Shortcuts

Shortcuts-Archiv:

Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Life Is Sweet (1990)‘, Bildquelle: Life Is Sweet (1990), Channel Four Television Company

Life Is Sweet (1990)

Stimmungen: britisch, englisch, skurril, suburban

„Life Is Sweet“ erkundet die Facetten der Durchschnittsfamilie und ihren Umgang mit dem sporadisch wiederkehrenden Außerdurchschnittlichen. Im Zentrum s […]

[Lesen …]

Life Is Sweet (1990)

Life Is Sweet“ erkundet die Facetten der Durchschnittsfamilie und ihren Umgang mit dem sporadisch wiederkehrenden Außerdurchschnittlichen. Im Zentrum steht die britische Kernfamilie am Ende der turbulenten Thatcher-Ära zwischen kleinem Wohlstandsglück und Alltagstragik: Da ist Alison Steadman (in einer ziemlich großartigen Performance) als patente Familienmutter Wendy; Jim Broadbent als Andy, der Chefkoch einer Großküche, der seinen Job hasst und von einem eigenen Imbiss träumt; und Jane Horrocks sowie Claire Skinner als die Zwillingstöchter Nicola und Natalie – die eine schwelgt in Fantasien eines ersehnten USA-Besuchs irgendwann in der Zukunft, die andere verbirgt ihre Bulimie hinter zornigen Politparolen. Die bizarrste Figur aber, derentwegen sich allein bereits der Film lohnt, ist Timothy Spalls exzentrischer Narzisst Aubrey, der gerade dabei ist, ein französisches Restaurant zu eröffnen. „Life Is Sweet“ ist ein sympathischer Kurztrip durch Großbritanniens untere Mittelschicht am Ende der 1980er Jahre und erzählt von der Kompetenz des Sich-Bescheidens – der Fähigkeit, Glück im Gewöhnlichen zu finden.
Genre: Drama
Länge: 103 Min.
Regie: Mike Leigh
Cast: u.a. Alison Steadman, Jim Broadbent, Claire Skinner, Jane Horrocks, Timothy Spall, Stephen Rea, David Thewlis, Moya Brady
alt. Titel: Das Leben ist süß
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Früchte des Zorns (1940)‘, Bildquelle: Früchte des Zorns (1940), Twentieth Century-Fox

Früchte des Zorns (1940)

In seinen Western erzählte John Ford von der entbehrungsreichen Besiedelung des US- […]

[Lesen …]

Früchte des Zorns (1940)

In seinen Western erzählte John Ford von der entbehrungsreichen Besiedelung des US-amerikanischen Heartland, insofern ist „Früchte des Zorns“ ein folgerichtiges Werk – geht es hier schließlich um den Verlust ebendieser Errungenschaften. Nach fünf Jahren Gefängnis wegen Totschlags kehrt der Farmersjunge Tom Joad auf Bewährung nach Hause, nur um dort eine leere Hütte vorzufinden. Wie die benachbarten Farmersfamilien haben auch die Joads ihren Besitz verloren, an Konzerne, die mit „Cats“ – Planierraupen – anrücken, um das von den Sandstürmen heimgesuchte Land für eine neue Nutzung vorzubereiten. Die Joads repräsentieren die unglückseligen Okies, die während der Great Depression der 1930er Jahre als Arbeitsmigranten nach Kalifornien aufbrechen, das ihnen als gelobtes Land vor Augen steht, wo sie aber entgegen aller Erwartung mit grässlicher Armut konfrontiert werden. Den ersten Teil des Films inszeniert Ford als Exodus, unterlegt mit finsteren, apokalyptischen Bildern, die den Verlust des eigenen Bodens als drastischen Verlust zeigen, ehe die strapaziöse Fahrt in einem maroden Truck von Oklahoma über New Mexico und Arizona nach Kalifornien beginnt. Dieser strapaziöse Roadtrip erscheint streckenweise als Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, wenn die Farmer, deren gesamte Lebensweise mit einem Mal obsolet geworden ist, auf die kalifornischen Tankwarte und Diner-Bedienungen treffen, genauso wie das nur unweit der boomenden Großstädten entfernte Lager der inländischen Wirtschaftsflüchtlinge einem Wasteland gleicht. Man sieht verzweifelte Fratzen, hört lakonische Kommentare und immer wieder sticht die aggressive Fremdenfeindlichkeit der Menschen aus den Kleinstädten hervor, die keine Arbeitsmigranten in ihren Gemeinden haben wollen und deren militante Zivilgesellschaftlichkeit düstere Parallelen in unserer Gegenwart findet. „Früchte des Zorns“ – die Verfilmung des berühmten, Pulitzerpreis-gekrönten Romans aus der Feder von John Steinbeck – erzeugt eine knallharte, dystopische Grundstimmung, die für Hollywoodfilme jener Zeit eher untypisch ist und die sozialen Verwerfungen der US-amerikanischen Wirtschaftskrise greifbar macht.
Genre: Drama
Länge: 124 Min.
Regie: John Ford
Cast: u.a. Henry Fonda, Jane Darwell, John Carradine, Russell Simpson, Charley Grapewin, Dorris Bowdon, John Qualen, Zeffie Tilbury, Frank Darien, O.Z. Whitehead, Eddie Quillan, Frank Sully, Shirley Mills, Darryl Hickman, Grant Mitchell, Ward Bond, Selmer Jackson, Irving Bacon, Joe Sawyer, Paul Guilfoyle
alt. Titel: The Grapes of Wrath
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚The Bed Sitting Room (1969)‘, Bildquelle: The Bed Sitting Room (1969), Oscar Loewenstein Productions

