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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Holiday (1938)‘, Bildquelle: Holiday (1938), Columbia Pictures

Holiday (1938)

Stimmungen: amourös, großbürgerlich, lustig, luxuriös, nonkonformistisch, romantisch, witzig

Nur noch der Vater muss überzeugt werden, aber Julia und Johnny sind sich ihrer Liebe sicher und wollen so bald wie möglich heiraten […]

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Holiday (1938)

Nur noch der Vater muss überzeugt werden, aber Julia und Johnny sind sich ihrer Liebe sicher und wollen so bald wie möglich heiraten. Und als sich seine Julia auch noch als potenzielle Multimillionendollarerbin einer New Yorker Bankiersdynastie entpuppt, ist Johnny umso begeisterter. Er selbst ist ein bisschen wie sein Darsteller, Cary Grant, selbst: ein Selfmademan, der sich von Kindesbeinen an aus seiner Armut hochgearbeitet hat. Anders, als es das Seton’sche Familienethos gebietet, will Johnny, dem eine glänzende Wall-Street-Karriere bevorsteht, jedoch mit Anfang dreißig aussteigen, um sich ein unbeschwertes Leben ohne Erwerbsarbeit zu gönnen. Für Julias Schwester Linda ist er damit ein Held – Katharine Hepburn spielt sie mit einem androgynen Habitus, flotter Rhetorik und pointierter Mimik so gut, dass jede ihrer Szenen zu einer reinen Hepburn-Szene wird. „Holiday“, ein Remake des Originals von 1930, gehört nicht nur zu den klassischen Screwball-Komödien, sondern ist zugleich einer ihrer herausragendsten Vertreter – ein Film, der nach unzähligen Jahrzehnten nichts an seiner Frische und seinem Tempo eingebüßt hat. Dabei sind die Zwischentöne durchaus düster: Linda ist in der schlossartigen Stadtvilla der Setons mit ihren riesigen Hallen und den per Fahrstuhl erreichbaren Etagen eine Gefangene, für die das alte Spielzimmer der drei Seton-Geschwister ein Refugium ist, in dem sich an Kindheitserinnerungen wärmen lässt, nur eben ergänzt um den Genuss von Zigaretten und Alkohol. Ihr Bruder ist schwerer Alkoholiker, in jeder seiner Szenen dauerbeschwipst (zugleich aber ein präziser Beobachter aller ziwschenmenschlichen Bruchstellen und Probleme), zerbrochen am Willen des Vaters, seine Träume von einem musikalischen Œuvre zugunsten einer Karriere in der Bank aufzugeben. Lindas renitenter Nonkonformismus – wie gesagt ultimativ von Hepburn verkörpert – trifft sich mit Johnnys sympathischem Postmaterialismus, der natürlich ganz und gar inkompatibel zu den Erwartungen seiner Verlobten und des Schwiegervaters in spe ist. Aber diese realistische Upperclass-Tragik verschwindet in „Holiday“ unter dem Mantel des turbulenten Screwball-Flairs, das sich ungemein charmant in jenen Momenten verdichtet, in denen Cary Grant, der einstige Vaudeville-Akrobat, einfach ein Rad schlägt oder einen Salto vollführt, wenn ihm die Situation zu angespannt erscheint.
Genre: Romantische Komödie
Länge: 96 Min.
Regie: George Cukor
Cast: u.a. Katharine Hepburn, Cary Grant, Doris Nolan, Jean Dixon, Lew Ayres, Edward Everett Horton, Henry Kolker, Binnie Barnes, Henry Daniell, George Pauncefort
alt. Titel: Die Schwester der Braut
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Szene aus ‚Dead Ringer (1964)‘, Bildquelle: Dead Ringer (1964), Warner Bros.

Dead Ringer (1964)

Stimmungen: großbürgerlich, kalifornisch, luxuriös

Die gigantische Villa mit ihren Marmorböden, majestätischen Treppen und dem Dienstpersonal – der Familiensitz einer neoaristokratis […]

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Dead Ringer (1964)

