Die Filme des Sam Peckinpah

Kurzbeschreibung: Er galt als bester Regisseur seiner Generation, zählt zu den kontroversesten Filmemachern der Kinogeschichte und drehte, unter immer stärkerem Alkohol- und Drogeneinfluss, zwischen 1968 und 1978 im Akkord zehn Filme, in denen er vom animalischen Gewaltpotenzial über Verrat und Betrug in intimen Beziehungen und Freundschaften bis zu korrupten Eliten immer wieder dieselben Themen und Topoi erkundete – Sam Peckinpah drehte Filme, die nicht bloß eine unverkennbare Handschrift tragen, sondern die niemand mehr vergessen kann. Die folgende Retrospektive zelebriert die Vielfalt von Peckinpahs Regie-Werk, das sich von 1961 bis 1983 über drei Jahrzehnte erstreckt.

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Die Melancholie des Alten Westens kurz vor seinem Untergang, die Bigotterie korrupter Eliten, der Tod in Zeitlupe: Sam Peckinpahs Filme begeisterten oder bestürzten die Kritiker:innen und konnten ganze Kinosäle in Schockstarre oder einen Blutrausch versetzen, nie aber ließen sie jemanden kalt – eine Retrospektive.

Alle Sam-Peckinpah-Filme:

  • Nummer 1

    The Deadly Companions (1961)

    alternativer Titel:  Gefährten des Todes

    Peckinpahs Filmdebüt

    Brian Keith als Yellowleg und Maureen O’Hara als Witwe mit doppelläufigem Gewehr, wachsam mit zwei Pferden zu Fuß unterwegs in der Prärie.

    Die Handlung: Ein Bürgerkriegsveteran eskortiert eine Witwe durch feindseliges Apachengebiet, damit sie in einer Geisterstadt ihren getöteten Sohn bestatten kann.

    Mit „The Deadly Companions“ gelang dem TV-Serienregisseur Sam Peckinpah der Sprung von der Mattscheibe auf die große Leinwand. „Bloody Sams“ Filmdebüt ist noch deutlich mehr Auftragsarbeit denn eigenes Werk – wo später in seinen Filmen Körper in brachialer Langsamkeit von Kugeln zerfetzt werden, da wirken Peckinpahs Einflüsse hier zwar noch wie zaghafte Versuche, die kommerziellen Konventionen zu brechen, lassen nichtsdestotrotz die außergewöhnliche Inszenierungsgabe dieses Filmemachers erkennen.

    Dauer: 
    90 Min.
    Genre: 
    Westerndrama
    Regie: 
    Sam Peckinpah
    Cast: 
    u.a. mit Brian Keith, Maureen O’Hara, Steve Cochran, Chill Wills, Strother Martin, Will Wright, Billy Vaughan, Buck Sharpe, Peter O’Crotty, James O’Hara, Hank Gobble
  • Nummer 2

    Ride the High Country (1962)

    alternativer Titel:  Sacramento

    Peckinpahs Hollywood-Empfehlung

    Randolp Scott und Joel McCrea als gealterte Westerner mit konzentrierten Shooutout-Blicken auf einer Farm vor dem Hintergrund eines felsigen Berges.

    Die Handlung: Zwei FrontierVeteranen (gravitätisch besetzt mit den beiden Genreveteranen Joel McCrea und Randolph Scott) haben ihre besten Jahre längst hinter sich, als sie sich von einer Bank anheuern lassen, um in den Bergen der Sierra Nevada eine Goldladung vor Banditen zu beschützen.

    In „Ride the High Country“ blitzt schon die Brillanz von The Wild Bunch, dem großen Peckinpah-Western, auf: die Melancholie gealterter Westerner und ihr kameradschaftlicher Weg in den Untergang.

