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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Der Mann im grauen Flanell (1956)‘, Bildquelle: Der Mann im grauen Flanell (1956), Twentieth Century-Fox

Der Mann im grauen Flanell (1956)

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Der Mann im grauen Flanell (1956)

Die Leinwandadaption des gleichnamigen Romans, eines Bestsellers, der die großartige Erfolgsserie Mad Men“ (2007–15) inspirierte – und eine filmische Endoskopie der US-amerikanischen Mittelklasse in den Fünfzigern: „The Man in the Gray Flannel Suit“, mit Gregory Peck in der Hauptrolle formidabel besetzt, nimmt noch heute gültige Work-Life-Balance-Dilemmata in den Blick. Wie Weltbeherrscher schweben die hochbezahlten Manager durch die Flure ihrer adretten Fünfzigerjahrebüros. Der Film handelt von der Einsamkeit des Erfolgs und zeigt, wie fern und grotesk die schlimmen Erlebnisse in den Gemetzeln an der Westfront und im Pazifik während des Zweiten Weltkriegs doch zum komfortablen Angestelltenalltag in New Yorks (Weitere Filme mit New York als Schauplatz auf Filmkuratorium.de entdecken) Wolkenkratzern und dem betulichen Vorstadtleben an der Ostküste doch waren. Mit seiner Darstellung des aufstrebenden Angestellten lieferte Gregory Peck lieferte die Vorlage für Jon Hamms seinerseits inzwischen ikonisch gewordenen Don Draper.
Genre: Drama
Länge: 147 Min.
Regie: Nunnally Johnson
Cast: u.a. Gregory Peck, Jennifer Jones, Fredric March, Marisa Pavan, Keenan Wynn, Ann Harding, Lee J. Cobb, Arthur O’Connell, Henry Daniell, Roy Glenn, Gigi Perrau, Gene Lockhart, Portland Mason, Mickey Maga, Sandy Descher, Connie Gilchrist
alt. Titel: The Man in the Gray Flannel Suit
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Szene aus ‚The Mind of Mr. Soames (1970)‘, Bildquelle: The Mind of Mr. Soames (1970), Amicus Prod., Rearguard Prod.

The Mind of Mr. Soames (1970)

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The Mind of Mr. Soames (1970)

John Soames liegt von Geburt an im Koma, bis ihn ihm Erwachsenenalter ein Neurochirurg aufweckt und er mit den Fähigkeiten eines Babys von der Realität überwältigt wird. Der Leiter des Instituts, in dem Soames untergebracht ist, missbraucht den kindlichen Zustand des unmündigen Patienten zur Vorführung seiner vermeintlich überlegenen Methoden im Fokus eines sensationsgierigen Fernsehteams. Die Konstellation von Story und Inszenierung rückt Terence Stamp als John Soames in den Mittelpunkt des Films, und Stamp bewältigt diese Herausforderung mit einer glänzenden Performance.
Genre: Drama
Länge: 97 Min.
Regie: Alan Cooke
Cast: u.a. Terence Stamp, Robert Vaughn, Nigel Davenport, Christian Roberts, Donal Donnelly, Dan Jackson, Norman Jones, Vickery Turner, Judy Parfitt, Scott Forbes, Joe McPartland, Pamela Moiseiwitsch, Kate Binchy
alt. Titel: Das zweite Leben des Mr. Soames
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Szene aus ‚Billy Two Hats (1974)‘, Bildquelle: Billy Two Hats (1974), United Artists, MGM, Spirit Media

Billy Two Hats (1974)

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Billy Two Hats (1974)

