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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Out of the Past (1947)‘, Bildquelle: Out of the Past (1947), RKO Radio Pictures

Out of the Past (1947)

Stimmungen: dunkel, düster, turbulent

Ein hardboiled Schnüffler in den Diensten eines gefährlichen Glücksspielers: „ […]

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Out of the Past (1947)

Ein hardboiled Schnüffler in den Diensten eines gefährlichen Glücksspielers: „Out of the Past“ ist ein archetypischer Noir, der in Hülle und Fülle nahezu alle Genre-Ingredienzen enthält: den Protagonisten im Trenchcoat mit Fedora und Zigarette; eine verschlagene Femme fatale; und natürlich die charakteristische Beleuchtung mit ihrem fabelhaften Spiel der Silhouetten und Schatten, in denen sich verhängnisvolle Schicksale ankündigen und zum Besten gehören, das klassisches Hollywoodkino jemals hervorgebracht hat. Mit seinem lakonisch-fatalistischen Spiel schuf Robert Mitchum mit Jeff Markham eine maximale Noir-Figur; Jane Greer entwickelt vor der Kamera den Prototyp der gefährlichen Verführerin; und der damalige Nobody Kirk Douglas zeigt schon in einer seiner frühen Filmrollen die aggressive Vehemenz, mit der er bald zum Hollywoodsuperstar aufsteigen würde. Hinzu kommen Dialoge in Screwballgeschwindigkeit, klassische Noir-Posen en masse und abwechslungsreiche Locations: von der kalifornischen Kleinstadt am Fuße der Sierra Nevada über Lake Tahoe bis Acapulco und San Francisco.
Genre: Noir-Drama
Länge: 97 Min.
Regie: Jacques Tourneur
Cast: u.a. Robert Mitchum, Jane Greer, Paul Valentine, Kirk Douglas,Virginia Huston, Dickie Moore, Rhonda Fleming, Richard Webb, Steve Brodie, Ken Niles
alt. Titel: Goldenes Gift
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚The Player (1992)‘, Bildquelle: The Player (1992), Fine Line Features

The Player (1992)

Den legendären Tracking shot von Orson Welles’ „Touch of Evil“ von 1 […]

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The Player (1992)

Den legendären Tracking shot von Orson Welles’Touch of Evil“ von 1958 in einem Tracking shot um mehrere Minuten zu überbieten, in welchem sich über ebendiesen Welles’schen Kinomoment ausgetauscht wird, ist nur eine von zahllosen Spitzen Robert Altmans gegen Hollywoods Studiokultur in den frühen Neunzigern. Grandios ist diese Eingangssequenz von „The Player“ aber vor allem, weil sie (echte) Drehbuchautor:innen in Pitch-Gesprächen mit dem Produzenten Griffin Mill zeigt, der hier genüsslich seine Green-light-Autorität auskostet. In der Welt von Mill sind „suspense, laughter, violence, hope, heart, nudity, sex, happy endings“ die Essenzen erfolgreichen Filmemachens. Altman teilt hier gegen ein System von Filmemachen aus, in dem noch weniger als früher schon das Künstlerische etwas zählt, sondern nur, ob man Julia Roberts oder Dolly Parton castet. Die Opulenz an prominenten Cameos zeigt, wie viele Stars ihm damals beipflichteten.
Genre: Satire
Länge: 119 Min.
Regie: Robert Altman
Cast: u.a. Tim Robbins, Greta Scacchi, Cynthia Stevenson, Fred Ward, Peter Gallagher, Brion James, Lyle Lovett, Whoopi Goldberg, Angela Hall, Vincent D’Onofrio, Dean Stockwell, Richard E. Grant, Dina Merrill, Sydney Pollack, Julia Roberts, Bruce Willis, Leah Ayres, Jeremy Piven, Andie McDowell, Malcolm McDowell
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Frau ohne Gewissen (1944)‘, Bildquelle: Frau ohne Gewissen (1944), Paramount Pictures, EMKA

Frau ohne Gewissen (1944)

Stimmungen: amourös, düster, kalifornisch, mörderisch

„Frau ohne Gewissen“ war in den Tagen des Production Code so anrüchi […]

