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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Viva Maria! (1965)‘, Bildquelle: Viva Maria! (1965), Nouvelles Editions de Films NEF, Vides, Studiocanal

Viva Maria! (1965)

Stimmungen: abenteuerlich, abenteuerlustig, amourös, explosiv, frivol, fröhlich, heiter, lasziv, promisk, revolutionär, sexuell, turbulent

Bezeichnete man Louis Malles „Viva Maria!“ als kunterbuntes Treiben, laszive Heiterkeit, fröhlichen […]

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Viva Maria! (1965)

Bezeichnete man Louis MallesViva Maria!“ als kunterbuntes Treiben, laszive Heiterkeit, fröhlichen Hedonismus, dann würde man sicherlich einen großen Teil der Stimmung dieses außergewöhnlichen Films treffen – aber der Kniff dieser turbulenten Genremixtur ist doch eigentlich die paradoxe Gleichzeitigkeit von Heiterkeit und Krieg, von Tod und Freude, von brutalen Vorgängen inmitten eines großen Spaßes. So wie „Viva Maria!“ zurückblieb, als die Nouvelle Vague abebbte, hatten die Filmemacher der britischen New Wave sich irgendwann mit der Frühneuzeitposse Tom Jones“ (1963) künstlerisch-eskapistisch von ihren ernsthaften Sujets abgekehrt. Die Kampfszenen sind aufwendiger inszeniert, als man sie in den meisten ernstgemeinten Kriegsfilmen jener Kinozeit, den frühen Sechzigern, sehen konnte. Jeanne Moreau und Brigitte Bardot, die eine Varieté-Dame, die andere Tochter eines irischen Terroristen und im Umgang mit Bomben und Granaten geschult, spielen zwei Frauen, die mit ihrer zunehmend lasziveren Show durch einen mittelamerikanischen Fantasiestaat tingeln und am Ende eine Revolution gegen einen Diktator, Kapitalisten und die Kirche anführen – absurd im späteren Monty-Python-Stil und mit einer Slapstick-Brutalität im Geiste der späteren Terence-Hill/Bud-Spencer-Stücke. Diese heitere Revolutionsfantasie, in der noch dazu Frauen Ton und Tempo bestimmten, trafen in den Jahren vor „68“ auf junge Gesellschaftssegmente, die sich mit neuen Werten und Lebensweisen anschickten, das Moralgebäude ihrer Elterngeneration zum Einsturz zu bringen.
Genre: Abenteuer-Komödie
Länge: 117 Min.
Regie: Louis Malle
Cast: u.a. Jeanne Moreau, Brigitte Bardot, Claudio Broo, George Hamilton, Paulette Dubost, Gregor von Rezzori, Poldo Bendandi, Carlos López Moctezuma, Jonathan Eden, Francisco Reiguera, José Ángel Espinosa, Adriana Roel, José Baviera
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Szene aus ‚Tom Jones (1963)‘, Bildquelle: Tom Jones (1963), Woodfall Film Prod.

Tom Jones (1963)

Stimmungen: amourös, aristokratisch, britisch, englisch, ländlich, lasziv, sexuell, turbulent, zynisch

Als die British New Wave-Masterminds der Woodfall Films der Schwarz-Weiß-Tristesse ihrer […]

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Tom Jones (1963)