    Im Nachhinein lässt sich erkennen, wie hier ein junger Regisseur eine an sich abgedroschene Wild-West-Handlung nutzt, um dem Western klammheimlich dreckigen Realismus zu injizieren, als Vakzin gegen die ewigen Klischees einer langen Tradition weichgewaschener Hollywoodfilme – in „Ride the High Country“ ist alles eine Spur ranziger, verschlissener als in anderen Western. Da ist die räudige Regenjacke eines der beiden Protagonisten, die Rücken- und Fußschmerzen plagen; der Richter ist – im Western fast immer eine Respektsfigur – ein verschwitzter Trunkenbold und der einstige Revolverheld benötigt zum Lesen eine Brille.

  • Nummer 3

    Major Dundee (1965)

    alternativer Titel:  Sierra Charriba

    Mario Adorf, Charlton Heston, Richard Harris, James Coburn und andere als Kavalleristen zu Pferd in trist-trockener Umgebung.

    Die Handlung: Mitten im Amerikanischen Bürgerkrieg führt ein Kavalleriekommandeur der Nordstaaten einen Trupp nach Mexiko, um einen Apachenhäuptling zur Strecke zu bringen.

    Nachdem ihn seine ersten beiden Filme im Clinch mit Studiobossen und Produzenten reichlich Nerven gekostet hatten, geriet „Major Dundee“ zu Peckinpahs großem Hollywoodtrauma.

    Was der Film seines Lebens hätte sein können, war in Peckinpahs Augen am Ende ein von inkompetenten Raffzähnen zerstückelter Zelluloid-Torso, „one of the most painful things that has ever happened in my life[1]. Trotz des heftigen Einsatzes der Studioschere demontierte „Major Dundee“ den Kinomythos der heldenhaften Kavallerie und zeigte in Charlton Hestons Offizier, der mit versoffenen Halunken in die Schlacht zieht, einen bemerkenswert zwielichtigen Protagonisten.

    [1] Peckinpah zit. nach Whitehall, Richard: Talking with Peckinpah (1969), in: Hayes, Kevin J. (Hg.): Sam Peckinpah: Interviews, Jackson 2008, S. 46–52, hier S. 51 [Herv.i.O.].

  • Nummer 4

    Noon Wine (1966)

    Peckinpahs Comeback-Film

    Nahaufnahme von Jason Robards und Olivia de Havilland als Farmerehepaar im konfliktreichen Gespräch.

    Die Handlung: Als der zwar rätselhaft schweigsame, aber fleißige Drifter Olaf Helton auf der Thompson-Farm anheuert, nimmt die Zersetzung einer Familie ihren Lauf.

    Nach dem vorläufigen Ende seiner Hollywoodkarriere flüchtete sich Peckinpah dorthin, wo er hergekommen war: ins Fernsehen. Mit seinem entschleunigten TV-Western „Noon Wine“ – stark besetzt mit dem Broadwaygranden Jason Robards und der Hollywoodaristokratin Olivia de Havilland –, zeigte er, wie ein einziger Gewaltausbruch das Leben eines Menschen zerrütten kann, und rehabilitierte sich dabei als Regisseur und Drehbuchautor.

    Dauer: 
    49 Min.
    Genre: 
    Drama
    Regie: 
    Sam Peckinpah
    Cast: 
    u.a. mit Jason Robards, Olivia de Havilland, Per Oscarsson, Steve Sanders, Peter Robbins, Theodore Bikel, Ben Johnson, L.Q. Jones, Robert Emhardt
  • Nummer 5

    The Lady Is My Wife (1967)

    Peckinpahs theatralischer Film

    Jean Simmons mit nackter Schulter in einem Hotelzimmer vor einem großen Spiegel, hinter ihr Alex Cord.

    Die Handlung: Ein Südstaatenehepaar, zwei Bürgerkriegsverlierer, kommt in einem geisterstädtischen Westernnest im Norden an – das rigide Festhalten an gestrigen Wert- und Ehrvorstellungen bedroht die Ehe des Ex-Colonels mit seiner Frau, die von einem schwerreichen Rancher begehrt wird.

    Nachdem Peckinpah mit seinem allenthalben von Kritikern gefeierten „Noon Wine“-Erfolg wieder zurück im Spiel war, drehte er für Universal einen weiteren Fernsehfilm, den er mit seinen inzwischen typischen Untertönen und Details garnierte – beinahe wie ein Theaterstück.

