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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Ride in the Whirlwind (1966)‘, Bildquelle: Ride in the Whirlwind (1966), Santa Clara Prod., Savoy Film

Ride in the Whirlwind (1966)

Stimmungen: staubig, warm

„Ride in the Whirlwind“ ist ein New-Hollywood-Independent-Blick in die Selbstjustizabgründe der USA.

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Ride in the Whirlwind (1966)

Die brutale Selbstjustiz des Wilden Westens führt hier mit ihrer Fehlbarkeit zu einer tragischen Verbrechenskaskade.

Irrtümlich für Postkutschenräuber und Pferdediebe gehalten, geraten drei Freunde ins Visier einer schwerbewaffneten Posse und werden auf ihrer Flucht dann tatsächlich zu Kriminellen, als sie eine unbescholtene Homesteader-Familie als Geisel nehmen.

Monte Hellmans New Hollywood-Western ist mit seinen langen, monotonen, konsequent dialogarmen Sequenzen bisweilen ein Geduldsspiel, dafür aber nüchtern-realistisch und zeigt den jungen Jack Nicholson, von dem auch das Drehbuch stammt, zu Beginn seiner phänomenalen Schauspielkarriere.

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Genre: Western-Drama
Länge: 79 Min.
Regie: Monte Hellman
Cast: u.a. Jack Nicholson, Cameron Mitchell, Tom Filer, Harry Dean Stanton, Millie Perkins, Katherine Squire, George Mitchell, John Hackett, B. J. Merholz, Peter Ca
alt. Titel: Ritt im Wirbelwind
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Rififi (1955)‘, Bildquelle: Rififi (1955), Indusfilms, Primafilm, S.N. Pathé Cinema Film

Rififi (1955)

Stimmungen: kriminell, nächtlich

Jules Dassins Heist-Thriller „Rififi“ aus dem Jahr 1955 ist eine famose Visualisierung von Kriminalität.

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Rififi (1955)

Das cineastisch Famose an Jules DassinsRififi“ ist natürlich der Einbruch in das Juweliergeschäft, eine Sequenz, in der 25 Minuten lang kein einziges Wort gesprochen wird – Jean-Pierre Melville machte 15 Jahre später eine gleichermaßen schweigsame Heist-Darstellung zum Kern seines Le cercle rouge“ (1970).

Die Einbrecher in „Rififi“ sind die beiden Brüder Tony le Stéphanois und Jo le Suedois, ihr notorischer Komplize Mario Ferrati sowie der Safeknacker Cesar le Milanais, vier Berufskriminelle, die sich mit einem einzigen kniffligen Coup irrsinnigen Reichtum verschaffen wollen. Sie müssen eine hochsensible Alarmanlage überwinden und im Hintergrund lauert eine Fehde, die Tony, der Mastermind der Bande, mit einem Nachtclub-Gangster austrägt.

Nirgendwo ist die schwarz-weiße Nacht so großstädtisch und unterschwellig kriminell wie bei Jules Dassin, einem politischen Hollywood-Exilanten, der für Twentieth Century-Fox The Naked City“ (1948) und Night and the City“ (1950) gedreht hatte, mit denen er sich quasi als Spezialist für die urbane Düsternis als Gegenpol zu den heiteren Technicolor-Metropolen in On the Town (1949) oder How to Marry a Millionaire“ (1953) profiliert hatte.

Die Permanenz krimineller Gedanken und Handlungen, das unablässig gehetzte Leben auf der Suche nach einem Ausweg und die Faszination für ambitionierte, doch tragisch blockierte Menschen, die immer nur knapp, aber ultimativ scheitern, sind die Ingredienzen dieses französischen Noir-Klassikers, der über die Jahrzehnte nichts, aber auch gar nichts an seinem Sehenswert verloren hat.

Genre: Thriller-Drama
Länge: 118 Min.
Regie: Jules Dassin
Cast: u.a. Jean Servais, Carl Möhner, Robert Manuel, Marie Sabouret, Jules Dassin, Janine Darcey, Pierre Grasset, Magali Noël, Robert Hossein, Marcel Lupovici, Dominique Maurin, Claude Sylvain
alt. Titel: Du rififi chez les hommes
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Trapez (1956)‘, Bildquelle: Trapez (1956), Joanna Prod.

