Filmtipp

Der Swimmingpool (1969)

Atmosphäre des Films:

Kurzbesprechung: Romy Schneider und Alain Delon, Marianne und Jean-Paul, wälzen sich auf den glitschigen Steinplatten am Swimmingpool im unbeschwerten Sommerflair der Côte d’Azur, unweit des mediterranen Sehnsuchtsortes der Sechziger schlechthin, Saint-Tropez. Von der ersten Szene an kocht die Begierde unter der Sonne Südfrankreichs – diese Mischung aus hitziger Leidenschaft und gelangweilter Lethargie bleibt den ganzen Film über bestehen. Das Paar urlaubt auf dem Luxusanwesen von Freunden; amouröses Schwitzen im Dolce Vita, subtile Aggressionen liegen in der Luft – und der ganze Hedonismus droht zu explodieren, als Mariannes Ex-Freund Harry, zugleich ein alter Kumpel von Jean-Paul, mit seiner 18-jährigen Tochter im protzigen Maserati aufkreuzt. „Der Swimmingpool“ mutet wie ein schonungsloser Emanzipationsversuch Romy Schneiders an, mit reichlich nackter Haut von ihrer Sissi-Rolle loszukommen, die sie einst berühmt gemacht hatte. Aber viel mehr ist er große Schauspielkunst: von Romy Schneider mit ihrer dezenten Erotik und den filigranen Beziehungsspielen; von Alain Delon als wortkarger Egoist, in dessen Gesicht Zigarette und Sonnenbrille wie natürliche Körperbestandteile wirken; von Jane Birkin mit ihren verfänglichen Blicken des verwöhnten Ennui; und von Maurice Ronet als selbstherrlichem Angeber. „Der Swimmpool“, so die umstandslose Titelübersetzung von „La piscine“, spielt sehr gekonnt damit, wie nah unbeschwertes Vergnügen und zerstörerische Emotionen beieinander liegen.
Szene aus ‚Der Swimmingpool (1969)‘, Copyright: Concorde Home Entertainment Szene aus ‚Der Swimmingpool (1969)‘, Copyright: Concorde Home Entertainment Szene aus ‚Der Swimmingpool (1969)‘, Copyright: Concorde Home Entertainment