Die gigantische Villa mit ihren Marmorböden, majestätischen Treppen und dem Dienstpersonal – der Familiensitz einer neoaristokratischen Dynastie des kalifornischen Geldadels, der DeLorcas – ist der wesentliche Schauplatz von „Dead Ringer“. Hier lebt die just zur Witwe gewordene Margaret DeLorca, als sie Besuch von ihrer Zwillingsschwester Edith erhält – einer Barbesitzerin, die gerade vor dem Bankrott steht. Die reiche hat der nun armen Schwester einst den Mann weggeschnappt; zwanzig Jahre ist das her und ihr Wiedersehen am Grab ebenjenes DeLorcas ist der Beginn einer verhängnisvollen Manipulation. Bette Davis in der Rolle von Zwillingschwestern ist natürlich das Ereignis des Films; doch sind auch die Nebenrollen stark besetzt, etwa Karl Malden als langweiliger, aber mit gesundem Misstrauen ausgestatteter Kriminalkommissar, ein Mike Stone im LAPD; Monika Henreid, die Tochter des Regisseurs Paul Henreid als serviles Dienstmädchen Janet; Cyril Delevanti als Butler, dessen Loyalität allein der DeLorca-Familie gehört; oder der schon leicht verlebt wirkende Peter Lawford als geldgieriger Golfplayboy Tony Collins. Die mörderische Story und die doppelte Bette Davis (manchmal sogar in derselben Szene) machen den Film sehenswert; aber was ihn wirklich reizvoll macht, ist die latente Omnipräsenz des alten Los Angeles, kombiniert mit der schwerelosen Schwarz-Weiß-Fotografie – wie die wuchtigen Limousinen durch die hellen Straßen gleiten, wie an der Peripherie das DeLorca-Anwesen als stummer Zeuge einer untergegangenen Epoche ruht oder wie das Interieur von Collins’ Hochausappartement den hedonistischen Luxus der High Society andeutet, spürt man die Aura einer Metropole im Wandel, fast wie als Symbol des gerade zu Ende gegangenen Studiosystems von Hollywood.
Genre: Kriminal-Thriller
Länge: 116 Min.
Regie: Paul Henreid
Cast: u.a. Bette Davis, Karl Malden, Cyril Delevanti, Peter Lawford, Monika Henreid, Estelle Winwood, Philip Carey, George Macready, Jean Hagen, Ken Lynch, George Chandler, Bert Remsen, Charles Watts, Mario Alcalde
alt. Titel: Der schwarze Kreis
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Szene aus ‚Body Heat (1981)‘, Bildquelle: Body Heat (1981), The Ladd Company, Warner Bros.

Body Heat (1981)

„You shouldn’t wear that body“, sagt der Schmuddel-Anwalt Ned Racine zu der Frau, der er längst erlegen ist und mit der er in e […]

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Body Heat (1981)

„You shouldn’t wear that body“, sagt der Schmuddel-Anwalt Ned Racine zu der Frau, der er längst erlegen ist und mit der er in eine heftige Affäre stürzt. Matty Walker ist Kathleen Turners Debütrolle – und was für eine. Auch William Hurt – Racine – war bloß einmal zuvor über die Leinwände geflimmert und für den „Star Wars“- und „Indiana Jones“-Autor Lawrence Kasdan war es die erste Regiearbeit. Ein Film voller Debütanten und Novizen, ohne dass man es ihm anmerkt. In „Body Heat“ wird geschwitzt; Sex, Liebe, Tod strömen durch die Hitze Floridas. In Nebenrollen spielen J.A. Preston und Ted Danson, auch ein gewisser Mickey Rourke, damals ebenfalls noch neu im Geschäft. Ein lüsternes Liebesspiel, ein diabolischer Mordkomplott, zwielichtig ausgeleuchtete Räume, Palmenblätter und Sandstrand: „Body Heat“ ist ein sehenswertes Achtziger-Update des Film noir – unheilvolle Leidenschaft, Femme fatale, Mord liegt in der Luft.
Genre: Thriller
Länge: 113 Min.
Regie: Lawrence Kasdan
Cast: u.a. William Hurt, Kathleen Turner, Richard Crenna, J.A. Preston, Ted Danson, Mickey Rourke, Kim Zimmer, Jane Hallaren, Lanna Saunders, Carola McGuinness, Michael Ryan, Larry Marko
alt. Titel: Heißblütig – Kaltblütig
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Szene aus ‚Das Geheimnis der falschen Braut (1969)‘, Bildquelle: Das Geheimnis der falschen Braut (1969), Les Films du Carrosse

Das Geheimnis der falschen Braut (1969)

Stimmungen: amourös, kriminell

Erst im Unglück findet er zum Glück, der reiche Tabakfabrikant Louis Mahé, der sich eine Ehefrau per Heiratsannonce nach Réunion i […]

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Das Geheimnis der falschen Braut (1969)

Erst im Unglück findet er zum Glück, der reiche Tabakfabrikant Louis Mahé, der sich eine Ehefrau per Heiratsannonce nach Réunion in sein kleines Paradies im Indischen Ozean holt. Aber die Frau, die sich ihm als Julie Roussel vorstellt und die er nur aus Briefen kennt, ist eine andere, eben die „falsche Braut“ der deutschen Titelversion. „Das Geheimnis der falschen Braut“ ist zunächst einmal die Paarung von Catherine Deneuve und Jean-Paul Belmondo als aufregendes Leinwandpaar, das erst im Verderben sein Glück zu finden scheint. Vom Waisenhaus traumatisiert und an Betrug, Ausnutzung und Mord gewöhnt, droht Deneuves Femme fatale den ihr Verfallenen zu zerstören. Ihre Figur ist zutiefst zerrüttet: einerseits begehrt sie Liebe und Fürsorglichkeit, andererseits ein großurbanes Luxusleben in Paris; Belmondos Geschäftsmann indes ist bereit, seine bisheriges Leben aufzugeben und seinerseits zum Kriminellen zu werden.
Genre: Thriller
Länge: 123 Min.
Regie: François Truffaut
Cast: u.a. Jean-Paul Belmondo, Catherine Deneuve, Marcel Berbert, Yves Drouhet, Nelly Borgeaud, Martine Ferrière, Michel Bouquet
alt. Titel: La sirène du Mississipi/Mississippi Mermaid
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Szene aus ‚Forty Guns (1957)‘, Bildquelle: Forty Guns (1957), Twentieth Century-Fox