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Frau ohne Gewissen (1944)

Frau ohne Gewissen“ war in den Tagen des Production Code so anrüchig, dass Billy Wilders üblicher Ko-Autor Charles Brackett sich nicht damit in Verbindung gebracht wissen wollte; dass Barbara Stanwyck anfangs Angst hatte, die ihr angetragene Rolle anzunehmen; und dass vor dem ebenfalls zögerlichen Fred MacMurray – der die Figur dann so formidabel spielte – eine ganze Reihe von Stars abgelehnt hatten. Der Hautgout entstand aus dem Clou, dass die Kriminellen hier gewöhnliche Leute sind – und keine notorischen Gangster –; Habsucht und Begierde lassen sie zu Mördern werden und treiben sie in den Untergang. Als Brackett-Ersatz engagierte Wilder den Krimi-Autor Raymond Chandler; und weil die beiden sich mit ihren jeweiligen Marotten nicht ausstehen konnten, aber das ganze Drehbuch gemeinsam schrieben, gehören die Arbeiten am Skript zu „Frau ohne Gewissen“ vermutlich zu den strapaziösesten der Filmgeschichte, das Resultat dafür allerdings wiederum zu den besten Drehbüchern, die jemals verfasst wurden – messerscharfe Dialoge, perfektes Tempo und eine Story, der man anmerkt, wie viele Gedankenarbeit darin steckt. James M. Cain, der Autor der Literaturvorlage, soll Wilder mit Tränen in den Augen umarmt haben, wo doch die meisten Literaten über die Kinoumsetzung ihrer Werke, zumal seitens Hollywood, eher enttäuscht sind. Stanwyck sieht ein bisschen so aus wie die Kostümbildnerin Edith Head, die auch für diesen Film tätig war, und porträtiert eine der düstersten Femmes fatales des Noir-Kosmos. In einer Nebenrolle glänzt Edward G. Robinson, es gibt zwei, drei großartige Suspense-Momente und die stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Fotografie, mit den Schatten der Jalousielamellen, die immer wieder wie als Vorboten einer Gefängniszelle in die Räume hineinragen, aber auch das damals keineswegs selbstverständliche Location shooting in der spanischen Villa in den Hollywood Hills oder einem Supermarkt ergänzen sich zu einem famosen Gesamtwerk, Hollywood-Entertainment par excellence. Wilder hatte ursprünglich einen anderen Schluss gedreht, für den er eigens eine Gaskammer nachbauen ließ. Dann aber ließ er den Film in der Sequenz zuvor enden – vermutlich eine gute Entscheidung, denn „Frau ohne Gewissen“ wartet mit einem Finale auf, das den Film exzellent abrundet und inzwischen zu den besten in der gesamten Hollywoodgeschichte gezählt wird.
Genre: Noir-Thriller
Länge: 108 Min.
Regie: Billy Wilder
Cast: u.a. Fred MacMurray, Barbara Stanwyck, Edward G. Robinson, Jean Heather, Tom Powers, Porter Hall, Byron Barr, Richard Gaines, Betty Farrington, Fortunio Bonanova, John Philliber
alt. Titel: Double Indemnity
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Gumshoe (1971)‘, Bildquelle: Gumshoe (1971), Memorial Enterprises, Columbia Pictures

Gumshoe (1971)

Stimmungen: britisch, englisch, turbulent

Stephen Frears’ Regiedebüt ist eine humorvolle Hommage an den […]

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Gumshoe (1971)

Stephen Frears’ Regiedebüt ist eine humorvolle Hommage an den Film noir – im Liverpool der frühen Siebziger, mit seinen brachliegenden Arbeitervierteln. Albert Finney spielt einen verhinderten Entertainer, der sich als Bingo-Ansager durchschlägt. Aus einer Laune heraus schaltet der Kenner und Fan amerikanischer hardboiled-Literatur eine Anzeige als Privatdetektiv und wird prompt in eine mörderische Affäre verwickelt. Finney, der hier fast nur im beigen Trenchcoat unterwegs ist, spielt die Rolle ziemlich charmant – für das heutige Publikum ist „Gumshoe“ aber vor allem wegen seines Zeitkolorits sehenswert.
Genre: Noir-Hommage
Länge: 82 Min.
Regie: Stephen Frears
Cast: u.a. Albert Finney, Billie Whitelaw, Frank Finlay, Janice Rule, Carolyn Seymour, Bill Dean, Oscar James, Fulton Mackay, George Innes, George Silver, Wendy Richard
alt. Titel: Auf leisen Sohlen
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Jeremiah Johnson (1972)‘, Bildquelle: Jeremiah Johnson (1972), Warner Bros., Sanford Prod.