Zwei Outlaws (Weitere Filme zu Outlaws auf Filmkuratorium.de entdecken) (einer von ihnen ist Gregory Peck) auf der Flucht durch die karge Wüste, ein U.S. Marshal (Weitere Filme zu US Marshal auf Filmkuratorium.de entdecken) ist ihnen dicht auf den Fersen. In dem sensiblen Western geht es um unerwartete Zuneigung, ja Liebe unter Outcasts (Weitere Filme zu Outcasts auf Filmkuratorium.de entdecken) in einer tendenziell feindseligen Umwelt, in der man überfallen, gejagt oder sogar massakriert wird. Die Figuren – vom einfach gestrickten homesteader bis zur marodierenden Indianerbande – sind in ihren detailverliebten Kostümen und Bewegungsmustern erstaunlich authentisch dargestellt, sodass man ihre Lebenshintergründe mit allen Höhen und Tiefen erahnt, obwohl doch fast nichts über darüber gesagt wird. Regisseur Ted Kotcheff und sein Kameramann Brian West, die gemeinsam auch Wake in Fright“ (1971) (Review auf Filmkuratorium.de lesen) gedreht hatten, nutzten die Gelegenheit für übersteigerete Genreaufnahmen – elegische Westernromantik, die karge Frontier- (Weitere Filme zu Frontier auf Filmkuratorium.de entdecken)Architektur und Waffen-Close-ups, welche die brachiale Dimension des Gewaltequipements erfassen.
Genre: Western-Drama
Länge: 100 Min.
Regie: Ted Kotcheff
Cast: u.a. Desi Arnaz Jr., Gregory Peck, Jack Warden, David Huddleston, Sian Barbara Allen, Dawn Little Sky, John Pearce, Vince St. Cyr, Henry Medicine Hat, Zeev Berlinsky, Antony Scott
alt. Titel: Begrabt die Wölfe in der Schlucht
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Szene aus ‚Der Gauner (1969)‘, Bildquelle: Der Gauner (1969), Duo Pictures, Solar Prod., CBS

Der Gauner (1969)

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Der Gauner (1969)

Ein Roadtrip durch den US-amerikanischen Süden zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Der elfjährige Lucius und die beiden Hallodri Boon und Ned reisen in einem gelben Automobil nach Memphis. Das Bordell, die Pferderennbahn und allerlei weitere Turbulenzen erweisen sich für den Jungen als wirksame Lebenslektionen – die Geschichte ist eine Verfilmung des gleichnamigen „Pulitzer“-preisgekrönten Romans von William Faulkner. Mitch Vogel spielt die Kinderrolle auch für erwachsene Zuschauer erträglich, und der Autonarr Steve McQueen konnte mit dem Film seiner Leidenschaft frönen, indem er sich für den Dreh mit dem „Winton Flyer“ eigens von dem kalifornischen Mechanikkünstler Von Dutch einen fiktiven Repräsentanten der Brass era anfertigen ließ, der danach in seine Garage wanderte – und enorm zur Ausstrahlung des Films über das ländliche Amerika an der Jahrhundertwende beiträgt.
Genre: Roadmovie
Länge: 112 Min.
Regie: Mark Rydell
Cast: u.a. Mitch Vogel, Steve McQueen, Rupert Crosse, Sharon Farrell, Juano Hernandez, Clifton James, Will Geer, Lonny Chapman, Charles Tyner, Ruth White, Michael Constantine, Diane Shalet, Pat Randall, Dub Taylor, Shug Fisher, Diane Ladd
alt. Titel: The Reivers
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Szene aus ‚Die Wikinger (1958)‘, Bildquelle: Die Wikinger (1958), Brynaprod

Die Wikinger (1958)

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Die Wikinger (1958)

Hollywoods Vorstellung vom Zeitalter der Wikinger sind martialische Saufgelage mit Trinkhörnern und gnadenlose Plünderungsfahrten in Technicolor. Tony Curtis trägt als Sklave Eric einen extremen Rivalenkampf mit Kirk Douglas als Wikinderfürst Einar aus, um die englische Prinzessin Morgana, gespielt von Janet Leigh, mit der Curtis damals verheiratet war. Wer von dem Streifen keinen Realismus erwartet, erhält einen stimmungsvollen Abenteuerfilm mit hervorragender Besetzung und einigen tollen Szenen.
Genre: Action-Drama
Länge: 111 Min.
Regie: Richard Fleischer
Cast: u.a. Kirk Douglas, Janet Leigh, Tony Curtis, Ernest Borgnine, James Donald, Frank Thring, Eileen Way, Maxine Audley, Dandy Nichols, Alexander Knox
alt. Titel: The Vikings
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Szene aus ‚All That Jazz (1979)‘, Bildquelle: All That Jazz (1979), Twentieth Century Fox

