Filmtipp

The Dresser (1983)

Kurzbesprechung: In Kammerspielen konzentriert sich aufgrund der begrenzten, statischen Raumsituation quasi zwangsläufig alles auf die Figuren – Schauspieler vom Schlage Albert Finneys und Tom Courtenays können dann ihre enorme Präsenz ausspielen. Besonders Finney als schauspielernder Schauspieler ist hier in einer genialen Performance zu bewundern: als mental völlig desolater Bühnenstar, der zum 228. Mal den King Lear spielen soll, noch dazu in einer der Bombennächte des Zweiten Weltkrieges, in denen der „German Blitz“ die englische Bevölkerung heimsuchte. Er führt ein Shakespeare-Ensemble an und sein devoter Leibdiener tut alles, damit er aus einem Nervenzusammenbruch heraus die nächste Vorstellung gibt. Die manischen Posen, eine irrlichternden Mischung aus Paranoia und Narzissmus, verleihen dem ganzen Film, der überwiegend in einem Theater spielt, eine bizarre Tragik.
Szene aus ‚The Dresser (1983)‘, Copyright: Columbia Pictures Szene aus ‚The Dresser (1983)‘, Copyright: Columbia Pictures Szene aus ‚The Dresser (1983)‘, Copyright: Columbia Pictures