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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚The Entertainer (1960)‘, Bildquelle: The Entertainer (1960), Woodfall Film Prod., British Lion Films, Bryanston Films

The Entertainer (1960)

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The Entertainer (1960)

Archie Rice schwingt seinen Stock, vollführt kleine Stepptänze und macht einen Scherz nach dem anderen, doch die Ränge vor ihm in den „Morecambe Winter Gardens“, seinem anachronistischen Unterhaltungstempel, sind lediglich sporadisch besetzt. Laurence Olivier, damals in seinen frühen Fünfzigern, porträtiert den gescheiterten, chronisch bankrotten Music-hall-Performer mit einer Perfektion und Detailliebe, die kaum anders denn als Ausweis überragender Schauspielkunst gesehen werden können. Die schicksalhaften Blicke, die geplagten Sottisen oder die Tanz- und Gageinlagen ergänzen sich zu einer großartigen Leinwandperformance. In tragikomischer, unterschwellig zynischer Manier arbeitet „The Entertainer“ heraus, welch Tragik und Leid sich hinter professioneller Publikumsunterhaltung verbergen können und wie die unaufhörliche Sehnsucht nach dem großen Erfolg eine Familie zerrüttet.
Genre: Drama
Länge: 104 Min.
Regie: Tony Richardson
Cast: u.a. Laurence Olivier, Joan Plowright, Brenda de Banzie, Roger Livesey, Alan Bates, Daniel Massey, Shirley Ann Field, Thora Hird, Albert Finney, Miriam Karlin, Geoffrey Toone, Charles Gray, Nigel Davenport
alt. Titel: Der Komödiant
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Szene aus ‚Saturday Night and Sunday Morning (1960)‘, Bildquelle: Saturday Night and Sunday Morning (1960), Woodfall Film Prod.

Saturday Night and Sunday Morning (1960)

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Saturday Night and Sunday Morning (1960)

Im Zentrum dieses Klassikers der British New Wave, die kontroverse Themen des „echten“ Lebens aufgriff und die Arbeiterklasse ins Zentrum ihrer Erzählungen rückte, steht der junge Fabrikarbeiter Arthur Seaton – ein selbstbewusster Sozialschuft, der keine Lust hat, sein Leben in den engen Moralgrenzen seiner Herkunftsschicht zu vergeuden. Albert Finney spielt ihn in seiner ersten großen Filmrolle. Finneys Prolet ergeht sich in einem hedonistischen Pub- und Rummeleskapismus, den sich auch die Arbeiterklasse von Nottingham leisten kann. Eine damals skandalöse Freizügigkeit im Umgang mit Promiskuität, Ehebruch oder Abtreibung; und eine frische Authentizität, transportiert durch kongeniale Performances.
Genre: Drama
Länge: 89 Min.
Regie: Karel Reisz
Cast: u.a. Albert Finney, Rachel Roberts, Shirley Ann Field, Norman Rossington, Hylda Baker, Bryan Pringle, Edna Morris, Elsie Wagstaff, Frank Pettitt, Robert Cawdron, Irene Richmond, Colin Blakely, Louise Dunn
alt. Titel: Samstagnacht bis Sonntagmorgen
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Szene aus ‚Kent State (1981)‘, Bildquelle: Kent State (1981), Inter Planetary, Osmond Communications

Kent State (1981)

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Kent State (1981)