Trapez (1956)

Stimmungen: amourös, artistisch

Carol Reeds „Trapez“ eignet sich vor allem zum Nostalgietrip in das Fünfzigerjahre-Kino.

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Trapez (1956)

Was lässt sich einem Film à la „Trapez“ auch nach mehr als sechzig Jahren noch abgewinnen?

Die Performances und Figuren sind alles andere als realistisch, eher Übersteigerungen der Wirklichkeit denn authentisch. Die übersättigten Farben und das CinemaScope sind mittlerweile allenfalls aus nostalgischer Sicht noch faszinierend. Und die Story vom ebenso begabten wie ambitionierten New Yorker Artisten (Tony Curtis), der sich in Paris einen Mentor (Burt Lancaster) sucht, um zu der Handvoll Menschen zu gehören, die hoch über der Zirkusmanege einen dreifachen Salto beherrschen, und dessen Unterfangen durch eine Frau (Gina Lollobrigida) in amouröse Turbulenzen gerät, diese Geschichte ist ebenfalls nicht sonderlich atemberaubend.

Aber vielleicht ist es ja überhaupt nur die Nostalgie, die zu diesem Film einlädt: Wie der Regisseur Carol Reed mit seinem Kameramann Robert Krasker – sie hatten bereits die beiden Thriller Odd Man Out“ (1947) und The Third Man“ (1949) in düsteren Bildern und Perspektiven inszeniert – die waghalsigen Flugmanöver vermittelten und die Manege als Ort für das Wechselspiel aus Voyeurismus des zahlenden Publikums und der Ambition der Artisten präsentierten; oder der chaotische Trubel des Zirkuszeltes und die Brüchigkeit der Menschenschicksale darin. Und „Trapez“, der an den Kinokassen sehr erfolgreich war, dient uns heute als Indikator der damaligen Unterhaltungskultur, da er etwas über die Geschmacksvorlieben seines Publikums verrät.

Genre: Drama
Länge: 106 Min.
Regie: Carol Reed
Cast: u.a. Burt Lancaster, Gina Lollobrigida, Tony Curtis, Katy Jurado, Thomas Gomez, Johnny Puleo, Minor Watson, Gérard Landry, Jean-Pierre Kérien, Sidney James
alt. Titel: Trapeze
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Nevada Smith (1966)‘, Bildquelle: Nevada Smith (1966), Paramount Pictures, Embassy Pictures, Solar Prod.

Nevada Smith (1966)

Stimmungen: staubig, warm

„Nevada Smith“ mit Steve McQueen in der Hauptrolle ist ein Rache-Epos im Sechzigerjahre-Western-Format.

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Nevada Smith (1966)

So weit, wie die Rache trägt: Max Sand hat sich zum Ziel gesetzt, den brutalen, sinnlosen Tod seiner Eltern durch gierige Gangster zu sühnen. Doch bevor er für die drei längst über alle Berge geflohenen Verbrecher zur Nemesis werden kann, muss sich der nassforsche Sand, der weder Poker- noch Revolverkenntnisse besitzt, mit den rüden Gepflogenheiten des Wilden Westens und seinen gesetzlosen Nischen vertraut machen.

Sands jahrelanger Rachefeldzug macht ihn zum versierten Schützen, führt ihn in die staubigen Kleinstädte von Texas und in ein marodes Südstaatengefängnis in den Sümpfen von Louisiana.

Was „Nevada Smith“ sehenswert macht, ist allerdings weniger die rachsüchtige Odyssee oder die (gelungene) Metamorphose des reichlich naiven Teenagers zum hartgesottenen Westerner, sondern die Darstellung der eigentümlichen Szenerie jener Zeit, der einstigen Frontier-Regionen im späten 19. Jahrhundert, mit ihren Pflanzen, Bergen, Flüssen, hinter denen die Menschen zurücktreten – einmal mehr, nach How the West Was Won“ (1962), erweist sich Regisseur Henry Hathaway damit als sensibler Topograf des Wilden Westens.

