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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Ich glaub’, mich tritt ein Pferd (1978)‘, Bildquelle: Ich glaub’, mich tritt ein Pferd (1978), Universal

Ich glaub’, mich tritt ein Pferd (1978)

Völlig durchgeknallter Komödienklassiker über das hedonistische Campus-Leben am Ende der Siebziger: Die Delta-Verbindung ist […]

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Ich glaub’, mich tritt ein Pferd (1978)

Völlig durchgeknallter Komödienklassiker über das hedonistische Campus-Leben am Ende der Siebziger: Die Delta-Verbindung ist eine archetypische Ansammlung der miesesten Studenten am ganzen College – ausschweifende Partys und ständige Eskalationen des Chaos machen sie zur Feindin des autoritären Dekans und der elitären Nachbarverbindung.

Genre: Komödie
Länge: 109 Min.
Regie: John Landis
Cast: u.a. John Belushi, Tim Matheson, James Widdoes, Douglas Kenney, Karen Allen, Peter Riegert, Tom Hulce, John Vernon, Donald Sutherland, Joshua Daniel, Stephen Furst, Mark Metcalf, Mary Louise Weller, Otis Day, Martha Smith, James Daughton, Kevin Bacon, Bruce McGill, Verna Bloom, Sarah Holcomb, Eliza Roberts
alt. Titel: National Lampoon’s Animal House
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Bad Boys (1983)‘, Bildquelle: Bad Boys (1983), EMI Films, Canal+, Image UK

Bad Boys (1983)

Stimmungen: jugendlich, kriminell

Ein Gangsterfilm, aber die Gangster sind Kinder und Jugendliche. Sie ziehen durch die Straßen von Chicago […]

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Bad Boys (1983)

Ein Gangsterfilm, aber die Gangster sind Kinder und Jugendliche. Sie ziehen durch die Straßen von Chicago – der Wiege des Gangsterfilms –, bis an die Zähne bewaffnet, um irgendwann im Leichensack oder im Gefängnis zu landen. „Bad Boys“ zeigt den jungen Sean Penn als minderjährigen Verbrecher, der nur seines Alters wegen in den Jugendknast gesteckt wird. Die Rehabilitationsanstalt ist ein mieses Loch, in dem sich die Delinquenten in ihre kriminelle Lebenswelt nur noch vertiefen, statt ihr endlich zu entrinnen – denn nur wer sich im Drohen, Manipulieren, Erpressen, in Schlägen und in Tritten versiert zeigt, wird sich in der beinharten Hierarchie behaupten. Seine stärksten Momente hat „Bad Boys“, wenn er die jungen Straßengangs mit ihren Waffen in ihrer abgeklärten, tödlichen Kriminalität zeigt. Penns milchgesichtiger Mick O’Brien verkörpert den jungen Menschen, der noch ein letztes Mal vor der Wahl steht, sein Leben zu ändern, in einem archaischen Umfeld, das ihn immer weiter auf die schiefe Bahn führt.
Genre: Gefängnisdrama
Länge: 118 Min.
Regie: Rick Rosenthal
Cast: u.a. Sean Penn, Esai Morales, Reni Santoni, Eric Gurry, Clancy Brown, Ally Sheedy, Jim Moody, Robert Lee Rush, John Zenda, Tony Mockus Jr., Dean Fortunato, Alan Ruck
alt. Titel: Bad Boys – Klein und gefährlich
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Das dreifache Echo (1972)‘, Bildquelle: Das dreifache Echo (1972), HandMade Films, Senta Prod.

Das dreifache Echo (1972)

Stimmungen: aggressiv, amourös, britisch, englisch, klaustrophobisch, ländlich

Der Bauernhof im englischen Wiltshire ist so abgelegen, dass die Weite der Umgebung, ei […]

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Das dreifache Echo (1972)

