Shortcuts

Shortcuts-Archiv:

Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Stranger in the House (1967)‘, Bildquelle: Stranger in the House (1967), De Grunwald Prod.

Stranger in the House (1967)

[Lesen …]

Stranger in the House (1967)

Man kommt der Handlung nicht sofort auf die Schliche – was letztlich auch daran liegt, dass der Film einfach eine Vielzahl von Themata aufgreift: den sorglosen Hedonismus der jungen Erwachsenen, selbstgerechte Selfmade-Leute, die Bigotterie der Upperclass, die ob eines einzigen Ereignisses lange Zeit zerrüttete Familie oder schlicht scheinbar unverrückbare Klassengegensätze. Aber man schaut „Stranger in the House“ wegen des Zeitkolorits der Hafenstadt Southampton in den späten Sechzigern, wegen der Performances von Geraldine Chaplin und ganz besonders James Mason, der am Schluss des Films eine glänzende Sequenz spielt. Masons Figur ist ein derangierter Alkoholiker, der einst als allseits respektierter Anwalt erfolgreich war, aber am Ehebruch seiner Frau zerbrach. Die Villa, die Vater und Tochter bewohnen, ist in einer fast schon expressionistischen Düsternis inszeniert; auf dem Dachboden geschieht ein Mord – und der Verdächtige ist der Freund der Tochter.
Genre: Kriminal-Drama
Länge: 104 Min.
Regie: Pierre Rouve
Cast: u.a.
alt. Titel: Der Fremde im Haus
Screenshots
Szene aus ‚The Naked City (1948)‘, Bildquelle: The Naked City (1948), Universal Pictures

The Naked City (1948)

[Lesen …]

The Naked City (1948)

Einer der paradoxen Filme aus den Vierzigern, die gerade in Kenntnis ihres Alters so modern und frisch wirken: Schon der Anflug auf New York, mit dem man zu Beginn von „The Naked City“ hinein in diese vibrierende Großstadt und die Kriminal-Story gerät, und Produzent Mark Hellinger (der kurz nach Fertigstellung des Films und noch vor der Premiere einem Herzinfarkt erlag), der aus dem Off in die großurbane Szenerie einführt und den ganzen Film über sporadisch die Geschehnisse kommentiert, machen aus „The Naked City“ einen der ultimativen New-York-Filme. Dass er nahezu komplett on location aufgenommen wurde – mit einem acht Millionen Menschen zählenden Cast, wie die Kinoplakate seinerzeit triumphal verkündeten –, das war neu und ungewohnt, ein Spektakel für sich. An der Seite von Lieutenant Muldoon – einem routinierten Kriminalkommissar, der nach mehreren Jahrzehnten alles gesehen hat – und seinem unerfahrenen Adlatus Halloran verfolgt man als Zuschauer die sich allmählich zuspitzende Ermittlung in einem Mordfall (ein Model wurde von Unbekannten getötet). Die Dramaturgie erinnert mehr an eine Dokumentation denn einen Hollywood-Thriller, immer wieder wird die ausgedachte Geschichte in die realen Szenerien hineingeblendet. „The Naked City“ hat trotz seines Alters einen ungewöhnlich modernen Drive, Barry Fitzgerald liefert eine grandiose Cop-Performance und das konsequente Location shooting beschenkt das Publikum mit einer faszinierenden Momentaufnahme von New York in den späten 1940er Jahren.
Genre: Kriminal-Thriller
Länge: 96 Min.
Regie: Jules Dassin
Cast: u.a. Barry Fitzgerald, Don Taylor, Dorothy Hart, Howard Duff, Anne Sargent, House Jameson, Frank Conroy, Ted de Corsia, Tom Pedi, Enid Markey
alt. Titel: Stadt ohne Maske
Screenshots
Szene aus ‚Gilda (1946)‘, Bildquelle: Gilda (1946), Columbia Pictures

Gilda (1946)

[Lesen …]

