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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Der Leopard (1963)‘, Bildquelle: Der Leopard (1963), Twentieth Century Fox

Der Leopard (1963)

Stimmungen: aristokratisch, elitär, familiär, historisch, luxuriös, opulent

Luchino Viscontis „Der Leopard“ gehört zum Kanon der Meisterwerke und ist in der Tat eine epische Kinematografierung einer Zeitenwende.

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Der Leopard (1963)

Die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen des Risorgimento – der italienischen Nationalstaatsbewegung –, der Untergang der Aristokratie zugunsten eines neureichen Bürgertums bilden die historische Kulisse von Luchino Viscontis Bestsellerverfilmung, die im Ruf eines kinematografischen Meisterwerks steht.

Burt Lancaster spielt den sizilianischen Prinzen Don Fabrizio Salina, einen Aristokraten, der das nahende Ende der Adelsprivilegien erkennt, selbst aber nicht mehr zum Wandel fähig ist. Alain Delon ist sein opportunistischer Neffe Tancredi, der den verarmten Adel repräsentiert und in die wohlhabende Bourgeoisie einheiratet. Und Claudia Cardinale ist die junge Sizilianerin Angelica, die Tochter eines Revolutionsgewinners, der über das monetäre, nicht aber das kulturelle Kapital zum Eintritt in die Oberschicht verfügt.

Der Leopard“ zeigt eine vom Aussterben bedrohte Welt, eine entkräftete Opulenz, einen seltsamen Mikrokosmos, in epischer Langatmigkeit erzählt. Grandios ist der statusbewusste Prunk einer alteingesessenen Elite, der sich in fabelhaften Bildern manifestiert. Fast wirkt Viscontis Werk wie ein Spiegel seines Objektes, der erodierenden Aristokratie – weil es sich um einen Film handelt, wie man ihn heute nicht mehr drehen würde. Sein Höhepunkt ist der große Ball am Ende, der noch einmal die ganze Pracht der anachronistischen Oberschicht entfaltet, während die politische und plutokratische Macht in Italien längst an andere übergegangen ist.

Genre: Drama
Länge: 186 Min.
Regie: Luchino Visconti
Cast: u.a. Burt Lancaster, Alain Delon, Claudia Cardinale, Paolo Stoppa, Rina Morelli, Romolo Valli, Terence Hill, Lucilla Morlachhi, Pierre Clémenti, Serge Reggiani
alt. Titel: Il gattopardo
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Rocco und seine Brüder (1960)‘, Bildquelle: Rocco und seine Brüder (1960), Titanus, Studiocanal

Rocco und seine Brüder (1960)

Stimmungen: dramatisch, familiär, proletarisch

„Rocco und seine Brüder“ ist ein episches Familiendrama in der latent surrealen Großstadtatmosphäre des Nachkriegsitaliens.

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Rocco und seine Brüder (1960)

Rocco und seine Brüder“, das sind drei Stunden schwarz-weißer Turbulenzen der Familie Parondi, die Italiens verarmten Süden verlässt, um im industriellen Norden, in Mailand, ihr Glück zu versuchen. Da ist die verwitwete Matriarchin Rosaria mit ihren penetranten Wehklagen; da ist Vincenzo, der sich mit seiner Beziehung zu Ginetta aus dem eingeschworenen Familienverbund heiratet; der kleine Luca, der ebenfalls mit anpacken muss; Ciro, der sich als Facharbeiter bei Alfa Romeo qualifiziert; der aufbrausende, psychopathische Simone, der mit einer Boxkarriere viel Geld machen will, was aber am Ende nur seinem Bruder Rocco gelingt, den wiederum eine obsessive Familienloyalität zerstört; und die Prostituierte Nadia, für deren Leben die Parondi-Brüder zwei Extreme bereithalten.

Mit „Rocco und seine Brüder“ hat Luchino Visconti eine epische Familiengeschichte geschaffen, die ein großurbanes Italien rund 15 Jahre nach faschistischer Diktatur und Krieg zeigt, garniert mit Nino Rotas minimalistischem Score, unzähligen Close-ups und einer extrem atmosphärischen Mise en Scène. Als Rocco auf dem Dach des Mailänder Doms eine Träne aus dem Auge rinnt, ist das eine der besten Alain-Delon-Szenen in der ganzen Karriere dieses Schauspielers, den Viscontis Film mit zum Star des europäischen Sechzigerjahre-Kinos machte.