Jeremiah Johnson (1972)

Der Veteran Jeremiah Johnson hat keine Lust mehr auf die selbstzerstörerische Zivilisation und zieht Mitte des 19. J […]

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Jeremiah Johnson (1972)

Der Veteran Jeremiah Johnson hat keine Lust mehr auf die selbstzerstörerische Zivilisation und zieht Mitte des 19. Jahr­hun­derts in die Wildnis der verschneiten Berge von Colorado. Das Greenhorn eignet sich dort die nötigen Qualifikationen für den Überlebenskampf an und wird zur Obsession einer fanatischen Indianer-Vendetta, zum unablässig Gejagten. Der Film zeigt die mörderische Beziehung zwischen egoistischen Frontier-Siedlern und bedrängten Ureinwohnern sowie die Selbstbehauptung eines Menschen unter extremen Bedingungen.
Genre: Western-Drama
Länge: 108 Min.
Regie: Sydney Pollack
Cast: u.a. Robert Redford, Delle Bolton, Will Geer, Josh Albee, Joacquín Martínez, Allyn Ann McLerie, Richard Angarola, Charles Tyner, Paul Benedict, Jack Colvin, Matt Clark
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Insignificance – Die verflixte Nacht (1985)‘, Bildquelle: Insignificance – Die verflixte Nacht (1985), Zenith Productions

Insignificance – Die verflixte Nacht (1985)

Stimmungen: großstädtisch, rhetorisch, turbulent, urban

Wenn Vor- und Rückblenden die Stringenz der Erzählung irritieren und am Ende eine (irre) Zeitlupensequenz dieses Filmerlebnis beschließt, dann wird man (wieder einmal) von dem G […]

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Insignificance – Die verflixte Nacht (1985)

Wenn Vor- und Rückblenden die Stringenz der Erzählung irritieren und am Ende eine (irre) Zeitlupensequenz dieses Filmerlebnis beschließt, dann wird man (wieder einmal) von dem Gedanken erfüllt, was für ein einzigartiger Regisseur Nicolas Roeg doch gewesen ist. „Insignificance“ ist die Adaption eines ziemlich erfolgreichen Theaterstücks, in dem 1954 eine Schauspielerin, ihr Ex-Baseballstar-Mann, ein Physikprofessor und ein Senator in einem New Yorker Hotelzimmer aufeinandertreffen. Namen werden keine genannt, aber die Bezüge zu Marilyn Monroe, Joe DiMaggio, Albert Einstein und Joseph McCarthy sind eindeutig. Immer wieder blitzt auf, wie die Gegenwart der Vergangenheit die Menschen (de-)formiert; wie sie nahezu unfähig sind, simple Zufriedenheit zu erlangen, wie die Grundlagen ihrer herausragenden Positionen sie permanent und für alle Zeit unterminieren.
Genre: Drama
Länge: 109 Min.
Regie: Nicolas Roeg
Cast: u.a. Theresa Russell, Michael Emil, Gray Busey, Tony Curtis, Will Sampson, Patrick Kilpatrick
alt. Titel: Insignificance
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Einer weiß zuviel (1950)‘, Bildquelle: Einer weiß zuviel (1950), Fidelity Pictures, Film Noir Foundation

Einer weiß zuviel (1950)

Stimmungen: dunkel, großstädtisch, hektisch, schnell, urban

Ganz und gar untypisch für einen Film noir zeigt „Einer weiß zuviel“ eine Frau, die ihren untergetauchten Mann – de […]

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Einer weiß zuviel (1950)