Gilda (1946)

Ein glückloser Glückspieler heuert in einem Casino in Buenos Aires an, wo er sich um die neue Frau seines Chefs kümmern soll. Die prototypische Femme fatale ist ihm allerdings keine Unbekannte und reizt ihn mit ihren verführerischen Gesten schon bald bis aufs Blut. Mit ihren lasziven Posen erspielte sich Rita Hayworth damals das verruchte Profil der »Love Goddess« und stand im Zenit ihrer Karriere – von da an ging es für sie nur noch bergab.
Genre: Drama
Länge: 110 Min.
Regie: Charles Vidor
Cast: u.a. Rita Hayworth, Glenn Ford, George Macready, Joseph Calleia, Steven Geray
Screenshots
Szene aus ‚Der Seeräuber (1942)‘, Bildquelle: Der Seeräuber (1942), Twentieth Century-Fox

Der Seeräuber (1942)

[Lesen …]

Der Seeräuber (1942)

Der Klang von Orten wie Tortuga oder Maracaibo, die Szenerien, die Bild- und Körpersprache: „Der Seeräuber“ zelebriert eine Piraterieromantik, wie es sie in Wirklichkeit natürlich nie gegeben hat; manche Stellen wirken wie direkte Vorlagen für popkulturelle Epigonen à la „Monkey Island“. Die Dialoge sind mitunter unverschämt frivol und brechen oft nur kurz vor expliziten Anzüglichkeiten ab. Bei den Seegefechten füllt sich das Bild mit weißem Rauch und das Getümmel auf Deck wird von einem Stakkato aus Säbelrasseln begleitet. Die Story kreist um den historischen Freibeuter Henry Morgan, der statt am Galgen zu baumeln mit königlicher Autorität ausgestattet nach Jamaika zurückkehrt, um dort abtrünnige Weggefährten zu jagen. Protagonist des Films ist allerdings Morgans Gefolgsmann Captain Jamie Waring, der mit reichlich Raffinesse und Chuzpe segelt. Maureen O’Hara ist die zur Piratenbraut prädestinierte Aristokratentochter Lady Margaret Denby, Tyrone Power der fesch-versoffene Freibeuterkapitän Waring und in einer Nebenrolle ist der damals noch unbekannte Anthony Quinn mit Augenklappe zu sehen. „The Black Swan“, so der Originaltitel, ist eine nostalgische Exkursion in eine alte, genügsame Ära der Kinounterhaltung, eine perfekte Alltagsflucht.
Genre: Abenteuerfilm
Länge: 85 Min.
Regie: Henry King
Cast: u.a. Tyrone Power, Maureen O’Hara, Thomas Mitchell, George Sanders, Laird Cregar, Edward Ashley, Fortunio Bonanova, Anthony Quinn, George Zucco, Jody Gilbert
alt. Titel: The Black Swan
Screenshots
Szene aus ‚High Plains Drifter (1973)‘, Bildquelle: High Plains Drifter (1973), Universal Pictures, Malpaso Company

High Plains Drifter (1973)

[Lesen …]

High Plains Drifter (1973)