The Bed Sitting Room (1969)

Stimmungen: bizarr, britisch, dystopisch, englisch, karg, postapokalyptisch, skurril, surreal, trist

„Mad Max“ meets Monty Python: Etwa anderthalb Dutzend Überlebender waten durch den Wasteland-Morast, der einmal London gewesen i […]

[Lesen …]

The Bed Sitting Room (1969)

Mad Max“ meets Monty Python: Etwa anderthalb Dutzend Überlebender waten durch den Wasteland-Morast, der einmal London gewesen ist. Nuklearwaffen haben das Land vernichtet, aber die englischen Marotten und die Londoner U-Bahn haben sogar die Apokalypse überstanden. Die visuelle Atmosphäre von „The Bed Sitting Room“ mit ihrer dreckigen Topografie und den maroden, zweckentfremdeten Überbleibseln einer untergegangenen Zivilisation sind beinahe noch postapokalyptischer als in Mad Max“ (1979) oder 12 Monkeys“ (1995). Dazu kontrastiert der britische Humor mit seinen stereotypen Gestalten: dem Aristokraten oder der kleinbürgerlichen Familie. „The Bed Sitting Room“ sind anderthalb Stunden beklemmend-skurrile Atomkriegssatire.
Genre: Satire
Länge: 91 Min.
Regie: Richard Lester
Cast: u.a. Michael Hordern, Rita Tushingham, Spike Milligan, Mona Washbourne, Arthur Lowe, Ralph Richardson, Richard Warwick, Roy Kinnear, Marty Feldman, Peter Cook, Dudley Moore, Frank Thornton, Harry Secombe, Ronald Fraser, Jimmy Edwards, Jack Shepherd, Bill Wallis, Cecil Cheng, Dandy Nichols
alt. Titel: Danach
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Napoleon vom Broadway (1934)‘, Bildquelle: Napoleon vom Broadway (1934), Columbia Pictures

Napoleon vom Broadway (1934)

Stimmungen: hektisch, hyster, laut, lustig, luxuriös, theatralisch, turbulent, witzig

Als der Tonfilm aufkam, hatte niemand Vertrauen in den Anfang dreißigjährigen Regisseur Howard Hawks, der sich mit dem Arrangeme […]

[Lesen …]

Napoleon vom Broadway (1934)

