Filmtipp

Das Mädchen und der Kommissar (1971)

Kurzbesprechung: Verdrossen ob des ständigen Entkommens der Räuber mit ihrer fetten Beute, legt sich der Pariser Ermittler Felix auf eigene Faust eine Undercover-Identität als Bankier zu, mit der er eine Bande aus Gescheiterten, die mit Metallteilen handeln, in einen Raubüberfall lockt. Es sind dezente Beobachterperspektiven, aus denen Claude Sautet die Handlung zeigt; und jedes Mal, wenn sich zwei Charaktere allein in einem Raum befinden, lässt er die Kamera über die Schulter der einen Person die andere in den Blick nehmen – der ganze Film ist ein schier endloses Ensemble perfekter Porträtaufnahmen. Die schmierige Kleinkriminellen-Aura der Schrottleute, wenn sie tagsüber auf ihrer Halde herumlungern, wird kontrastiert mit Exkursionen in lebhafte Kneipen und Cafés. Michel Piccolis Kriminalkomissar wirkt in seiner Stille und Melancholie, mit tristem Mantel und Hut wie der Protagonist eines amerikanischen Film noir. Und Romy Schneider wirft sich für ihre Straßenprostituierte Lily in anmutige Posen, aus denen jederzeit ein Gemälde entstehen könnte. Dieses audiovisuell ungemein attraktive Werk wird komplettiert durch die feinfühlig eingesträuten Trompeten- und Xyolophonklänge von Philippe Sardes Instrumental-Score.
Szene aus ‚Das Mädchen und der Kommissar (1971)‘, Copyright: Lira Films, Studiocanal, Fida Szene aus ‚Das Mädchen und der Kommissar (1971)‘, Copyright: Lira Films, Studiocanal, Fida Szene aus ‚Das Mädchen und der Kommissar (1971)‘, Copyright: Lira Films, Studiocanal, Fida