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Genre: Western, Western-Drama
Länge: 128 Min.
Regie: Henry Hathaway
Cast: u.a. Steve McQueen, Karl Malden, Suzanne Pleshette, Brian Keith, Janet Margolin, Pat Hingle, Arthur Kennedy, Martin Landau, Raf Vallone, Howard Da Silva, Paul Fix, Val Avery, Isabel Boniface, Gene Evans, Josephine Hutchinson, John Doucette, Joanna Moore, Strother Martin
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Lohn der Angst (1953)‘, Bildquelle: Lohn der Angst (1953), TF1 Droits Audiovisuels, Pathé Renn Productions, Vera Film, Marceau Concordia, Général Productions

Lohn der Angst (1953)

„Lohn der Angst“ ist einer der nervenzerreißendsten Roadtrips der Filmgeschichte.

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Lohn der Angst (1953)

Die Verzweiflung treibt vier arbeitslose Glücksjäger in einem Kaff irgendwo in Südamerika zu einem Himmelfahrtskommando: Hochexplosive Nitroglyzerinkanister sollen zu einem hunderte Kilometer weit entfernten Ölfeld transportiert werden – und jede noch so geringe Erschütterung auf den unwegsamen Straßen und Gebirgskämmen kann die Lastwagenlenker pulverisieren.

Der grandiosen Inszenierung von „Lohn der Angst“ gelingt, eine neunzig Minuten andauernde Lkw-Fahrt zu einem der heftigsten Suspense-Kracher der Filmgeschichte zu machen – veredelt von einem Ende, das sich damals kein Hollywoodstudio getraut hätte.

Genre:
Länge: 153 Min.
Regie: Henri-Georges Clouzot
Cast: u.a. Yves Montand, Charles Vanel, Peter van Eyck, Folco Lulli, Véra Clouzot, William Tubbs, Dario Moreno, Jo Dest, Antonio Centa, Luis De Lima, Darling Légitimus
alt. Titel: Le salaire de la peur
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Der Nachtportier (1974)‘, Bildquelle: Der Nachtportier (1974), Lotar Film S.r.l., Ital Noleggio Cinematografico, Weltkino Filmverleih

Der Nachtportier (1974)

Stimmungen: düster, sadistisch, trist, trübe

Liliana Cavanis „Der Nachtportier“ gehört mit seinen Bildern verstörender Erotik und düsterer Vergangenheit zu den drastischsten Filmen seiner Zeit.

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Der Nachtportier (1974)

Der Reiz des ungewöhnlichen Films: Er braucht das Hollywoodkino so sehr, wie er sich insgeheim von ihm abgrenzt. Und „Der Nachtportier“ ist ein solcher Film – einer, der niemals in Hollywood hätte gedreht werden können und der durch all seine skandalösen, provokanten und verstörenden Facetten besticht, die das ungeschriebene Gesetzbuch der kalifornischen Filmindustrie niemals, wirklich niemals gestattet hätte.

Und auch sonst operiert dieses bemerkenswerte Stück Filmgeschichte, für das sein Mastermind Liliana Cavani damals angefeindet wurde – das ihr also gehörigen Mut und reichlich Durchhaltevermögen abverlangte –, in unbequemen Regionen des gesellschaftlichen Gemüts. Und das waren eben nicht nur die Szenen voll abgründiger Erotik, sondern auch die vielerorts am liebsten – auch damals noch – totgeschwiegene Tatsache, dass einstige Täter in Deutschland und Österreich unbescholtene Existenzen führten, in die sie sich nach ihren verbrecherischen Exzessen der NS-Zeit als Parasiten einer Verdrängungskultur zurückgezogen hatten.

Ein solcher ist der Hotelportier Max, der 1957 in einem Wiener Hotel arbeitet und dessen Kragen seiner dunklen Uniform nun zwei gekreuzte Schlüssel zieren, wo 15 Jahre zuvor noch die Runen und Rangabzeichen der SS prangten. Der in einer kleinbürgerlichen Existenz untergetauchte Sturmbannführer trifft Lucia wieder, die das KZ überlebt hat, in dem Max sich zum Arzt aufgespielt hat – und prompt entflammt ihre sadomasochistische Beziehung.