Als der Tonfilm aufkam, hatte niemand Vertrauen in den Anfang dreißigjährigen Regisseur Howard Hawks, der sich mit dem Arrangement von Sprechrollen nicht auszukennen schien – ausgerechnet Hawks, der anschließend zum Nestor der Screwballkomödie avancierte einige der bis heute schnellsten und dialogreichsten Filme drehte. Einer davon – vielleicht sogar der Screwballfilm schlechthin – ist „Napoleon vom Broadway“. Darin beharken sich unablässig der Broadway-Zampano Oscar Jaffe (gespielt vom Broadway- und Hollywoodstar John Barrymore) und der Bühnen- und Schauspielstar Lily Garland – sie ist mit Carole Lombard besetzt: Die Rolle machte sie zum Star und es heißt, Lombard habe quasi sich selbst gespielt, den skurril-durchgeknallten Screwball. Und Barrymore glänzt durch sein völlig bedenkenloses Overacting: einer pausenlos hysterischen Performance des damals weltbekannten und längst unsterblichen Shakespeare-Mimen. Die Handlung von „Napoleon vom Broadway“ beginnt mit der Probe eines Theaterstücks, aber der Schwerpunkt des Films liegt auf der Zugfahrt im titelgebenden „Twentieth Century“ von Chicago nach New York. Jaffe und Garland, Barrymore und Lombard, liefern sich in und zwischen den Abteilen einen vogelwilden Schlagabtausch, in dem sich die kinematografische Kraft des klassischen Hollywoodkinos der 1930er Jahre voll entfaltet und der „Napoleon vom Broadway“ noch heute zu einem atemberaubenden Filmerlebnis macht.
Genre: Screwballkomödie
Länge: 91 Min.
Regie: Howard Hawks
Cast: u.a. John Barrymore, Carole Lombard, Walter Connolly, Roscoe Karns, Ralph Forbes, Charles Lane, Etienne Girardot, Dale Fuller, Kid Herman, Billie Seward, Edgar Kennedy
alt. Titel: Twentieth Century
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Beat Girl (1960)‘, Bildquelle: Beat Girl (1960), Willoughby Film Productions

Beat Girl (1960)

Stimmungen: britisch, englisch, hedonistisch, jugendlich, musikalisch

Beatniks in Soho am Ende der Fünfziger, eine Übergangsgeneration: Die jungen […]

[Lesen …]

Beat Girl (1960)

Beatniks in Soho am Ende der Fünfziger, eine Übergangsgeneration: Die jungen Erwachsenen läuten mit ihrem nonkonformistischen Hedonismus das Ende der spärlichen Nachkriegszeit ein, und manche von ihnen sind noch in den Bombennächten des German Blitz geboren worden, haben als kleine Kinder auf den Schuttbrachen und in den Kriegsruinen gespielt. Jenny ist das titelgebende „Beat Girl“ – mehr Göre denn Erwachsene, die mit ihrer Clique im Café abhängt und die Art School schwänzt. Sie ist ein Upperclass-Kind, der Vater reicher Architekt; und als er aus Paris eine junge Ehefrau mitbringt, zettelt Jenny einen Kleinkrieg mit der Stiefmutter an. „Beat Girl“ deutet die Interessen einer rebellischen Jugendkohorte an, die ihr Verlangen nach Sex, Partys und Musik auslebt, statt es in einem konservativen Moralkorsett zu unterdrücken. Der Cast ist nicht nur gelungen, sondern enthält obendrein zwei Juwelen: einen jungen Schauspieler, dessen Talent sich schon darin zeigt, dass er bloß mit kleinen Gesten und Schelmereien die Blicke vom eigentlichen Szenegeschehen auf sich zu ziehen vermag und der dann etwa zehn Jahre später ein Superstar war: Oliver Reed; und Christopher Lee als Stripclubmanager, der sein schmieriges Ausbeutungsgeschäft mit einem charmanten Lächeln kaschiert. Und Pascalines Striptease-Performance lässt nur erahnen, wie sehr sie das britische Zensurbüro und moralische Gemüter damals strapaziert haben dürfte.
Genre: Drama
Länge: 88 Min.
Regie: Edmond T. Gréville
Cast: u.a. Gillian Hills, Noëlle Adam, David Farrar, Adam Faith, Shirley Ann Field, Peter McEnery, Christopher Lee, Oliver Reed, Delphi Lawrence, Nigel Greene, Pascaline, Norman Mitchell, Claire Gordon, Anthony Singleton, Margot Bryant, Michael Kayne, Carol White
alt. Titel: Heiß auf nackten Steinen
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Düsenjäger (1957)‘, Bildquelle: Düsenjäger (1957), RKO Teleradio Pictures, Universal Pictures

Düsenjäger (1957)