Clint Eastwood und die Rache – das war schon immer eine filmische Symbiose mit großem Unterhaltungswert. In »High Plains Drifter« wird das Rachemotiv obendrein mystifiziert: Eastwood, der sich hier nach „Sadistico“/„Play Misty for Me“ (1971) (Kurzreview auf Filmkuratorium.de lesen) innerhalb nur eines Jahres zum zweiten Mal als Regisseur selbst inszenierte, spielt einen namenlosen Racheengel, der in einer Frontier-Kleinstadt genauso gnadenlos die Heuchelei und den Egoismus ihrer Bewohner aufdeckt, wie er seine Feinde niederstreckt. Die feigen Kleinstädter engagieren ihn, um eine Gruppe rachsüchtiger Gangster abzuwehren. Wie sie um ihren vermeintlichen Beschützer herumwuseln und in ihrer Verzweiflung jeden noch so entwürdigenden Kotau machen, ist umso unterhaltsamer, je weniger sie dessen wahre Absichten erahnen. Der Film ist voller pointierter Brutalität – ein Symbol für den Egoismus und die Härte, mit denen ein Land aufgebaut wird – und kulminiert in einem grotesken Finale.
Genre: Western
Länge: 105 Min.
Regie: Clint Eastwood
Cast: u.a. Clint Eastwood, Verna Bloom, Geoffrey Lewis, Mitchell Ryan, Marianna Hill, Billy Curtis, Jack Ging, Stefan Gierasch, Scott Walker, William O’Connell, Walter Barnes, Robert Donner, John Hillerman, Anthony James, Buddy Van Horn
alt. Titel: Ein Fremder ohne Namen
Screenshots
Szene aus ‚Sadistico (1971)‘, Bildquelle: Sadistico (1971), Universal, Malpaso

Sadistico (1971)

[Lesen …]

Sadistico (1971)

Für Dave, den Discjockey eines kleinen Radiosenders in einem kalifornischen Küstennest, erweist sich ein One-Night-Stand als fataler Fehler, der droht, seine Karriere, vielleicht sogar sein Leben zu zerstören: Denn Evelyn entpuppt sich als Stalkerin, die nicht wahrhaben will, dass Dave eine Beziehung mit ihr ablehnt, und ihn deshalb mit ihrer Nähe terrorisiert. Jessica Walter spielt die messerstechende Psychopathin unglaublich gut, während Clint Eastwood, der hier erstmals auch Regie führte, lässige Siebziger-Hemden trägt.
Genre: Thriller
Länge: 98 Min.
Regie: Clint Eastwood
Cast: u.a. Clint Eastwood, Jessica Walter, Donna Mills, Clarice Taylor, John Larch, James McEachin, Don Siegel
alt. Titel: Play Misty for Me
Screenshots
Szene aus ‚Der Swimmingpool (1969)‘, Bildquelle: Der Swimmingpool (1969), Concorde Home Entertainment

Der Swimmingpool (1969)

[Lesen …]

Der Swimmingpool (1969)

Romy Schneider und Alain Delon, Marianne und Jean-Paul, wälzen sich auf den glitschigen Steinplatten am Swimmingpool im unbeschwerten Sommerflair der Côte d’Azur, unweit des mediterranen Sehnsuchtsortes der Sechziger schlechthin, Saint-Tropez. Von der ersten Szene an kocht die Begierde unter der Sonne Südfrankreichs – diese Mischung aus hitziger Leidenschaft und gelangweilter Lethargie bleibt den ganzen Film über bestehen. Das Paar urlaubt auf dem Luxusanwesen von Freunden; amouröses Schwitzen im Dolce Vita, subtile Aggressionen liegen in der Luft – und der ganze Hedonismus droht zu explodieren, als Mariannes Ex-Freund Harry, zugleich ein alter Kumpel von Jean-Paul, mit seiner 18-jährigen Tochter im protzigen Maserati aufkreuzt. „Der Swimmingpool“ mutet wie ein schonungsloser Emanzipationsversuch Romy Schneiders an, mit reichlich nackter Haut von ihrer Sissi-Rolle loszukommen, die sie einst berühmt gemacht hatte. Aber viel mehr ist er große Schauspielkunst: von Romy Schneider mit ihrer dezenten Erotik und den filigranen Beziehungsspielen; von Alain Delon als wortkarger Egoist, in dessen Gesicht Zigarette und Sonnenbrille wie natürliche Körperbestandteile wirken; von Jane Birkin mit ihren verfänglichen Blicken des verwöhnten Ennui; und von Maurice Ronet als selbstherrlichem Angeber. „Der Swimmpool“, so die umstandslose Titelübersetzung von „La piscine“, spielt sehr gekonnt damit, wie nah unbeschwertes Vergnügen und zerstörerische Emotionen beieinander liegen.
Genre: Drama
Länge: 123 Min.
Regie: Jacques Deray
Cast: u.a. Romy Schneider, Alain Delon, Jane Birkin, Maurice Ronet, Suzie Jaspard, Paul Crauchet
alt. Titel: La piscine
Screenshots
Szene aus ‚Der Mann, der Liberty Valance erschoß (1962)‘, Bildquelle: Der Mann, der Liberty Valance erschoß (1962), Paramount, John Ford Prod.