Für diese unheilvolle Präsenz der Vergangenheit in der Gegenwart hätte kaum eine andere Location besser gepasst als das alte Wien im Schatten des Eisernen Vorhangs, das wie nur wenige andere Städte eine ganz und gar eigene Filmatmosphäre zu verbreiten vermag.

Cavani hat einen Film auf die Leinwand gebracht, der in seiner Tiefgründigkeit, seinen Anspielungen und seiner eigenen Philosophie schon oft zur Intellektualisierung gereizt hat – so viel sich in ihn wie auch bei Werken der Weltliteratur fantasievoll hineininterpretieren lässt: Am Ende ist „Der Nachtportier“ schlicht ein sehenswerter Film.

Genre: Drama
Länge: 118 Min.
Regie: Liliana Cavani
Cast: u.a. Dirk Bogarde, Charlotte Rampling, Philippe Leroy, Gabriele Ferzetti, Amedeo Amodio, Giuseppe Addobbati, Isa Miranda, Nora Ricci, Nino Bignamini, Ugo Cardea
alt. Titel: Il portiere di notte
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Bleak Moments (1971)‘, Bildquelle: Bleak Moments (1971), Autumn Productions, Thin Man Films

Bleak Moments (1971)

Stimmungen: bizarr, britisch, depressiv, englisch, karg, pessimistisch, trist, verklemmt

In „Bleak Moments“ wirft Mike Leigh in seinem Regiedebüt einen quälerischen Blick auf die Einsamkeit einer Frau im London der frühen Siebziger.

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Bleak Moments (1971)

Gleich in seinem Erstlingswerk „Bleak Moments“ treibt Mike Leigh, einer von Großbritanniens ganz großen Filmemachern, die Untiefen der Londoner Vorstadt auf die Spitze.

Anne bewohnt zusammen mit ihrer geistig zurückgebliebenen Schwester Hilda ein kleines Haus, bekommt gelegentlich Besuch von ihrer anstrengenden Kollegin Pat und verabredet sich mit dem verklemmten Lehrer Peter; und in ihrer Garage druckt jemand Undergroundzeitschriften.

Das unfassbare Vakuum im Leben der Menschen, die Einsamkeit im Miteinander, verdichtet sich hier in quälenden Szenen menschlicher Kommunikation – wie etwa im nahezu leeren Chinarestaurant, wo sich ein in seiner Armseligkeit kaum zu ertragendes Date abspielt.

Genre: Drama
Länge: 111 Min.
Regie: Mike Leigh
Cast: u.a. Anne Raitt, Sarah Stephenson, Eric Allan, Joolia Cappleman, Mike Bradwell, Liz Smith, Christopher Martin
alt. Titel: Freudlose Augenblicke
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Traum meines Lebens (1955)‘, Bildquelle: Traum meines Lebens (1955), Lopert Films, The Criterion Collection

Traum meines Lebens (1955)

Stimmungen: mediterran, mondän, romantisch, sonnig, tragisch, warm

Mit „Traum meines Lebens“ (org.: Summertime) schuf David Lean einen der schönsten Venedig-Filme.

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Traum meines Lebens (1955)

Mit „Traum meines Lebens“ schuf David Lean eine der schönsten Momentaufnahmen der Tourismusmetropole Venedig. Und selten hat jemand vor der Kamera das Leiden unter sinnlos unnötiger Einsamkeit, die Angst vor unabwendbar vergebenen Chancen auf Glück und Zufriedenheit so eindrücklich in Körpersprache übersetzt wie Katharine Hepburn, die damals schon über zwanzig Jahre Schauspielerfahrung vorzuweisen hatte, aber deren Karriere noch weitere vierzig Jahre andauern sollte.