Als Richard Nixon am 29. April 1970 die Invasion Kambodschas verkündete, erreichten die Anti-Vietnamkriegsproteste eine neue Phase – deren tragisches Kapitel das Kent-State-Massaker bildete. Vor dem hochpolitisierten Hintergrundrauschen der Megafonproteste marschierte in den ersten Maitagen urplötzlich die Nationalgarde von Ohio auf dem Campus der Kent State University auf – die großenteils gleichaltrigen Soldaten richteten ihre Bajonette gegen die protestierenden Studierenden, die mit ihren Demonstrationen gegen eine Ausgangssperre verstießen. Der ein Jahrzehnt später gedrehte Film geht wenig dramaturgische Kompromisse ein und ist eine akribische Rekonstruktion der kontroversen Ereignisse, der vor allem gelingt, die surreale Atmosphäre der eskalierenden Konfrontation einzufangen. Obendrein sind die beklemmenden Szenen mit Neil Youngs berühmtem Anklagesong „Ohio“ untermalt, der sich auf ebendiese Geschehnisse bezieht: „Tin soldiers and Nixon coming […] Four dead in Ohio.“ Trotz der optischen Fernsehfilmqualität ist James Goldstones Zweieinhalb-Stunden-Werk mit seiner packenden Inszenierung ungemein sehenswert.
Genre: Drama
Länge: 146 Min.
Regie: James Goldstone
Cast: u.a. Ellen Barkin, Talia Balsam, Will Patton, Mark Soper, Keith Gordon, Jane Fleiss, Charley Lang, Jeff McCracken, Peter Miner, Michael Higgins, John Getz, Michael Horton, Steve Beauchamp, David Marshall Grant, Barry Snider, John Kellogg, Jordan Williams, Ann Gillespie, Roxanne Hart, Shepperd Strudwick, Jerome Dempsey, Michael Horton, George Coe
alt. Titel: Tod auf dem Campus
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Szene aus ‚Bedazzled (1967)‘, Bildquelle: Bedazzled (1967), Twentieth Century Fox

Bedazzled (1967)

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Bedazzled (1967)

Goethes „Faust“ in den Swinging Sixties: Für sieben Wünsche verkauft Stanley Moon, der schüchterne Koch eines englischen Schnellrestaurants, seine Seele an den Teufel – auf dass der ihm hilft, Margaret rumzukriegen. Der Teufel, der sich in feinstem britischen understatement als George Spiggot vorstellt, lockt den gutgläubigen Verliebten immer wieder hinterlistig in den nächsten Wunsch. Die beiden Hauptdarsteller, Dudley Moore und Peter Cook, waren damals mit ihrer BBC-Show „Not Only … But also in Großbritannien als Vorboten von „Monty Python’s Flying Circus“ gerade zum erfolgreichen TV-Comedy-Duo avanciert und brennen in dieser Film-Komödie ein Feuerwerk absurden britischen Humors ab.
Genre: Fantasy-Komödie
Länge: 103 Min.
Regie: Stanley Donen
Cast: u.a. Dudley Moore, Peter Cook, Eleanor Bron, Raquel Welch, Robert Russell, Barry Humphries, Michael Bates, Robin Hawdon, Evelyn Moore, Alba, Parnell McGarry, Howard Goorney
alt. Titel: Mephisto ’68
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Szene aus ‚The Killing (1956)‘, Bildquelle: The Killing (1956), Harris-Kubrick Pictures, MGM

The Killing (1956)

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The Killing (1956)