Forty Guns (1957)

Stimmung: plutokratisch

Im Hollywood der Fünfziger kamen feministischen Filme ausgerechnet aus der ultimativen Männerdomäne: dem Western. Neben […]

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Forty Guns (1957)

Im Hollywood der Fünfziger kamen feministischen Filme ausgerechnet aus der ultimativen Männerdomäne: dem Western. Neben Johnny Guitar“ (1952), in dessen Showdown sich die Frauen gegenüberstehen, war das vor allem Samuel Fullers „Forty Guns. Die Person, die sich eine ganze Stadt mit all ihren Institutionen gekauft hat, die mit einer Entourage von vierzig Killern durch Cochise County reitet und die eine unangefochtene Tyrannenautorität ausübt, ist nicht wie in allen anderen Filmen des Genres ein kaltschnäuziger Patriarch, sondern eine Frau. Wie Barbara Stanwyck als Jessica Drummond auf ihrem Pferd mit ihren mehr als drei Dutzend Männern durch die Stadt prescht, ist ohnehin eine der besten Szenen, die jemals für einen Western – ach was, überhaupt – gedreht wurden. Drummond befehligt ihr ganzes Umfeld mit einsilbigen Kommandos und manchmal nur mit Blicken; wenn sie mit einem kurzen Schrei ihr Pferd anspornt, lauert darin ein aggressives Machtbewusstsein; und nicht zuletzt macht sie den allseits gefürchteten Revolverprofi Griff Bonnell einfach zu ihrem love interest, wo doch dieser Kerl in jedem anderen Film die treibende Kraft des amourösen Spiels sein würde. Obendrein ist „Forty Guns“ gespickt mit anzüglichen Dialogen und Gesten, etwa die Szene, in der Jessica Drummond dem zu Tisch gebetenen Griff Bonnell gegenübersitzt und sich seine Pistole geben lässt: „May I feel it?“ – „Uh-uh.“ – „Just curious.“ – „It might go off in your face.“ Und später, als sie sich in der Prärie begegnen, fragt Bonnell: „You still interested in my gun?“ In „Forty Guns“ kommt Bonnell im Staatsauftrag mit einem Haftbefehl in die Stadt, begleitet von seinen beiden Brüdern, als Arizona noch kein Staat, sondern ein „Territory“ war. Gleich bei seiner Ankunft gerät er mit dem jüngeren Bruder der plutokratischen Matriarchin in Konflikt – der revolverschwingende Trunkenbold ist eine Art Abbild schwer erziehbarer Jugendlicher, mit denen sich Regisseur Sam Fuller, von dem auch das Drehbuch stammt, ähnlich wie kurz zuvor Nicholas Ray mit Rebel Without a Cause“ (1955) in seinem Film auseinandersetzen wollte.
Genre: Western
Länge: 80 Min.
Regie: Samuel Fuller
Cast: u.a. Barbara Stanwyck, Barry Sullivan, Gene Barry, Dean Jagger, Eve Brent, John Ericson, Robert Dix, Jidge Carroll, Paul Dubov, Gerald Milton, Hank Worden, Chuck Hayward, Chuck Roberson
alt. Titel: Vierzig Gewehre
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Szene aus ‚Zwei in Teufels Küche (1979)‘, Bildquelle: Zwei in Teufels Küche (1979), Warner Bros.

Zwei in Teufels Küche (1979)

Stimmungen: absurd, lustig, rasant, sehr lustig, turbulent, witzig

So, wie Peter Falk und Alan Arkin […]

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Zwei in Teufels Küche (1979)