Der Bauernhof im englischen Wiltshire ist so abgelegen, dass die Weite der Umgebung, einer grasbewachsenen Hügellandschaft mit sporadischen Waldeinschnitten, das Leben auf dem Gut wie eine klaustrophobische Isolation wirken lässt. Diese paradoxe Verbindung erhält eine surreale Note durch das Wrack einer im Wald abgestürzten „Stuka“, die als stummes Monument an das tobende Kriegsgeschehen gemahnt, wodurch die friedliche Landluft gleich noch einmal paradoxer erscheint. Alice Charlesworth bewirtschaftet den Hof notgedrungen alleine, da ihr Mann in japanischer Kriegsgefangenschaft vegetiert. Ihre spärlichen Rationen bessert sie mit Dutzenden Eiern ihrer Hühner auf, die sie im Krämerladen des nahegelegenen Dorfes tauscht. Glenda Jackson spielt die Frau mit einem pragmatischen Gesicht, in das sich manchmal die unterdrückte Lebensfreude mischt. Der Zweite Weltkrieg und die Homefront bilden das Hintergrundrauschen von „Das dreifache Echo“ – eine fiktive Geschichte, die tatsächlich im Zweiten Weltkrieg im Kopf des britischen Schriftstellers H.E. Bates entstand, aber 25 Jahre lang ihrer Fertigstellung harrte. Die im Film perfekt eingefangene Einsamkeit durchbricht eines Tages der in der Nähe stationierte Artilleriesoldat Barton, der immer häufiger vorbeischaut, irgendwann bleiben will und schließlich desertiert. Charlesworth versteckt den Fahnenflüchtigen und gibt ihn als ihre jüngere Schwester Jill aus – weshalb er sich zu schminken und Frauenkleidung zu tragen hat. Die anfänglich unbeschwerte Romanze weicht einer zunehmenden Aggression im Innern des Bauernhaues, das nun immer enger wird. Und als ein Sergeant von der Militärpolizei auf der Suche nach einer Begleitung für den Weihnachtstanz und anschließendem Liebesspiel auftaucht, bricht die ultimative Bedrohung über Alice und Barton herein. Diesen frivolen Mann mit seinen derben Sprüchen und der Soldateska-Menatlität spielt Oliver Reed mit einer detaillierten Körpersprache, von der vom ersten Moment an Gefahr ausgeht. „Das dreifache Echo“ ist eine originelle Variation der zerstörerischen Wirkung von Eindringlingen auf ein isoliertes Soziotop.
Genre: Drama
Länge: 93 Min.
Regie: Michael Apted
Cast: u.a. Glenda Jackson, Brian Deacon, Oliver Reed, Gavin Richards, Daphne Heard, Jenny Lee Wright
alt. Titel: The Triple Echo
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Vor uns die Hölle (1959)‘, Bildquelle: Vor uns die Hölle (1959), Hammer Film Productions

Vor uns die Hölle (1959)

Stimmungen: karg, spannend, trist

Eric Koertner steht in einem der unzähligen Schuttberge des völlig zerstörten Berlin, vor ihm eine massive Bombe, die in den Trümmern steckt […]

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Vor uns die Hölle (1959)

Eric Koertner steht in einem der unzähligen Schuttberge des völlig zerstörten Berlin, vor ihm eine massive Bombe, die in den Trümmern steckt – ein Blindgänger, der jetzt eiligst mit simplen Hilfsmitteln und Nerven aus Stahl entschärft werden muss. Mit Ausnahme des Schreis einer schwarzen Katze ist minutenlang in der Ruine nur das Klappern der Ziegel und das Klicken und Quietschen der Werkzeuge zu hören – eine der spannendsten Szenen des Fünfzigerjahre-Kinos. „Vor uns die Hölle“ spielt in einer deutschen Trümmerlandschaft, die meisten Szenen nahezu menschenleer, obwohl die Szenerie doch das einstige Groß-Berlin ist. Koertner und sein Team sind eine Truppe von Wehrmacht-Outcasts, die im Krieg einem Himmelfahrtskommando zugeteilt wurden, statt ins KZ geschickt zu werden. Sie haben überlebt, kommen in der einstigen Reichshauptstadt als Entwurzelte an und lassen sich von einem britischen Major rekrutieren, um mit der Kompetenz Geld zu verdienen, die ihnen der Krieg gegeben hat und die nun gefragt ist: Bombenentschärfung – ihr Überlebenskampf geht weiter. Ein Pakt wird geschlossen, dass nach spätestens drei Monaten die Überlebenden das in den Wett-Topf eingezahlte Geld der Toten bekommen sollen. Eine britische Tausendpfundbombe mit einer mysteriösen Doppelzündervorrichtung, die unerbittlich das Entschärfungsteam dezimiert, wird zur Nemesis der beiden Protagonisten, den Widersachern Koertner und seinem Kameraden Karl Wirtz – ein Kampf zwischen Mitmenschlichkeit und Egoismus, ein Signum der Nachkriegszeit. Das Thema von „Vor uns die Hölle“ ist denkbar düster: Wann immer im Hauptquartier der Bombenentschärfer das Telefon schrillt, mag der nächste Tod bevorstehen. Regisseur Robert Aldrich nutzt viele Close-ups, um sein Publikum ganz nah an Menschen in Extremsituationen zu bringen. Jack Palance mit seiner sanften Stimme, die nie so recht zu dem markanten Gesicht passen will, liefert eine Performance, bei der man sich einmal mehr wundert, weshalb er erst im hohen Alter, mit seinem „City Slickers“-„Oscar“ in den frühen Neunzigern zu Weltruhm und Hollywoodwürden kam; und weshalb er den Film, die Rolle nicht mochte, sich schließlich mit Aldrich nach mehreren gemeinsamen Filmen überwarf. Aldrich wiederum haderte mit seinem Werk, empfand ihn als vom Studio verstümmelt, nachdem eine halbe Stunde weggeschnitten worden war, ließ sich sogar als Produzent aus den Credits streichen – nichtsdestotrotz ist es ein packender Film, der die triste Stimmung melancholischer Verlorenheit einfängt. Gedreht in den Ruinen Berlins, ist „Vor uns die Hölle“ aber vor allem ein beklemmendes Zeitzeugnis.
Genre: Drama
Länge: 94 Min.
Regie: Robert Aldrich
Cast: u.a. Jack Palance, Jeff Chandler, Martine Carol, Virginia Baker, Robert Cornthwaite, Dave Willock, Wesley Addy, Jim Goodwin, Richard Wattis, Charles Nolte
alt. Titel: Ten Seconds to Hell
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Eine auswärtige Affäre (1948)‘, Bildquelle: Eine auswärtige Affäre (1948), Paramount Pictures, EMKA