Genre: Drama
Länge: 179 Min.
Regie: Luchino Visconti
Cast: u.a. Alain Delon, Annie Girardot, Renato Salvatori, Katina Paxinou, Spyros Fokas, Max Cartier, Rocco Vidolazzi, Claudia Cardinale, Alessandra Panaro, Roger Hanin, Paolo Stoppa, Suzy Delair, Corrado Pani, Claudia Mori, Adriana Asti, Renato Terra, Jerome Adjer, Enzo Fiermonte, Biagio Gambini, Nino Castelnuovo
alt. Titel: Rocco e i suoi fratelli
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Winchester ’73 (1950)‘, Bildquelle: Winchester ’73 (1950), Universal Pictures

Winchester ’73 (1950)

Stimmung: gewaltsam

In all seinen Einzelteilen fügt sich Winchester ’73 zu einer wahren Westernpoesie zusammen.

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Winchester ’73 (1950)

In „Winchester ’73“ blitzte mit dem Hass in den Augen des Protagonisten Lin McAdam plötzlich auch die schauspielerische Tiefe des James Stewart auf – bis dahin Star romantischer Komödien und patriotischer Märchen.

McAdam ist auf Menschenjagd, um den Tod seines Vaters zu rächen – der Weg dieser Blutrache zeigt eine perfektionierte Western-Kinematografie voll schwarz-weißer Eleganz, Shelley Winters als schlagfertige Saloon-Sängerin (und andeutungsweise Prostituierte), Dan Duryea in einer Show-stehlenden Performance als hinterlistigen Gunslinger und in Nebenrollen die damaligen Hollywood-Nobodys Tony Curtis als jungen Kavalleristen und Rock Hudson als Indianerhäuptling.

Genre: Western
Länge: 92 Min.
Regie: Anthony Mann
Cast: u.a. James Stewart, Shelley Winters, Millard Mitchell, Stephen McNally, Dan Duryea, Will Geer, Charles Drake, John McIntire, Jay C. Flippen, Rock Hudson, John Alexander, Tony Curtis
alt. Titel: Winchester 73
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Der Tag, an dem die Erde Feuer fing (1961)‘, Bildquelle: Der Tag, an dem die Erde Feuer fing (1961), Melina Productions, Cohen Film Collection

Der Tag, an dem die Erde Feuer fing (1961)

Stimmungen: apokalyptisch, endzeitlich, heiß, hektisch, investigativ, journalistisch, verschwitzt

Der Tag, an dem die Erde Feuer fing: Val Guests minimalistische Endzeitprophetie ist auch einer der besten Journalismus-Filme.

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Der Tag, an dem die Erde Feuer fing (1961)

Erderwärmung auf eine andere Art: Durch die brachialen Atomtests gerät die Erde aus ihrer Umlaufbahn und steuert auf die Sonne zu. Auf den Fersen des investigativen Reporters Peter Stenning dramatisiert „Der Tag, an dem die Erde Feuer fing“ den Zerfall der metropolitanen Zivilisation Londons auf außerordentlich zurückhaltende, dadurch umso realistischere Weise – ein endzeitlicher Katastrophen- und Journalismus-Film mit rapiden Dialogen, hemdsärmeliger Hosenträger- und Hornbrillenhektik in den originalgetreuen Redaktionsräumen, dazu eine für die Zeit erstaunliche Freizügigkeit.

Genre: Drama
Länge: 99 Min.
Regie: Val Guest
Cast: u.a. Edward Judd, Leo McKern, Janet Munro, Michael Goodliffe, Arthur Christiansen, Bernard Braden, Reginald Beckwith, Gene Anderson
alt. Titel: The Day the Earth Caught Fire
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Cage of Gold (1950)‘, Bildquelle: Cage of Gold (1950), Ealing Studios, Studiocanal Films

Cage of Gold (1950)

Stimmungen: britisch, elegant, englisch, nächtlich

Cage of Gold beeindruckt vor allem durch die retrospektiv famose Kameraführung des Douglas Slocombe.