So, wie Peter Falk und Alan Arkin in ihrem humoristischen Understatement die beiden Hauptrollen in „Zwei in Teufels Küche“ spielen, ist daraus eine der besten Komödien entstanden. Eines der Highlights dieses absurden Reigens kommt gleich zu Beginn, wenn sich die beiden Elternpaare der Verlobten zum ersten Mal begegnen, die Väter sich am Esstisch bemüßigt fühlen, ihren Toast auszusprechen, und die potenzielle Würde des Augenblicks mit ihren banalen Phrasen komplett zerreden. Dass sich der international geschäftige Vince Ricardo (Falk) und der arrivierte New Yorker Zahnarzt Sheldon Kornpett (Arkin) über ihre Kinder kennenlernen, ist eigentlich Nebensache. Gemeinsam stürzen sie in ein turbulentes Geheimdienstabenteuer voll trockenem Humor par excellence, keine Sekunde langweilig, die Scherze niemals albern, sondern in völliger Harmonie mit dem kongenialen Zusammenspiel von Arkin/Falk, die durch ihre unablässige Ernsthaftigkeit das Ganze erst so unendlich komisch machen – „Serpentine! Serpentine!“
Genre: Komödie
Länge: 103 Min.
Regie: Arthur Hiller
Cast: u.a. Peter Falk, Alan Arkin, Nancy Dussault, Penny Peyser, Arlene Golonka, Michael Lembeck, Richard Libertini, James Hong, Ed Begley Jr., David Paymer, Danny Kwan, Kent Williams, Eduardo Noriega, Maurice Sneed, Rozsika Halmos, Sammy Smith
alt. Titel: The In-Laws
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Szene aus ‚Viva Maria! (1965)‘, Bildquelle: Viva Maria! (1965), Nouvelles Editions de Films NEF, Vides, Studiocanal

Viva Maria! (1965)

Stimmungen: abenteuerlich, abenteuerlustig, amourös, explosiv, frivol, fröhlich, heiter, lasziv, promisk, revolutionär, sexuell, turbulent

Bezeichnete man Louis Malles „Viva Maria!“ als kunterbuntes Treiben, laszive Heiterkeit, fröhlichen […]

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Viva Maria! (1965)

Bezeichnete man Louis MallesViva Maria!“ als kunterbuntes Treiben, laszive Heiterkeit, fröhlichen Hedonismus, dann würde man sicherlich einen großen Teil der Stimmung dieses außergewöhnlichen Films treffen – aber der Kniff dieser turbulenten Genremixtur ist doch eigentlich die paradoxe Gleichzeitigkeit von Heiterkeit und Krieg, von Tod und Freude, von brutalen Vorgängen inmitten eines großen Spaßes. So wie „Viva Maria!“ zurückblieb, als die Nouvelle Vague abebbte, hatten die Filmemacher der britischen New Wave sich irgendwann mit der Frühneuzeitposse Tom Jones“ (1963) künstlerisch-eskapistisch von ihren ernsthaften Sujets abgekehrt. Die Kampfszenen sind aufwendiger inszeniert, als man sie in den meisten ernstgemeinten Kriegsfilmen jener Kinozeit, den frühen Sechzigern, sehen konnte. Jeanne Moreau und Brigitte Bardot, die eine Varieté-Dame, die andere Tochter eines irischen Terroristen und im Umgang mit Bomben und Granaten geschult, spielen zwei Frauen, die mit ihrer zunehmend lasziveren Show durch einen mittelamerikanischen Fantasiestaat tingeln und am Ende eine Revolution gegen einen Diktator, Kapitalisten und die Kirche anführen – absurd im späteren Monty-Python-Stil und mit einer Slapstick-Brutalität im Geiste der späteren Terence-Hill/Bud-Spencer-Stücke. Diese heitere Revolutionsfantasie, in der noch dazu Frauen Ton und Tempo bestimmten, trafen in den Jahren vor „68“ auf junge Gesellschaftssegmente, die sich mit neuen Werten und Lebensweisen anschickten, das Moralgebäude ihrer Elterngeneration zum Einsturz zu bringen.
Genre: Abenteuer-Komödie
Länge: 117 Min.
Regie: Louis Malle
Cast: u.a. Jeanne Moreau, Brigitte Bardot, Claudio Broo, George Hamilton, Paulette Dubost, Gregor von Rezzori, Poldo Bendandi, Carlos López Moctezuma, Jonathan Eden, Francisco Reiguera, José Ángel Espinosa, Adriana Roel, José Baviera
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Szene aus ‚Tom Jones (1963)‘, Bildquelle: Tom Jones (1963), Woodfall Film Prod.

Tom Jones (1963)

Stimmungen: amourös, aristokratisch, britisch, englisch, ländlich, lasziv, sexuell, turbulent, zynisch

Als die British New Wave-Masterminds der Woodfall Films der Schwarz-Weiß-Tristesse ihrer […]

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Tom Jones (1963)