All That Jazz (1979)

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All That Jazz (1979)

Der perfektionistische Workaholic Bob Fosse transformierte sogar seine eigenen Neurosen und Obsessionen in kreative Kinounterhaltung: Mit einem surrealen Blick aus dem Jenseits lässt ein sex- und arbeitssüchtiger Star-Choreograf sein Leben Revue passieren, an dessen Ende er seinen Tod als ergreifende Musical-Sequenz inszeniert (eine morbide Beigabe des Schicksals ließ Fosse hier seinen tatsächlichen Tod nach einem Herzinfarkt acht Jahre nach dem Film auf der Leinwand vorwegnehmen). Roy Scheiders Performance veredelt diesen autobiografischen Film des Regisseurs, der mit wunderbarer Musik und famosen Tanzeinlagen eine bitterböse Kritik am Showbusiness formuliert.
Genre: Drama
Länge: 123 Min.
Regie: Bob Fosse
Cast: u.a. Roy Scheider, Jessica Lange, Leland Palmer, Ann Reinking, Michael Tolan, David Margulies, Ben Vereen, Cliff Gorman
alt. Titel: Hinter dem Rampenlicht
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Szene aus ‚Sinola (1972)‘, Bildquelle: Sinola (1972), Universal, Malpaso

Sinola (1972)

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Sinola (1972)

Wieder einmal ist Clint Eastwood als mürrischer Einzelgänger in den staubigen Prärien des Westens unterwegs. Hier wird er als Söldner angeheuert – von einem skrupellosen Geschäftsmann, dessen kapitalistische Grund- und Bodeninteressen auf den bewaffneten Idealismus mexikanischer Freiheitskämpfer treffen. Der musikalisch von Lalo Schifrin melancholisch untermalte Film zeigt die Gesetzlosigkeit des „alten Westens“, in der die Menschen mangels Gesetzeshüter ihre Interessen auf eigene Faust durchzusetzen versuchten.
Genre: Western-Drama
Länge: 88 Min.
Regie: John Sturges
Cast: u.a. Clint Eastwood, John Saxon, Robert Duvall, Paul Koslo, Don Stroud, Stella Garcia, James Wainwright, Gregory Walcott, John Carter, Pepe Hern, Ed Deemer, Dick Van Patten
alt. Titel: Joe Kidd
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Szene aus ‚Emperor of the North (1973)‘, Bildquelle: Emperor of the North (1973), Twentieth Century-Fox

Emperor of the North (1973)

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Emperor of the North (1973)

Das Gipfeltreffen zweier Haudegengesichter, wie sie die Welt seither nicht mehr gesehen hat: Lee Marvin und Ernest Borgnine treten sich gegenüber als ein Hobo und ein Zugführer, in extremer Rivalität, die zur kompromisslosen Obsession wird. Der als „A No. 1“ bekannte Drifter (Marvin) fordert den berüchtigten Bahnhandlanger Shack (Borgnine) heraus, der die blinden Passagiere „seines“ Zuges mit diabolischer Miene (und mit Ketten und Hämmern) malträtiert, bis sie buchstäblich auf der Strecke bleiben, mitunter durch die Räder und Gleise halbiert. Zugfilme sind mit ihrem Setting aus der paradoxen Gleichzeitigkeit von Bewegung und Statik seit jeher ein ganz besonderes Subgenre; auch hier wird der permanent in Fahrt befindliche Güterzug zu einer beklemmenden Falle. Neben dem knallharten Finale aus einer erbarmungslosen, fünfminütigen Zwei-Mann-Schlacht ist das Highlight des Films die dichte, beinahe haptisch erfahrbare Atmosphäre mit den originalgetreuen, detailversessenen Kostümen und Kulissen, womit Robert Aldrich und seine Crew die drastische Zeit der amerikanischen Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren rekonstruiert haben.
Genre: Action-Drama
Länge: 120 Min.
Regie: Robert Aldrich
Cast: u.a. Lee Marvin, Ernest Borgnine, Keith Carradine, Charles Tyner, Harry Caesar, Malcolm Atterbury, Simon Oakland, Matt Clark, Hal Baylor, Elisah Cook Jr., Liam Dunn, Vic Tayback
alt. Titel: Ein Zug für zwei Halunken
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Szene aus ‚Sieben Tage im Mai (1964)‘, Bildquelle: Sieben Tage im Mai (1964), Seven Arts Prod., A&R Prod.

