Filmtipp

The Browning Version (1994)

Atmosphäre des Films:

Kurzbesprechung:

Ein Mann im Herbst seiner Karriere, der stets unter seinenn Möglichkeiten blieb, weil ihn seine Privattugenden von Bescheidenheit und Zurückhaltung auf tragische Weise blockiert haben: Andrew Crocker-Harris, Lehrer einer englischen Privatschule und Verfechter einer klassischen Sprachbildung mit einem Faible für Altgriechisch – Generationen von Schülern fürchten und respektieren ihn gleichermaßen, seiner versierten Kompetenz wegen, aber vor allem aufgrund einer gediegenen Strenge, die Albert Finney in einer der superbsten Performances der Filmgeschichte mit seiner Stimme und Körpersprache perfektioniert hat. Finney bringt eine Figur auf die Leinwand, die in ihrer inneren Geschlossenheit ebenso authentisch wie berührend ist – die übrigen starken Darbietungen von Greta Scacchi als reumütiger Sektgesellschaftsfiesling, Ben Silverstone als empathischer Lehrling, Matthew Modine als nonchalanter Lehrerstar oder Michael Gambon als umtriebiger Schuldirektor verblassen dagegen fast schon. Es geht darum, wie eine Institution ausgerechnet den Mann zerstört, der ihre Werte so formidabel repräsentiert, und um die Zurückeroberung von Selbstachtung. „The Browning Version“ visualisiert die erlauchte Atmosphäre englisch-elitärer Akademiewürde und ihrer Eitelkeit – zugespitzt in einem Kricketmatch –, woraus ein schlichtweg schöner Film entsteht.

Szene aus ‚The Browning Version (1994)‘, Copyright: Paramount British Pictures Szene aus ‚The Browning Version (1994)‘, Copyright: Paramount British Pictures Szene aus ‚The Browning Version (1994)‘, Copyright: Paramount British Pictures