Ganz und gar untypisch für einen Film noir zeigt „Einer weiß zuviel“ eine Frau, die ihren untergetauchten Mann – den einzigen Zeugen eines Mordes – sucht und dabei vor allem nicht ihn selbst, sondern seine vermeintlich abgekühlte Liebe zu ihr wiederentdeckt. Neben den schnellen, messerscharfen und für die späten Vierziger erstaunlichen Dialogen besticht „Einer weiß zuviel“ durch sein mit sattem Zeitkolorit durchzogenen Location shooting in San Francisco.
Genre: Noir-Thriller
Länge: 78 Min.
Regie: Norman Foster
Cast: u.a. Ann Sheridan, Dennis O’Keefe, Robert Keith, Ross Elliott, John Qualen, Frank Jenks, Jane Liddell, J. Farrell MacDonald, Reiko Sato, Victor Sen Yung, Joan Shawlee, Steven Geray
alt. Titel: Woman on the Run
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Detour (1945)‘, Bildquelle: Detour (1945), PRC Pictures

Detour (1945)

Stimmung: strapaziös

Nicht-intendierte Konsequenzen sind schon immer ein Faszinosum gewesen. In „Detour“ werden sie auf die Spitze getrieben. Der […]

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Detour (1945)

Nicht-intendierte Konsequenzen sind schon immer ein Faszinosum gewesen. In „Detour“ werden sie auf die Spitze getrieben. Der Pianist Al Roberts will endlich zu seiner gen Hollywood aufgebrochene, Freundin Sue, einer Nachtklubsängerin, aufbrechen, um sie zu heiraten. Auf dem Weg dorthin verstrickt er sich auf einem verhängnisvollen Roadtrip von New York durch Arizona nach Kalifornien immer tiefer in Täuschungen und Manipulationen, bis sie ihn verschlucken. Low-Budget-Produktionen haben einen eigentümlichen Charme, zu dem auch gehört, dass man ihnen die Sparsamkeit ansieht. Edgar G. Ulmer, neben Billy Wilder und Fred Zinnemann einer der großen Wiener Regietalente, gelingt in „Detour“ das Kunststück, den Film trotz seines kleinen Budgets gut aussehen zu lassen. Mit dem abgekämpften Protagonisten, der andauernd vom Schicksal verprügelt wird, und seinem Voiceover, den atmosphärischen Shots und einer Femme fatale gehört „Detour“ zu den sehenswertesten Noir-Filmen.
Genre: Noir-Drama
Länge: 68 Min.
Regie: Edgar G. Ulmer
Cast: u.a. Tom Neal, Ann Savage, Claudia Drake, Edmund MacDonald, Pat Gleason, Esther Howard, Tim Ryan, Harry Strang, Don Brodie
alt. Titel: Umleitung
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Die Fürsten der Dunkelheit (1987)‘, Bildquelle: Die Fürsten der Dunkelheit (1987), Universal, Carolco, Studiocanal

Die Fürsten der Dunkelheit (1987)

Stimmungen: blutig, brutal, diabolisch, dunkel, düster, gruselig, klaustrophobisch, mysteriös

In diesem Horror-Stück erlaubt sich John Carpenter, der im Alleingang Drehbuch, Regie und Musik v […]

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Die Fürsten der Dunkelheit (1987)

In diesem Horror-Stück erlaubt sich John Carpenter, der im Alleingang Drehbuch, Regie und Musik verantwortete, einen ganz besonders frechen Story-Coup: Er vermengt christliche Mystik mit harter Quantenphysik. Donald Pleasence, mit seiner geheimnisvollen Ausstrahlung, spielt den Priester, der einen Physikprofessor mitsamt einer Gruppe neugieriger Studierender in den Keller eines verlassenen Kirchengebäudes mitten in L.A. holt, um mit Computertechnik und wissenschaftlichen Methoden einen geheimnisvollen Zylinder untersuchen zu lassen – das Gefäß entpuppt sich als diabolische Bedrohung der gesamten Welt. „Fürsten der Dunkelheit“ lebt, ganz Carpenter-typisch, von seiner audiovisuellen Atmosphäre und dem Kunststück, dass die mittlerweile jahrzehntealten Spezialeffekte noch immer ansehnlich sind.
Genre: Mystery-Horror
Länge: 102 Min.
Regie: John Carpenter
Cast: u.a. Lisa Blount, Jameson Parker, Donald Pleasence, Victor Wong, Dennis Dun, Susan Blanchard, Alice Cooper, Anne Howard, Ann Yen, Ken Wright, Dirk Blocker, Jessie Lawrence Ferguson
alt. Titel: Prince of Darkness
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Das verrückte California-Hotel (1978)‘, Bildquelle: Das verrückte California-Hotel (1978), Columbia Pictures