Sieben Tage im Mai (1964)

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Sieben Tage im Mai (1964)

Der US-Präsident, der mächtigste Mann der Welt, sitzt im Weißen Haus als einsamer Falle, als er von ranghohen Militärs erfährt, die klandestin einen Umsturzversuch vorbereiten. Burt Lancaster spielt den aggressiven General, der sich mit dem Militärputsch an die Staatsspitze setzen will – als einen Mann von unerschütterlicher Selbstüberzeugung, mit Mundbewegungen, die keinen Widerspruch dulden, und Blicken wie Geschützfeuer. Kirk Douglas ist der regierungstreue, aufrichtige Offizier, eigentlich nur ein kleines Rädchen im Getriebe der Militärmaschinerie, der im Auftrag des Präsidenten die Verschwörung stoppen soll. John Frankenheimers Inszenierung dieses sehr stark besetzten, glänzend gespielten Politthrillers im beklemmenden Ambiente des Kalten Kriegs ist großes Kino.
Genre: Thriller
Länge: 118 Min.
Regie: John Frankenheimer
Cast: u.a. Kirk Douglas, Burt Lancaster, Fredric March, Ava Gardner, Martin Balsam, Edmond O’Brien, Andrew Duggan, Hugh Marlowe, Whit Bissell, Helen Kleeb, George Macready, Richard Anderson, Bart Burns, John Houseman
alt. Titel: Seven Days in May
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Szene aus ‚S.O.B. (1981)‘, Bildquelle: S.O.B. (1981), Lorimar Prod.

S.O.B. (1981)

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S.O.B. (1981)

Für das Drehbuch erhielt Regisseur Blake Edwards sowohl eine Nominierung der Writers Guild of America als auch für eine „Goldene Himbeere“. „S.O.B.“ ist eine bissige Satire auf das narzisstisch-neurotische Hollywood-Soziotop – einen zerstörerischen Reigen aus Statussymbolen und Scheinfreundschaften. Mehr noch: Die Story von „S.O.B.“ ist mit realen Erfahrungen des Hollywoodpaars Blake Edwards und Julie Andrews aufgeladen, was dem Film einen tragikomischen Unterton und seinen eigentlichen Charme verleiht. Als der erfolgsverwöhnte Produzent Felix Farmer mit einem Megaflop konfrontiert wird, stürzt er sich erst in mehrere erfolglose Suizidversuche, um sich dann an einen größenwahnsinnigen Coup zu wagen: sein prüdes Musical „Night Wind“ in ein softpornografisches Werk zu verwandeln. Die Gags sind passabel, die Besetzung ist hochkarätig (u.a. Julie Andrews, William Holden, Larry Hagman, Shelley Winters).
Genre: Dramatische Komödie
Länge: 116 Min.
Regie: Blake Edwards
Cast: u.a. Julie Andrews, William Holden, Richard Mulligan, Marisa Berenson, Robert Vaughn, Shelley Winters, Larry Hagman, Robert Preston, Robert Webber, Loretta Swit, Stuart Margolin, Robert Loggia, Craig Stevens, Jennifer Edwards, Rosanna Arquette, Benson Fong, Bert Rosario, Larry Storch, Paul Stewart
alt. Titel: S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler
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Szene aus ‚Ace in the Hole (1951)‘, Bildquelle: Ace in the Hole (1951), Paramount

Ace in the Hole (1951)

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Ace in the Hole (1951)