Als die British New Wave-Masterminds der Woodfall Films der Schwarz-Weiß-Tristesse ihrer avantgardistischen Kitchen sink-Dramen überdrüssig waren, drehten sie „Tom Jones“. Und nur wenige Filme in der Geschichte haben für so viel Furore gesorgt wie dieser: Als eine mit geringem Budget adaptierte Leinwandversion eines englischen Romans aus dem 18. Jahrhundert, in Farbe getaucht und entgegen dem Usus vollständig on location gedreht, begeisterte „Tom Jones“ nicht nur Kritiker, sondern spielte an den Kinokassen im Nu ein Vielfaches seiner Kosten ein und stürmte im Jahr darauf mit zehn Nominierungen – allein die Hälfte davon für Schauspielleistungen – die „Oscar“-Verleihung und räumte gleich vier der goldenen Statuetten ab, darunter die für den Besten Film. Tom Jones ist ein Findelkind, aufgenommen von einem englischen Aristokraten im 18. Jahrhundert, gewachsen zu einem stattlichen jungen Mann, der mit kindlicher Freude das Erwachsensein auslebt – und mit seinem Lausbubengrinsen sowie einer unerschütterlichen Unbekümmertheit wird er perfekt vom jungen Albert Finney verkörpert. Zum Opfer einer Intrige geworden, muss Jones hinausziehen und sich in einer feindseligen Umwelt behaupten, durch die er sich mit seinem Charme und Sexappeal säuft, rauft und schläft. Die subtil-zynische Exkursion in die Frühe Neuzeit ist voll von anzüglichem Humor und beeindruckt mit einer Liebe zum historischen Detail, die man von einer solchen Posse gar nicht erwartet, durch welche aber die absurden und perversen Züge der damaligen (und suggestiv auch der heutigen) Gesellschaft hervortreten. Und wie als Parabel von der Dekadenz und Bigotterie der britischen Upperclass (ziemlich imposant in den Fratzen von Hugh Griffith dargestellt) sind gerade die Reichen und Reputierlichen die lasterhaften Frevler, die Sex, Alkohol und Töten zum Spaß frönen – überhaupt ist eine der eindringlichsten Sequenzen die Darstellung einer euphorischen Jagdgesellschaft, deren Treiben von militärischer Grausamkeit ist und in einem morbiden Trubel gipfelt. Wie die britischen New Wave-Macher sich in „Tom Jones“ eine Verschnaufpause gönnten, fand seine Entsprechung im französischen Kino der Nouvelle Vague in Louis Malles Abenteuerkomödie „Viva Maria!“ (1965).
Genre: Abenteuer-Komödie
Länge: 129 Min.
Regie: Tony Richardson
Cast: u.a. Albert Finney, Susannah York, Hugh Griffith, George Devine, David Warner, Joyce Redman, Rachel Kempson, Rosalind Knight, Edith Evans, Diane Cilento, Jack MacGowran, George A. Cooper, Angela Baddeley, Peter Bull, Mark Dignam, David Tomlinson, Wilfrid Lawson, Freda Jackson, Redmond Phillips
alt. Titel: Tom Jones – Zwischen Bett und Galgen
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Szene aus ‚A Kind of Loving (1962)‘, Bildquelle: A Kind of Loving (1962), Canal + Image UK, Optimum

A Kind of Loving (1962)

Stimmungen: britisch, englisch, proletarisch

Das Besondere im Alltäglichen: Ein junger Mann – Zeichner in einem Großunternehmen – verliebt sich in eine Kollegin, nach dem ersten Sex ist sie schwanger, aus der […]

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A Kind of Loving (1962)

Das Besondere im Alltäglichen: Ein junger Mann – Zeichner in einem Großunternehmen – verliebt sich in eine Kollegin, nach dem ersten Sex ist sie schwanger, aus der Unglückssituation entsteht eine notgedrungene Ehe. Im kleinen Zimmer im spießigen Haus der Brautmutter droht die Beziehung am Konflikt zwischen individuellem Lebensentwurf und moralischer Integrität der Arbeiterklasse zu zerbrechen – John Schlesingers Verfilmung von Stan Barstows Roman ist eine einfühlsame working class-Studie der englischen Gesellschaft am Beginn der Swinging Sixties.
Genre: Drama
Länge: 107 Min.
Regie: John Schlesinger
Cast: u.a. Alan Bates, June Ritchie, Thora Hird, Bert Palmer, Gwen Nelson, James Bolam, Jack Smethurst, Pat Keen, Leonard Rossiter, Peter Madden
alt. Titel: Nur ein Hauch Glückseligkeit
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Szene aus ‚See No Evil (1971)‘, Bildquelle: See No Evil (1971), Columbia Pictures

See No Evil (1971)

Stimmung: spannend

Die „Stiefel, die den Tod bedeuten“, auf denen die deutsche Titelversion beruht, treten gleich in der ersten Szene von „See No Evil“ ins […]

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See No Evil (1971)

Die „Stiefel, die den Tod bedeuten“, auf denen die deutsche Titelversion beruht, treten gleich in der ersten Szene von „See No Evil“ ins Bild. Und natürlich lässt sich da schon erahnen, dass die Trägerin oder der Träger dieses exzentrischen Schuhwerks im Cowboystil nichts Gutes im Schilde führt. Und die folgenden knapp anderthalb Stunden wird es genau darum gehen: um das Gesicht oberhalb dieser Stiefel. Mia Farrow spielt Sarah, eine junge Blinde, die bei einem Reitunfall ihr Augenlicht verloren hat und nach einer Zeit der Selbstisolation nun in das Haus ihrer Tante zurückkehrt – in einen stattlichen Landsitz der englischen Upperclass in Berkshire. Der – teils enorme – Suspense von „See No Evil“ erwächst aus dem völlig unterschiedlichen Kenntnisstand des Publikums und der Protagonistin: Während sie sich arglos durch das Haus tastet, sehen wir, was dort geschehen ist. Der einzige Aspekt, bei dem uns Richard Fleischer mit Sarah effektiv gleichstellt, ist die unbekannte Person, die von der ersten Szene des Films an bis zum Schluss lediglich anhand ihrer Cowboystiefel gezeigt wird und bei der uns die Kamera mit stark eingeschränkter Sicht auf den Straßenasphalt oder den Kneipenfußboden versetzt. Die ländliche Abgeschiedenheit wird hier nicht idyllisiert, sondern dient ganz im Gegenteil als Grundlage einer beklemmenden Einsamkeit und des Gefühls, einer anonymen Bedrohung ausgeliefert zu sein. Man wundert sich hinterher nicht, dass der Drehbuchautor Brian Clemens auch an And Soon the Darkness“ (1970) mitgeschrieben hat, bei dem zwei Mädchen beim Radurlaub in Frankreich auf der Landstraße in ein düsteres Schicksal gesogen werden. „See No Evil“ ist in seiner denkbar unspektakulären Szenerie (die Villa, ein Wald, eine Kiesgrube) und den souverän herbeigeführten Spannungsmomenten ein unbedingt sehenswertes Horrorthrillerschmuckstück.
Genre: Horror-Thriller
Länge: 89 Min.
Regie: Richard Fleischer
Cast: u.a. Mia Farrow, Norman Eshley, Diane Grayson, Brian Rawlinson, Dorothy Alison, Robin Bailey, Paul Nicholas, Christopher Matthews, Scott Fredericks, Max Faulkner, Reg Harding, Barrie Houghton, Lila Kaye, Michael Elphick, Donald Bisset
alt. Titel: Blind Terror / Stiefel, die den Tod bedeuten
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Szene aus ‚The Honeymoon Killers (1970)‘, Bildquelle: The Honeymoon Killers (1970), Roxanne Co.