Der Mann, der Liberty Valance erschoß (1962)

[Lesen …]

Der Mann, der Liberty Valance erschoß (1962)

James Stewart spielt den Idealisten und Verfassungspatrioten Ransom Stoddard, einen jungen Anwalt von der Westküste, der sich mit Paragrafen und Richtersprüchen gegen die Waffengewalt des gefürchteten gunslinger Liberty Valance (Lee Marvin) wehren will – in einem Frontier-Nest, wo sich alle entweder mit dem Revolver verteidigen oder die Stadt verlassen. Lee Marvin verleiht seinem räuberischen Killer eine coole Diabolie und John Wayne verkommt während des Films vom strahlenden Lokalmatador zum versoffenen Wrack – großartig ist auch die Sequenz, in der John Carradine als gewiefter Provinzpolitiker eine nur vermeintlich improvisierte Rede hält.
Genre: Western-Drama
Länge: 118 Min.
Regie: John Ford
Cast: u.a. James Stewart, Vera Miles, John Wayne, Lee Marvin, Edmond O’Brien, Andy Devine, Jeanette Nolan, Woody Strode, John Qualen, John Carradine, Strother Martin, Lee Van Cleef
alt. Titel: The Man Who Shot Liberty Valance
Screenshots
Szene aus ‚Look Back in Anger (1959)‘, Bildquelle: Look Back in Anger (1959), Woodfall Film Prod.

Look Back in Anger (1959)

[Lesen …]

Look Back in Anger (1959)

Die semiautobiografische Theatervorlage aus der Feder von John Osborne konstituierte seinerzeit den Typus des Angry young man, der im britischen Kulturleben für Furore sorgte – als der Film in die Kinos kam, war bereits viel davon wieder verflogen. Dennoch ist „Look Back in Anger“, gerade aus heutiger Sicht, ein kraftvoller Film, zugleich die erste Produktion der legendären Woodfall-Filmschmiede, die als Motor der British New Wave fungierte. Und der Protagonist Jimmy Porter ist denn auch der Prototyp der für die New Wave so charakteristischen Angry young men, die in den späten Fünfzigern und frühen Sechzigern mit ihren proletarischen Porträts das britische Kino und sein Publikum aufrüttelten. Porter ist ein Akademiker, der sein Geld als Süßigkeitenverkäufer auf dem Markt einer nordenglischen Industriestadt verdient und der seiner aus der upperclass zu ihm herabgestiegenen Frau eine Klassenkühle unterstellt, derentwegen er sie unablässig erniedrigt. „Look Back in Anger“ schildert das menschliche Zusammenleben, unterschiedlicher sozialer Herkunft zumal, als emotional verlustreichen Kampf. Manchen Kritikern war der Film indes zu nah am Bühnenvorbild und nicht weit genug weg vom konventionellen Kino jener Zeit; doch eigentlich gelang Regisseur Tony Richardson (der auch schon beim Theaterstück Regie geführt hatte) eine noch heute sehenswerte Synthese aus Theater und Film: Mochten die Szenen manches Mal voll theatralischer Emphase sein, so nutzte Richardson mit langen und eindringlichen Close-ups doch gerade eine der zentralen Möglichkeiten, die der Film dem Theater voraus hat. Und Richard Burton, der da bereits in Hollywood arbeitete und in einem Karrieretief steckte, veredelt das Ganze mit einer fulminanten Performance.
Genre: Drama
Länge: 100 Min.
Regie: Tony Richardson
Cast: u.a. Richard Burton, Mary Ure, Claire Bloom, Gary Raymond, Edith Evans, Donald Pleasence, S.P. Kappoor, Phyllis Neilson-Terry, Glen Byam Shaw, George Devine, Nigel Davenport
alt. Titel: Blick zurück im Zorn
Screenshots
Szene aus ‚Cesar und Rosalie (1972)‘, Bildquelle: Cesar und Rosalie (1972), Studiocanal, Mega Films, Paramount Orion Film Prod.

