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Shortcuts: Prägnante Film-Reviews in wenigen Sätzen.

Szene aus ‚Trio Infernal (1974)‘, Bildquelle: Trio Infernal (1974), Belstar Production, Lira Films

Trio Infernal (1974)

Stimmungen: amourös, brutal, grotesk, hedonistisch, mörderisch, skurril

In „Trio Infernal“ verbinden sich Mord, Lust und Gier zu einer brutal-lasziven Mischung – inklusive der schönsten Romy-Schneider-Close-ups.

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Trio Infernal (1974)

Drastischer hätte Romy Schneider die Distanzierung von ihrem Sissy-Image wohl nicht mehr ausdrücken können: In „Trio Infernal“ spielt sie eine Deutsche in Marseille zu Beginn der 1930er Jahre, die von der unscheinbaren Krankenpflegerin zur Serienkillerin mutiert, die Mord eine laszive Erotik abgewinnt und für die der häufig gewählte Beiname „Teufelsweib“ kaum ausreicht. Zum titelgebenden Trio gehören neben Schneiders Philomene noch Michel Piccoli als ihr Liebhaber Georges Sarret und Mascha Gonska als ihre kleine Schwester Catherine – alle drei spielen ihre Rollen (erschreckend) großartig.

Die gemäldegleichen Aufnahmen von Schneiders hedonistischer Philomene in teuren Luxusfummeln zeigen zum einen mit den zunehmenden Schminkschichten die seelische Deformation der Killerin, gehören zum anderen aber auch schlicht zu den schönsten Leinwandrepräsentationen des modischen Chics jener Zeit und ergeben ein Sammelsurium der schönsten Romy-Schneider-Porträts. Und eine der krassesten Mord- und Beseitigungsszenen der Filmgeschichte wird von den verspielt-absurden Klängen des großen Score-Genies Ennio Morricone begleitet.

Genre: Horror-Komödie
Länge: 101 Min.
Regie: Francis Girod
Cast: u.a. Romy Schneider, Michel Piccoli, Mascha Gonska, Andréa Ferréol, Monica Fiorentini, Philippe Brizard, Jean Rigaux, Hubert Deschamps
alt. Titel: Le trio infernal
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Die Nacht vor der Hochzeit (1940)‘, Bildquelle: Die Nacht vor der Hochzeit (1940), Loew’s Inc., Turner Entertainment

Die Nacht vor der Hochzeit (1940)

Mit ihren genialen Performances in „Die Nacht vor der Hochzeit“ scheinen Katharine Hepburn, James Stewart und Cary Grant die Kamera regelrecht zu entflammen.

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Die Nacht vor der Hochzeit (1940)

Gleich drei Männer verfallen dem Charme von Katharine Hepburns Tracy Lord, der Tochter einer reichen Ostküstenfamilie, die sich in der Nacht vor ihrer Hochzeit noch nicht entschieden hat, wen sie heiraten wird. Hepburn hatte zuvor die Hauptrolle im dem Film zugrunde liegenden Broadway-Stück mit seinen fein geschliffenen Dialogen gespielt und wollte mit dieser Komödie nach mehreren Kassenflops wieder einen Hit landen, um sich ihres Stigmas des „box office poison“ zu entledigen – was ihr mit einem fulminanten Einspielergebnis dann auch gelang. Der Film erhielt 1956 mit dem ebenfalls starbesetzten High Society ein beinahe ebenbürtiges Remake.

Genre: Romantische Komödie, Screwballkomödie
Länge: 108 Min.
Regie: George Cukor
Cast: u.a. Katharine Hepburn, James Stewart, Cary Grant, Ruth Hussey, Virginia Weidler, John Howard, Mary Nash, John Halliday, Roland Young, Henry Daniell
alt. Titel: The Philadelphia Story
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Pesthauch des Dschungels (1956)‘, Bildquelle: Pesthauch des Dschungels (1956), Les grands films classiques

Pesthauch des Dschungels (1956)

Stimmungen: abenteuerlich, heiß, strapaziös, tropisch, verschwitzt, warm

„Pesthauch des Dschungels“, gedreht in der Farbe des Abenteuerfilms, zeigt einen strapaziösen Überlebenskampf von Outcasts in tropischen Gefilden.