The Honeymoon Killers (1970)

Stimmungen: amourös, brutal, kriminell

Das karge Ambiente der Low-budget-Independent-Produktion in Schwarz-Weiß macht das ohnehin düstere Thema des Films noch abgründiger. „The Honeymoon Killers […]

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The Honeymoon Killers (1970)

Das karge Ambiente der Low-budget-Independent-Produktion in Schwarz-Weiß macht das ohnehin düstere Thema des Films noch abgründiger. „The Honeymoon Killers“ erzählt von den „Lonely Hearts Killers“, von der übergewichtigen Krankenschwester Martha Beck und dem professionellen Heiratsschwindler Ray Fernandez, die sich durch die USA erst lügen und betrügen, schließlich morden – reale Serienkiller, die Ende der 1940er Jahre aufflogen und bis zu ihrer Hinrichtung im New Yorker Hochsicherheitsgefängnis Sing Sing durch die Medien geisterten. Als vermeintliche Geschwister, einander in Liebe verbunden, beuten sie für ein paar tausend Dollar die Einsamkeit von Witwen, Geschiedenen und alleinstehenden Frauen aus, stets mit der vagen Hoffnung auf ein sorgenfreies Vorstadtleben. Shirley Stoler und Tony Lo Bianco sind famose Besetzungen, die ihre Charaktere mit der mörderischen Liebe und banalen Gewaltimpulsen unheimlich glaubwürdig darbieten – ein Schmuckstück des Non-Hollywoodkinos.
Genre: Drama
Länge: 108 Min.
Regie: Leonard Kastle
Cast: u.a. Shirley Stoler, Tony Lo Bianco, Mary Jane Higby, Doris Roberts, Marilyn Chris, Kip McArdle, Dortha Duckworth, Barbara Cason, Mary Breen
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Szene aus ‚Der lange Tod des Stuntman Cameron (1980)‘, Bildquelle: Der lange Tod des Stuntman Cameron (1980), Simon Productions

Der lange Tod des Stuntman Cameron (1980)

Stimmung: turbulent

Wenn sich allenthalben nach wagemutigen, verrückten Filmprojekten gesehnt wird, dann ist damit vermutlich so etwas gemeint wie der Film, den […]

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Der lange Tod des Stuntman Cameron (1980)