Die Handlung ist zunächst nichts weiter als ein klassisches Heist-Szenario: Mit einer Handvoll Komplizen will Mastermind Johnny Clay bei einem Pferderennen ordentlich Verwirrung stiften und dabei die millionenschwere Wettkasse plündern – die meisten der Beteiligten sind unbescholtene Erwerbsbürger aus der unteren Mittelschicht, die eine einzigartige Chance zum finanziellen Ausbruch aus ihren blockierten Verhältnissen wittern. „The Killing“ zeigt dann die sukzessive Rekrutierung von Handlangern und die Ausführung der filigran aufeinander abgestimmten Schritte in einer Weise, die allein schon den ganzen Film sehenswert macht. Das Besondere aber, das „The Killing“ aus dem Genre-Einerlei herausragen lässt, ist das Tempo eines modernen Films, das schon weit weg vom klassischen Hollywood-Kino ist; und auch die Kamera, die mit den Charakteren in Gebäude hinein- oder hinausgeht, zwischen Schulter oder Bettstangen hindurchschaut, ein entflammtes Feuerzeug verfolgt, um von dem einen auf das andere Gesicht zu schwenken; und die Figuren wirken wie Vorlagen für spätere Tarantino- und Scorsese-Werke – ohnehin ist das Ganze mit einer für damalige Kinoverhältnisse unverschämten Blutbrutalität garniert. Das alles kündete schon damals von einer neuen, frischen Art, Filme zu drehen. Dahinter stand nicht zufällig kein Geringerer als Stanley Kubrick, einer der Protagonisten der innovativen, eigenwilligen New Hollywood-Ära, der sich mit dieser kommerziell erfolglosen Low-Budget-Produktion der Filmwelt als Regisseur voll ungeheurem Potenzial empfahl.
Genre: Thriller
Länge: 84 Min.
Regie: Stanley Kubrick
Cast: u.a. Sterling Hayden, Marie Windsor, Elisha Cook Jr., Jay C. Flippen, Coleen Gray, Ted de Corsia, Timothy Carey, Vince Edwards, Kola Kwariani, James Edwards, Joe Sawyer, Dorothy Adams, Jay Adler, Tito Vuolo, Joe Turkel
alt. Titel: Die Rechnung ging nicht auf
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Szene aus ‚A Dandy in Aspic (1968)‘, Bildquelle: A Dandy in Aspic (1968), Columbia Pictures, Sony Pictures

A Dandy in Aspic (1968)

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A Dandy in Aspic (1968)

Ein Doppelagent gerät in die missliche Lage, Jagd auf sich selbst zu machen – dabei will er nur nach Hause. Doch die eigentümliche Welt, in welcher der Kalte Krieger lebt, duldet keine Aussteiger und kennt nur einen Grundsatz: Jeder ist ersetzbar. In der „James Bond“-Euphorie der 1960er Jahre bot dieser Film eine drastische Entromantisierung des Agentenlebens, das hier ohne jeglichen Glamour auskommt. Die Besetzung ist hervorragend: Tom Courtenay als unerträglich ehrgeizig-misstrauischer Spion; Harry Andrews als britisches Spionage-Mastermind, ein undurchschaubarer Schreibtischstratege, der die ihm unterstellten Menschen wie Schachfiguren einsetzt; Lionel Stander mit seiner rauen Stimme und dem Knautschgesicht als Moskaus Spitzenspitzel in Westberlin; Vernon Dobtcheff als bedrohlicher Volkspolizist am Grenzübergang Friedrichstraße; Mia Farrow als Fotografin, die eine ausnehmend neurotische Aura umgibt; und in der Hauptrolle Laurence Harvey, dessen Figur ihre Härte zwar nicht mit dem Bond-Charme kaschiert, doch die sich nach vergnüglichen Stunden im Bett von ihren Sexpartnerinnen mit derselben Kühle und Ungebundenheit abwendet und ohne zu zögern den Abzug drückt, wenn es der Auftrag gebietet. Am Ende steht die illusionslose Maxime: „You died the moment you were born. And when your heart finally stops beating, it’ll be a mere formality.
Genre: Thriller-Drama
Länge: 107 Min.
Regie: Anthony Mann
Cast: u.a. Laurence Harvey, Tom Courtenay, Mia Farrow, Harry Andrews, Lionel Stander, Per Oscarsson, Peter Cook, Barbara Murray, John Bird, Norman Bird, Calvin Lockhart, Vernon Dobtcheff
alt. Titel: Der Todestanz eines Killers
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Szene aus ‚The Dresser (1983)‘, Bildquelle: The Dresser (1983), Columbia Pictures

The Dresser (1983)

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The Dresser (1983)