Cesar und Rosalie (1972)

[Lesen …]

Cesar und Rosalie (1972)

Ein Exponat aus der Reihe von Filmen, die das Zusammenleben beleuchten – und als Meister dieser distinguierten Gewöhnlichkeit hat sich der französische Regisseur Claude Sautet profiliert, mit Werken wie „Cesar und Rosalie“, die zwar fiktive, doch realistische Geschichte erzählen. Rosalie ist mit César liiert, aber sie liebt auch ihren alten Freund David, der wiederum Rosalie liebt. Als David eines Tages urplötzlich wieder in Rosalies Leben auftaucht, offenbart sich die Brüchigkeit ihrer Beziehung zu César. Der – von Yves Montand glänzend gespielt – ist ein stinkreicher Unternehmer, dessen Wutausbrüche in Kamikazefahrten und der Verwüstung ganzer Räume gipfeln; der gewohnt ist, sich mit Geld aus allen Problemen zu kaufen, und der deshalb umso verzweifelter ist, weil er für Geld kein Glück bekommt. Neben Montand glänzen auch Romy Schneider und Sami Frey in ihren Rollen – zu der gelungenen Besetzung kommt der Wechsel zwischen Küstenidylle und Großstadttrubel hinzu, aber auch die Ménage-à-trois als provokantes Sujet und das Zeitkolorit mit Rauchschwaden so dicht wie Nebelwände oder den zeigenössischen Fahrzeugen auf den vielen Autofahrten. In den Szenen steckt die dumpfe Ernüchterung abgebrochener, aber auch das erlösende Gefühl wieder aufgenommener Beziehungen. „Cesar und Rosalie“ gehört zu den Werken, die Romy Schneiders schauspielerische Größe illustrieren – und als wäre Claude Sautet, Regisseur und Ko-Autor des Films, eine Art Romy-Schneider-Chefinszenierer, gelingt ihm wie auch schon in „Max et les ferrailleurs“ (1971) und später in Une histoire simple“ (1978) (Kurzreview auf Filmkuratorium.de lesen), ihre unvergleichliche Aura einzufangen.
Genre: Drama
Länge: 111 Min.
Regie: Claude Sautet
Cast: u.a. Romy Schneider, Yves Montand, Sami Frey, Bernard Le Coq, Umberto Orsini, Eva Maria Meineke, Henri-Jacques Huet, Isabelle Huppert, Gisela Hahn
alt. Titel: César et Rosalie
Screenshots
Szene aus ‚Die Todesfalle (1968)‘, Bildquelle: Die Todesfalle (1968), Twentieth Century Fox/Salamander Film Prod./Pinewood Studios

Die Todesfalle (1968)

[Lesen …]

Die Todesfalle (1968)

Selten hat ein Film die Ästhetik der Sechziger so perfekt eingefangen und nirgendwo sonst machte Michael Caine eine so gute Figur wie in Bryan Forbes’ Thriller, in dem sich Meisterdieb Henry Clark mit dem Ehepaar Moreau verbündet, um einen millionenschweren Playboy auszurauben.
Genre: Thriller
Länge: 120 Min.
Regie: Bryan Forbes
Cast: u.a. Michael Caine, Giovanna Ralli, Eric Portman, Renata Tarragó, Vladek Sheybal, John Barry, David Buck, Leonard Rossiter, Nanette Newman, Carlos Pierre
alt. Titel: Deadfall
Screenshots
Szene aus ‚The Shooting (1966)‘, Bildquelle: The Shooting (1966), Santa Clara Prod./Schröder Media