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Cage of Gold (1950)

Liebe, Erpressung, Eifersucht sind hier die emotionalen Triebfedern der Handlung – doch ungeachtet des originellen Plots ist „Cage of Gold“ vor allem ein Kamerafilm. Die ungeheuerlich dynamischen Drehungen und Zooms im engen Raum, die hollywoodesken Film noir-Vignetten oder die Close-ups an der Grenze zum Grotesken: Douglas Slocombe, der später auch die Kamera bei Rollerball“ (1975) oder den ersten drei „Indiana Jones“-Streifen führte, überrascht hier mit einer für ein Nachkriegsdrama der Ealing Studios erstaunlich experimentellen Kamera.

Genre: Drama
Länge: 83 Min.
Regie: Basil Dearden
Cast: u.a. Jean Simmons, David Farrar, James Donald, Madeleine Lebeau
alt. Titel: Frau im Netz
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Der Herr der sieben Meere (1940)‘, Bildquelle: Der Herr der sieben Meere (1940), Warner Bros. Pictures, Turner Entertainment, Plaion Pictures

Der Herr der sieben Meere (1940)

Stimmungen: abenteuerlich, furios, historisch, maritim

Das Freibeuterabenteuer mit Errol Flynn ist atmosphärisch der perfekte Hollywoodfilm.

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Der Herr der sieben Meere (1940)

Säbelrasselnde Scharmützel an Bord geenterter Schiffe; Freibeuter, die sich durch den Dschungel von Panama schlagen; oder fulminante Fechtduelle in den Trakten alter Gemäuer: „Der Heer der sieben Meere“ ist die Traumfabrik der Studioära in Perfektion, Kino in Reinform.

Errol Flynn hechtet mit seinem Degen durch die formidabel fotografierten Szenen, als sei er nur für diesen Film geboren worden; Flora Robson stiehlt ihm als Queen Elizabeth I. beinahe die Show; und spätestens Erich Wolfgang Korngolds Score veredelt die Bilder zu einem prachtvollen Kunstwerk in Schwarz-Weiß.

In den Piratenvignetten lässt sich unweigerlich die atmosphärische Inspirationsquelle für Werke à la Hook, Pirates of the Caribbean oder Monkey Island erkennen. Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war der Kampf der britischen Krone gegen die Weltherrschaftsgelüste der Spanier natürlich eine Parabel des Widerstands gegen Hitler.

Genre: Abenteuerfilm
Länge: 128 Min.
Regie: Michael Curtiz
Cast: u.a. Errol Flynn, Brenda Marshall, Flora Robson, Alan Hale, Claude Rains, Henry Daniell, Una O’Connor, Gilbert Roland, David Bruce, Clifford Brooke, William Lundigan, Clyde Cook, J.M. Kerrigan, Donald Crisp
alt. Titel: The Sea Hawk
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Ms .45 (1981)‘, Bildquelle: Ms .45 (1981), Navarron Films, Rochelle Films

Ms .45 (1981)

Stimmungen: brutal, gewaltsam, großstädtisch, grotesk, skurril, urban

Ms .45 ist Abel Ferraras Rachefantasie im New York der frühen Achtziger mit Zoë Lund als Vigilante-Feministin.

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Ms .45 (1981)

Als Porträtist überlebensgroßer Eruptionen gestörter Individuen inszeniert der Bronx-Sprössling Abel Ferrara mit „Ms. 45“ einen radikalen Vigilante-Feminismus im schmutzig-bedrohlichen New York der frühen Achtziger.

In einer entgrenzten Steigerung von Charles Bronsons Selbstjustizler im seinerzeit berüchtigten Death Wish“ (1974) zieht Zoë Lunds stumme Näherin eine verhängnisvolle Konsequenz aus der traumatisch widerfahrenen Gewalt – mit grotesk-genialem Slow-Motion-Showdown à la Peckinpah. Neben Lunds abgründiger Metamorphose vom Mauerblümchen zum Racheengel beeindruckt an „Ms .45“, wie Ferrara und seine Crew den Low-Budget-Film stellenweise als große Studio-Produktion aussehen lassen.

Genre: Thriller
Länge: 81 Min.
Regie: Abel Ferrara
Cast: u.a. Zoë Lund, Albert Sinkys, Editta Sherman, Darlene Stuto, Helen McGara, Peter Yellen, Jack Thibeau
alt. Titel: Die Frau mit der 45er Magnum
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Der Zwang zum Bösen (1959)‘, Bildquelle: Der Zwang zum Bösen (1959), Darryl F. Zanuck Productions, Twentieth Century Fox Film Corporation

Der Zwang zum Bösen (1959)

Stimmungen: juristisch, kriminell, rhetorisch

Ziemlich stark gespielte Verfilmung eines der berüchtigsten Mord- und Gerichtsfälle in der US-Justizgeschichte.