Wenn sich allenthalben nach wagemutigen, verrückten Filmprojekten gesehnt wird, dann ist damit vermutlich so etwas gemeint wie der Film, den Richard Rush zu Beginn der Achtziger drehte. „Der lange Tod des Stuntman Cameron“ ist durch und durch unkonventionell, fernab vom Mainstreamkino und doch seinerzeit für drei „Oscars“ nominiert (neben Peter O’Toole auch Rush selbst, für Drehbuch und Regie). Was eigentlich sein größter Erfolg hätte sein müssen, markierte indes Rushs Untergang – jedenfalls drehte er erst anderthalb Jahrzehnte später wieder einen Film. „Der lange Tod des Stuntman Cameron“ lässt sich in keine Genre-Schablone pressen, so erratisch und turbulent ist dieser Streifen. Peter O’Toole spielt den Regisseur Eli Cross, der gerade an der Küste Kaliforniens einen Weltkriegsactionfilm dreht – ein verrücktes Genie voller Obsessionen, unter denen die Crew leidet, doch das mit seinem Charisma alle sich aufopfern lässt, angeblich angelehnt an Sam Peckinpah, einen der großartigen Wahnsinnigen des US-amerikanischen Kinos. Peckinpah-Kumpel O’Toole spielt ihn mit enormer Hingabe – eine der Performances, die allein einen Film sehenswert machen. Die Story ist eher nebensächlich und erfüllt vor allem den Zweck, in ein Milieu mit charmanten Chancen und abgrundtiefen Pathologien zu entführen: die Filmbranche. Ein Stuntman stirbt dabei, eine Limousine von einer Brücke in den Fluss stürzen zu lassen; als Cross kurz darauf zufällig auf einen Mann stößt, der von der Polizei gejagt wird, da gewährt er ihm Unterschlupf, indem er dem Flüchtigen einfach die Identität des toten Stuntmans gibt. Der ist ein Vietnamveteran, im Verlauf des Films ein Symbol für den problematischen Umgang der Heimatgesellschaft mit ihren Kriegsheimkehrern – eine weitere Facette dieses facettenreichen Films. Cross nutzt das aus, um ihn zu erpressen, den Dilettanten einen wagemutigen Stunt nach dem anderen ausführen zu lassen, als ob er gierig auf dessen Tod lauere und ihn auf Zelluloid bannen wolle.
Genre: Drama
Länge: 131 Min.
Regie: Richard Rush
Cast: u.a. Steve Railsback, Peter O’Toole, Barbara Hershey, Allen Garfield, Charles Bail, Alex Rocco, Sharon Farrell, Philip Bruns, Adam Roarke, John Pearce, Jim Hess, Michael Railsback, George Wallace, Dee Carroll, Leslie Winograde
alt. Titel: The Stunt Man
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Szene aus ‚Private Road (1971)‘, Bildquelle: Private Road (1971), BFI

Private Road (1971)

Stimmungen: amourös, bohemehaft, britisch, englisch, hedonistisch

Spätestens als er mit einer Kurzgeschichte seinen ersten Scheck erhält, ist Peter Morrissey eine glorreiche Karriere verheißen – wenn er denn seine […]

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Private Road (1971)

Spätestens als er mit einer Kurzgeschichte seinen ersten Scheck erhält, ist Peter Morrissey eine glorreiche Karriere verheißen – wenn er denn seinen Debütroman nicht versaut. Der junge Schriftsteller ist aber bald bedroht, von der Nine-to-Five-Routine seines Jobs in einer Werbeagentur verzehrt zu werden, um Geld für seine Freundin Ann zu verdienen, hinter deren Bohemeattitüde sich doch eine ziemlich materialistische Begierde verbirgt. „Private Road“ trägt eine Natürlichkeit in den Szenerien und im Schauspiel in sich, die mit den Konventionen bricht, die in sich bereits den Odem der Zeit, an der Schwelle zwischen Sechzigern und Siebzigern, verströmt: die Elegie bevorstehender Gelegenheiten, der Chancen von Jugend, die unter den Augen der Erwachsenen zur Bürde werden; auch eine unterschwellige Katerstimmung am Ende der Swinging Sixties und der zunehmende Druck, allen Triumphen auf dem sozialen Schlachtfeld von Werten und Normen zum Trotz sich nun mit standhaft gebliebenen Verhältnissen, gegen die rebelliert wurde, arrangieren zu müssen. Die Performances von Susan Penhaligon und Bruce Robinson als junges Paar, auch von Michael Feast als strauchelnder WG-Kumpan mit Gitarre und Heroinspritze, sind gelungen; und Patricia Cutts wirkt als Peters Literaturagentin wie eine direkte Folie für Doon Mackichans großartige Jane Plough in Toast of London (2012–15).
Genre: Drama
Länge: 89 Min.
Regie: Barney Platts-Mills
Cast: u.a. Susan Penhaligon, Bruce Robinson, Michael Feast, Robert Brown, Patricia Cutts, George Fenton, Kathleen Byron, Trevor Adams, Susan Brodrick, Paul Harper, Catherine Howe, Pamela Moiseiwitsch
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Szene aus ‚Nightfall (1956)‘, Bildquelle: Nightfall (1956), Copa Productions, Columbia Pictures

Nightfall (1956)

Stimmungen: amourös, kriminell, turbulent

Von einer lauwarmen kalifornischen Nacht in Los Angeles in die verschneiten Berge von […]

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Nightfall (1956)