In Billy Wilders zynischstem, vielleicht aber auch realistischstem Film ist das Publikum der Bösewicht. Ein Grabräuber, eingeklemmt in einer Höhle – Chuck Tatum, nach mehreren Fehltritten ein Paria der New Yorker Journalisten-Elite, in die Abgründe des Lokaljournalismus hinabgerutscht, wittert in diesem belanglosen Provinzdrama von New Mexico den Stoff für eine gewaltige Story, die ihm zum Comeback verhelfen soll. Mit ungenierter Skrupellosigkeit beutet Tatum die Familientragödie aus, indem er die Sensationsgier der Masse bedient und aus dem Wüstenboden ein Großevent mit Zirkus und Popcornverkauf stampft. Wilder gelingt eine ungemein bissige Inszenierung, mit der er die vermeintliche Anteilnahme Tausender als plumpen Voyeurismus und die Zeitungen, Radio- und TV-Sender als deren Komplizen entlarvt. „Ace in the Hole“ war seinerzeit ein Kassenflop, gehört aber zu den besten Werken Hollywoods. Der Film ist ein groteskes Schaustück über die Verführbarkeit der Masse im Medienzeitalter. Mit einer sehr präsenten Performance dominiert Kirk Douglas, noch am Anfang seiner immensen Schauspielkarriere, den Film und porträtiert einen skrupellosen Egoisten, der in hemdsärmeligem Furor schikaniert, erpresst und manipuliert.
Genre: Drama
Länge: 111 Min.
Regie: Billy Wilder
Cast: u.a. Kirk Douglas, Jan Sterling, Robert Arthur, Porter Hall, Richard Benedict, Ray Teal, Edith Evanson, Frank Cady, John Berkes, Frances Dominguez, Frank Jaquet, Lewis Martin, Geraldine Hall, Richard Gaines, Gene Evans, Harry Harvey, Bob Bumpas
alt. Titel: The Big Carnival / Reporter des Satans
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Szene aus ‚The Hitcher (1986)‘, Bildquelle: The Hitcher (1986), Silver Screen Partners

The Hitcher (1986)

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The Hitcher (1986)

Eine Freundlichkeit gipfelt in einer Katastrophe: Jim Halsey – ein junger Kerl, der einen Wagen nach San Diego überführt – nimmt in einer verregneten Nacht einen Anhalter mit. Die mitmenschliche Entscheidung erweist sich als Desaster, denn dieser Mann ist ein blutrünstiger Psychopath, ein gewiefter Serienmörder, der Halsey als Mörder dastehen lässt. Die Fahrt durch Texas hinterlässt eine infernalische Schneise der Verwüstung. Rutger Hauer brilliert mit einer ganzen Parade an maliziösen Mimiken und C. Thomas Howells Metamorphose vom verunsicherten Reisenden zum ramponierten Racheengel ist eine sehenswerte Performance. Hinzu kommen famose Blechkarambolagen, brachiale Shotgun-Gewalt und die haarsträubende Ungerechtigkeit, wenn das Opfer in den Augen der Mehrheit zum Täter geworden ist. „The Hitcher“ ist ein exzellent inszenierter Horrorroadtrip durch das amerikanische Hinterland mit seiner gespenstischen Einsamkeit und endlosen Asphaltstrecken unter strahlender Sonne.
Genre: Action-Thriller
Länge: 94 Min.
Regie: Robert Harmon
Cast: u.a. C. Thomas Howell, Rutger Hauer, Jennifer Jason Leigh, John  M. Jackson, Billy Green Bush, Armin Shimerman, Jack Thibeau, Jeffrey DeMunn, Gene Davis, John Van Ness, Henry Darrow, Tony Epper, Colin Campbell
alt. Titel: Hitcher, der Highway Killer
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Szene aus ‚Liberty Heights (1999)‘, Bildquelle: Liberty Heights (1999), Warner Bros.

Liberty Heights (1999)

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Liberty Heights (1999)