Als Jane Hudson, notorischer Single, aus Ohio in Venedig ankommt, da ist sie überwältigt von der Anmut und Romantik der Kanalstadt, zugleich, im Angesicht jüngerer und älterer Paare, zunehmend betrübter ob ihrer chronischen Unfähigkeit zur leidenschaftlichen Romanze – bis sie auf den Italiener Renato de Rossi trifft.

In wundervollen Bildern, die das eigentümliche Miteinander von historischer Grandezza und Fünfzigerjahre-Zeitkolorit einfangen, betört „Traum meines Lebens“ sein Publikum im Schatten des weitaus berühmteren „Roman Holiday“ (1953), mit dem William Wyler zwei Jahre zuvor einen der schönsten Rom-Filme geschaffen hatte.

Genre: Romantisches Drama
Länge: 100 Min.
Regie: David Lean
Cast: u.a. Katharine Hepburn, Rossano Brazzi, Gaetano Autiero, Isa Miranda, Mari Aldon, Darren McGavin, Jane Rose, MacDonald Parke, Jeremy Spenser, Virginia Simeon
alt. Titel: Summertime
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)‘, Bildquelle: Beim Sterben ist jeder der Erste (1972), Warner

Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)

„Beim Sterben ist jeder der Erste“ zeigt die brachiale Transformation selbstbewusster Großstädter zu desolaten Opfern der Hilbilly-Provinz.

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Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)

Vier Männer freuen sich auf ein einzigartiges Freizeiterlebnis und starten eine Kanutour in der amerikanischen Wildnis. Anstatt sich an ihrem Kräftemessen mit der nackten Natur zu berauschen, gerät der Trip jedoch zu einem grauenvollen Desaster.

John Boormans Thriller zeigt eine extreme Variante, wie ein vermeintlich harmloses Unterfangen für die Beteiligten katastrophale Ausmaße annimmt und wie schnell soziale Normen außer Kraft gesetzt sein können.

Genre: Abenteuer-Drama
Länge: 109 Min.
Regie: John Boorman
Cast: u.a. Jon Voight, Burt Reynolds, Ned Beatty, Ronny Cox, Bill McKinney, Herbert „Cowboy“ Coward, Billy Redden
alt. Titel: Deliverance
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Abgekartetes Spiel (1947)‘, Bildquelle: Abgekartetes Spiel (1947), Columbia Pictures

Abgekartetes Spiel (1947)

Stimmung: fatal

„Abgekartetes Spiel“ (org.: Framed) hält einige der schönsten Noir-Aufnahmen bereit.

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Abgekartetes Spiel (1947)

Ein Film, den vor allem Noir-Enthusiast:innen goutieren werden: In „Abgekartetes Spiel“ kreiert Glenn Fords Antiheld einige der schönsten, archetypischen Noir-Posen und -Gesichtsausdrücke, die es jemals auf die Leinwand schafften.

Ford spielt den arbeitslosen Bergbauingenieur Mike Lambert, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält und in einem misanthropischen Fundamentalmisstrauen allzeit den Betrug durch das Schicksal wittert. Janis Carter ist die obligatorische Femme fatale, in deren Fänge Lambert gerät. Und die einzig ehrbaren Akteure der Kleinstadt, in der „Abgekartetes Spiel“ spielt, sind die heimlichen Würfelzocker und ein erfolgloser Outcast, wohingegen Firmen, Banken und die Justiz die Ausgangspunkte moralischer Verwerflichkeit darstellen.

Genre: Noir-Drama
Länge: 82 Min.
Regie: Richard Wallace
Cast: u.a. Glenn Ford, Janis Carter, Barry Sullivan, Edgar Buchanan, Karen Morley
alt. Titel: Framed/Paula
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Der Ritt zurück (1957)‘, Bildquelle: Der Ritt zurück (1957), The Associates and Aldrich, MGM

Der Ritt zurück (1957)

Stimmungen: misstrauisch, verschwitzt

„Der Ritt zurück“ ist mit seinen zwielichtigen Charakterporträts ein sehenswerter Vorbote des New-Hollywood-Kinos.