Eine auswärtige Affäre (1948)

Stimmungen: amourös, dunkel, düster

Im tristen Nachkriegsberlin blüht der Schwarzmarkt, die […]

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Eine auswärtige Affäre (1948)

Im tristen Nachkriegsberlin blüht der Schwarzmarkt, die Soldaten der Besatzungsmächte fraternisieren fröhlich mit den Fräulein und die Entnazifizierung wird mal mehr, mal weniger konsequent betrieben. Dass Captain Pringle der Sängerin von Schlütow eine Matratze in deren baufälliges Appartement schleppt, für komfortablere Liebesabenteuer, ist einer der Vorgänge, den sich die hyperkorrekte Kongressabgeordnete Phoebe Frost vorknüpfen will – die Republikanerin aus Iowa, dem US-amerikanischen Heartland, ist in die im NS-Wahnsinn untergegangene Stadt gereist, um als Mitglied eines Komitees die Moral der Truppe zu begutachten. Ähnlich wie Fives Graves to Cairo entzieht sich auch dieses Billy-Wilder-Werk simplen Genrezuordnungen. Die Dialoge sind messerscharf und witzig, auch viele Szenen stecken voller Romcom-Charme. Hingegen zwei der besten Sequenzen des Films sind voller Finsternis: In der einen verströmt eine Gesangsperformance der Dietrich im Nachtclub „Lorelei“ die morbide Atmosphäre des Nachkriegselends; und in der anderen sieht man durch ein Schattenloch die Tränen eines fürchterlich enttäuschten Menschen nach der Konfrontation mit einer bitteren Erkenntnis rinnen. Und schließlich die permanente Kulisse des Films: die Ruinen der völlig zerbombten Ex-Reichshauptstadt Berlin, die heute – so viele Jahrzehnte später – einen besonders beklemmenden Eindruck hinterlassen. Das ist ohnehin das eigentlich Faszinierende an „Eine auswärtige Affäre“: Weil Wilder mit dem Film auch seine drastischen Eindrücke, die sich 1945 bei seinem Nachkriegsbesuch in Berlin in seinem Kopf festgebrannt hatte, dokumentiert er die heillose Verwüstung der Trümmerstadt.
Genre: Dramatische Komödie
Länge: 116 Min.
Regie: Billy Wilder
Cast: u.a. Jean Arthur, Marlene Dietrich, John Lund, Millard Mitchell, Stanley Prager, William Murphy, Peter von Zerneck, Raymond Bond, Boyd Davis, Robert Malcolm, Charles Meredith, Michael Raffetto, George M. Carleton, Otto Waldis
alt. Titel: A Foreign Affair
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚The Lonely Passion of Judith Hearne (1987)‘, Bildquelle: The Lonely Passion of Judith Hearne (1987), HandMade Films

The Lonely Passion of Judith Hearne (1987)