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Der Zwang zum Bösen (1959)

Die Vorstellung vom perfekten Mord in einer schaurigen Ausprägung: Als im Mai 1924 die beiden Studenten Nathan Leopold und Richard Loeb einen 14-jährigen Jungen in Chicago entführten und ermordeten, da sprach man vom „crime of the century“. Entsprechend geriet der „trial of the century“ zum Medienspektakel, nicht zuletzt als einer der prestigeträchtigsten Anwälte die Verteidigung übernahm. Wie im echten Fall sind die beiden Filmcharaktere Judd Steiner und Arthur A. Straus zwei arrogante Upperclass-Sprösse, die ihren Intellekt als Rechtfertigung missdeuten, sich über Gesetz und Moral hinwegzusetzen, um sich mit einem perfekten Verbrechen ihrer vermeintlichen Überlegenheit zu vergewissern.

Der Film spielt damit, dass Steiner und Straus ihrer Herkunft wegen diskriminiert werden, da die schockierte Öffentlichkeit den Tod der beiden Söhne reicher Eltern fordert. „Der Zwang zum Bösen“ entwickelt zunächst die beiden deformierten Charaktere – schier unerträglich durch die starken Performances von Dean Stockwell und Bradford Dillman –, um dann nicht wie in herkömmlichen Gerichtsthrillern juristische Finessen zu kredenzen, sondern schlicht einen moralischen Appell gegen die Todesstrafe starkzumachen – vorgetragen von Orson Welles als bekanntem Juristen, der allein durch seine stattliche Physis und der brummigen Stimme seinen messerscharfen Worten Nachdruck verleiht. Neben Stockwell und Dillman als den Übeltätern, die zugleich Opfer ihrer Hybris werden, und Welles als Anwalt voll bedächtigem Biss, brilliert E.G. Marshall als energischer Staatsanwalt, der die beiden jungen Männer an den Galgen bringen will.

Die filmische Wiedergabe geschichtsträchtiger Wirklichkeit, vermittelt durch eine Romanadaption (Meyer Levins gleichnamiges Buch aus dem Jahr 1956) und kombiniert mit einem hochkarätigen Cast, macht aus „Der Zwang zum Bösen“ einen der sehenswertesten Gerichtsfilme.

Genre: Drama
Länge: 103 Min.
Regie: Richard Fleischer
Cast: u.a. Dean Stockwell, Bradford Dillman, Orson Welles, E.G. Marshall, Diane Varsi, Martin Milner, Richard Anderson, Edward Binns, Louise Lorimer, Robert Burton, Wilton Graff
alt. Titel: Compulsion
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Mit dem Rücken zur Wand (1958)‘, Bildquelle: Mit dem Rücken zur Wand (1958), Gaumont

Mit dem Rücken zur Wand (1958)

Stimmungen: elegant, finster, großbürgerlich, luxuriös, nächtlich

Mit dem Rücken zur Wand ist ein visuelles Festival der Noir-Szenerie.

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Mit dem Rücken zur Wand (1958)

Mit seinen ungemein eleganten Noir-Tupfern gehört „Mit dem Rücken zur Wand“ zu den visuell schönsten Werken dieses Genres, das zwar in den USA seinen Ursprung hatte, jedoch in Frankreich seine ästhetische Würdigung erfuhr – mit klassischen Noir-Motiven wie Hut und Mantel als Einzelgängergarnitur, schweren US-Limousinen und prophetischen Gittern aus Fensterrahmen oder Schatten, die sich über die untergangsgeweihten Charaktere legen. Hinzu kommt die fintenreiche Story, in der ein gehörnter Geschäftsmann, mit einer gefährlichen Mischung aus Wut und Verzweiflung, seine Frau und ihren Geliebten in die Enge treibt.

Dass es sich bei „Mit dem Rücken zur Wand“ um das Erstlingswerk des damals dreißigjährigen Regisseurs Édouard Molinaro handelte, mag man angesichts der formvollendeten Kinematografie kaum glauben

Genre: Noir-Thriller
Länge: 94 Min.
Regie: Édouard Molinaro
Cast: u.a. Gérard Oury, Jeanne Moreau, Philippe Nicaud, Claire Maurier, Jean Lefebvre, Colette Renard, Gérard Buhr
alt. Titel: Le dos au mur
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Flaming Brothers (1987)‘, Bildquelle: Flaming Brothers (1987), Fortune Star Media, Eureka Entertainment

Flaming Brothers (1987)

Stimmungen: blutig, brutal, gewaltsam, kriminell, mafiös, romantisch

Flaming Brothers ist eine brutale Blutballade romantischer Loyalität im Charme der Spätachtziger-Hongkong-Action.