The Shooting (1966)

[Lesen …]

The Shooting (1966)

Eine Frau will Rache nehmen und engagiert drei Männer, sie auf ihrem Ritt durch die unwegsame Wildnis zu begleiten, die sie ganz langsam dahinrafft. Mit seinem nüchternen Minimalismus und langsamen Tempo ist der Low-Budget-Film „The Shooting“ ein frühes New Hollywood-Gegenstück zu den klassischen Western – doch abseits der konventionellen Distributionswege veröffentlicht, war Hellmans Western jahrelang nicht zu sehen. Jack Nicholson, der den Film mitproduzierte, zeigt hier als hired gun sein diabolisch-sardistisches Grinsen, als er einen Mann ohne Pferd in der Gluthitze zurücklässt.
Genre: Western
Länge: 78 Min.
Regie: Monte Hellman
Cast: u.a. Warren Oates, Millie Perkins, Will Hutchins, Jack Nicholson, Guy El Tsosie, Charles Eastman
alt. Titel: Das Schießen
Screenshots
Szene aus ‚Rogue Male (1976)‘, Bildquelle: Rogue Male (1976), BBC

Rogue Male (1976)

[Lesen …]

Rogue Male (1976)

Der SS-Offizier staunt nicht schlecht, als der Attentäter, den er gerade grässlich gefoltert hat, sich als englischer Aristokrat entpuppt. Sir Robert Hunter, ein Überlebenskünstler in der Wildnis, hatte sich 1939, ein paar Monate vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, an die gespenstische Berghof-Entourage des „Führers“ in Bayern herangepirscht und den gefährlichen Diktator ins Visier genommen. Hunter entkommt nach England, verfolgt von Agenten, und taucht – buchstäblich – in einem Wald von Dorset unter. Peter O’Toole beweist hier einmal mehr sein Talent für die Darstellung arroganter Nonkonformisten und die Mimik der Strapaze. Der Überlebenskampf des Exzentrikers gerät zur bitterlichen Tortur – einer besonders eigenwilligen Parabel des britischen Widerstandsgeistes im Zweiten Weltkrieg. „Rogue Male“ – ein spartanisch budgetierter Fernsehfilm der BBC – ist ein origineller Thriller, in welchem sich die inzwischen erreichte Konkurrenzmacht des Fernsehens gegenüber Hollywood ankündigte und Peter O’Toole eine der ungewöhnlichsten Filmfiguren kreiert.
Genre: Thriller-Drama
Länge: 99 Min.
Regie: Clive Donner
Cast: u.a. Peter O’Toole, John Standing, Michael Byrne, Alastair Sim, Harold Pinter, Ray Smith, Mark McManus, Cyd Hayman, Robert Lang, Hugh Manning, Maureen Lipman, Ray Mort, Philip Jackson, Nicholas Ball, Michael Sheard, Shirley Dynevor
Screenshots
Szene aus ‚Five Graves to Cairo (1943)‘, Bildquelle: Five Graves to Cairo (1943), Paramount Pictures, EMKA

Five Graves to Cairo (1943)

[Lesen …]

Five Graves to Cairo (1943)