Von einer lauwarmen kalifornischen Nacht in Los Angeles in die verschneiten Berge von Wyoming – dort liegt eine Tasche, voll mit dicken Dollarbündeln. Sie bestimmt James Vannings Leben, denn er wird zweifach verdächtigt, von beiden Seiten des Gesetzes: Die Polizei hält ihn für einen Mörder und Dieb, die wahren Gangster für den aktuellen Besitzer der Tasche und ihres Inhalts. Vanning, ein Okinawa-Veteran und mediokrer Künstler, ist zermürbt von seiner Flucht und seinem Leben im Niemandsland zwischen Gut und Böse, denn wer würde ihm schon seine Unschuldsbehauptung abkaufen? Für sein Alter, gedreht zur Mitte der 1950er Jahre, als ein Präsident Kennedy noch Zukunftsmusik und die berüchtigte Selbstzensur Hollywoods in Gestalt des berüchtigten Production Code noch gerade so wirksam war, ist „Nightfall“ ein bemerkenswert moderner, agiler, Film, der an Drive und Originalität fast nichts verloren zu haben scheint. Die Gangster, gespielt von Brian Keith und Rudy Bond – der eine von krimineller Besonnenheit, der andere von besinnungsloser Kriminalität –, wirken wie aus einer anderen Hollywood-Zeit und erinnern eher an spätere Coen- und Tarantino-Figuren denn die Noir-Schablonen jener Filmepoche. Und wie Jacques Tourneur sein Publikum durch die knapp achtzig Minuten Spieldauer jagt, von den Neonlichtern in Los Angeles zur Wildnis von Wyoming, entspricht dem rasanten Tempo einer Howard-Hawks-Screwballkomödie.
Genre: Thriller
Länge: 79 Min.
Regie: Jacques Tourneur
Cast: u.a. Aldo Ray, Anne Bancroft, Brian Keith, Rudy Bond, James Gregory, Jocelyn Brando, Frank Albertson, Arline Anderson
alt. Titel: Wenn die Nacht anbricht
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Szene aus ‚Die Erbin (1949)‘, Bildquelle: Die Erbin (1949), Paramount Pictures

Die Erbin (1949)

Stimmungen: amourös, bildungsbürgerlich, elitär, großbürgerlich, luxuriös

Austin Sloper glaubt seine unendlich schüchterne, im Smalltalk der New Yorker Hochgesellschaft gänzlich unbegabte Tochter Catherine […]

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Die Erbin (1949)

Austin Sloper glaubt seine unendlich schüchterne, im Smalltalk der New Yorker Hochgesellschaft gänzlich unbegabte Tochter Catherine auf dem Pfad zur ewigen Jungfer – und deshalb hält er auch die Avancen des galanten, aber mittellosen Schönlings Morris Townsend lediglich für den Versuch, an Catherines Reichtum als Alleinerbin des vermögenden Arztes Sloper zu gelangen. Während Catherine in überstürzten Heiratsabsichten schwelgt und dem Charmeur Townsend erliegt, droht Sloper mit der Enterbung. Angesiedelt in einem Greek Revival-Haus im New York zur Mitte des 19. Jahrhunderts – ein Gebäude voll erlesenem Luxus, zugleich eine Arena, in der Gäste und Bewohner ständig ihre Fähigkeit zur standesgemäßen Konversation zu belegen haben –, ist „Die Erbin“ in den wenigen Dialog-Rollen exzellent besetzt und wirkt trotz seines Alters überraschend frisch. Montgomery Clift beherrscht die Posen, Blicke und vor allem das Lächeln des mutmaßlichen Betrügers perfekt – hier ist er im Übrigen noch mit dem Gesicht vor seinem folgenschweren Autounfall zu sehen. Auch Miriam Hopkins und Ralph Richardson als Catherines Tante und Vater liefern das passende Mienenspiel zu ihren Figuren – sie alle werden aber in den Schatten gestellt von Olivia de Havilland, die das Filmprojekt, eine Broadway-Adaption, angestoßen hatte und die langweilige Frau, die sich von der Zuneigung des erstbesten Bewerbers völlig betören lässt, mit einer ausgefeilten Körpersprache spielt, wie man sie nicht oft zu sehen bekommt.
Genre: Drama
Länge: 111 Min.
Regie: William Wyler
Cast: u.a. Olivia de Havilland, Montgomery Clift, Miriam Hopkins, Ralph Richardson, Vanessa Brown, Betty Linley, Harry Antrim
alt. Titel: The Heiress
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Szene aus ‚Cisco Pike (1971)‘, Bildquelle: Cisco Pike (1971), Columbia Pictures

Cisco Pike (1971)

Stimmungen: kalifornisch, pessimistisch, sonnig

Gedreht zu Beginn der Siebziger, erscheint „Cisco Pike“ als Konklusion der Sechzige […]

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Cisco Pike (1971)

