Filmtipp

Der Seeräuber (1942)

Atmosphäre des Films:

Kurzbesprechung: Der Klang von Orten wie Tortuga oder Maracaibo, die Szenerien, die Bild- und Körpersprache: „Der Seeräuber“ zelebriert eine Piraterieromantik, wie es sie in Wirklichkeit natürlich nie gegeben hat; manche Stellen wirken wie direkte Vorlagen für popkulturelle Epigonen à la „Monkey Island“. Die Dialoge sind mitunter unverschämt frivol und brechen oft nur kurz vor expliziten Anzüglichkeiten ab. Bei den Seegefechten füllt sich das Bild mit weißem Rauch und das Getümmel auf Deck wird von einem Stakkato aus Säbelrasseln begleitet. Die Story kreist um den historischen Freibeuter Henry Morgan, der statt am Galgen zu baumeln mit königlicher Autorität ausgestattet nach Jamaika zurückkehrt, um dort abtrünnige Weggefährten zu jagen. Protagonist des Films ist allerdings Morgans Gefolgsmann Captain Jamie Waring, der mit reichlich Raffinesse und Chuzpe segelt. Maureen O’Hara ist die zur Piratenbraut prädestinierte Aristokratentochter Lady Margaret Denby, Tyrone Power der fesch-versoffene Freibeuterkapitän Waring und in einer Nebenrolle ist der damals noch unbekannte Anthony Quinn mit Augenklappe zu sehen. „The Black Swan“, so der Originaltitel, ist eine nostalgische Exkursion in eine alte, genügsame Ära der Kinounterhaltung, eine perfekte Alltagsflucht.
Szene aus ‚Der Seeräuber (1942)‘, Copyright: Twentieth Century-Fox Szene aus ‚Der Seeräuber (1942)‘, Copyright: Twentieth Century-Fox Szene aus ‚Der Seeräuber (1942)‘, Copyright: Twentieth Century-Fox