Stimmungen: pessimistisch, tragisch

Sie ist ein Fake, diese Judith Hearne, die mit ihren großbürgerlichen Floskeln und Manieren einen Schein wahrt, unter dem sich ein gescheiterter Mensch ver […]

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The Lonely Passion of Judith Hearne (1987)

Sie ist ein Fake, diese Judith Hearne, die mit ihren großbürgerlichen Floskeln und Manieren einen Schein wahrt, unter dem sich ein gescheiterter Mensch verbirgt, den langsam die Einsamkeit zu absorbieren scheint. Die Juwelen an ihrer Hand sind mehr Relikte einer verheißungsvollen Vergangenheit als Nichte einer reichen Tante denn Symbole der Gegenwart, schon gar keine Versprechen auf die Zukunft. Sie hält sich als Klavierlehrerin in Dublin über Wasser, aber ihre gelegentlichen Whiskyeskapaden diskreditieren sie bei den Eltern der kleinen Kinder, die sie unterrichtet. Maggie Smith liefert mit ihrer Begabung für tragische Leinwandexistenzen in „The Lonely Passion of Judith Hearne“ eine ihrer größten Performances ab, als eine Frau, die große Teile ihres Lebens vergeudet hat: an eine tyrannische Tante (ebenfalls stark: Wendy Hiller), an die Dogmen der katholischen Kirche, an wertlose Gepflogenheiten. Ihr innerer Zorn offenbart sich erst im hässlichen Moment des Kontrollverlusts, wenn ihr der Alkohol, von dem sie sich doch bloß nur ein Schlückchen genehmigen wollte, Tiraden und Gehässigkeiten entlockt. In einem der Boarding-Houses, durch die Judith Hearne nomadisiert, herrscht eine bedrückende Charles-Dickens-Atmosphäre – die Landlady, die mit ungemein präzisen Anspielungen schwache Gemüter provoziert und demütigt, und ihr dicklicher Sohn, der wie ein Putte aus der Hölle daherkommt, sich aber als künftiger Poet sieht, der noch einige Jahre an seinem Epos zu schreiben hat. „The Lonely Passion of Judith Hearne“ ist einer der großen Schauspielfilme, bei dem die potenziell interessante Umgebung – Dublin in den Fünfzigern – völlig vor den Performances verblasst; und er ist eine bittere Studie über Einsamkeit, Sehnsüchte und Scheitern.
Genre: Drama
Länge: 116 Min.
Regie: Jack Clayton
Cast: u.a. Maggie Smith, Bob Hoskins, Marie Kean, Ian McNeice, Wendy Hiller, Rudi Davies, Alan Devlin, Prunella Scales, Áine Ní Mhuirí, Kate Binchy, Sheila Reid, Niall Buggy, Veronica Quilligan, Frank Egerton
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Keiner killt so schlecht wie ich (1971)‘, Bildquelle: Keiner killt so schlecht wie ich (1971), Paramount Pictures, Elkins Productions

Keiner killt so schlecht wie ich (1971)

Stimmungen: amourös, großbürgerlich, luxuriös, sehr lustig, witzig

Henry Graham ist mit seinem Ferrari öfter in der Werkstatt als auf den Straßen New Yorks – um […]

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Keiner killt so schlecht wie ich (1971)

Henry Graham ist mit seinem Ferrari öfter in der Werkstatt als auf den Straßen New Yorks – umso lächerlicher wirkt der Crashhelm, den er sich für seine Fahrten aufsetzt. Graham ist Rentier und führt mithilfe seines opulenten Erbes ein verschwenderisches Luxusleben – bis das Kapital restlos aufgebraucht ist und seine Schecks platzen. Auf Rat seines Butlers, der um seinen selten gewordenen Job fürchtet, leiht Graham sich Geld bei seinem stinkreichen Onkel, um sich in den großbürgerlichen Kreisen des Ostküstengeldadels eine Millionenerbin zu angeln. Er findet sie in der unscheinbaren Botanikerin Henrietta, in deren Beisein er vom hedonistischen Tunichtgut zu einem ungemein zielstrebigen, wissbegierigen und kompetenten Menschen reift. „Keiner killt so schlecht wie ich“ ist mit seinem trockenen Humor und der Vielzahl en passant eingeflochtener Absurditäten sicherlich zu den lustigsten Filmen der Siebziger zu rechnen. Die Veralberung der Upperclass und des menschlichen Drangs zur rigorosen Ausbeutung, durch den sympathische Zurückhaltung zur sozialen Schwäche wird, hat von ihrer Pointe auch so viele Jahrzehnte später nichts verloren. Walter Matthaus Understatement-Komik passt perfekt auf die Rolle des reichen Schnösels, für den in seiner neoaristokratischen Attitüde ein Leben ohne Geld und Leibdiener schlichtweg eine ganz und gar abscheuliche Vorstellung ist. Mindestens kongenial ist allerdings Elaine May – zugleich Drehbuchautorin und Regisseurin des Films – als unendlich tollpatschiges Mauerblümchen Henrietta, die ihrem Henry liebevolle Blicke durch ihre viel zu große Brille zuwirft, während der sie möglichst bald umbringen will.
Genre: Komödie
Länge: 102 Min.
Regie: Elaine May
Cast: u.a. Walter Matthau, Elaine May, George Rose, Jack Weston, James Coco, Doris Roberts, Renée Taylor, William Redfield, Graham Jarvis, Rose Arrick, Jesse Osuna, David Doyle, Cindy Rubenfine
alt. Titel: A New Leaf
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Urban Cowboy (1980)‘, Bildquelle: Urban Cowboy (1980), Paramount