Das verrückte California-Hotel (1978)

Das Hotel als soziale Clearing-Stelle: Vier separate Geschichten erzählen in einem wilden Genremix von Paaren, die im ber […]

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Das verrückte California-Hotel (1978)

Das Hotel als soziale Clearing-Stelle: Vier separate Geschichten erzählen in einem wilden Genremix von Paaren, die im berühmten kalifornischen »Beverly Hills Hotel« gastieren und allesamt unterschiedliche Konflikte austragen. »Das verrückte California-Hotel« ist zwar kein Film, über den man noch lange nach seinem Ende nachdenkt, aber eine kurzweilige Genre-Collage mit superbem Cast.
Genre: Dramatische Komödie
Länge: 103 Min.
Regie: Herbert Ross
Cast: u.a. Jane Fonda, Alan Alda, Richard Pryor, Gloria Gifford, Sheila Frazier, Bill Cosby, Maggie Smith, Michael Caine, Walter Matthau, Elaine May, Herb Edelman, Denise Galik
alt. Titel: California Suite
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Die Nacht der Vogelscheuche (1981)‘, Bildquelle: Die Nacht der Vogelscheuche (1981), Wizan T.V. Productions & Distribution Co.

Die Nacht der Vogelscheuche (1981)

Stimmungen: bedrohlich, kleinstädtisch, ländlich

Unter der Ägide des pädophilen Postboten Otis P. Hazelrigg (Charles Durning) […]

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Die Nacht der Vogelscheuche (1981)

Unter der Ägide des pädophilen Postboten Otis P. Hazelrigg (Charles Durning) rotten sich eine Handvoll Heartland-Kleinstädter zu einem Lynchmob zusammen, um Bubba Ritter – ein Kind im Körper eines Erwachsenen – für den Mord an der kleinen Marylee Williams zu richten. Bubba tarnt sich als Vogelscheuche und sie exekutieren ihn auf offenem Feld nahe des Haues seiner Mutter ehe sie über Funk erfahren, dass die Suche nach Bubba Ritter eingestellt ist, weil das Mädchen gar nicht tot, er also nicht ihr Mörder ist. „Die Nacht der Vogelscheuche“ ist ein Horrorfilm von großartigstem Minimalismus; aber noch mehr zeigt er en passant die hässliche Seite der (US-amerikanischen) Zivilgesellschaft, aus der immer wieder vorurteilsbeladene Kollektivhandlungen hervorgehen, eine derangierte Moral, die sich in der mörderischen Selbstgerechtigkeit waffenstrotzender Posses entlädt. Das Porträt der holzfällerhemdsärmeligen Dosenbiersolidarität einer Südstaatenkleinstadt macht „Die Nacht der Vogelscheuche“ über das Genre hinaus sehenswert.
Genre: Horror-Thriller
Länge: 93 Min.
Regie: Frank De Felitta
Cast: u.a. Charles Durning, Lane Smith, Jocelyn Brando, Tonya Crowe, Larry Drake, Robert F. Lyons, Claude Earl Jones, Tom Taylor, Ivy Bethune, Richard McKenzie, Ivy Jones, James Tartan, Alice Nunn
alt. Titel: Dark Night of the Scarecrow
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Die Braut des Satans (1976)‘, Bildquelle: Die Braut des Satans (1976), Hammer Film Productions

Die Braut des Satans (1976)