Als die British New Wave-Masterminds der Woodfall Films der Schwarz-Weiß-Tristesse ihrer avantgardistischen Kitchen sink-Dramen überdrüssig waren, drehten sie „Tom Jones“. Und nur wenige Filme in der Geschichte haben für so viel Furore gesorgt wie dieser: Als eine mit geringem Budget adaptierte Leinwandversion eines englischen Romans aus dem 18. Jahrhundert, in Farbe getaucht und entgegen dem Usus vollständig on location gedreht, begeisterte „Tom Jones“ nicht nur Kritiker, sondern spielte an den Kinokassen im Nu ein Vielfaches seiner Kosten ein und stürmte im Jahr darauf mit zehn Nominierungen – allein die Hälfte davon für Schauspielleistungen – die „Oscar“-Verleihung und räumte gleich vier der goldenen Statuetten ab, darunter die für den Besten Film. Tom Jones ist ein Findelkind, aufgenommen von einem englischen Aristokraten im 18. Jahrhundert, gewachsen zu einem stattlichen jungen Mann, der mit kindlicher Freude das Erwachsensein auslebt – und mit seinem Lausbubengrinsen sowie einer unerschütterlichen Unbekümmertheit wird er perfekt vom jungen Albert Finney verkörpert. Zum Opfer einer Intrige geworden, muss Jones hinausziehen und sich in einer feindseligen Umwelt behaupten, durch die er sich mit seinem Charme und Sexappeal säuft, rauft und schläft. Die subtil-zynische Exkursion in die Frühe Neuzeit ist voll von anzüglichem Humor und beeindruckt mit einer Liebe zum historischen Detail, die man von einer solchen Posse gar nicht erwartet, durch welche aber die absurden und perversen Züge der damaligen (und suggestiv auch der heutigen) Gesellschaft hervortreten. Und wie als Parabel von der Dekadenz und Bigotterie der britischen Upperclass (ziemlich imposant in den Fratzen von Hugh Griffith dargestellt) sind gerade die Reichen und Reputierlichen die lasterhaften Frevler, die Sex, Alkohol und Töten zum Spaß frönen – überhaupt ist eine der eindringlichsten Sequenzen die Darstellung einer euphorischen Jagdgesellschaft, deren Treiben von militärischer Grausamkeit ist und in einem morbiden Trubel gipfelt. Wie die britischen New Wave-Macher sich in „Tom Jones“ eine Verschnaufpause gönnten, fand seine Entsprechung im französischen Kino der Nouvelle Vague in Louis Malles Abenteuerkomödie „Viva Maria!“ (1965).
Genre: Abenteuer-Komödie
Länge: 129 Min.
Regie: Tony Richardson
Cast: u.a. Albert Finney, Susannah York, Hugh Griffith, George Devine, David Warner, Joyce Redman, Rachel Kempson, Rosalind Knight, Edith Evans, Diane Cilento, Jack MacGowran, George A. Cooper, Angela Baddeley, Peter Bull, Mark Dignam, David Tomlinson, Wilfrid Lawson, Freda Jackson, Redmond Phillips
alt. Titel: Tom Jones – Zwischen Bett und Galgen
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Szene aus ‚A Kind of Loving (1962)‘, Bildquelle: A Kind of Loving (1962), Canal + Image UK, Optimum

A Kind of Loving (1962)

Stimmungen: britisch, englisch, proletarisch

Das Besondere im Alltäglichen: Ein junger Mann – Zeichner in einem Großunternehmen – verliebt sich in eine Kollegin, nach dem ersten Sex ist sie schwanger, aus der […]

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A Kind of Loving (1962)

Das Besondere im Alltäglichen: Ein junger Mann – Zeichner in einem Großunternehmen – verliebt sich in eine Kollegin, nach dem ersten Sex ist sie schwanger, aus der Unglückssituation entsteht eine notgedrungene Ehe. Im kleinen Zimmer im spießigen Haus der Brautmutter droht die Beziehung am Konflikt zwischen individuellem Lebensentwurf und moralischer Integrität der Arbeiterklasse zu zerbrechen – John Schlesingers Verfilmung von Stan Barstows Roman ist eine einfühlsame working class-Studie der englischen Gesellschaft am Beginn der Swinging Sixties.
Genre: Drama
Länge: 107 Min.
Regie: John Schlesinger
Cast: u.a. Alan Bates, June Ritchie, Thora Hird, Bert Palmer, Gwen Nelson, James Bolam, Jack Smethurst, Pat Keen, Leonard Rossiter, Peter Madden
alt. Titel: Nur ein Hauch Glückseligkeit
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Szene aus ‚See No Evil (1971)‘, Bildquelle: See No Evil (1971), Columbia Pictures

See No Evil (1971)

Stimmung: spannend

Die „Stiefel, die den Tod bedeuten“, auf denen die deutsche Titelversion beruht, treten gleich in der ersten Szene von „See No Evil“ ins […]

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See No Evil (1971)