    Dauer: 
    47 Min.
    Genre: 
    Drama
    Regie: 
    Sam Peckinpah
    Cast: 
    u.a. mit Bradford Dillman, Jean Simmons, Alex Cord, Begona Palacios, L.Q. Jones, Billy M. Greene
  • Nummer 6

    The Wild Bunch (1969)

    alternativer Titel:  The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz

    Peckinpahs Quintessenz des Westerns

    Ben Johnson, Warren Oates, William Holden und Ernest Borgnine marschieren nebeneinander als bewaffnete Outlaws im Lager der mexikanischen Soldaten.

    Die Handlung: Im Jahr 1913 gerät eine Bande von Outlaws zwischen die Fronten des Mexikanischen Bürgerkrieges, verfolgt von unerbittlichen Kopfgeldjägern.

    Nach dem „Major Dundee“-Debakel und seinem Rausschmiss bei The Cincinnati Kid“ (1965) hatte sich der von der Filmbranche exkommunizierte Peckinpah über das Fernsehen wieder nach Hollywood gekämpft. „The Wild Bunch“ wurde zu dem Film, den er schon mit „Major Dundee“ hatte drehen wollen, und ist mit seiner Studie menschlicher Brutalität so etwas wie die Quintessenz des Peckinpah-Kinos. Streckenweise das Porträt einer romantisch-melancholischen Outlaw-Kameraderie, gipfelt der Film als rabiater Widerpart des klassischen Hollywoodwesterns in einem grotesken Gewaltinferno.

  • Nummer 7

    The Ballad of Cable Hogue (1970)

    alternativer Titel:  Abgerechnet wird zum Schluß

    Peckinpahs Liebesfilm

    Stella Stevens als Hildy in edlem Gewand und Jason Robards als Cable Hogue in geschäftsmännischem Outfit; beide stehen innig vor dem Hintergrund einer Postkutsche.

    Die Handlung: Am Vorabend des Automobilzeitalters findet Glücksjäger Cable Hogue mitten in der Wüste ein Wasserloch, mit dem er Postkutschen versorgen will. Während er die Wüstentränke „Cable Springs“ errichtet, verliebt sich der unerschütterliche Wüstenunternehmer in die Prostituierte Hildy.

    Im gewaltintensiven Peckinpah-Œuvre ist „The Ballad of Cable Hogue“ so etwas wie die romantische Komödie. Das Westernmärchen zeigt Einsamkeit und Hinterlist als soziale Konstanten des Alten Westens; und mehr noch als vom Titel(anti-)helden handelt der Film von der Prostituierten, die im Peckinpah-Kino entgegen landläufigen Moralvorstellungen ohnehin stets die einzig aufrichtige Person ist.

  • Nummer 8

    Straw Dogs (1971)

    alternativer Titel:  Wer Gewalt sät

    Peckinpahs Skandalfilm

    Frontalaufnahme von Dustin Hoffman als David Sumner im düsteren Wohnzimmer seines englischen Landhauses in konzentrierter Verteidigungshaltung mit einem doppelläufigen Gewehr im Anschlag.

    Die Handlung: Als sich ein junger Mathematiker in der Abgelegenheit eines südenglischen Farmhauses gegen einen angetrunkenen Lynchmob aus dem nahegelegenen Dorf wehrt, kommt es zu einer erbarmungslosen Gewalteskalation.

    Von der ersten Filmsekunde an entfaltet Peckinpah in „Straw Dogs“ ein unterschwelliges Bedrohungspotenzial, das irgendwann durch ein Gemisch aus primitiven Selbstjustizgelüsten und dem Erwachen eines archaischen Behauptungswillens zur Explosion gebracht wird.

    Die explizite Gewaltdarstellung – von einer schonungslosen Vergewaltigungssequenz bis zu den Blutschwallen, die sich aus den Schusswunden zerfetzter Körper ergießen – macht diesen Film, der zeitgenössisch die Leinwandmoralisten empörte, zu einer komplexen Studie menschlicher Brutalität.