Gedreht zu Beginn der Siebziger, erscheint „Cisco Pike“ als Konklusion der Sechziger: Der Traum ist aus und die einstigen Träumer leben nun in den Relikten einer einst verheißungsvollen Vergangenheit. „It ain’t fun no more.“ Cisco Pike (Kris Kristofferson in seiner ersten Filmrolle) war mal ein aufstrebender Singer-songwriter, der nun mit seiner meditierenden Freundin Sue in einer bunten Bude am Strand von Venice in L.A. wohnt und sich bis zu seiner zweiten Verhaftung als kleiner Drogendealer über Wasser gehalten hat. Er und sein einstiger Bühnenpartner Jesse, der plötzlich nach all den Jahren gealtert und schwer drogenabhängig wieder auftaucht, haben im unbeschwerten Sechzigerjahre-Hedonismus und Counterculture-Rausch ihr Geld verprasst, ihre Karriere weggeworfen, ihr Talent vergedeut. Cisco wird unversehens zum Sklaven eines durchgedrehten Drogenfahnders – einem radikalen Gegenentwurf seiner selbst –, der ihn zwingt, binnen eines Wochenendes einen riesigen Haufen Marihuana-Pakete zu verticken. „Cisco Pike“ beginnt mit einer derart atmosphärischen Anfangssequenz, untermalt von Kristoffersons elegischem Outlaw Country, dass man unmittelbar hineingesogen wird in die kalifornische Melancholie der beginnenden 1970er Jahre, als die USA in Vietnam ihre Unschuld verlieren und Nixon regiert. Leute wie Cisco Pike sind in diesem deprimierten Amerika Verlorene, die durchs Leben driften wie nach einer ausschweifenden Party, nach der sie nicht mehr nach Hause finden. Über jeder Szene liegt ein dumpfer Pessimismus, den nicht einmal die Dauersonne von L.A. zu überstrahlen vermag. Und nicht zuletzt ist „Cisco Pike“ stark besetzt: Harry Dean Stanton als kaputter Womanizer, Karen Black als Pikes meditierende Partnerin, Viva und Joy Bang als Sex- und Drogengenießerinnen, Gene Hackman als Cop oder Roscoe Lee Browne als Besitzer eines Musikladens.
Genre: Drama
Länge: 94 Min.
Regie: Bill Norton
Cast: u.a. Kris Kristofferson, Karen Black, Gene Hackman, Harry Dean Stanton, Viva, Joy Bang, Roscoe Lee Browne, Antonio Fargas, Doug Sahm, Allan Arbus, Severn Darden, Wavy Gravy, William Traylor
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Szene aus ‚Tag der Gesetzlosen (1959)‘, Bildquelle: Tag der Gesetzlosen (1959), Security Pictures, MGM

Tag der Gesetzlosen (1959)

Stimmungen: bedrohlich, kalt, strapaziös, winterlich

Von Beginn an liegt Gewalt in der Luft, schon als bloß zwei Gestalten sich auf ihren Pferden einen Weg durch den Schnee bahnen. Die Filmmusik von „Tag der Gesetzlosen […]

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Tag der Gesetzlosen (1959)

Von Beginn an liegt Gewalt in der Luft, schon als bloß zwei Gestalten sich auf ihren Pferden einen Weg durch den Schnee bahnen. Die Filmmusik von „Tag der Gesetzlosen“ hat vom ersten Moment an etwas Verhängnisvolles, das von Marter in epischer Umgebung – den verschneiten, eiskalten Bergen von Wyoming – kündet. Urplötzlich fällt eine Soldateska in einen kleinen Frontier-Ort im Nirgendwo von Wyoming ein, eine Handvoll Psychopathen, Veteranen und Glücksjäger unter dem strengen Kommando von Captain Bruhn ein; sie sind mit gestohlenen Armeereichtümern auf der Flucht vor der nahenden Kavallerie, und der Mann, der eben noch beinahe das Revolverduell mit seinen Mitbürgern gesucht hätte, wird nun zur Hoffnung der kleinen Gemeinschaft, die Outlaws zu überlisten. „Tag der Gesetzlosen“ zählt zu jenen Western, die ihrer Zeit weit voraus schienen, die jedenfalls fernab der Genreroutinen und Figurenklischees operieren, die in der Retrospektive wie Vorboten eines neuen Kinos wirken. Robert Ryan spielt keinen makellosen Helden; und die abtrünnigen Soldaten mit ihren irren, bedrohlichen Blicken und Sprüchen – Lance Fuller und Jack Lambert – sind keine Nullachtfünfzehn-Ganoven. Und der Einzige, der Vergewaltigung und Mord noch den Riegel vorschiebt, ist mit Bruhn ein Mann, der stoisch an einer Schusswunde krepiert. „At West Point I made up my mind to be all soldier, which doesn’t leave much room for being human“, erzählt er, als ihn der örtliche Tierarzt operiert. Burl Ives spielt ihn ziemlich imposant. Als die Truppe dann in die eiskalt-verschneite Wildnis von Wyoming ausrückt, ist das die Eröffnung einer stoischen Sequenz der Strapaze von Mensch und Tier.
Genre: Western
Länge: 92 Min.
Regie: André De Toth
Cast: u.a. Robert Ryan, Burl Ives, Tina Louise, Lance Fuller, Jack Lambert, Venetia Stevenson, David Nelson, Nehemiah Persoff, Alan Marshal, Frank DeKova, Dabbs Greer, Elisha Cook Jr., Betsy Jones-Moreland, Donald Elson, William Schallert, Robert Cornthwaite, Michael McGreevey
alt. Titel: Day of the Outlaw
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Szene aus ‚The Loneliness of the Long Distance Runner (1962)‘, Bildquelle: The Loneliness of the Long Distance Runner (1962), Woodfall Films