Stimmung: okkult

Am Chiemsee in Bayern bereitet der exkommunizierte Father Raynor ein unheiliges Ereignis vor. In „Die Braut des Satans“ zeigen Close-ups ein […]

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Die Braut des Satans (1976)

Am Chiemsee in Bayern bereitet der exkommunizierte Father Raynor ein unheiliges Ereignis vor. In „Die Braut des Satans“ zeigen Close-ups einen wahrhaft teuflischen Christopher Lee als Kopf der Satanssekte, der über schwarze Magie gebietet, mit der er seinen Gegenspieler – den Okkultexperten und Bestsellerautor Verney – zu vernichten sucht. Die Widmark’sche Entschlossenheit verleiht diesem Literaten, der sich gegen übernatürliche Kräfte auflehnt, eine gewisse Glaubwürdigkeit, es quasi aus der Schreibstube heraus mit teuflischen Mächten aufzunehmen. Eine noch sehr junge Nastassja Kinski ist die Nonne im Zentrum von Raynors Plan; und Denholm Elliott ist ihr entfremdeter Vater, der mit Elliotts unnachahmlicher Darstellung gehetzter Verzweiflung irgendwann nur noch in einem selbstgekritzelten Pentagramm kauert.
Genre: Horror-Thriller
Länge: 93 Min.
Regie: Peter Sykes
Cast: u.a. Richard Widmark, Nastassja Kinski, Christopher Lee, Denholm Elliott, Honor Blackman, Anthony Valentine, Eva Maria Meineke, Michael Goodliffe, Izabella Telezynska, Constantine Gregory, Anna Bentinck, Derek Francis, Brian Wilde, Frances de la Tour
alt. Titel: To the Devil … a Daughter
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Red River (1948)‘, Bildquelle: Red River (1948), Monterey Prod.

Red River (1948)

Stimmung: strapaziös

Der „Chisholm Trail“ führte in der Zeit nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg […]

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Red River (1948)

Der „Chisholm Trail“ führte in der Zeit nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg die Viehherden von Texas über den Red River nach Kansas. In „Red River“ erzählt Howard Hawks nur vordergründig von den ebenso uralten wie unsterblichen Sujets Liebe und Rache; in Wirklichkeit ist der ganze Film eine Hommage an all die Cowboys, die riesige Rinderherden in ungemein strapaziösen Cattle drives von ihrem Zucht- zu ihrem Verkaufsort führten. Der Film beginnt im Jahr 1851, als Thomas Dunson die Frau, die er liebt, im Siedlertreck zurücklässt, um an der Grenze zu Mexiko eine Ranch zu gründen. In begierigem Tonfall plädiert sie: „You’ll need me, you’ll need a woman, you need what a woman can give you to do what you have to do. Oh, listen to me, Tom. Listen with your head and your heart, too. The sun only shines half the time, Tom. The other half is night.“ Aber Dunson zieht weiter. Fünfzehn Jahre später will er die zehntausend Rinder, die er inzwischen besitzt, in einem Gewaltmarsch von Texas nach Missouri führen. John Wayne spielt Dunson, der im Verlauf des Films vom autoritären Boss zum unberechenbaren Tyrannen degeneriert, gegen den sich schließlich sogar sein Ziehsohn Matt Garth widersetzt – ein Rolle, die Gary Cooper wegen der zu großen Rücksichtslosigkeit des Charakters abgelehnt hatte. Garth wiederum spielt ein sehr junger Montgomery Clift, mit einer Detailfreude, die selten in Western zu sehen ist. Die Bilder, die Hawks und sein Kameramann Russell Harlan schufen, beeindrucken noch heute – die Planwagen, die durch den Fluss preschen, oder die Tiere, die außer Kontrolle geraten in einer Stampede alles und jeden niedertrampeln.
Genre: Western
Länge: 133 Min.
Regie: Howard Hawks
Cast: u.a. Montgomery Clift, John Wayne, Walter Brennan, Noah Beery Jr., John Ireland, Joanne Dru, Harry Carey Jr., Coleen Gray, Chief Yowlachie, Paul Fix, Hank Worden, Mickey Kuhn, Lane Chandler
alt. Titel: Panik am roten Fluß
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Die schreckliche Wahrheit (1937)‘, Bildquelle: Die schreckliche Wahrheit (1937), Columbia Pictures