Die „Stiefel, die den Tod bedeuten“, auf denen die deutsche Titelversion beruht, treten gleich in der ersten Szene von „See No Evil“ ins Bild. Und natürlich lässt sich da schon erahnen, dass die Trägerin oder der Träger dieses exzentrischen Schuhwerks im Cowboystil nichts Gutes im Schilde führt. Und die folgenden knapp anderthalb Stunden wird es genau darum gehen: um das Gesicht oberhalb dieser Stiefel. Mia Farrow spielt Sarah, eine junge Blinde, die bei einem Reitunfall ihr Augenlicht verloren hat und nach einer Zeit der Selbstisolation nun in das Haus ihrer Tante zurückkehrt – in einen stattlichen Landsitz der englischen Upperclass in Berkshire. Der – teils enorme – Suspense von „See No Evil“ erwächst aus dem völlig unterschiedlichen Kenntnisstand des Publikums und der Protagonistin: Während sie sich arglos durch das Haus tastet, sehen wir, was dort geschehen ist. Der einzige Aspekt, bei dem uns Richard Fleischer mit Sarah effektiv gleichstellt, ist die unbekannte Person, die von der ersten Szene des Films an bis zum Schluss lediglich anhand ihrer Cowboystiefel gezeigt wird und bei der uns die Kamera mit stark eingeschränkter Sicht auf den Straßenasphalt oder den Kneipenfußboden versetzt. Die ländliche Abgeschiedenheit wird hier nicht idyllisiert, sondern dient ganz im Gegenteil als Grundlage einer beklemmenden Einsamkeit und des Gefühls, einer anonymen Bedrohung ausgeliefert zu sein. Man wundert sich hinterher nicht, dass der Drehbuchautor Brian Clemens auch an And Soon the Darkness“ (1970) mitgeschrieben hat, bei dem zwei Mädchen beim Radurlaub in Frankreich auf der Landstraße in ein düsteres Schicksal gesogen werden. „See No Evil“ ist in seiner denkbar unspektakulären Szenerie (die Villa, ein Wald, eine Kiesgrube) und den souverän herbeigeführten Spannungsmomenten ein unbedingt sehenswertes Horrorthrillerschmuckstück.
Genre: Horror-Thriller
Länge: 89 Min.
Regie: Richard Fleischer
Cast: u.a. Mia Farrow, Norman Eshley, Diane Grayson, Brian Rawlinson, Dorothy Alison, Robin Bailey, Paul Nicholas, Christopher Matthews, Scott Fredericks, Max Faulkner, Reg Harding, Barrie Houghton, Lila Kaye, Michael Elphick, Donald Bisset
alt. Titel: Blind Terror / Stiefel, die den Tod bedeuten
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Szene aus ‚The Honeymoon Killers (1970)‘, Bildquelle: The Honeymoon Killers (1970), Roxanne Co.

The Honeymoon Killers (1970)

Stimmungen: amourös, brutal, kriminell

Das karge Ambiente der Low-budget-Independent-Produktion in Schwarz-Weiß macht das ohnehin düstere Thema des Films noch abgründiger. „The Honeymoon Killers […]

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The Honeymoon Killers (1970)

Das karge Ambiente der Low-budget-Independent-Produktion in Schwarz-Weiß macht das ohnehin düstere Thema des Films noch abgründiger. „The Honeymoon Killers“ erzählt von den „Lonely Hearts Killers“, von der übergewichtigen Krankenschwester Martha Beck und dem professionellen Heiratsschwindler Ray Fernandez, die sich durch die USA erst lügen und betrügen, schließlich morden – reale Serienkiller, die Ende der 1940er Jahre aufflogen und bis zu ihrer Hinrichtung im New Yorker Hochsicherheitsgefängnis Sing Sing durch die Medien geisterten. Als vermeintliche Geschwister, einander in Liebe verbunden, beuten sie für ein paar tausend Dollar die Einsamkeit von Witwen, Geschiedenen und alleinstehenden Frauen aus, stets mit der vagen Hoffnung auf ein sorgenfreies Vorstadtleben. Shirley Stoler und Tony Lo Bianco sind famose Besetzungen, die ihre Charaktere mit der mörderischen Liebe und banalen Gewaltimpulsen unheimlich glaubwürdig darbieten – ein Schmuckstück des Non-Hollywoodkinos.
Genre: Drama
Länge: 108 Min.
Regie: Leonard Kastle
Cast: u.a. Shirley Stoler, Tony Lo Bianco, Mary Jane Higby, Doris Roberts, Marilyn Chris, Kip McArdle, Dortha Duckworth, Barbara Cason, Mary Breen
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Szene aus ‚Der lange Tod des Stuntman Cameron (1980)‘, Bildquelle: Der lange Tod des Stuntman Cameron (1980), Simon Productions

Der lange Tod des Stuntman Cameron (1980)

Stimmung: turbulent

Wenn sich allenthalben nach wagemutigen, verrückten Filmprojekten gesehnt wird, dann ist damit vermutlich so etwas gemeint wie der Film, den […]

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Der lange Tod des Stuntman Cameron (1980)