Urban Cowboy (1980)

James Bridges in „Urban Cowboy“ porträtiert das texanische Arbeitermilieu. M […]

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Urban Cowboy (1980)

James Bridges in „Urban Cowboy“ porträtiert das texanische Arbeitermilieu. Männer wie Bud malochen tagsüber in der Raffinerie, abends suchen sie kurzweilige Unterhaltung in Nachtclubs und Tanzbars wie „Gilley’s“. Dort ist gerade ein mechanisches Bullriding die neueste Attraktion – hier kann Bud mit seinem Rodeo-Talent die Monotonie des Ölarbeiter-Alltags vergessen und zu einem kleinen Star avancieren. Der Film zeigt die Alltagsfluchten der hart arbeitenden Bevölkerung und löste damals in den USA ein kommerziell lukratives Revival der Westernkultur, samt Bullriding-Euphorie, aus. Acht Jahre nach „Watergate“ und sieben Jahre nach „Vietnam“ war die Rückkehr in das ländliche Heartland offenbar eine erlösende Perspektive
Genre: Drama
Länge: 132 Min.
Regie: James Bridges
Cast: u.a. John Travolta, Debra Winger, Scott Glenn, Madolyn Smith Osborne, Barry Corbin, Brooke Alderson, Cooper Huckabee, James Gammon
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Katzenmenschen (1982)‘, Bildquelle: Katzenmenschen (1982), Universal, Austro Mechana

Katzenmenschen (1982)

Stimmungen: amourös, animalisch, blutig, brutal, dunkel, enigmatisch, geheimnisvoll, mysteriös, sexuell, spannend

New-Orleans-Filme haben meistens eine ganz spezifische, mystische Aura – umgibt doch die alten Gebäude etwas Ok […]

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Katzenmenschen (1982)

New-Orleans-Filme haben meistens eine ganz spezifische, mystische Aura – umgibt doch die alten Gebäude etwas Okkultues, Geheimnisvolles. Insofern ist der Schauplatz für diese dunkle Kinofantasie gut gewählt, in der sich Menschen in schwarze Raubkatzen verwandeln können und quasi zum Morden verdammt sind, da sie zwischen ihren Körperzuständen nur durch Sex und Beutefang hin- und herwechseln können. Kommerziell war die dunkle Ailuranthropie damals ein Flop, aber das dürftige Einspielergebnis wird der Qualität des Films nicht gerecht. Abseits punktuell sehr brutaler Szenen hat „Katzenmenschen“ eine stimmungsvolle Bildsprache, die hervorragend zur exzentrischen Story passt und akustisch um Giorgio Moroders aggressiv-enigmatische Synthie-Klänge ergänzt wird. Die Besetzung ist gelungen: Nastassja Kinski als der Neuankömmling, der mit einer extremen Erkenntnis konfrontiert wird; John Heard als verliebter Zoodirektor und Malcolm McDowell als geheimnisvoll-psychopathischer Grenzgänger. Katzenmenschen“ ist ein Remake des Originals von 1942.
Genre: Mystery-Thriller
Länge: 118 Min.
Regie: Paul Schrader
Cast: u.a. Nastassja Kinski, John Heard, Malcolm McDowell, Annette O’Toole, Ruby Dee, Ed Begley Jr., Scott Paulin, Frankie Faison, Emery Hollier
alt. Titel: Cat People
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Katzenmenschen (1942)‘, Bildquelle: Katzenmenschen (1942), RKO Radio Pictures