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Flaming Brothers (1987)

Michael-Mann’sche Kriminalsentimentalität inszeniert mit Peckinpah’schem Schusswunden-Furor und Zeitlupen-Tod: Im waffengewaltigen Hongkong-Action-Stück „Flaming Brothers“ gehen Romantik und Shootout-Tod eine beinahe poetische Symbiose ein, wenn die beiden einstigen Waisenjungen Ho-Tien und Wai-Lun ihre Brüderlichkeit im Macauer Triaden-Krieg ins Extreme steigern – zugleich Glorifizierung und Kritik unverbrüchlicher Loyalität.

Genre: Actrion-Drama
Länge: 102 Min.
Regie: Joe Cheung
Cast: u.a. Alan Tang, Chow Yun-Fat, Patricia Ha, Jenny Tseng, James Yi, Philip Chan, Yin Tse, Yeh Fang, Eddy Ko
alt. Titel: Gong woo lung foo dau
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Das indiskrete Zimmer (1962)‘, Bildquelle: Das indiskrete Zimmer (1962), Romulus Films, Studiocanal

Das indiskrete Zimmer (1962)

Stimmungen: britisch, desolat, englisch, karg, prekär, trist

Das indiskrete Zimmer bietet einige der besten Kameraeinstellungen der British New Wave und erkundet das Souterrain des anbrechenden Swinging London.

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Das indiskrete Zimmer (1962)

Die Französin Jane, nach London vor ihrer bedrückenden Familie geflohen, bezieht eine karge Dachgeschosswohnung im (damals noch desolaten) Notting Hill – an den Bewohner:innen des Hauses zeigt sich wie unter einem Brennglas die verborgene Wirklichkeit der englischen Großstadtgesellschaft, die Homosexualität, Prostitution oder ehelose Kinder moralisch noch nicht akzeptiert hat, und in der Einsamkeit mit Armut zu einem prekären Amalgam verschmelzen.

Genre: Drama
Länge: 126 Min.
Regie: Bryan Forbes
Cast: u.a. Leslie Caron, Tom Bell, Brock Peters, Cicely Courtneidge, Avis Bunnage, Patricia Phoenix, Gerald Sim, Nanette Newman, Emlyn Williams, Bernard Lee, Verity Edmett
alt. Titel: The L-Shaped Room
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Fright (1971)‘, Bildquelle: Fright (1971), Fantale Films, Studiocanal

Fright (1971)

Stimmungen: bedrohlich, britisch, brutal, englisch, klaustrophobisch, nächtlich, spannend

Im britischen Landhaus-Horror Fright gibt Susan George ihre verstörende Generalprobe für „Straw Dogs“.

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Fright (1971)

Susan Georges Generalprobe für die verstörende Home invasion in Straw Dogs“ (1971): Als Babysitterin in einem abgelegenen Landhaus wird sie von Ian Bannens psychotischem Klinikausbrecher terrorisiert – das großbürgerliche Heim als klaustrophobische Falle, mit Zooms und Close-ups als kinematografischen Furchterregern.

Genre: Horror-Thriller
Länge: 87 Min.
Regie: Peter Collinson
Cast: u.a. Susan George, Ian Bannen, Honor Blackman, George Cole, Dennis Waterman, John Gregson, Tara Collinson, Maurice Kaufmann
alt. Titel: Die Nacht des kalten Grauens/Die Fratze
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚What happened was… (1994)‘, Bildquelle: What happened was… (1994), Genre Pictures

What happened was… (1994)

Stimmungen: bizarr, großstädtisch, metropolitan, nächtlich, strapaziös, urban, yuppiesk

Im New Yorker Appertement-Kammerspiel What happened was… eskaliert ein Date zum Seelenstriptease.