Gerade als der echte Erwin Rommel mit seinem „Afrikakorps“ an der Schwelle zum Nil, im ägyptischen El Alamein, mit dem versuchten Vormarsch in den Nahen Osten gescheitert war, kam dieser Film in die Kinos, der eine – fiktive – Vorgeschichte des historischen Sieges der 8. britischen Armee über die Wehrmachtstruppen lieferte. Mit „Five Graves to Cairo“ wagte Billy Wilder damals ausgerechnet vor diesem ernsten Hintergrund einen kühnen Genremix aus Verwechslungskomödie, Kriminal- und Kriegsdrama (es geht um den einzigen überlebenden einer britischen Panzerbesatzung, der in einem von Deutschen besetzten Hotel landet und sich unwissentlich mit der brisanten Identität eines kürzlich Verstorbenen tarnt). Und er traf eine glänzende Wahl für die Rommel-Rolle: Erich v. Stroheim, der für seine maßlosen Budgetüberschreitungen berüchtigte Stummfilmregisseur, liefert mit seiner Aufmerksamkeit für winzige Details – kurze Handbewegungen, beiläufige Augen-Blicke – ein imposantes Porträt des deutschen Generalfeldmarschalls, das bisweilen an Method Acting im Stile von Brando oder Pacino erinnert. Für die heutige Regielegende Wilder war sein zweiter Film als Regisseur einer der schwierigsten – sah er sich doch unter dem Erwartungsdruck, seine Befähigung zum Regiehandwerk abermals unter Beweis zu stellen. Er bestand mit Bravour; mit seinem Setting in der Abgeschiedenheit der nordafrikanischen Wüste (die in Wirklichkeit in Arizona lag), seiner Dialoglastigkeit und dem Hotel als de facto einziger Location wirkt Wilders Film selbst heute noch recht flott.
Genre: Drama
Länge: 92 Min.
Regie: Billy Wilder
Cast: u.a. Franchot Tone, Anne Baxter, Erich v. Stroheim, Akim Tamiroff, Peter van Eyck, Fortunio Bonanova, Miles Mander, Konstantin Shayne, Ian Keith
alt. Titel: Fünf Gräber bis Kairo
Screenshots
Szene aus ‚Picknick im Pyjama (1957)‘, Bildquelle: Picknick im Pyjama (1957), Warner Bros. Pictures

Picknick im Pyjama (1957)

[Lesen …]

Picknick im Pyjama (1957)

Eine Pyjamafabrik im Mittleren Westen, die Belegschaft geht für eine Gehaltserhöhung in den Streik – Doris Day ist die Gewerkschaftsführerin, John Raitt der Produktionsverantwortliche, doch die beiden Arbeitskontrahenten sind eigentlich ein Liebespaar. „Picknick im Pyjama“ ist die Verfilmung eines erfolgreichen Musicals, dessen Ensemble, mit Ausnahme der Protagonistin, für die Hollywood-Adaption übernommen wurde. Der Film schockiert in manchen Szenen durch seine patriarchalen Geschlechterrollen, nur um sie sogleich selbst in anderen Szenen wieder feministisch zu konterkarieren. Und für seine Zeit ist er bemerkenswert sexuell, die Texte der Songs und mancher Dialoge lassen sich jedenfalls ganz eindeutig zweideutig verstehen. Aber das Herz des Films sind doch die von Bob Fosse choreografierten Tanznummern. Sie sind, ganz Fosse-typisch, auf ultimative Perfektion ausgelegt – und die Drangsal der Tänzerinnen und Tänzer bei ihrer Ausführung ist förmlich spürbar, beinhalten sie doch so unglaublich viele Fallstricke, die den Dreh vermutlich zu einer Tortur gestaltet haben. Besonders die (ungeschnittene) Szene mit den beiden Protagonisten – von Doris Day und John Raitt exzellent dargeboten –, in der sie vor einem kleinen Haus „There Once Was a Man“ performen, lässt einen ob der präzisen Bewegungsabläufe staunen. Was die Fosse-Choreografie – mehr Tumult als Tanz – hier leistet, ist so genial, dass sie allein den Film lohnt.
Genre: Romantisches Musical
Länge: 97 Min.
Regie: George Abbott, Stanley Donen
Cast: u.a. Doris Day, John Raitt, Carol Haney, Eddie Foy Jr., Reta Shaw, Thelma Pelish, Barbara Nichols, Jack Straw, Ralph Dunn, Franklyn Fox
alt. Titel: The Pajama Game
Screenshots