Katzenmenschen (1942)

Stimmungen: enigmatisch, finster, geheimnisvoll, mysteriös

Die Zahl an Horrorfilmen, wie der technischen Schranken ihrer Zeit wegen veraltet, unfreiwillig komisch, manchmal sogar lachhaft wirken, ist Legion. Von seinem Alter her liefe „ […]

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Katzenmenschen (1942)

Die Zahl an Horrorfilmen, wie der technischen Schranken ihrer Zeit wegen veraltet, unfreiwillig komisch, manchmal sogar lachhaft wirken, ist Legion. Von seinem Alter her liefe „Katzenmenschen“ unmittelbar Gefahr, in diese Kategorie zu geraten; aber das Gegenteil ist der Fall: Jacques Tourneurs Mystery-Werk zehrt seine ganze Kraft gerade aus dem Verzicht auf derlei Effekte – der Film ist berühmt dafür, die schrecklichen Szenen nicht explizit darzustellen, sondern nur anzudeuten und sie der Fantasie seines Publikums anheimzustellen. Die Story von der serbischen Immigrantin Irena, die den Durchschnittsamerikaner Oliver heiratet, aber – ein delikates Thema für die verklemmte Hollywood-Ära des Production Code – nicht mit ihm schläft, wird hier mysteriös aufgeladen durch Irenas Furcht, sich beim Liebesakt in eine tödliche Raubkatze zu verwandeln. Und noch eine andere Sache macht diesen Werkatzen-Film so stark: Die latent archaische, hinterwäldlerisch erscheinende Dimension einer Volkssage aus mutmaßlich rückschrittlichen Regionen tief in der „alten Welt“ konfrontiert hier die Großstadt New York, vielleicht die fortschrittlichste, vibranteste Metropole der Welt. 1982 gab es ein Remake von „Katzenmenschen.
Genre: Thriller-Drama
Länge: 73 Min.
Regie: Jacques Tourneur
Cast: u.a. Simone Simon, Kent Smith, Jane Rudolph, Tom Conway, Alec Craig, Elizabeth Dunne, Jack Holt, Elizabeth Russell
alt. Titel: Cat People
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Long Shot (1978)‘, Bildquelle: Long Shot (1978), Mithras Films

Long Shot (1978)

Stimmung: turbulent

Mehr im Stil einer Dokumentation denn eines Spielfilms zeigt „Long Shot“ die ernüchternde Banalität des Filme […]

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Long Shot (1978)

Mehr im Stil einer Dokumentation denn eines Spielfilms zeigt „Long Shot“ die ernüchternde Banalität des Filmemachens – jedenfalls des Versuchs, ein Filmprojekt auf die Beine zu stellen. Filmproduzent Charlie und Drehbuchautor Neville (Charles Gormley und Neville Smith, die hier Versionen ihrer selbst spielen) sind nach Edinburgh gereist, um auf dem gerade beginnenden Filmfestival den US-Regisseur Sam Fuller für ihr neues Projekt zu gewinnen – Fuller kreuzt freilich gar nicht erst auf und die beiden Novizen hasten durch die Stadt, um namhafte Regisseure zu überreden (Wim Wenders, John Boorman und William Forsythe haben Cameos, auch Susannah York tritt bei einer Theaterprobe als sie selbst auf). In ihren Gesprächen mit potenziellen Regisseuren und Geldgebern offenbart sich die Mühsal der Vorgänge hinter den Kulissen, die mit ihrer ernüchternden Gedankenlosigkeit dem Künstlerischen seine Substanz zu rauben scheint.
Genre: Satire
Länge: 85 Min.
Regie: Maurice Hatton
Cast: u.a. Charles Gormley, Neville Smith, Ann Zelda, Suzanne Danielle, Wim Wenders, Susannah York, John Boorman, Ron Taylor, David Stone, Jim Haines, Stephen Frears, Maurice Bulbulian, Alan Bennett, Dennis Selinger, Sanford Lieberson
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Die Liebenden (1958)‘, Bildquelle: Die Liebenden (1958), Nouvelle Editions de Films NEF., Studiocanal

Die Liebenden (1958)

Stimmungen: amourös, düster, eskapistisch, frivol, großbürgerlich, luxuriös

Den Ennui im Gesicht der reichen Jeanne Tournier, mit dem sie die Perlenkette in ihrer Klunkerschatulle betrachtet, kann vielleicht nur […]

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Die Liebenden (1958)