Wenn sich allenthalben nach wagemutigen, verrückten Filmprojekten gesehnt wird, dann ist damit vermutlich so etwas gemeint wie der Film, den Richard Rush zu Beginn der Achtziger drehte. „Der lange Tod des Stuntman Cameron“ ist durch und durch unkonventionell, fernab vom Mainstreamkino und doch seinerzeit für drei „Oscars“ nominiert (neben Peter O’Toole auch Rush selbst, für Drehbuch und Regie). Was eigentlich sein größter Erfolg hätte sein müssen, markierte indes Rushs Untergang – jedenfalls drehte er erst anderthalb Jahrzehnte später wieder einen Film. „Der lange Tod des Stuntman Cameron“ lässt sich in keine Genre-Schablone pressen, so erratisch und turbulent ist dieser Streifen. Peter O’Toole spielt den Regisseur Eli Cross, der gerade an der Küste Kaliforniens einen Weltkriegsactionfilm dreht – ein verrücktes Genie voller Obsessionen, unter denen die Crew leidet, doch das mit seinem Charisma alle sich aufopfern lässt, angeblich angelehnt an Sam Peckinpah, einen der großartigen Wahnsinnigen des US-amerikanischen Kinos. Peckinpah-Kumpel O’Toole spielt ihn mit enormer Hingabe – eine der Performances, die allein einen Film sehenswert machen. Die Story ist eher nebensächlich und erfüllt vor allem den Zweck, in ein Milieu mit charmanten Chancen und abgrundtiefen Pathologien zu entführen: die Filmbranche. Ein Stuntman stirbt dabei, eine Limousine von einer Brücke in den Fluss stürzen zu lassen; als Cross kurz darauf zufällig auf einen Mann stößt, der von der Polizei gejagt wird, da gewährt er ihm Unterschlupf, indem er dem Flüchtigen einfach die Identität des toten Stuntmans gibt. Der ist ein Vietnamveteran, im Verlauf des Films ein Symbol für den problematischen Umgang der Heimatgesellschaft mit ihren Kriegsheimkehrern – eine weitere Facette dieses facettenreichen Films. Cross nutzt das aus, um ihn zu erpressen, den Dilettanten einen wagemutigen Stunt nach dem anderen ausführen zu lassen, als ob er gierig auf dessen Tod lauere und ihn auf Zelluloid bannen wolle.
Genre: Drama
Länge: 131 Min.
Regie: Richard Rush
Cast: u.a. Steve Railsback, Peter O’Toole, Barbara Hershey, Allen Garfield, Charles Bail, Alex Rocco, Sharon Farrell, Philip Bruns, Adam Roarke, John Pearce, Jim Hess, Michael Railsback, George Wallace, Dee Carroll, Leslie Winograde
alt. Titel: The Stunt Man
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Szene aus ‚Private Road (1971)‘, Bildquelle: Private Road (1971), BFI

Private Road (1971)

Stimmungen: amourös, bohemehaft, britisch, englisch, hedonistisch

Spätestens als er mit einer Kurzgeschichte seinen ersten Scheck erhält, ist Peter Morrissey eine glorreiche Karriere verheißen – wenn er denn seine […]

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Private Road (1971)

Spätestens als er mit einer Kurzgeschichte seinen ersten Scheck erhält, ist Peter Morrissey eine glorreiche Karriere verheißen – wenn er denn seinen Debütroman nicht versaut. Der junge Schriftsteller ist aber bald bedroht, von der Nine-to-Five-Routine seines Jobs in einer Werbeagentur verzehrt zu werden, um Geld für seine Freundin Ann zu verdienen, hinter deren Bohemeattitüde sich doch eine ziemlich materialistische Begierde verbirgt. „Private Road“ trägt eine Natürlichkeit in den Szenerien und im Schauspiel in sich, die mit den Konventionen bricht, die in sich bereits den Odem der Zeit, an der Schwelle zwischen Sechzigern und Siebzigern, verströmt: die Elegie bevorstehender Gelegenheiten, der Chancen von Jugend, die unter den Augen der Erwachsenen zur Bürde werden; auch eine unterschwellige Katerstimmung am Ende der Swinging Sixties und der zunehmende Druck, allen Triumphen auf dem sozialen Schlachtfeld von Werten und Normen zum Trotz sich nun mit standhaft gebliebenen Verhältnissen, gegen die rebelliert wurde, arrangieren zu müssen. Die Performances von Susan Penhaligon und Bruce Robinson als junges Paar, auch von Michael Feast als strauchelnder WG-Kumpan mit Gitarre und Heroinspritze, sind gelungen; und Patricia Cutts wirkt als Peters Literaturagentin wie eine direkte Folie für Doon Mackichans großartige Jane Plough in Toast of London (2012–15).
Genre: Drama
Länge: 89 Min.
Regie: Barney Platts-Mills
Cast: u.a. Susan Penhaligon, Bruce Robinson, Michael Feast, Robert Brown, Patricia Cutts, George Fenton, Kathleen Byron, Trevor Adams, Susan Brodrick, Paul Harper, Catherine Howe, Pamela Moiseiwitsch
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Szene aus ‚Nightfall (1956)‘, Bildquelle: Nightfall (1956), Copa Productions, Columbia Pictures