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Pesthauch des Dschungels (1956)

Irgendwo in Südamerika: französische Minenarbeiter, die gegen eine Militärdiktatur aufbegehren, schließlich ein Trupp Unglückseliger, die sich in einem fürchterlich strapaziösen Überlebenskampf durch den Regenwald schlagen. „Pesthauch des Dschungels“ ist blendend besetzt – u.a. mit Georges Marchal in der Manier eines frühen Actionhelden, Simone Signoret als Prostituierter oder dem jungen Michel Piccoli als Pfarrer – und sollte wohl an den Überraschungserfolg von Henri-Georges Clouzots „Le salaire de la peur (1953) anknüpfen. Man mag in Luis Buñuels Film so manches hineininterpretieren; aber am meisten bannt einen doch die Spannung aus tropischer Dschungelatmosphäre und nihilistischem Pessimismus – und das Ganze in Eastmancolor, der Farbe des Abenteuerfilms.

Genre: Abenteuer-Drama
Länge: 104 Min.
Regie: Luis Buñuel
Cast: u.a. Georges Marchal, Simone Signoret, Michel Piccoli, Charles Vanel, Michèle Girardon, Tito Junco, Jorge Martínez de Hoyos, Alberto Pedret, Raúl Ramírez
alt. Titel: La mort en ce jardin
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Death Watch – Der gekaufte Tod (1980)‘, Bildquelle: Death Watch – Der gekaufte Tod (1980), Selta Film, Little Bear, Sara Film, TV 13, Gaumont, Corona, Films A2, SFP

Death Watch – Der gekaufte Tod (1980)

Stimmungen: dystopisch, melancholisch, nihilistisch, trist

„Death Watch“, einer von Romy Schneiders letzten Filmen, zeigt im düsteren Glasgow eine Mediendystopie des moralisch entgrenzten Fernsehzeitalters.

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Death Watch – Der gekaufte Tod (1980)

Einer von Romy Schneiders letzten Filmen, ein cineastischer Vorläufer bekannterer Werke à la The Truman Show“ (1998), eine düstere Vision des entgrenzten Fernsehzeitalters über die massenmediale Ausbeutung menschlicher Schicksale: All das ist „Death Watch“ – doch zuallererst ist er ein Glasgow-Film. Die schottische Metropole am Beginn der Thatcher-Ära wirkt wie ein postapokalyptisches Wasteland, surreal und nihilistisch – das visuelle Pendant zur dystopischen Story in einer nicht allzu fernen Zukunft: von skrupellosen Fernsehleuten (Harry Dean Stanton und Harvey Keitel), die einer Frau weißmachen, sie habe nur noch wenige Wochen zu leben, um sie für ein neues TV-Programm unter Vertrag zu nehmen, das sie vor aller Öffentlichkeit bei ihren letzten Schritten begleiten soll, die nur von Werbespots unterbrochen werden (Slogan: „Television did not REALLY exist before … Death Watch“).

Death Watch“, der Film, spielt freilich ein listiges Spiel mit seinem Publikum – denn er macht es zu Voyeur:innen des ultimativen Voyeurismus, den er anprangert, wenn die Menschen rund um den Globus dem Sterben eines Menschen beiwohnen, während man selbst wiederum ebendiesen Menschen zuschaut.

Genre: Sci-Fi-Drama
Länge: 130 Min.
Regie: Bertrand Tavernier
Cast: u.a. Romy Schneider, Harvey Keitel, Harry Dean Stanton, Thérèse Liotard, Max von Sydow, William Russell, Eva Maria Meineke, Vadim Glowna, Bernhard Wicki, Caroline Langrishe, Freddie Boardley, Peter Kelly, Robbie Coltrane
alt. Titel: La mort en direct
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Coma (1978)‘, Bildquelle: Coma (1978), Warner Bros., MGM

Coma (1978)

„Coma“ spielt makaber wie dystopisch mit menschlichen Urängsten in einem Krankenhaus in Boston am Ende der 70er.

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Coma (1978)

Regisseur Michael Crichton und Autor Robin Cook haben mit „Coma“ einen Krankenhausthriller inszeniert, in dem sie ebenso makaber wie futuristisch mit menschlichen Urängsten spielen: Die junge Ärztin Susan Wheeler (sehr stark: Geneviève Bujold) wundert sich über die ständigen Komafälle im „O. R. 8“ und beginnt riskante Recherchen – in einer Nebenrolle spielt der junge Michael Douglas.

Genre: Drama
Länge: 113 Min.
Regie: Michael Crichton
Cast: u.a. Geneviève Bujold, Michael Douglas, Richard Widmark, Rip Torn, Lois Chiles, Tom Selleck, Ed Harris, Bette McGuire, Gary Barton, Elizabeth Ashley, Hari Rhodes
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Schlacht um Algier (1966)‘, Bildquelle: Schlacht um Algier (1966), Casbah Films

Schlacht um Algier (1966)

Stimmungen: brutal, gewaltsam, karg, kolonialistisch, mediterran, revolutionär

„Schlacht um Algier“ ist schonungsloser Antikolonialismus à la Pontecorvo – die Brutalität des Freiheitskampfes in pseudo-dokumentarischem Schwarz-Weiß.

