Mike Pratt, Roddy Maude-Roxby, Jonathan Burn, Eddie Albert, Annette Robertson, Mildred Mayne, Alison Seebohm, Barbara Lott
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Szene aus ‚Electra Glide in Blue (1973)‘, Bildquelle: Electra Glide in Blue (1973), MGM, Pierrot le Fou

Electra Glide in Blue (1973)

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Electra Glide in Blue (1973)

Der Monument Valley – das klassische John-Ford-Panorama – ist eng mit dem alten Hollywood und seinen Western verknüpft und dient hier als Kulisse eines New-Hollywood-Dramas, das in der Sinnlosigkeit des Todes durch die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Feuerwaffen eine Kontinuitätslinie von der Siebziger-Jahre-Gegenwart zum Wilden Westen zieht. Protagonist ist der Streifenpolizist John Wintergreen, der mit seiner Harley Davidson „Electra Glide“ im Angesicht der unbarmherzigen Sonne die staubtrockenen Highways von Arizona patrouilliert und als Chance auf anspruchsvolle Polizeiarbeit für die Ermittlungen in einem Mordfall eingesponnen wird – eine insgesamt pessimistische Momentaufnahme des amerikanischen Heartland am Beginn der Siebziger.
Genre: Drama
Länge: 108 Min.
Regie: James William Guercio
Cast: u.a. Robert Blake, Billy Green Bush, Mitchell Ryan, Jeannine Riley, Elisha Cook Jr., Royal Dano, Hawk Wolinski, Peter Cetera, Susan Forristal, Lucy Angle Guercio, Terry Kath, Melissa Greene, Lee Loughnane, Joe Samsil, Michael Butler, Bob Zemko
alt. Titel: Harley Davidson 344
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Szene aus ‚Twinky (1970)‘, Bildquelle: Twinky (1970), Movie Power, World Film Services Ltd.

Twinky (1970)

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Twinky (1970)

Charles Bronson hatte in seinen Verträgen eine Klausel, die verbat, ihn mit nackten Frauen in derselben Szene zu zeigen. Hier aber hat er eine Affäre mit einer Minderjährigen, einem 16-jährigen englischen Schuldmädchen, das er dann sogar heiratet. Bronson spielt den amerikanischen Schriftsteller Scott Wardman, Ende dreißig, der illegal in London ein Bohemeleben führt und dessen Sex-Romane im United Kingdom verboten sind. Twinkys unbeschwerter Hedonismus kollidiert bald mit Scotts pragmatischer Verantwortung, Geld für das gemeinsame Appartement in New York an der Brooklyn Bridge zu verdienen, nachdem sie England verlassen haben – der Alltag entzaubert den magischen Liebesbeginn. Im Londoner Teil des Films schwingen noch die wilden Sechziger nach, während in den USA atmosphärisch bereits die grauen Siebziger begonnen haben. „Twinky“, mit experimentellen Schnitten garniert, spielt mit einem kopntroversen Kontrast: Susan George, damals zwanzig, wirkt in ihrem Auftreten fast noch jünger als 16; und Bronson, damals Ende vierzig, sehr alt. In einer Nebenrolle tritt Altstar Trevor Howard auf als lüsterner Großvater, der sich zu Hause mit Au-Pair-Mädchen umgibt.
Genre: Drama
Länge: 94 Min.
Regie: Richard Donner
Cast: u.a. Susan George, Charles Bronson, Orson Bean, Trevor Howard, Honor Blackman, Michael Craig, Kay Medford, Paul Ford, Lionel Jeffries, Jack Hawkins, Robert Morley, Barney Martin, Leslie Schofield, Jack Somack, Derek Stehen, Marcia Garton, Cathy Jose, Anthony Kemp, Polly Williams
alt. Titel: Lola / Lolita und der Amerikaner
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Szene aus ‚Mona Lisa (1986)‘, Bildquelle: Mona Lisa (1986), HandMade Films, Palace Prod., Anchor Bay

Mona Lisa (1986)

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Mona Lisa (1986)