Den Ennui im Gesicht der reichen Jeanne Tournier, mit dem sie die Perlenkette in ihrer Klunkerschatulle betrachtet, kann vielleicht nur Jeanne Moreau so ausdrücken wie in „Die Liebenden“ – dem Film, mit dem sie so souverän auf der Nouvelle Vague ritt und zum Star wurde. Diese Jeanne Tournier ist die Ehefrau eines wohlhabenden Zeitungsverlegers; und die Ehe, wie sie Louis Malle hier zeigt, ist eine trostlose Hülse voller Monotonie, aus der Jeanne immer häufiger nach Paris flieht, wo ihr der High-Society-Chic ihrer Freundin Maggy die reizvollere Alternative bieten. In Frankreich haben die Regisseure ja mit großer Lust die bürgerlichen Institutionen attackiert, aber hier werden Ehe und Elternschaft gründlich demoliert. „Die Liebenden“ war ein bombastischer Erfolg, etablierte Louis Malle als wichtigen Regisseur und machte Jeanne Moreau zum international bekannten Star. Dass die Zuschauer in die Kinosäle strömten und die Kritiker sich in Elogen ergingen, zeigte die Offenheit der Gesellschaft für Ehebruch und egoistischen Eskapismus; und vielleicht lag es auch an der einen Szene, die Zensoren und Moralapostel auf den Plan rief: in der Jeanne Moreaus Protagonistin mit nackter Brust den Cunnilingus ihres Liebhabers genießt, was für einen Film des Jahres 1958 – als ein heutzutage als abgehangener Schinken empfundener Klassiker à la „Ben Hur“ (1959) noch ausstand – geradezu unerhört war. Das stattliche Haus, das die Tourniers im Burgund bewohnen, ist außen zeitlos erhaben und hell; aber im Innern zeigt Malle es im optischen Klima eines finsteren Gefängnisfilms – und darin manifestiert sich die Ehe als lebenslängliche Internierung für alle, die nicht den Versuch wagen, auszubrechen und für immer zu entkommen.
Genre: Drama
Länge: 91 Min.
Regie: Louis Malle
Cast: u.a. Jeanne Moreau, Jean-Marc Bory, Alain Cuny, Judith Magre, José Luis de Vilallonga, Gaston Modot, Michèle Girardon, Lucienne Hamon, Patricia Maurin
alt. Titel: Les amants
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Horror Express (1972)‘, Bildquelle: Horror Express (1972), Motion Picture Holdings, TV Matters B.V. assigned, Scotia International

Horror Express (1972)

Stimmungen: blutig, britisch, englisch, mörderisch

„Horror Express“ ist sicherlich keiner der zehn, zwanzig besten Horrorstreifen, aber eine formidable Repräsentation eines spezifischen Segments des Horrorgenres […]

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Horror Express (1972)

Horror Express“ ist sicherlich keiner der zehn, zwanzig besten Horrorstreifen, aber eine formidable Repräsentation eines spezifischen Segments des Horrorgenres – mit seinem historischen Flair (ein Zug der transsibirischen Eisenbahn, unterwegs von Shanghai nach Moskau, als hauptsächlicher Handlungsort) und einer gewissen Genre-Nostalgie, die sich vor allem im visuellen Klima der 1960er Jahre und der Besetzung mit Christopher Lee und Peter Cushing manifestiert. Die Hammer-Films-Veteranen Lee und Cushing bilden ja ohnehin eine Art Horroraristokratie und heben jede noch so karge Low budget-Produktion allein mit ihrer schieren Präsenz auf ein höheres Level. Dabei ist der „Horror Express“ sogar erstaunlich gut gealtert – vermutlich, da Zugabteile ohnehin etwas von Studiokulissen haben. Lee ist ein britischer Anthropologe, der aus der Mandschurei einen Kadaver exportiert, gefunden in einer eisigen Höhle und Vehikel einer außerirdischen Lebensform, die in dem Zug mörderisches Unheil anrichten wird; Cushing ist ein Landsmann und ebenfalls Wissenschaftler, die Flinte bald im Anschlag; und als Bonus taucht irgendwann Telly Savalas als Kosakenhauptmann Kazan auf – ein exzentrischer Psychopath, der mit einer Handvoll Männer den Zug besteigt und für Eliten, wie Akademiker und Adlige, nichts als Verachtung übrig hat.
Genre: Horror-Thriller
Länge: 88 Min.
Regie: Eugenio Martín
Cast: u.a. Christopher Lee, Peter Cushing, Alberto de Mendoza, Silvia Tortosa, Julio Peña, Ángel del Pozo, Helga Liné, Telly Savalas, George Rigaud, Alice Reinheart, José Jaspe, Barta Barri
alt. Titel: Pánico en el Transiberiano
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Born Yesterday (1950)‘, Bildquelle: Born Yesterday (1950), Columbia Pictures