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What happened was… (1994)

In Single-Location-Kammerspielen à la „What happened was…“ ersetzen die Aufs und Abs von Konversationskonjunkturen die Schauplatzwechsel in anderen Filmen. Hier ist es vor allem die strapaziöse, teils absurde Date-Agonie zweier metropolitaner Yuppies, die stets haarscharf an einem großartigen Abend zu zweit vorbeischrammen.

What happened was…“ – angeblich von einem realen Ereignis inspiriert – verleiht dem vordergründig harmlosen Rahmen eines Treffens zweier Arbeitskolleg:innen durch seine visuelle Aura die Bedrohlichkeit eines Neo-Noir-Thrillers.

Weitere New-York-Filme entdecken: eine Auswahl der besten Filme, die in New York spielen.

Genre: Drama
Länge: 91 Min.
Regie: Tom Noonan
Cast: Karen Sillas, Tom Noonan
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Flammen über Fernost (1954)‘, Bildquelle: Flammen über Fernost (1954), Two Cities Films, Carlton Film Distributors

Flammen über Fernost (1954)

Stimmungen: abenteuerlich, heiß, kriegerisch, militärisch, soldatisch, strapaziös, verschwitzt

Flammen über Fernost verströmt fernöstliche Abenteuerfilmatmosphäre, während sich Gregory Peck im Dschungel in strapaziöse Posen wirft.

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Flammen über Fernost (1954)

Burma im Zweiten Weltkrieg: In strapaziösen, schweißperlenden Close-ups zeigt „Flammen über Fernost“ die überlebenskämpferische Kameraderie eines Kampfpiloten, der sich und zwei weitere Überlebende einer Bruchlandung in feindlichem Territorium durch den Dschungel zum Stützpunkt seiner Fliegerstaffel zurückschlagen will.

Der seinerzeit vierfach BAFTA-nominierte „Flammen über Fernost“ ist ein Film, der durch seine Einzelteile besticht – der Kontrast zwischen dem adretten Offizier und dem Verdurstenden in verschlissener Uniform; der im fernöstlichen Nirgendwo herumirrende Familienvater, der in seiner verzweifelten Verlorenheit den Kolonialismus einmal mehr absurd erscheinen lässt; die vor Hitze flimmernde Leinwand und delirierende Nahaufnahmen; oder die technicolorisierte Abenteueratmosphäre, die wie ein Vorgriff auf Indiana Jones and the Temple of Doom“ (1984) wirkt.

Genre: Abenteuer-Drama
Länge: 102 Min.
Regie: Robert Parrish
Cast: u.a. Gregory Peck, Win Min Than, Bernard Lee, Maurice Denham, Brenda de Banzie, Lyndon Brook, Anthony Bushell, Jack McNaughton
alt. Titel: The Purple Plain
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Der dritte Grad (1975)‘, Bildquelle: Der dritte Grad (1975), Studiocanal

Der dritte Grad (1975)

Stimmungen: mediterran, sonnig, spannend, warm

Die Idylle verdeckt den Überwachungsstaat: In Der dritte Grad belauern sich Michel Piccoli und Ugo Tognazzi unter der Sonne des Mittelmeers.

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Der dritte Grad (1975)

Eine Diktatur, in der sich die Verdächtigen lieber vom Balkon stürzen, als zum Verhör mitzugehen: In „Der dritte Grad“ verdeckt das mediterrane Flair heller Straßenzüge und malerischer Fischerdörfer den allgegenwärtigen Überwachungsstaat – die faktische Anonymität und Bedeutungslosigkeit des Einzelnen setzt sich fort in den Charakteren, von denen keiner einen Namen trägt.

Michel Piccoli, gleich in einer seiner ersten Szenen mit der obligatorischen Zigarette bewehrt, ist der Ermittler, der am Wochenende unter der idyllischen Mittelmeersonne einen mutmaßlichen Untergrundkämpfer ins Hauptquartier bringen soll. Dieser wiederum ist der Inhaber eines Reisebüros, unschuldig, wie er sagt. Daneben: Dimos Starenios als Graue Eminenz des Systems und Mario Adorf als prolliger Handlanger desselben, dazu Ennio Morricones polternder Score.

Genre: Dramatischer Thriller
Länge: 111 Min.
Regie: Peter Fleischmann
Cast: u.a. Ugo Tognazzi, Michel Piccoli, Mario Adorf, Dimos Starenios, Adriana Asti, Nina Andoulinaki, Eva Krini, Kostas Sfikas
alt. Titel: La Faille
Text verfasst von: Robert Lorenz
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