Stimmungen: aeronautisch, amourös, aviatisch, frivol, lasziv, militärisch, sexuell

Jedes Mal, wenn Janet Leigh als sowjetische Pilotin in der US-amerikanischen Militärbasis ihren Pullover anhebt, dann zischen die Jettriebwerke der […]

[Lesen …]

Düsenjäger (1957)

Jedes Mal, wenn Janet Leigh als sowjetische Pilotin in der US-amerikanischen Militärbasis ihren Pullover anhebt, dann zischen die Jettriebwerke der U.S. Air Force durch die Szene. Überhaupt ist „Düsenjäger“ – anders als sowohl der der deutsche als auch der Originaltitel („Jet Pilot“) suggerieren – kein Militärabenteuer, sondern eine romantische Komödie; nur dass die beiden Turteltauben – John Wayne als Air-Force-Offizier und Janet Leigh als übergelaufene sowjetische Fliegerin – hier mit ihren Maschinen über den Wolken flirten. Ein wenig wie dreißig Jahre später Top Gun“ (1986) ist „Düsenjäger“ eine nur leicht kaschierte Air-Force-Werbung, freilich mit faszinierenden Flugaufnahmen der silbernen F-86A „Sabre – konsequenterweise wird die Air Force in der Titelsequenz auch in den starring roles aufgeführt. Interessant ist der Film vor allem aus historischer, auch soziologischer Sicht: wegen der sozialen und ideologischen Bilder, die er transportiert. Die UdSSR wird als ein Land präsentiert, in dem das Individuum nichts gilt, auch nur der Hauch von Fehlverhalten oder Scheitern an die Exekutionswand oder in die Uranmine führt, lieber Bomber statt Häuser gebaut werden – der Kommunismus ist hier so wackelig, dass nicht mal die Türgriffe halten. Niemand, der halbwegs bei Verstand ist, so die unterschwellige Botschaft, kann sich den Reizen des demokratischen Kapitalismus entziehen, jedenfalls nicht den Modeboutiquen von Palm Beach oder einem saftigen Steak in Yuma. Und dass Leigh als russische Offizierin Anna Marladovna von der ersten Sekunde ihres Auftritts an als Sexobjekt fungiert, wird – erstaunlich progressiv für die Fünfziger – ein wenig aufgewogen, indem sie sich als Flugass erweist und auf der Leinwand vielleicht die einzige Person ist, die John Wayne rettet. Kurz: „Düsenjäger“ ist durch und durch ein Kind seiner Zeit, allerdings mit frivolen Dialogen, lasziven Szenen und phallischen Objekten von überraschender Anzüglichkeit, und gerade deshalb – als Zeitdokument – sehenswert.
Genre: Romantische Komödie
Länge: 113 Min.
Regie: Josef v. Sternberg
Cast: u.a. Janet Leigh, John Wayne, Paul Fix, Jay C. Flippen, Richard Rober, Roland Winters, Hans Conried, Ivan Triesault
alt. Titel: Jet Pilot
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Birdy (1984)‘, Bildquelle: Birdy (1984), Tri-Star Pictures, A&M Films

Birdy (1984)

Zwei Freunde kehren aus dem Vietnamkrieg zurück – der eine körperlich, der andere […]

[Lesen …]

Birdy (1984)

Zwei Freunde kehren aus dem Vietnamkrieg zurück – der eine körperlich, der andere seelisch versehrt. Um ihn nicht für immer an die Army-Psychiatrie zu verlieren, muss Al seinen Kumpel Birdy, der schon immer einen ornithologischen Spleen hatte und nun stumm in der Pose eines Vogels verharrt, in die Wirklichkeit zurückholen. „Birdy“ ist ein unkonventioneller Antikriegsfilm und ein mitreißender Emotionskompott: traurig, witzig, beklemmend, kriegs- und gesellschaftskritisch zugleich – und ein Ausflug in die Arbeiterviertel von Philadelphia.
Genre: Anti-Kriegsdrama
Länge: 120 Min.
Regie: Alan Parker
Cast: u.a. Matthew Modine, Nicolas Cage, John Harkins, Sandy Baron, Karen Young, Bruno Kirby, Nancy Fish, George Buck, Dolores Sage, Pat Ryan
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Teuflisches Alibi (1957)‘, Bildquelle: Teuflisches Alibi (1957), Harlequin Productions