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Der Ritt zurück (1957)

Der titelgebende „Ritt zurück“ von Mexiko in die Staaten unter einem leicht surrealen Himmel, entstanden in Robert Aldrichs kurzlebiger Independent-Schmiede, ist in vielen Aspekten kein gewöhnlicher Fünfzigerjahre-Western und liegt irgendwo zwischen den Hollywood-Klassikern High Noon“ (1952) und 3:10 to Yuma“ (1957).

Anthony Quinn, zum Zeitpunkt der Filmpremiere frischgebackener Oscarpreisträger, und William Conrad bringen hier Charaktere auf die Leinwand, die für damalige Western eher untypisch sind – überhaupt ist „Der Ritt zurück“ mit seinem schweigsamen Score, der schmutzigen Kleidung und unaufhörlichem Schweiß ein stilistischer Vorbote des späteren New Hollywood-Kinos.

Genre: Western-Drama
Länge: 80 Min.
Regie: Allen H. Miner
Cast: u.a. William Conrad, Anthony Quinn, Lita Milan, Ellen Hope Monroe, Victor Milan, Jorge Treviño
alt. Titel: The Ride Back
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚The Appointment (1982)‘, Bildquelle: The Appointment (1982), First Principle Film Productions

The Appointment (1982)

Stimmungen: britisch, englisch, mysteriös, spannend, suburban, unheimlich

Mysteriöse Bedrohlichkeit in der Akkuratesse der englischen Mittelschicht: „The Appointment“ ist britischer Slow-Horror vom Feinsten.

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The Appointment (1982)

Ein Meisterstück des minimalistischen, langsamen Horrors: In seiner einzigen Regiearbeit zeigt uns Lindsey Vickers, was man durch den klugen Einsatz von Close-ups, Slow Motion und kleinen Geräuschen für eine Spannung aufbauen kann.

Edward Woodward, der Antiheld aus dem kultisch verehrten The Wicker Man“ (1973), ist hier als Unternehmer unterwegs auf einer Dienstreise, im mittelschichtigen Komfort seines brandneuen Ford „Granada“, in sorgfältiger Gewöhnlichkeit den Aktenkoffer auf der Rückbank und das Sakko am Autokleiderhaken. In der Nacht vor seiner Abreise beginnen mysteriöse Mächte ihr Werk, das sich in der Einsamkeit der nordwalisischen Serpentinen zuspitzt – der lange Zeit im Äther der Vergessenheit verschollene „The Appointment“ ist eine spät geborgene Perle des Heimvideozeitalters.

Genre: Horror-Drama
Länge: 89 Min.
Regie: Lindsey C. Vickers
Cast: u.a. Edward Woodward, Jane Merrow, Samantha Weysom, John Judd
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Johnny O’Clock (1947)‘, Bildquelle: Johnny O’Clock (1947), Columbia Pictures

Johnny O’Clock (1947)

Stimmungen: elegant, großstädtisch, kriminell, metropolitan, nächtlich, urban

Eleganz, Verrat und Misstrauen: „Johnny O’Clock“ gehört zu den besten Films noir.

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Johnny O’Clock (1947)

Von Rouletterädern schwärmt er wie von schönen Frauen und mit seinem Geld finanziert er eine gravitätische Eleganz: Johnny O’Clock ist ein Zampano des metropolitanen Glücksspiels – und darin ein Hollywood-Vorläufer des Nouvelle-Vague’schen Bob le flambeur von Jean-Pierre Melville, den Roger Duchesne in einer ähnlich abgeklärten Nachtwelterhabenheit spielt wie Dick Powell in „Johnny O’Clock“.

Ein penetranter Cop, dem Lee J. Cobb mit einer Nonstop-Zigarren-Performance ein imposantes Leinwandleben einhaucht, erschnüffelt sofort die Wahrheit hinter einer Serie von Glücksspieltoten, die verdächtig regelmäßig durch die Dienstwaffe eines Polizisten gestorben sind. Neben O’Clock steht dessen – natürlich zwielichtiger – Partner Gudio Marchettis in Verdacht (Thomas Gomez lässt in seinen Augen kriminelle Hinterlist aufleuchten). Ellen Drew ist die Femme fatale, Evelyn Keyes die Retterin.