Born Yesterday (1950)

„Born Yesterday“ ist ein Kammerspiel, das sich nahezu vollständig in einer Luxussuite zuträgt; bei solchen Filmen kommt es auf die Performances an, und […]

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Born Yesterday (1950)

Born Yesterday“ ist ein Kammerspiel, das sich nahezu vollständig in einer Luxussuite zuträgt; bei solchen Filmen kommt es auf die Performances an, und die sind hier durchweg gelungen. Broderick Crawford brilliert mit heiserer Krawallstimme als windiger Geschäftsmann, der sein Geld mit allerhand Betrügereien verdient und nach Washington gekommen ist, um sich politische Macht zu kaufen. Damit seine ungebildete Verlobte in der Hauptstadt gesellschaftsfähig wird, engagiert er als deren Tutor einen Journalisten. Eigentlich war sie nur der Ersatz für Rita Hayworth, die abgesagt hatte; doch für ihre Rolle der bloß vermeintlich stupiden Blondine gewann Judy Holliday mit einer in der Tat glänzenden Schauspielleistung damals den „Oscar“.
Genre: Komödie
Länge: 103 Min.
Regie: George Cukor
Cast: u.a. Judy Holliday, William Holden, Broderick Crawford, Howard St. John, Frank Otto, Larry Oliver, Claire Carleton, Grandon Rhodes
alt. Titel: Die ist nicht von gestern
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Versuchung auf 809 (1952)‘, Bildquelle: Versuchung auf 809 (1952), Twentieth Century-Fox

Versuchung auf 809 (1952)

Stimmung: psychotisch

In ihrer ersten wirklich großen Rolle war ausgerechnet die Frau, die fortan wie vielleicht keine Zweite das Traumhafte an der Traumfabrik, die Illusion makelloser Schönheit und a […]

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Versuchung auf 809 (1952)

In ihrer ersten wirklich großen Rolle war ausgerechnet die Frau, die fortan wie vielleicht keine Zweite das Traumhafte an der Traumfabrik, die Illusion makelloser Schönheit und amouröser Perfkektion buchstäblich verkörperte – Marilyn Monroe – eine gefährliche Psychotikerin, die als Babysitterin in einem Hotelzimmer über ein kleines Mädchen wachen soll, zu deren größter Bedrohung ayllerdings sie selbst wird. So wie in „Versuchung auf 809“ sah man die Monroe nie wieder, in der Tiefe persönlicher Tragik nur noch in ihrem letzten Film, „The Misfits“ (1961). An ihrer Seite spielt Richard Widmark, damals noch der größere Star, als fescher Kerl mit kalter Schulter – ein Hotelnachbar, der sie im Fenster beobachtet, mit ihr flirtet und kurzerhand, vom Drehbuch nur unwesentlich kaschiert, bei ihr zum schnellen One-Night-Stand vorbeischauen will, ehe er das Ausmaß ihrer seelischen Zerrüttung erkennt. Anne Bancroft ist in ihrer ersten Rolle zu sehen; als Sängerin unterhält sie die Gäste in der Hotellobby, und eigentlich ist sie in Widmarks Egoisten verliebt, dem sie aber seine Empathielosigkeit nicht verzeihen kann. Inszeniert wird sie hier, als habe das Studio damals mit Bancroft noch eine Monroe-ähnliche Karriere geplant und erst später ihre ganz anders gelagerten Begabungen entdeckt. Die Schnelligkeit, mit der „Versuchung auf 809“ binnen kürzester Zeit eine ungeheure Spannung entfaltet, passt zu der Enge des Hotelzimmers, in dem der größte Teil des Films spielt.
Genre: Thriller-Drama
Länge: 79 Min.
Regie: Roy Baker
Cast: u.a. Richard Widmark, Marilyn Monroe, Anne Bancroft, Donna Corcoran, Elisha Cook Jr., Lurene Tuttle, Verna Felton, Willis Bouchey, Jeanne Cagney, Jim Backus, Michael Ross, Don Beddoe, Gloria Blondell, Olan Soule, Dick Cogan
alt. Titel: Don’t Bother to Knock
Text verfasst von: Robert Lorenz
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