Nightfall (1956)

Stimmungen: amourös, kriminell, turbulent

Von einer lauwarmen kalifornischen Nacht in Los Angeles in die verschneiten Berge von […]

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Nightfall (1956)

Von einer lauwarmen kalifornischen Nacht in Los Angeles in die verschneiten Berge von Wyoming – dort liegt eine Tasche, voll mit dicken Dollarbündeln. Sie bestimmt James Vannings Leben, denn er wird zweifach verdächtigt, von beiden Seiten des Gesetzes: Die Polizei hält ihn für einen Mörder und Dieb, die wahren Gangster für den aktuellen Besitzer der Tasche und ihres Inhalts. Vanning, ein Okinawa-Veteran und mediokrer Künstler, ist zermürbt von seiner Flucht und seinem Leben im Niemandsland zwischen Gut und Böse, denn wer würde ihm schon seine Unschuldsbehauptung abkaufen? Für sein Alter, gedreht zur Mitte der 1950er Jahre, als ein Präsident Kennedy noch Zukunftsmusik und die berüchtigte Selbstzensur Hollywoods in Gestalt des berüchtigten Production Code noch gerade so wirksam war, ist „Nightfall“ ein bemerkenswert moderner, agiler, Film, der an Drive und Originalität fast nichts verloren zu haben scheint. Die Gangster, gespielt von Brian Keith und Rudy Bond – der eine von krimineller Besonnenheit, der andere von besinnungsloser Kriminalität –, wirken wie aus einer anderen Hollywood-Zeit und erinnern eher an spätere Coen- und Tarantino-Figuren denn die Noir-Schablonen jener Filmepoche. Und wie Jacques Tourneur sein Publikum durch die knapp achtzig Minuten Spieldauer jagt, von den Neonlichtern in Los Angeles zur Wildnis von Wyoming, entspricht dem rasanten Tempo einer Howard-Hawks-Screwballkomödie.
Genre: Thriller
Länge: 79 Min.
Regie: Jacques Tourneur
Cast: u.a. Aldo Ray, Anne Bancroft, Brian Keith, Rudy Bond, James Gregory, Jocelyn Brando, Frank Albertson, Arline Anderson
alt. Titel: Wenn die Nacht anbricht
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Szene aus ‚Die Erbin (1949)‘, Bildquelle: Die Erbin (1949), Paramount Pictures

Die Erbin (1949)

Stimmungen: amourös, bildungsbürgerlich, elitär, großbürgerlich, luxuriös

Austin Sloper glaubt seine unendlich schüchterne, im Smalltalk der New Yorker Hochgesellschaft gänzlich unbegabte Tochter Catherine […]

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Die Erbin (1949)

Austin Sloper glaubt seine unendlich schüchterne, im Smalltalk der New Yorker Hochgesellschaft gänzlich unbegabte Tochter Catherine auf dem Pfad zur ewigen Jungfer – und deshalb hält er auch die Avancen des galanten, aber mittellosen Schönlings Morris Townsend lediglich für den Versuch, an Catherines Reichtum als Alleinerbin des vermögenden Arztes Sloper zu gelangen. Während Catherine in überstürzten Heiratsabsichten schwelgt und dem Charmeur Townsend erliegt, droht Sloper mit der Enterbung. Angesiedelt in einem Greek Revival-Haus im New York zur Mitte des 19. Jahrhunderts – ein Gebäude voll erlesenem Luxus, zugleich eine Arena, in der Gäste und Bewohner ständig ihre Fähigkeit zur standesgemäßen Konversation zu belegen haben –, ist „Die Erbin“ in den wenigen Dialog-Rollen exzellent besetzt und wirkt trotz seines Alters überraschend frisch. Montgomery Clift beherrscht die Posen, Blicke und vor allem das Lächeln des mutmaßlichen Betrügers perfekt – hier ist er im Übrigen noch mit dem Gesicht vor seinem folgenschweren Autounfall zu sehen. Auch Miriam Hopkins und Ralph Richardson als Catherines Tante und Vater liefern das passende Mienenspiel zu ihren Figuren – sie alle werden aber in den Schatten gestellt von Olivia de Havilland, die das Filmprojekt, eine Broadway-Adaption, angestoßen hatte und die langweilige Frau, die sich von der Zuneigung des erstbesten Bewerbers völlig betören lässt, mit einer ausgefeilten Körpersprache spielt, wie man sie nicht oft zu sehen bekommt.
Genre: Drama
Länge: 111 Min.
Regie: William Wyler
Cast: u.a. Olivia de Havilland, Montgomery Clift, Miriam Hopkins, Ralph Richardson, Vanessa Brown, Betty Linley, Harry Antrim
alt. Titel: The Heiress
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