The Loneliness of the Long Distance Runner (1962)

Stimmungen: britisch, englisch, kleinbürgerlich, kriminell, sportlich

Mit sinnlosen Arbeiten wie an Gasmasken herumzuschrauben werden die Insassen im Jugendgefängnis beschäftigt, auf dass sie sich zu besseren Gesellschaftsmitgliedern entwickeln. […]

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The Loneliness of the Long Distance Runner (1962)

Mit sinnlosen Arbeiten wie an Gasmasken herumzuschrauben werden die Insassen im Jugendgefängnis beschäftigt, auf dass sie sich zu besseren Gesellschaftsmitgliedern entwickeln. Colin Smith, ein halbverwaister Arbeitersohn, hat Geld gestohlen und ist aufgeflogen – mit seiner Begabung als Langstreckenläufer avanciert er zum Favoriten des Gefängnisdirektors, der sich mit Smith einen Triumph über die Public School im anstehenden Wettlauf erhofft. Ganz im Stile der New Wave und Angry Young Men spielt der Film im industriellen Norden Englands und zeigt einen Protagonisten, der gegen die ihm nur allzu bewusste Klassengesellschaft aufbegehrt – einen Nonkonformisten, der die Lebensverhältnisse und die Moral seiner Eltern nicht mehr akzeptiert und etablierte Autoritäten hinterfragt. Neben dem famosen Filmdebüt eines von Großbritanniens besten Schauspielern, Tom Courtenay, sticht der Film dank vollständigem Location shooting in Nottingham durch seine grau-trübe Atmosphäre hervor.
Genre: Drama
Länge: 100 Min.
Regie: Tony Richardson
Cast: u.a. Tom Courtenay, Michael Redgrave, Avis Bunnage, James Bolam, Topsy Jane, Julia Foster, Dervis Ward, Joe Robinson, Alec McCowen, Ray Austin, James Fox, Peter Madden
alt. Titel: Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
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Szene aus ‚Der Körper meines Feindes (1976)‘, Bildquelle: Der Körper meines Feindes (1976), Cerito Films, Studiocanal

Der Körper meines Feindes (1976)

Stimmungen: amourös, elitär, großbürgerlich, luxuriös

Sieben lange Jahre hat François Leclercq im Knast verbracht, wegen eines Doppelmordes, den ihm jemand angehängt hat. Nach seiner Rückkehr aus dem Gefängn […]

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Der Körper meines Feindes (1976)

Sieben lange Jahre hat François Leclercq im Knast verbracht, wegen eines Doppelmordes, den ihm jemand angehängt hat. Nach seiner Rückkehr aus dem Gefängnis setzt er eine filigrane Rache in Gang. Angesichts dieser eklatanten Ungerechtigkeit ist die Ruhe, mit der Leclercq durch seine Heimatstadt wandelt, fast schon unverfroren; er klingelt an etlichen Türen, hinter denen ihm alte Bekannte – mal mehr, mal weniger über den Besucher begeistert – öffnen. All das erinnert an eine andere Belmondo-Verneuil-Zusammenarbeit: Le professionnel“ aus dem Jahr 1981 (ebenso exzellent besetzt), worin der Protagonist ebenfalls seine Feinde ganz raffiniert zur Strecke bringt. Und wie in „Le professionell“ sind die wahren Kriminellen auch in „Der Körper meines Feindes“ keine klassischen Ganoven, sondern Mitglieder der Oberschicht. Bei Henri Verneuil sind die Eliten umso verdorbener und verbrecherischer, je reicher und mächtiger sie sind. In den herrlichen Schlössern wohnt die vom Luxus umrankte Bigotterie einer Gesellschaftsklasse, die sich plutokratisch über das Gesetz erhebt – bis Jean-Paul Belmondo sie still und heimlich demontiert.
Genre: Drama
Länge: 121 Min.
Regie: Henri Verneuil
Cast: u.a. Jean-Paul Belmondo, Marie-France Pisier, Bernard Blier, Claude Brosset, Daniel Ivernel, Nicole Garcia, François Perrot, Yvonne Gaudeau, Michel Beaune, Charles Gérard, René Lefèvre, Suzy Prim, Jacques David, Elisabeth Margoni, Anne Delsalle, Bernard-Pierre Donnadieu, François Timmerman, Pierre Forget, Charles Charras
alt. Titel: Le corps de mon ennemi
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Szene aus ‚Only Angels Have Wings (1939)‘, Bildquelle: Only Angels Have Wings (1939), Columbia Pictures

Only Angels Have Wings (1939)

Ein Schiff läuft in den nebelverhangenen Hafen irgendwo in Südamerika ein und an der Frau, die von Bord geht, werden Bananenstauden vorbeigetragen, im Dunkel des Abends tummeln s […]

