Red River (1948)

Filmtipp

Atmosphäre des Films:

Kurzbesprechung:

Der „Chisholm Trail“ führte in der Zeit nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg die Viehherden von Texas über den Red River nach Kansas. In „Red River“ erzählt Howard Hawks nur vordergründig von den ebenso uralten wie unsterblichen Sujets Liebe und Rache; in Wirklichkeit ist der ganze Film eine Hommage an all die Cowboys, die riesige Rinderherden in ungemein strapaziösen Cattle drives von ihrem Zucht- zu ihrem Verkaufsort führten.

Der Film beginnt im Jahr 1851, als Thomas Dunson die Frau, die er liebt, im Siedlertreck zurücklässt, um an der Grenze zu Mexiko eine Ranch zu gründen. In begierigem Tonfall plädiert sie: „You’ll need me, you’ll need a woman, you need what a woman can give you to do what you have to do. Oh, listen to me, Tom. Listen with your head and your heart, too. The sun only shines half the time, Tom. The other half is night.“ Aber Dunson zieht weiter. Fünfzehn Jahre später will er die zehntausend Rinder, die er inzwischen besitzt, in einem Gewaltmarsch von Texas nach Missouri führen. John Wayne spielt Dunson, der im Verlauf des Films vom autoritären Boss zum unberechenbaren Tyrannen degeneriert, gegen den sich schließlich sogar sein Ziehsohn Matt Garth widersetzt – ein Rolle, die Gary Cooper wegen der zu großen Rücksichtslosigkeit des Charakters abgelehnt hatte. Garth wiederum spielt ein sehr junger Montgomery Clift, mit einer Detailfreude, die selten in Western zu sehen ist. Die Bilder, die Hawks und sein Kameramann Russell Harlan schufen, beeindrucken noch heute – die Planwagen, die durch den Fluss preschen, oder die Tiere, die außer Kontrolle geraten in einer Stampede alles und jeden niedertrampeln.