Der Ex-Ganove George chauffiert im nächtlichen London eine Prostituierte. Als sie ihn bittet, im Rotlichtmilieu nach einer verschollenen Freundin zu suchen, gerät er in einen Moloch voller egozentrischer Gangster – eine Suche, die Neil Jordan als düstere Odyssee durch die schmutzigen Winkel der modernen Großstadt inszeniert. Bob Hoskins, für seine Performance mit einer „Oscar“-Nominierung und einem „Golden Globe“ gewürdigt, spricht hier einen brachialen Arbeiterklassenakzent – wie als Kontrast zu seinem amerikanischen Privatdetektiv in „Who Framed Roger Rabbit“ (1988) zwei Jahre später. In „Mona Lisa“ werden romantische Illusionen werden ebenso zerschlagen wie menschenverachtende Geschäftspraktiken – und das Ende parodierte Robert Altman ein paar Jahe später in „The Player“ (1992).
Genre: Drama
Länge: 104 Min.
Regie: Neil Jordan
Cast: u.a. Bob Hoskins, Cathy Tyson, Michael Caine, Robbie Coltrane, Clarke Peters, Kate Hardie
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Szene aus ‚Lost Horizon (1937)‘, Bildquelle: Lost Horizon (1937), Columbia

Lost Horizon (1937)

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Lost Horizon (1937)

Eine Handvoll „Weiße“ werden aus China evakuiert, nach einer Bruchlandung in den eisigen Bergen Tibets gelangen sie in die geheimnisvolle Stadt Shangri-La – von ihren Bewohnern zu einem alternativen Paradies auf Erden gemacht, voller Glück, Zufriedenheit und Friedfertigkeit. Ihr Schöpfer hat es zu einem kulturellen Archiv der Menschheit aufgebaut, für den drohenden Untergang der Zivilisation, den er in einer Vision gesehen hat. Weil sich die Studios um alte Werke oft nicht mehr scherten, existierte bald keine intakte Originalfassung mehr – mit von überall aus der Welt zusammengetragenem Material konnten die 132 Minuten, wie als humanistische Reflexion der romantischen Utopie des Films, beinahe vollständig rekonstruiert werden.
Genre: Abenteuer-Drama
Länge: 132 Min.
Regie: Frank Capra
Cast: u.a. Ronald Colman, Jane Wyatt, H. B. Warner, Sam Jaffe, Margo, John Howard, Edward Everett Horton, Thomas Mitchell, Isabel Jewell, Val Duran
alt. Titel: In den Fesseln von Shangri-La
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Szene aus ‚The Reckoning (1970)‘, Bildquelle: The Reckoning (1970), Columbia Pictures

The Reckoning (1970)

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The Reckoning (1970)

Mick Marler ist ein Londoner Manager, der aus der Arbeiterklasse von Liverpool emporgeklettert ist und nun im fetten Jaguar über die Autobahn jagt und in einem großen Haus mit teurem Mobiliar wohnt, während seine Eltern und Schwester sozialweltlich zurückgeblieben sind, in der tristen Proletariersiedlung, die Marler einst mit 17 verließ. Mick Marler ist aber auch ein Mann, den das Leben lehrt, mit jeder noch so dreisten Schandtat davonzukommen – und Nicol Williamson, der spätere Merlin in „Excalibur“ (1981), spielt ihn unglaublich gut. Was folgt, ist eine Eskalation der Unverfrorenheit, in der Marler für Niedertracht, Rücksichtslosigkeit und Manipulation jedes Mal wieder belohnt wird – in manchen Szenen erinnern Williamsons Mimik, Gestik und Worte an Frank Underwood aus „House of Cards“ (2013–). Mit seiner Aggressivität mischt Marler die phlegmatische Chefetage auf, und seinen Erfolg in der Geschäftswelt begründen ausgerechnet jene Charakterzüge und Handlungsdispositionen, die im Moralkodex der gleichen Gesellschaft, in der sich das alles abspielt, verpönt sind. Bei seiner Rückkehr nach Liverpool gibt es einen ungemein faszinierenden Blick durch die nasskalten Reihenhausschluchten des Arbeiterviertels, stumme Relikte des 19. Jahrhunderts vor dem Hintergrund eines Büroturms.
Genre: Drama
Länge: 111 Min.
Regie: Jack Gold
Cast: u.a. Nicol Williamson, Ann Bell, Rachel Roberts, Gwen Nelson, J.G. Devlin, Lilita De Barros, Tom Kempinski, Zena Walker, Kenneth Hendel, Paul Rogers, Douglas Wilmer, Barbara Ewing, Godfrey Quigley, Desmond Perry, Christine Hargreaves, Ernest C. Jennings, Christian Rodska, John Hussey, Sheila Gish, Catherine Finn, Jean Campbell, Marjorie Hogan
alt. Titel: Die Abrechnung
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