Teuflisches Alibi (1957)

Stimmungen: alkoholisiert, spannend

Leo McKern und […]

[Lesen …]

Teuflisches Alibi (1957)

Leo McKern und Michael Redgrave gehören zu den besten Schauspielern des Fünfziger- und Sechzigerjahre-Kinos; und wenn sie dann noch auf einen Regisseur wie Joseph Losey treffen, kommt etwas wie „Teuflisches Alibi“ dabei heraus: ein packender Thriller, der neben dem Zeitkolorit vor allem mit seiner famosen Inszenierung beeindruckt. David Graham, ein dem Alkohol verfallener Schriftsteller (gespielt von dem Alkoholiker Redgrave), ist aus der Entzugsklinik in Kanada nach London geeilt, wo in wenigen Stunden sein Sohn als Mörder gehängt werden soll. Mit dem natürlichen Instinkt des Vaters und dem Talent des Literaten begibt sich Graham in all seiner Verzweiflung auf die Suche nach entlastenden Indizien. Wo anderen Regisseuren allein schon der Nervenkitzel einer solchen Story genügt, garniert Losey diese Privatermittlung unter extremem Zeitdruck mit für die Zeit ungewöhnlichen Perspektiven und Geräuscheffekten – während der zitternde Graham mit einem unablässig ergreifenden Gesicht der wehrhaften Hilflosigkeit durch das Ereignisgeflecht irrt, das er um jeden Preis zu entwirren hat, klingeln ständig Wecker und Telefone, ticken Uhren als akustische Manifestationen der näher rückenden Hinrichtung, woraus sich eine ungemein hektische Atmosphäre entfaltet.
Genre: Thriller-Drama
Länge: 89 Min.
Regie: Joseph Losey
Cast: u.a. Michael Redgrave, Leo McKern, Ann Todd, Paul Daneman, Peter Cushing, Alec McCowen, Renee Houston, Lois Maxwell, Joan Plowright, Richard Wordsworth, George Divine, Hugh Moxey, Ernest Clark
alt. Titel: Time Without Pity
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Die drei Musketiere (1948)‘, Bildquelle: Die drei Musketiere (1948), Turner Entertainment, MGM, Loew’s Inc.

Die drei Musketiere (1948)

Stimmungen: amourös, furios, laut, rasant, turbulent

Dieses archetypische Mantel- und Degenabenteuer versucht sich erst gar nicht an einer realistischen Darstellung, sondern bietet rasante Unterhaltung im charmanten Ambiente des alte […]

[Lesen …]

Die drei Musketiere (1948)

Dieses archetypische Mantel- und Degenabenteuer versucht sich erst gar nicht an einer realistischen Darstellung, sondern bietet rasante Unterhaltung im charmanten Ambiente des alten Hollywoodkinos. Seltenerweise für die damalige Zeit in Farbe produziert, strotzt der Film vor akrobatischer Kostüm-Action und ist hervorragend besetzt: die junge Angela Lansbury als französische Königin, die den Herrscher Louis XIII. mit dem Herzog von Buckingham betrügt; Gene Kelly als furioser Fecht-Heißsporn D’Artagnan; die spätere Horror-Ikone Vincent Price mit maliziösem Lächeln als machtgieriger Kardinal Richelieu; und Lana Turner, die mit ihrem Mund- und Augenspiel eine großartige Performance als die mörderische Opportunistin Lady de Winter ableistet, obwohl sie die Rolle zunächst partout nicht gewollt hatte.
Genre: Kostüm-Action
Länge: 121 Min.
Regie: George Sidney
Cast: u.a. Gene Kelly, Lana Turner, June Allyson, Van Heflin, Gig Young, Robert Coote, Vincent Price, Angela Lansbury, Frank Morgan, Keenan Wynn, John Sutton, Reginald Owen, Ian Keith, Sol Gorss, Marie Windsor, Patricia Medina, Richard Wyler, Dick Simmons, Robert Warwick
alt. Titel: The Three Musketeers
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Innenleben (1978)‘, Bildquelle: Innenleben (1978), United Artists, MGM

Innenleben (1978)

