Filmtipp

The Music Lovers (1971)

Atmosphäre des Films:

Kurzbesprechung:

In bizarren Bildern verwischt Ken Russell immer wieder Wahn und Realität, um zu zeigen, dass Genie und Wahnsinn, wie der deutsche Untertitel suggeriert, eben oft nah beieinander liegen. Der virtuose Komponist Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840–93), Schöpfer des „Nussknacker“ und „Schwanensee“, versucht seine Homosexualität hinter einer Eheschließung zu verbergen. Seine Frau wird darüber erst unglücklich, schließlich verrückt. Als Zuschauer wird man fast schon penetrant mit den Zerstörungskräften, die geniale Kreativität entfesseln, konfrontiert – am schlimmsten, drastischsten, für die damalige Zensur eine enorme Zumutung, ist die Sequenz im Irrenhaus, in das Tschaikowskis Gattin Nina – verstörend furios gespielt von Glenda Jackson – abgeschoben wurde. Und auch Tschaikowski selbst, famos dargeboten von Richard Chamberlain, ist eine permanente Abfolge tragischer Blicke und manischer Mimik einer ganz offenkundig gepeinigten Seele.

Szene aus ‚The Music Lovers (1971)‘, Copyright: Russfilms Ltd. Szene aus ‚The Music Lovers (1971)‘, Copyright: Russfilms Ltd. Szene aus ‚The Music Lovers (1971)‘, Copyright: Russfilms Ltd.