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Only Angels Have Wings (1939)

Ein Schiff läuft in den nebelverhangenen Hafen irgendwo in Südamerika ein und an der Frau, die von Bord geht, werden Bananenstauden vorbeigetragen, im Dunkel des Abends tummeln sich betriebsame Menschen auf den Straßen, das Klima ist tropisch, in einer Bar wird zu mexikanischer Gitarrenmusik getanzt. Die beiden Männer, die Jean Arthurs junge Revuetänzerin aus New York auf der Straße aufgabeln und abschleppen wollen, sind Piloten, Postflieger in unwegsamem Gebiet, Teufelskerle, die mit jedem Flug ihr Leben aufs Spiel setzen. Auf der Landebahn wartet schon die nächste Maschine auf die tollkühnen Flieger, die so höhensüchtig sind, dass sie für einen Job sogar hierher kommen. Howard Hawks’ Abenteuer-Drama – eine Kompilation realer Menschen und wahrer Begebenheiten – erzählt von den waghalsigen Postfliegern und ihrem riskanten Alltag, in ein-, zwei- oder manchmal auch dreimotorigen Maschinen bei miserabler Sicht ihre Ladung durch enge Gebirgspässe an entlegene Orte zu transportieren. Bonnie Lee, die Frau auf der Durchreise, verliebt sich in Geoff Carter, den hartgesottenen Manager von „Barranca Airways“, der mit seiner Buschpilotenmentalität bereits mit dem Tod verheiratet ist. Mit „Only Angels Have Wings“ blickt man wie durch ein Periskop in eine Zeit, in der die Avionik zwar die Menschen in die Lüfte beförderte, aber noch nicht so ausgereift war, um sie darin sicher zu bewegen. Der Schauplatz ist ein Flugfeld am Fuße der Anden, von Palmen umgeben und vor dem Hintergrund der Berge, in deren Schluchten die Kondore kreisen und ein Ausguck per Funk ständig die Wetterlage meldet; die Maschinen in Ganzmetallbauweise starten bei Nacht, preschen beim Abheben durch Pfützen und ihre Sternmotoren verleihen dem Film mit ihrem sonoren Dröhnen einen unvergesslichen Sound. Weil es ständig dunkel ist, meist regnet und stürmt, fällt überhaupt nicht auf, dass der Film fast komplett im Studio entstanden ist – im Gegenteil verdichtet sich eine Atmosphäre, die im Dreißigerjahre-Schwarz-Weiß ähnlich abenteuerlich wirkt wie etwa Frank Capras „Lost Horizon (1937), nicht zuletzt das Werk des Kameramannes beider Werke: Joseph Walker.
Genre: Abenteuer-Drama
Länge: 121 Min.
Regie: Howard Hawks
Cast: u.a. Jean Arthur, Cary Grant, Thomas Mitchell, Richard Barthelmess, Rita Hayworth, Sig Ruman, Allyn Joslyn, Victor Kilian, John Carroll, Don „Red“ Barry, Noa Beery Jr., Lucio Villegas, Manuel Álvarez Maciste, Pat Flaherty, Cecilia Callejo, Pedro Regas, Pat West
alt. Titel: SOS Feuer an Bord
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Szene aus ‚Breezy (1973)‘, Bildquelle: Breezy (1973), Universal Pictures, The Malpaso Company

Breezy (1973)

Stimmungen: amourös, hedonistisch, hippiesk, kalifornisch, romantisch

Wie sentimental und romantisch die Inkarnation des lakonischen Westernhelden – Clint Eastwood – sein kann, zeigt „ […]

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Breezy (1973)

Wie sentimental und romantisch die Inkarnation des lakonischen Westernhelden – Clint Eastwood – sein kann, zeigt „Breezy“. Bei seiner dritten Regiearbeit in nur zwei Jahren spielte Eastwood (bis auf ein winziges Komparsencameo) nicht mit; die Titelheldin ist ein Hippie, eine Siebzehnjährige, die mit einer entwaffnenden Offenheit das Herz des dreißig Jahre älteren Immobilienmaklers Frank Harmon – eines Luxus-Loners – gewinnt. Durch die junge Frau wird Harmon mit seiner faktischen Einsamkeit, aber auch dem Odium des enormen Altersunterschiedes konfrontiert. „Breezy“ ist ein durchgängig angenehmer Film, ohne auch nur eine Sekunde in Kitsch zu verfallen, in dem materialistisches Establishment und ziellose Gegenkultur eine sympathische Synthese eingehen.
Genre: Drama
Länge: 107 Min.
Regie: Clint Eastwood
Cast: u.a. Kay Lenz, William Holden, Roger C. Carmel, Marj Dusay, Jamie Smith-Jackson, Joan Hotchkis, Norman Bartold, Scott Holden, Dennis Olivieri
alt. Titel: Begegnung am Vormittag
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