Stimmungen: familiär, intellektuell, neurotisch, psychotisch

Eine der soziologischen Signaturen der 1970er Jahre war der Postmaterialismus, also der Vorrang immaterieller Werte wie Selbsterfüllung o […]

[Lesen …]

Innenleben (1978)

Eine der soziologischen Signaturen der 1970er Jahre war der Postmaterialismus, also der Vorrang immaterieller Werte wie Selbsterfüllung oder Kulturgenuss. Wie strapaziös und selbstzerstörerisch die postmaterialistische Orientierung allerdings sein kann, inszeniert Woody Allen in „Innenleben“ – einem Film voller herausragender Performances. Heraussticht Geraldine Page; denn ihre Eve, die Mutter dreier erwachsener Töchter, die mit ihrer psychotischen Selbstgerechtigkeit ihren Kindern Schuldgefühle für das Scheitern ihrer Ehe und ihrer Träume vermittelt, ist noch eine schwer erträgliche Figur, wo doch der ganze Film eine einzige Selbstzerfleischung einer eigentlich wohlsituierten Ostküstenfamilie ist – so gut ist sie gespielt. Daneben glänzen Diane Keaton und Mary Beth Hurt als soziopathische Töchter sowie Maureen Stapleton als lebensfrohe Frau aus Florida, die in der Rolle der neuen Ehefrau des Vaters wie ein Fremdkörper in der schwermütigen Ostküstenfamilie wirkt, in der sie als „vulgarian“ beschimpft wird. „Innenleben“ hat die typische Farbgebung eines Woody-Allen-New-York-Films der Siebziger, ist aber immer eine Spur düsterer, depressiver, hoffnungsloser als andere Allen-Dramen, die das Zusammenleben in einer vor Ambitionen und Neurosen überkochenden Metropole à la New York ergründen. Die besten New-York-Filme – eine kuratierte Auswahl
Genre: Drama
Länge: 88 Min.
Regie: Woody Allen
Cast: u.a. Mary Beth Hurt, Diane Keaton, Geraldine Page, Richard Jordan, Maureen Stapleton, E.G. Marshall, Sam Waterston, Kristin Griffith
alt. Titel: Interiors
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Prince of the City (1981)‘, Bildquelle: Prince of the City (1981), Orion Pictures, Warner Bros.

Prince of the City (1981)

Stimmungen: großstädtisch, urban

Das New Yorker Rauschgiftdezernat am Ende der 1970er Jahre, eine Spezialeinheit, die mit illegalen Methoden operiert und sich selbst berei […]

[Lesen …]

Prince of the City (1981)

Das New Yorker Rauschgiftdezernat am Ende der 1970er Jahre, eine Spezialeinheit, die mit illegalen Methoden operiert und sich selbst bereichert: „Prince of the City“ zeigt den Zerfall einer blutsbrüderlich-eingeschweißten Truppe – und mit jedem Gewissensbiss für den Informanten Danny Ciello gerät die Kinematografie von Regisseur Sidney Lumet und seinem genialen Kameramann Andrzej Bartkowiak ein Stück klaustrophobischer. „Prince of the City“ ist nicht allein einer der gewichtigen Cop-Filme, sondern mit seinen rund 130 Locations mehr noch eine logistische Meisterleistung, ein cineastisches New-York-Dokument. Die Verfilmung eines Buches, das wiederum auf dem realen Ex-Cop Robert Leuci basiert, der in den frühen Siebzigern zur Aufdeckung korrupter Strukturen beitrug, berührte Lumet auch persönlich – war er in den Fünfzigern doch nur knapp der Entscheidung entronnen, Kollegen ans Messer der Kommunistenhatz zu liefern, um der Blacklist zu entgehen. Die besten New-York-Filme – eine kuratierte Auswahl
Genre: Drama
Länge: 160 Min.
Regie: Sidney Lumet
Cast: u.a. Treat Williams, Jerry Orbach, Tony Page, Lindsay Crouse, Norman Parker, Richard Foronjy, Lance Henriksen, Cosmo Allegretti, Tony Munafo, Don Billett, Kenny Marino, Carmine Caridi, Ron Karabatsos, Bob Balaban, Peter Friedman, James Tolkan
alt. Titel: Prince of the City – Die Herren der Stadt
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Midnight Express (1978)‘, Bildquelle: Midnight Express (1978), Columbia Pictures, Sony Pictures