Die schreckliche Wahrheit (1937)

Stimmungen: heiter, lustig, luxuriös, romantisch, turbulent, urban, witzig

Ist „Die schreckliche Wahrheit“ eine essenzielle Screwballkomödie? Ja. Bilden Irene Dunne […]

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Die schreckliche Wahrheit (1937)

Ist „Die schreckliche Wahrheit“ eine essenzielle Screwballkomödie? Ja. Bilden Irene Dunne und Cary Grant das ultimative Screwball-Paar? Womöglich. Eines ist indes sicher: „Die schreckliche Wahrheit“ gehört neben den Klassikern von Howard Hawks und Preston Sturges zu den witzigsten, charmantesten, insgesamt sympathischsten Werke aus dem famosen Screwballkosmos jener Zeit. Regisseur Leo McCarey gilt mit diesem Film quasi als Erfinder des Cary Grant, wie man ihn heute erinnert: des verboten gut aussehenden Mannes mit dem leicht frechen Playboycharme, der mit spontanen Slapstickeinlagen unfassbar witzige Szenen hervorbringt – ebenso wie Irene Dunne, die hier höchstwahrscheinlich untreue Ehefrau eine für damalige Moralgebote äußerst provokante Rolle spielt. Der turbulente Spaß entfaltet sich hier an Lucy und Jerry Warriner, die sich scheiden lassen, obwohl sie doch so unverbrüchlich zusammenzugehören scheinen – sie verbindet ein vermeintlich infantiler Humor, der sie in Wirklichkeit über alle anderen Beziehungen erhebt. Dass der Film aus den späten Dreißigern stammt, merkt man ihm mit seinem romantisch-albernen Esprit kaum an.
Genre: Romantische Komödie, Screwballkomödie
Länge: 91 Min.
Regie: Leo McCarey
Cast: u.a. Irene Dunne, Cary Grant, Ralph Bellamy, Alexander D’Arcy, Cecil Cunningham, Joyce Compton, Molly Lamont, Esther Dale, Robert Warwick, Mary Forbes
alt. Titel: The Awful Truth
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Mein Mann Godfrey (1936)‘, Bildquelle: Mein Mann Godfrey (1936), Universal Pictures

Mein Mann Godfrey (1936)

Stimmungen: großbürgerlich, lustig, luxuriös, romantisch, turbulent, urban, witzig

Bei einer Scavenger Hunt der überdrehten High Society von Manhattan als „ […]

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Mein Mann Godfrey (1936)

Bei einer Scavenger Hunt der überdrehten High Society von Manhattan als „forgotton man“ aufgelesen, lässt sich der obdachlose Godfrey von den luxusverwöhnten Bullocks als Butler engagieren – und hält seine eigene Upperclass-Abkunft geheim. Während die eine Tochter ihn elitär schikaniert, hat sich die andere längst in ihn verliebt; der Vater versucht den ausschweifenden Lebensstil seiner Familie zu bändigen, während sich die Mutter einen Gigolo hält und wie eine direkte Vorlage für Jack Lemmons legendäre Travestieperformance in Some Like It Hot“ (1959) wirkt. In „Mein Mann Godfrey“ verewigte sich Carole Lombard mit einer irrwitzigen Performance als Screwball-Archetyp, dem William Powells entschleunigender Butler der perfekte Gegenpol ist. „Mein Mann Godfrey“ ist nicht nur einer der Screwballklassiker schlechthin, sondern bietet obendrein eine der besten – das heißt lustigsten – Gorilla-Imitationen der Filmgeschichte.
Genre: Screwballkomödie
Länge: 93 Min.
Regie: Gregory La Cava
Cast: u.a. William Powell, Carole Lombard, Alice Brady, Gail Patrick, Eugene Pallette, Jean Dixon, Alan Mowbray, Mischa Auer, Pat Flaherty, Robert Light, Grady Sutton, Franklin Pangborn
alt. Titel: My Man Godfrey
Text verfasst von: Robert Lorenz
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