  • Nummer 9

    Junior Bonner (1972)

    Peckinpahs Familiendrama

    Nahaufnahme von Steve McQueen als Ex-Rodeo-Champion Junior Bonner mit stoisch-abgekämpftem Blick.

    Die Handlung: In Prescott, Arizona sind für den heimgekehrten Ex-Rodeo-Champion Junior Bonner die Familienkonflikte genauso anstrengend wie der Ritt auf den furiosen Bullen.

    Junior Bonner“ inspiziert das eigentümliche Rodeo-Milieu als semi-anachronistisches Element der Gesellschaft – archaische Männlichkeitsrituale und unbekümmerter Voyeurismus. Die Hollywoodhaudegen Ida Lupino und Robert Preston stehlen sogar Steve McQueens abgekämpftem Stoizismus die Schau.

  • Nummer 10

    The Getaway (1972)

    alternativer Titel:  The Getaway – Ihre Chance ist gleich null

    Peckinpahs kommerzieller Action-Thriller

    Nahaufnahme von Steve McQueen und Ali MacGraw als Gangsterpärchen in alerter Pose; er hält eine Pistole im Anschlag.

    Die Handlung: Ganove „Doc“ McCoy, auf Bewährung draußen, soll für einen Geschäftsmann eine Bank ausrauben – der Auftakt einer Serie gewaltsamer Komplikationen.

    Nach ihrem Kassenflop „Junior Bonner“ versuchten es der angekratzte Hollywoodstar McQueen und der dauerstrauchelnde Regisseur Peckinpah ein zweites Mal – und landeten diesmal einen gigantischen Box-Office-Hit, der das Zehnfache seiner Kosten einspielte.

  • Nummer 11

    Pat Garrett & Billy the Kid (1973)

    alternativer Titel:  Pat Garrett jagt Billy the Kid

    Peckinpahs Demontage eines Mythos

    Kris Kristofferson als Billy the Kid in lässiger Pose vor einer Mauer mit einem Whiskeyglas in der Hand, im Vordergrund steht eine halb volle Whiskeyflasche.

    Die Handlung: In New Mexico, spätes 19. Jahrhundert, jagt der Ex-Gangster Pat Garrett als nunmehriger Mann des Gesetzes den Gunslinger Billy the Kid, zu dem er ein beinahe väterliches Verhältnis hat.

    Verschwitzte Westerngewalt, der Tod in Zeitlupe und Bob Dylan: „Pat Garrett & Billy the Kid“, für den Nebendarsteller Dylan eigens „Knockin’ On Heaven’s Door“ schrieb, nutzte Peckinpah weniger als ungeschönte Darstellung eines US-amerikanischen Wild-West-Mythos denn als Blick auf das Gesetz als dehnbares Instrument moralisch verkommener Eliten.

  • Nummer 12

    Bring Me the Head of Alfredo Garcia (1974)

    alternativer Titel:  Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia

    Peckinpahs Herzensprojekt

    Warren Oates als Bennie in ramponiertem Zustand, mit Sonnenbrille und Pistole im Anschlag, im Hintergrund liegt eine Leiche.

    Die Handlung: Kopfgeldjäger strömen aus, um einem mexikanischen Patriarchen den Kopf von Alfredo Garcia zu bringen – es winken eine Million Dollar.

    Bring Me the Head of Alfredo Garcia“, der infernalische Roadtrip des abgewrackten Barpianisten Bennie, den Warren Oates so brillant spielt, ist mit und dem sentimentalen Mexikoporträt und der Liebesgeschichte, die zwischen all den akribischen Gewaltdarstellungen vergraben ist, vielleicht der persönlichste Peckinpah-Film.

  • Nummer 13

    The Killer Elite (1975)

    alternativer Titel:  Die Killer-Elite

    Peckinpahs Martial-Arts-Persiflage

    James Caan in leicht gebeugter Körperhaltung an der geöffneten Fahrertür eines Porsche 911 „Targa“ vor unheilvoll kalifornischem Himmel.