Midnight Express (1978)

Selten hat ein Film so eindrücklich den Wert von Freiheit verdeutlicht: Der Amerikaner Billy Hayes ( […]

[Lesen …]

Midnight Express (1978)

Selten hat ein Film so eindrücklich den Wert von Freiheit verdeutlicht: Der Amerikaner Billy Hayes (Brad Davis) wird in der Türkei beim Drogenschmuggel erwischt; die Justiz verurteilt ihn zu einer drakonischen Strafe. Im türkischen Gefängnis beginnt für ihn ein degenerativer Leidensweg aus Folter, Einöde und Hoffnungslosigkeit, an dessen Ende ein früher Tod droht.
Genre: Drama
Länge: 121 Min.
Regie: Alan Parker
Cast: u.a. Brad Davis, Randy Quaid, Mike Kellin, John Hurt, Paolo Bonacelli, Paul L. Smith, Irene Michaels, Bo Hopkins, Michael Ensign
alt. Titel: 12 Uhr nachts – Midnight Express
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Stadt im Dunkel (1950)‘, Bildquelle: Stadt im Dunkel (1950), Paramount Pictures

Stadt im Dunkel (1950)

Stimmungen: düster, finster, kleinkriminell, kriminell, urban

Die schweren Blasinstrumente im Score erinnern in ihrer epischen Bedrohlichkeit nicht nur an die eindrückliche Musik aus […]

[Lesen …]

Stadt im Dunkel (1950)

Die schweren Blasinstrumente im Score erinnern in ihrer epischen Bedrohlichkeit nicht nur an die eindrückliche Musik aus Cape Fear“ (1962), sondern sind in ihrer fordernden Aggressivität sogar noch eine Spur unheilvoller – eben die Melodie einer „Stadt im Dunkel“, die der Filmtitel ankündigt und durch die im Intro ein junger Kerl marschiert, der binnen des anbrechenden Jahrzehnts zu einem von Hollywoods hellsten Sternen avancieren sollte. Charlton Heston spielt einen Veteranen, den eine emotionale Verletzung hat erkalten lassen und der – entgegen seiner bildungsbürgerlichen Herkunft – sich in der Unterwelt herumtreibt, als Kopf einer Pokerrunde, die naive Opfer ausnimmt. Als sie einen Mann in den Selbstmord treiben, sind bald auch die schmierigen Zocker nicht mehr ihres Lebens sicher, da ein Unbekannter sie der Reihe nach dezimiert.
Genre: Noir-Thriller
Länge: 98 Min.
Regie: William Dieterle
Cast: u.a. Charlton Heston, Lizabeth Scott, Viveca Lindfors, Dean Jagger, Jack Webb, Ed Begley, Harry Morgan, Don DeFore, Walter Sande, Mark Keuning, Mike Mazurki, Greta Granstedt
alt. Titel: Dark City
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Wenig Chancen für morgen (1959)‘, Bildquelle: Wenig Chancen für morgen (1959), HarBel Productions

Wenig Chancen für morgen (1959)

Stimmung: kriminell

Drei Ganoven, die mit einem ausgeklügelten Bankraub ihrer beengten Existenz entkommen wollen: […]

[Lesen …]

Wenig Chancen für morgen (1959)

Drei Ganoven, die mit einem ausgeklügelten Bankraub ihrer beengten Existenz entkommen wollen: der alte Mastermind Burke, für den der Coup vielleicht die letzte Gelegenheit auf materielles Glück ist; der Spieler und Nachtklubsänger Ingram, der die Diskriminierung von Schwarzen leid ist; und der arbeitslose Rassist Slater, der nicht vom Geld seiner berufstätigen Freundin leben will und die wenigen Momente auskostet, in denen er jemanden fast totschlägt oder fremdgeht. „Wenig Chancen für morgen“ fasziniert nicht bloß mit seinem schwarz-weißen Location shooting im New York am Ende der Fünfziger oder der Kleinstadt Hudson, wo der Heist steigen soll, sondern noch viel mehr mit seiner beeindruckenden Frische, die sich in unzähligen Kameraeinstellungen und Schnitten manifestiert. Die besten New-York-Filme – eine kuratierte Auswahl
Genre: Gangsterdrama
Länge: 96 Min.
Regie: Robert Wise
Cast: u.a. Harry Belafonte, Robert Ryan, Ed Begley, Shelley Winters, Kim Hamilton, Gloria Grahame, Will Kuluva, Mae Barnes, Richard Bright
alt. Titel: Odds Against Tomorrow
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots
Szene aus ‚Teufelskreis (1961)‘, Bildquelle: Teufelskreis (1961), Parkway Films