In Kammerspielen konzentriert sich aufgrund der begrenzten, statischen Raumsituation quasi zwangsläufig alles auf die Figuren – Schauspieler vom Schlage Albert Finneys und Tom Courtenays können dann ihre enorme Präsenz ausspielen. Besonders Finney als schauspielernder Schauspieler ist hier in einer genialen Performance zu bewundern: als mental völlig desolater Bühnenstar, der zum 228. Mal den King Lear spielen soll, noch dazu in einer der Bombennächte des Zweiten Weltkrieges, in denen der „German Blitz“ die englische Bevölkerung heimsuchte. Er führt ein Shakespeare-Ensemble an und sein devoter Leibdiener tut alles, damit er aus einem Nervenzusammenbruch heraus die nächste Vorstellung gibt. Die manischen Posen, eine irrlichternden Mischung aus Paranoia und Narzissmus, verleihen dem ganzen Film, der überwiegend in einem Theater spielt, eine bizarre Tragik.
Genre: Drama
Länge: 114 Min.
Regie: Peter Yates
Cast: u.a. Albert Finney, Tom Courtenay, Eileen Atkins, Zena Walker, Llewellyn Rees, Edward Fox, Cathryn Harrison, Michael Gough, Betty Marsden, Sheila Reid, Lockwood West, Donald Eccles, Joe Belcher
alt. Titel: Ein ungleiches Paar
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Szene aus ‚Singles (1992)‘, Bildquelle: Singles (1992), Warner Bros.

Singles (1992)

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Singles (1992)

Seattle in den frühen Neunzigern: Das war ein besonderer Ort zu einer besonderen Zeit. Das Flair des „Seattle-Sound“ der Grunge-Metropole bildet das Hintergrundrauschen dieser romantischen Komödie, die stilistisch irgendwo zwischen Robert Altman und Woody Allen liegt. Mit episodischem Charakter geht es um eine Handvoll Singles, die in den Coffee shops und kleinen Konzerthallen immer wieder nach der flüchtigen Liebe greifen – garniert mit Cameos der Grunge-Helden von Pearl Jam, Soundgarden und Alice in Chains.
Genre: Romantisches Drama
Länge: 99 Min.
Regie: Cameron Crowe
Cast: u.a. Kyra Sedwick, Campbell Scott, Bridget Fonda, Sheila Kelly, Matt Dillon, Jim True-Frost, Bill Pullman, James Le Gros, Peter Horton, Jeremy Piven, Ally Walker, Tom Skerritt, Eric Stoltz
alt. Titel: Singles – Gemeinsam einsam
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Szene aus ‚Days of Heaven (1978)‘, Bildquelle: Days of Heaven (1978), Paramount

Days of Heaven (1978)

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Days of Heaven (1978)

Bill und Abby – die jungen Richarde Gere und Brooke Adams – schlagen sich als Wanderarbeiter auf den Kornfeldern des Mittleren Westens durch die harten 1910er Jahre. Ihre Beziehung verheimlichen sie als vorgebliches Geschwisterpaar und Abby gelingt die Heirat mit einem reichen Landbesitzer. Die Story aus Liebe, Eifersucht und der Härte des Lebens, die universell die Reichen wie die Armen trifft, tritt in den Hintergrund vor der bildgewaltigen Inszenierung – die eindrucksvollen Silhouetten der Arbeiter und der ersten Landwirtschaftsmaschinen oder die Close-ups vom Leben gezeichneter Gesichter. Bei „Days of Heaven“, nicht untypisch für Terrence Malick, könnte man jederzeit pausieren und hätte mit jedem Frame ein Bild wie ein Gemälde vor sich.
Genre: Drama
Länge: 90 Min.
Regie: Terrence Malick
Cast: u.a. Richard Gere, Brooke Adams, Sam Shepard, Linda Manz, Robert J. Wilke, Jackie Shultis, Stuart Margolin, Richard Libertini, Doug Kershaw, Gene Bell, Timothy Scott
alt. Titel: In der Glut des Südens
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Szene aus ‚Das große Fressen (1973)‘, Bildquelle: Das große Fressen (1973), Mara Films, Les Films 66, Capitolina Produzzioni Cinématografiche, Studiocanal

Das große Fressen (1973)