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Schlacht um Algier (1966)

Schlacht um Algier“ zeigt den brutalen Schlagabtausch zwischen algerischen Revolutionären und französischen Fallschirmjägern; der Film basiert auf den Berichten des algerischen Freiheitskämpfers Yacef Saadi, einem führenden Kopf der Front de Libération Nationale (FLN), der auch als Filmproduzent fungierte. Dass sich Saadi mit dem italienischen Regisseur Gillo Pontecorvo zusammentat (nachdem u.a. Luchino Visconti abgesagt hatte), war eine glückliche Fügung: Denn Pontecorvo bewahrte das Projekt, zur reinen FLN-Propaganda zusammenzuschrumpfen, Saadi verlieh dem Ganzen die Autorität der wahren Begebenheit.

Die Sechziger und frühen Siebziger brachten eine beeindruckende Reihe politischer Filme hervor, die das Grauen kolonialer Herrschaft und den brutalen Befreiungsagens der Unterdrückten zeigten. Pontecorvos Film, musikalisch getrieben von Ennio Morricones Score, ist eine besonders schonungslose Konfrontation mit den Abgründen der Wirklichkeit: Da sind nicht nur die Kinder in der Milchbar, ehe sie von den Bomben der Freiheitskämpfer aus dem Leben gerissen werden, sondern auch Attentate, Folter und Repressalien – dank der fast ausnahmslosen Laienschauspieler:innen und des Location shooting zu einer maximal authentischen Quasi-Dokumentation verdichtet.

Genre: Kriegsdrama
Länge: 121 Min.
Regie: Gillo Pontecorvo
Cast: u.a. Brahim Hadjadi, Yacef Saadi, Jean Martin, Samia Kerbash, Fusia El Kader, Mohamed Ben Kassen, Ugo Paletti
alt. Titel: La battaglia di Algeri
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Die Göttin (1958)‘, Bildquelle: Die Göttin (1958), Carnegie Productions, Columbia Pictures Industries

Die Göttin (1958)

Stimmungen: dramatisch, hollywoodesk, luxuriös, tragisch

Kim Stanleys Performance in „Die Göttin“ allein macht den Film zum Pflichtprogramm – neben seinem Hollywood-Sujet.

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Die Göttin (1958)

Die Blicke, wenn sie ihre Einsamkeit im bedeutungslosen Bel-Air-Luxus realisiert oder nach vielen Jahren ihre Tochter wiedersieht: Das sind nur einige unzählige Beweismomente von Kim Stanleys Schauspielgabe, die sie als Protagonistin von „Die Göttin“ zeigt – einem ihrer wenigen Filme, was fraglos eines der größten Unglücke der Filmgeschichte ist.

Stanley, einst von Marlon Brando bewundert, spielt eine junge Frau, die alles und jeden für ihre Hollywoodkarriere opfert, ehe sie dann tatsächlich aus der Great Depression-Provinz heraus in den Fünfzigern zum ultimativen Filmstar avanciert, der noch die weltgrößten Kinos füllt, aber kein Glück findet. „Die Göttin“ strotzt vor starken Szenen, seine Bekanntheit steht indes umso gewaltiger hinter seinem Sehenswert zurück.

Genre: Drama
Länge: 105 Min.
Regie: John Cromwell
Cast: u.a. Kim Stanley, Lloyd Bridges, Betty Lou Holland, Steven Hill, Elizabeth Wilson, Bert Freed, Donald McKee, Gerald Hiken, Werner Klemperer, Joan Copeland, Joyce Van Patten, Patty Duke, Gail Haworth
alt. Titel: The Goddess
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Fluchtpunkt San Francisco (1971)‘, Bildquelle: Fluchtpunkt San Francisco (1971), Twentieth Century Fox

Fluchtpunkt San Francisco (1971)

In „Fluchtpunkt San Francisco“ wird das Muscle car zur Allegorie des trügerischen Freiheitsversprechens der USA.