Die für Columbia-Produktionen vergleichsweise üppige Ausstattung, kunstvolle Noir-Schattenspiele und unzählige kleine Gesten und Charakterdetails machen aus „Johnny O’Clock“ einen der besten der weniger bekannten Films noir.

Genre: Noir-Drama
Länge: 96 Min.
Regie: Robert Rossen
Cast: u.a. Dick Powell, Lee J. Cobb, Evelyn Keyes, Ellen Drew, Thomas Gomez, John Kellogg, Mabel Paige, Nina Foch, Jeff Chandler
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚The Big Combo (1955)‘, Bildquelle: The Big Combo (1955), Security Pictures, Theodora Productions

The Big Combo (1955)

Stimmungen: düster, finster, kriminell

„The Big Combo“ ist eine Perle des Noir-Kinos und führte seinerzeit die Hollywoodzensoren an der Nase herum.

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The Big Combo (1955)

The Big Combo“ ist eine Perle des Fünfzigerjahre-Kinos – und der Noir-Filme sowieso. Wie ein Besessener verheizt der Ermittler Leonard Diamond das Polizeibudget, um den Gangsterboss Mr. Brown zu überführen. Brown aber ist über jeden Verdacht erhaben – ein Mann, der nur Menschen ernst nimmt, die zu gewalttätigem Hass in der Lage sind.

The Big Combo“ ist nicht nur ein Meisterstück im Umgang mit geringen Mitteln, voller großartiger Kameraeinstellungen; auch merkt man dem Film an, wie genüsslich er die Hollywoodzensoren jener Zeit an der Nase herumführte.

In „The Big Combo“ finden sich etliche Szenen, deren Botschaften den moralischen Standards des Production Code fundamental zuwiderliefen – doch ließ sich daran wenig ändern, da Regisseur Joseph H. Lewis sie entweder bloß implizit oder vordergründig harmlos inszenierte: so die beiden schwulen Auftragsmörder Fante und Mingo (einen von ihnen spielt Lee Van Cleef), angedeuteter Oralsex oder eine sadistische Folterung mit einem Hörgerät.

Hinzu kommen Cornel Wildes Blicke voll aggressiver Entschlossenheit und Richard Contes süffisante Zurückhaltung im Bewusstsein vermeintlicher Überlegenheit.

Genre: Noir-Thriller
Länge: 88 Min.
Regie: Joseph H. Lewis
Cast: u.a. Cornel Wilde, Richard Conte, Jean Wallace, Lee Van Cleef, Earl Holliman, Brian Donlevy, Robert Middleton, Helen Walker, Jay Adler, John Hoyt, Ted de Corsia
alt. Titel: Geheimring 99
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Klute (1971)‘, Bildquelle: Klute (1971), Warner Bros.

Klute (1971)

„Klute“ ist ein düsterer Trip durch das New Yorker Prostituiertenmilieu der frühen Siebziger mit einer herausragenden Performance von Jane Fonda.

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Klute (1971)

Der Provinz-Cop Klute soll in New York einen verschollenen Freund ausfindig machen. Sein erster Anlaufpunkt in der Metropole ist ein Callgirl, dem der Vermisste anscheinend einen obszönen Brief geschrieben hat.

Alan J. Pakula schildert in seinem düsteren New Hollywood-Thriller nüchtern den Alltag einer Prostituierten – Jane Fonda bekam für ihre Rolle einen Oscar. Ihre unkonventionelle Filmfrisur hatte sie sich damals gerade als Ausweis ihrer unlängst emanzipierten Persönlichkeit zugelegt; und entgegen dem Titel spielt Fonda die tragende Filmfigur.

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Genre: Drama
Länge: 132 Min.
Regie: Alan J. Pakula
Cast: u.a. Jane Fonda, Donald Sutherland, Charles Cioffi, Roy Scheider, Dorothy Tristan, Vivian Nathan, Morris Strassberg, Rita Gam, Nathan George
Text verfasst von: Robert Lorenz
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