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Das große Fressen (1973)

Schon die Geschichte ist reichlich skurril, aber die Inszenierung unendlich grotesk: Vier Freunde, arrivierte Vertreter des Bürgertums in ihren besten Jahren, finden sich in einer verwunschenen Villa inmitten von Paris ein, um sich mit einer dekadenten Völlerei – in Begleitung von drei Callgirls und einer lüsternen Lehrerin – tot zu fressen. Die Verfilmung des kulinarischen Kollektivsuizids, mit einer glänzenden Besetzung und reichlich bizarren Szenen, wirkte seinerzeit ziemlich schockierend. Marco Ferreri und seinem Cast gelingt das Kunststück, streckenweise den morbiden Hintergrund mit einer herzlichen Atmosphäre zu konterkarieren.
Genre: Groteske
Länge: 130 Min.
Regie: Marco Ferreri
Cast: u.a. Michel Piccoli
alt. Titel: La grande bouffe
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Szene aus ‚Bad Influence (1990)‘, Bildquelle: Bad Influence (1990), Orion Pictures

Bad Influence (1990)

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Bad Influence (1990)

In seiner Ästhetik ist dieser L.A.-Thriller eine visuelle Symbiose der Achtziger und Neunziger. Rob Lowe spielt den mysteriösen, manipulativen Alex, einen Psychopathen, der seine Identitäten so häufig wie seine Hemden wechselt – eine Art L.A.-Luzifer –; und James Spader ist der Yuppie Michael, der sich auf Alex einlässt und dadurch völlig neue Seiten seiner Persönlichkeit kennenlernt. „Bad Influence“, atmosphärisch dicht von Regisseur Curtis Hanson und seinem Kameramann Robert Elswit inszeniert, hat eine kalifornische Düsternis konserviert.
Genre: Thriller
Länge: 95 Min.
Regie: Curtis Hanson
Cast: u.a. James Spader, Rob Lowe, Lisa Zane, Kathleen Wilhoite, Christian Clemenson, Marcia Cross, Rosalyn Landor, Tony Maggio, Jay Della, Grand L. Bush, John Mahon, Joyce Meadows, Said Faraj, John Verea
alt. Titel: Todfreunde – Bad Influence
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Szene aus ‚Shock Corridor (1963)‘, Bildquelle: Shock Corridor (1963), F&F Prod., Kinowelt

Shock Corridor (1963)

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Shock Corridor (1963)

Johnny Barretts journalistischer Ehrgeiz reicht so weit, dass er sich – von Experten instruiert – inkognito als vermeintlicher Patient in eine Psychiatrie einschleicht, um darin einen Mordfall aufzuklären; denn zu den einzigen Zeugen, einer Handvoll verstörter Insassen, hat die Polizei keinen Zugang gefunden. Den Blick stets auf den in Reichweite liegenden Pulitzerpreis gerichtet, droht Barrett mit zunehmender Aufenthaltsdauer dem Wahnsinn anheimzufallen. Durch das Schwarz-Weiß der Aufnahmen ohnehin schon trist und düster eingefärbt, gelingt Regisseur Samuel Fuller, der in Auteur-Manier auch das Drehbuch schrieb, eine beklemmende Darstellung; auf dem Klinikkorridor schleichen gepeinigte Seelen: der Atomphysiker, den das Wissen um die Vernichtungskraft der Nuklearwaffen auf den Verstand eines Sechsjährigen zurückgeworfen hat; ein zum Verräter erklärter Koreaveteran, der sich nun für einen Südstaatengeneral hält; oder ein Schwarzer, der sich als Ku-Klux-Klan-Demagoge sieht; und Peter Breck spielt eine schauderhafte Metamorphose der menschlichen Psyche.
Genre: Drama
Länge: 96 Min.
Regie: Samuel Fuller
Cast: u.a. Peter Breck, Constance Towers, Larry Tucker, Hari Rhodes, Paul Dubov, Chuck Roberson, John Craig, James Best, Gene Evans, Bill Zuckert, Neyle Morrow, Philip Ahn
alt. Titel: Schock-Korridor
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Szene aus ‚Der Clan der Sizilianer (1969)‘, Bildquelle: Der Clan der Sizilianer (1969), FOX, Les Films du Siècle