    Die Handlung: Der invalide Geheimdienstler Mike Locken kämpft sich mit einem Krückstock in seinen alten Job zurück, um sich an seinem verräterischen Partner zu rächen.

    Als Peckinpah The Killer Elite“ drehte, befand sich seine Regiekarriere bereits auf Talfahrt – und wie zur Bestätigung fiel der Film bei den meisten Kritikern durch. Dabei entfaltet der mit zeitgenössisch populären Martial-Arts-Elementen garnierte Streifen seinen ganz eigenen Charme, nicht zuletzt durch den gewaltigen Cast an Edelnebendarstellern und der großartig fotografierten San-Francisco-Location.

  • Nummer 14

    Cross of Iron (1977)

    alternativer Titel:  Steiner – Das Eiserne Kreuz

    Peckinpahs Antikriegsfilm

    Unerbittlicher Überlebenskampf im Schützengraben.

    Die Handlung: Feldwebel Rolf Steiner führt einen Zug hartgesottener Frontschweine durch die grausamen Rückzugsschlachten der Ostfront am Kuban-Brückenkopf im Sommer und Herbst 1943.

    Cross of Iron“ gehört mit seinen deliranten Schlachtszenen zu den intensivsten Antikriegsfilmen, die jemals gedreht worden sind. Man sollte dankbar sein, dass sich die Peckinpah’sche Inszenierung von Waffengewalt auch des Zweiten Weltkrieges angenommen hat und die elendigen Slow-Motion-Tode der Soldaten den Irrsinn des Krieges einfangen. Dass der exzellent besetzte „Cross of Iron“ außerdem noch die Gleichzeitigkeit von egoistischen Ordensjägern und zu professionalisierten Überlebenskämpfern deformierten Befehlsempfängern auslotet, ist dann schon fast Nebensache.

  • Nummer 15

    Convoy (1978)

    Peckinpahs Roadmovie

    Frontalaufnahme von parallel fahrenden Trucks am Highway-Horizont.

    Die Handlung: Die verzweifelte Selbstverteidigung einer Handvoll Trucker unter ihrem charismatischen Anführer „Rubber Duck“ gegen die Polizeigewalt eines schmierigen Heartland-Sheriffs eskaliert zum politisch eingefärbten Fernfahrerprotest und Massenmedienereignis.

    Im Rückblick erscheint das asphaltische 18-Reifen-Getöse der aufmüpfigen Lkw-Lenker als Ventil der frustrierten US-Arbeiterklasse am Ende der 1970er Jahre.

    Peckinpah geisterte als unberechenbares Drogenwrack durch die Dreharbeiten, was ebenso zur unentschlossenen Wirkung seines vorletzten Werkes beitrug wie die Übernahme des Final cut durch andere Hände als die des Regisseurs – was vermutlich daran lag, dass er insgeheim das Projekt schon früh als zum Scheitern verurteilt betrachtete. Genial irre-martialische Roadtrip-Bilder gab es trotzdem.

  • Nummer 16

    The Osterman Weekend (1983)

    alternativer Titel:  Das Osterman-Weekend

    Peckinpahs Blick auf die Observationsgesellschaft

    Rutger Hauer als Fernsehjournalist auf mehreren Monitoren eines TV-Studios.

    Die Handlung: Ein Fernsehjournalist erfährt von der CIA, das seine besten Freunde kommunistische Verräter im Dienste des KGB seien, die er nun ausspionieren müsse.

    Wie ein Spiegel des Regisseurs selbst, der nach einem Herzinfarkt inzwischen das exzessive Rauchen und Trinken aufgegeben hatte, wirkt „The Osterman Weekend“ weitaus weniger intensiv als frühere Werke. Dafür erweist er sich als interessante Konklusion der ernüchternden Dekade nach Watergate und als pessimistischer Vorblick auf eine technologisch zur undurchsichtigen Überwachung in die Lage versetzte Geheimbürokratie.

Text verfasst von: Robert Lorenz