Teufelskreis (1961)

Stimmungen: britisch, englisch, spannend

Ein Film, den man unbedingt im Kontext seiner Zeit zu betrachten hat, um seine Tragweite zu ermessen: Melville Farr ist ein aufstrebender […]

[Lesen …]

Teufelskreis (1961)

Ein Film, den man unbedingt im Kontext seiner Zeit zu betrachten hat, um seine Tragweite zu ermessen: Melville Farr ist ein aufstrebender Jurist, auf dem sicheren Pfad zum hochangesehen Kronanwalt, als er seine Karriere aufs Spiel setzt, um eine Erpresserbande auffliegen zu lassen, die mit Fotografien kompromittierender Situationen reihenweise Homosexuelle ausnimmt. Die Bedeutsamkeit von „Teufelskreis“ liegt nicht in seiner Krimihandlung, die durch ein düsteres London der frühen Sechziger führt, sondern in der Brisanz des Themas: Denn in diesem Film wird ganz offen mit Homosexualität umgegangen, die damals noch unter Strafe stand – es brauchte noch ein halbes Jahrzehnt, ehe sie entkriminalisiert wurde, überhaupt war „Teufelskreis“ der erste britische Film, der das bloße Wort „Homosexualität“ offen aussprach. Im Rückblick lässt sich „Teufelskreis“ vielleicht der Vorwurf machen, nicht explizit gleichgeschlechtliche Beziehungen als erstrebenswerte Normalität darzustellen. Doch schaut man genauer hin, erscheint es umso überraschender und couragierter, dass damals ein Mainstreamfilm das Thema überhaupt aufgriff und auch noch in dieser Weise präsentierte: Im Verlauf der Handlung offenbart sich, dass Homosexualität kein vereinzeltes Phänomen ist, sondern etliche Menschen unter ihrer Diskriminierung leiden, was für viele Zuschauer damals ein erleichternder Gedanke gewesen sein muss – zumal diese Betroffenen sich nicht als heilungsbedürftig empfinden, wie dies viele ihrer Zeitgenossen wohl sahen. Und der Film legt seine Finger in eine legislative Wunde, waren doch die allermeisten Erpressungsfälle auf diese Gesetzgebung zurückzuführen, da die Angst vor den Konsequenzen eine beträchtliche Zahlungsbereitschaft bewirkte. Zwar gab es zum Zeitpunkt der Entstehung von „Teufelskreis“ schon erkennbare Tendenzen, die Gesetzeslage zu novellieren – aber erst noch wenige Jahre zuvor hatte die polizeiliche und juristische Härte gegen Homosexuelle einen Höhepunkt erreicht und in der Bevölkerung waren starke Vorbehalte, Hass und Abscheu, tief verwurzelt. Dass der Held des Films, zum Opfer seiner Karriere für eine gute Sache bereit, von dem Publikumsliebling Dirk Bogarde gespielt wurde, war da ein schlagkräftiges Statement; umso mehr, als Bogarde seine eigene Karriere kurz vor dem Sprung nach Hollywood riskierte – und selbst schwul war, was er bis an sein Lebensende der Öffentlichkeit konsequent verschwieg.
Genre: Thriller-Drama
Länge: 100 Min.
Regie: Basil Dearden
Cast: u.a. Dirk Bogarde, Sylvia Syms, Peter McEnery, Derren Nesbitt, Dennis Price, John Barrie, Anthony Nicholls, Peter Copley, Norman Bird, Margaret Diamond, Donald Churchill, Frank Pettitt, Mavis Villiers, John Cairney, Nigel Stock, Hilton Edwards, Charles Lloyd Pack, Alan MacNaughtan, John Bennett, Noel Howlett, Alan Howard, Dawn Beret
alt. Titel: Victim
Text verfasst von: Robert Lorenz
Screenshots