Der Clan der Sizilianer (1969)

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Der Clan der Sizilianer (1969)

Alain Delon in seiner Paraderolle des eiskalten Killers, Jean Gabin als gravitätischer Mafiapatriarch und Lino Ventura als Kriminalkommissar: Um diese exzellente Besetzung baut Henri Verneuil eine Heist-Geschichte, deren Höhepunkt die Entführung eines Passagierflugzeuges über New York ist. Abseits seiner Handlung mit einem beinahe nihilistischen Ausgang unterhält der Film vor allem durch die Close-up-lastige Inszenierung seiner Charaktere.
Genre: Kriminal-Drama
Länge: 118 Min.
Regie: Henri Verneuil
Cast: u.a. Alain Delon, Jean Gabin, Lino Ventura, Irina Demick, Amedeo Nazzari, Philippe Baronnet, Karen Blanguernon, Elisa Cegane>/span>, Yves Lefebvre, Sally Nesbitt, Marc Porel, André Pousse, Yves Brainville, Sabine Sun, Raoul Delfosse
alt. Titel: Le clan des Siciliens/The Sicilian Clan
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Szene aus ‚Narrow Margin 1990‘, Bildquelle: Narrow Margin 1990, Carolco Pictures

Narrow Margin 1990

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Narrow Margin 1990

Lektorin Carol Hunnicut (Anne Archer) ist die einzige Zeugin eines eiskalten Mordes und flüchtet sich aus Angst vor dem Täter in die kanadischen Rocky Mountains. Staatsanwalt Robert Caulfield (Gene Hackman) spürt sie auf und will mit ihrer Hilfe einen mächtigen Gangsterboss vor Gericht bringen – der aber hat schon ein Killerkommando losgeschickt. Der Film ist einer der großen Zug-Filme, in denen der Komfort des Vehikels während einer mehrtätigen Fahrt – hier obendrein in eiskalter Umgebung – zum Schauplatz eines Überlebenskampfes wird. Umgeben von unberührter Natur, pittoresker Wildnis, gerät der Zug zur fahrenden Falle – gelungene Thriller-Unterhaltung mit gut gewählter Besetzung.
Genre: Thriller
Länge: 97 Min.
Regie: Peter Hyams
Cast: u.a. Anne Archer, Gene Hackman, James Sikking, Susan Hogan, Nigel Bennett, Harris Yulin, J.A. Preston, J.T. Walsh, M. Emmet Walsh
alt. Titel: Narrow Margin – 12 Stunden Angst
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Szene aus ‚Darling (1965)‘, Bildquelle: Darling (1965), Canal+, StudioCanal

Darling (1965)

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Darling (1965)

Der Julie-Christie-Film: Es sind die Swinging Sixties, in denen das britische Fotomodel Diana Scott Sex und Abtreibung als ihre Karrierewerkzeuge einsetzt. Ihre Partner sind ein Intellektueller, ein Geschäfts- und Lebemann sowie ein italienischer Prinz, der sie in einen goldenen Käfig sperrt; sie tanzt auf Pariser Boheme-Partys und rast in einem Roadster durch London. Und immer wieder werfen John Schlesingers Regie und Kenneth Higgins’ Kamera dokumentarische Blicke in den englischen Straßentrubel der Sechziger.
Genre: Drama
Länge: 123 Min.
Regie: John Schlesinger
Cast: u.a. Julie Christie, Dirk Bogarde, Laurence Harvey, Roland Curram, José Luis de Vilallonga, Alex Scott, Helen Lindsay, Basil Henson, Georgina Cookson, Peter Bayliss, Ernest Walder, Annette Carell, Vernon Dobtcheff
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