Filmtipp

Shock Corridor (1963)

Atmosphäre des Films:

Kurzbesprechung: Johnny Barretts journalistischer Ehrgeiz reicht so weit, dass er sich – von Experten instruiert – inkognito als vermeintlicher Patient in eine Psychiatrie einschleicht, um darin einen Mordfall aufzuklären; denn zu den einzigen Zeugen, einer Handvoll verstörter Insassen, hat die Polizei keinen Zugang gefunden. Den Blick stets auf den in Reichweite liegenden Pulitzerpreis gerichtet, droht Barrett mit zunehmender Aufenthaltsdauer dem Wahnsinn anheimzufallen. Durch das Schwarz-Weiß der Aufnahmen ohnehin schon trist und düster eingefärbt, gelingt Regisseur Samuel Fuller, der in Auteur-Manier auch das Drehbuch schrieb, eine beklemmende Darstellung; auf dem Klinikkorridor schleichen gepeinigte Seelen: der Atomphysiker, den das Wissen um die Vernichtungskraft der Nuklearwaffen auf den Verstand eines Sechsjährigen zurückgeworfen hat; ein zum Verräter erklärter Koreaveteran, der sich nun für einen Südstaatengeneral hält; oder ein Schwarzer, der sich als Ku-Klux-Klan-Demagoge sieht; und Peter Breck spielt eine schauderhafte Metamorphose der menschlichen Psyche.
Szene aus ‚Shock Corridor (1963)‘, Copyright: F&F Prod., Kinowelt Szene aus ‚Shock Corridor (1963)‘, Copyright: F&F Prod., Kinowelt Szene aus ‚Shock Corridor (1963)‘, Copyright: F&F Prod., Kinowelt