Mit diesem Film komplettierte Barry Levinson seine semi-autobiografische Baltimore-Anthologie; er ist eine ungemein sympathische Exkursion in die 1950er Jahre und das Coming-of-Age einer Handvoll jüdischer Jungs, die nach ihrer Kindheit erstmals mit rassistischen Stereotypen konfrontiert werden, verträumt der ersten Liebe hinterherlaufen und nur langsam mit dem Ernst des Lebens in Berührung kommen. Mit viel Feingefühl und sentimentaler Freude leuchten Levinson und sein Kameramann Chris Doyle die materialistische Ästhetik der Zeit aus – vor allem ein Reigen chromverzierter Karossen, bei dem die Kühlerfiguren eine magische Aura umgibt und Marken wie Buick, Plymouth oder Cadillac die Symbole einer überheblichen Konsumkultur, aber auch fantastischer Kindheitserinnerungen sind.
Genre: Drama
Länge: 122 Min.
Regie: Barry Levinson
Cast: u.a. Ben Foster, Adrien Brody, Rebekah Johnson, David Krumholtz, Joe Mantegna, Bebe Neuwirth, Carolyn Murphy, Vincent Guastaferro, Richard Kline, Frania Rubinek, Justin Chambers, Anthony Anderson, Cloie Wyatt Taylor, James Pickens Jr., Kiersten War-ren, Evan Neumann, Kevin Sussman
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Szene aus ‚Here We Go Round the Mulberry Bush (1968)‘, Bildquelle: Here We Go Round the Mulberry Bush (1968), Giant Prod. Film Ltd.

Here We Go Round the Mulberry Bush (1968)

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Here We Go Round the Mulberry Bush (1968)

Der Film, dessen dämliche deutsche Titelversion einen Siebzigersoftporno vermuten lässt, erzählt die promiskuitive Odyssee des Schülers Jamie McGregor, der kurz vor dem Sprung an die Universität steht und in den letzten Wochen in seiner Heimatstadt dem ersten Mal hinterherjagt. Mit Jamie erkunden die Zuschauer das gesellschaftliche Spektrum der sozialen Musterstadt Stevenage im Süden Englands – einer New Town. Jamie flirtet mit der Arbeitertochter Linda und übernachtet im stattlichen Elternhaus des posh girl Caroline; mit seinen Freunden konkurriert er um die verwegensten Anekdoten amouröser Zweisamkeit. Die Szenen durchweht die stürmische Sexobsession älterer Teenager, aber auch die Melancholie des Coming of Age – eine überwiegend heitere, nichtsdestotrotz latent pessimistische Momentaufnahme am Ende der Swinging Sixties.
Genre: Romantisches Drama
Länge: 95 Min.
Regie: Clive Donner
Cast: u.a. Barry Evans, Judy Geeson, Angela Scoular, Sheila White, Denholm Elliott, Maxine Audley, Adrienne Posta, Vanessa Howard, Christopher Timothy, Moyra Fraser, Michael Bates, Erika Raffael
alt. Titel: … unterm Holderbusch
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Szene aus ‚Die Killer-Elite (1975)‘, Bildquelle: Die Killer-Elite (1975), MGM, Exeter Associates

Die Killer-Elite (1975)

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Die Killer-Elite (1975)

Als er „The Killer Elite“ machte, befand sich die Karriere des Sam Peckinpah fast schon im freien Fall – wie als Bestätigung befanden etliche Kritiker dann diesen Action-Streifen für mittelmäßig und unausgegoren. Dabei hat er einen ganz eigenen Charme: Peckinpah adaptiert zeitgenössisch populäre Martial-Arts-Elemente, garniert das Ganze mit seinen brutalen Zeitlupen, die schonungslos die Konsequenz von Gewalt entlarven. James Caan und Robert Duvall funktionieren ganz ausgezeichnet als Kontrahenten; Burt Young, Arthur Hill, Gig Young und – vor allem – Bo Hopkins holen ungemein viel aus ihren Figuren heraus, denen sie geradezu liebevoll mit einem Haufen filigraner Facetten anreichern. Und garniert ist das Ganze mit klassischen Versatzstücken aus der zynischen Peckinpah-Kinoprosa: die kritische Männerfreundschaft und finstere Geschäftsleute, deren Businessmodell Mord und Totschlag ist. Und en passant ist „The Killer Elite“ ein San-Francisco-Porträt – mit selten gezeigten Locations wie Chinatown oder der unheimlichen „Mothball Fleet“.
Genre: Action-Thriller
Länge: 123 Min.
Regie: Sam Peckinpah
Cast: u.a. James Caan, Robert Duvall, Burt Young, Bo Hopkins, Arthur Hill, Kate Heflin, Mako, Gig Young, Tiana Alexandra, George Cheung, Victor Sen Yung, Tak Kubota, Tom Clancy, Walter Kelley, Sondra Blake, Carole Mallory, Kuo Lien Ying
alt. Titel: The Killer Elite
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