Filmtipp

The Effect of Gamma Rays on Man-in-the-Moon Marigolds (1972)

Kurzbesprechung: Ein außergewöhnlicher Film voll verstörendem Realismus, ein Kleinod des Siebzigerjahre-Kinos: Beatrice Hunsdorfer, alleinerziehende Mutter zweier Töchter, ist eine Frau, die ihre Lebenssituation am unteren Ende der Mittelschicht als Falle empfindet; und die beiden Töchter leiden unter dem ständigen Lamento der Mutter. Joanne Woodward, die hier unter der Regie ihres Ehemannes Paul Newman und an der Seite ihrer Tochter spielt, verleiht der exzentrischen Frau, die sich in haltlose Karrierefantasien flüchtet und sich hart an der Grenze zum Alkoholismus bewegt, ein tragisch-glaubwürdiges Gesicht – Woodwards Performance ist so imposant, weil sie in erschreckendem Maße fast wie aus einer Reality-Show wirkt. Das traurige Gesicht, die verbitterte Renitenz in Blick und Mimik, unrealistische Träume als Realitätsverleugnung: Der Film dauert 100 Minuten, und man kann seine Blicke von dieser tragikomischen Inszenierung kaum abwenden.
Szene aus ‚The Effect of Gamma Rays on Man-in-the-Moon Marigolds (1972)‘, Copyright: Twentieth Century Fox Szene aus ‚The Effect of Gamma Rays on Man-in-the-Moon Marigolds (1972)‘, Copyright: Twentieth Century Fox Szene aus ‚The Effect of Gamma Rays on Man-in-the-Moon Marigolds (1972)‘, Copyright: Twentieth Century Fox