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Fluchtpunkt San Francisco (1971)

Kowalski – Vietnam-Veteran, Ex-Cop, Ex-Rennfahrer – soll für eine Agentur einen getunten Dodge „Challenger“ von Denver nach San Francisco überführen. Mit seiner Raserei gerät er ins Visier der Polizei, die ihn durch drei Bundesstaaten verfolgt. Seine Flucht vor der Highway-Patrol wird bald zum Freiheitskampf des „last American hero“ verklärt und die banale Geschwindigkeitsübertretung eskaliert in der lebensgefährlichen Widerstandsfahrt eines mit Speed gedopten Nihilisten.

Genre: Action-Drama/Roadmovie
Länge: 99 Min.
Regie: Richard C. Sarafian
Cast: u.a. Barry Newman, Cleavon Little, Dean Jagger, Victoria Medlin, Robert Donner, Paul Koslo, Gilda Texter, Lee Weaver, John Amos, Karl Swenson, Timothy Scott, Anthony James, Arthur Malet
alt. Titel: Vanishing Point
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚On Golden Pond (1981)‘, Bildquelle: On Golden Pond (1981), ITC Films, IPC Films, Carlton

On Golden Pond (1981)

„On Golden Pond“ richtet eine optimistische Botschaft an die Altersgesellschaft und war die Vater-Tochter-Katharsis von Henry und Jane Fonda.

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On Golden Pond (1981)

Katharine Hepburn und Henry Fonda liefern eine hinreißende Performance, die gleich beiden je einen Oscar einbrachte. Die beiden Hollywoodgiganten spielen ein tattriges Ehepaar, das der strengen Familientradition gemäß den Sommerurlaub im Ferienhaus an einem idyllischen See in Neuengland verbringt. Die Thayers sind quasi ein Symbol des US-amerikanischen Ostküstenbildungsbürgertums, mit seinem akademischen Selbstbewusstsein und seiner finanziellen Solidität. Vor allem aber ist der Film Jane Fondas verzweifelter Versuch gewesen, ihrem emotional kühlen, dem Tode nahen Vater wenigstens am Set, hinter der Maske eines fiktiven Charakters, ein Liebesbekenntnis zu entlocken.

Genre: Drama
Länge: 104 Min.
Regie: Mark Rydell
Cast: u.a. Henry Fonda, Katharine Hepburn, Doug McKeon, Jane Fonda, Dabney Coleman, William Lanteau
alt. Titel: Am goldenen See
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Dead Reckoning (1947)‘, Bildquelle: Dead Reckoning (1947), Columbia Pictures

Dead Reckoning (1947)

Stimmungen: amourös, stilvoll

Viel Vierziger-Flair und Bogart-Posen en masse – in der Schattenwelt von „Dead Reckoning“ entfaltet sich das Charisma von Humphrey Bogart.

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Dead Reckoning (1947)

Die beiden Kriegsheimkehrer Rip Murdock und Johnny Drake sollen in Washington für ihre Dienste als Helden ausgezeichnet werden – als Johnny unversehens verschwindet, macht sich sein loyaler Kamerad auf die Suche, die ihn unmittelbar in einen Film-noir-konformen Komplex aus Femme fatale, Gangsterboss und Mord versetzt. Das Whodunit-Stück spielt in Gulf City, tief im Süden Floridas.

Die Handlung ist wenig originell und teilweise sogar unplausibel, aber Humphrey Bogart passt in die Szenen, als sei er ein topografischer Bestandteil, ein genuiner Bewohner dieser Schattenwelt. Und so erweist sich „Dead Reckoning“ vor allem als faszinierende Ansammlung stilechter Bogart-Posen und -Sprüche, die das Leinwandcharisma dieses Ausnahmedarstellers für die Nachwelt konserviert hat. Überdies weht durch den gesamten Film – ob im Leichenschauhaus, in den Appartements oder dem Nachtclub mit Casino – das eigentümliche Flair der 1940er Jahre in den USA.

Genre: Noir-Thriller
Länge: 96 Min.
Regie: John Cromwell
Cast: u.a. Humphrey Bogart, Lizabeth Scott, Morris Carnovsky, Marvin Miller, Charles Cane, William Prince, Wallace Ford, James Bell, George Chandler, Ruby Dandridge
alt. Titel: Ein Mensch verschwindet
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Out of the Blue (1980)‘, Bildquelle: Out of the Blue (1980), Cebe Investments, Discovery Productions

Out of the Blue (1980)

Stimmungen: aggressiv, alkoholisiert, musikalisch, suburban, turbulent

Unter Dennis Hoppers Regie eskalierte Out of the Blue vom Familiendrama zur explosiven Punk-Katharsis.

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Out of the Blue (1980)

Dass „Out of the Blue“ langsam Fahrt aufnimmt, um dann irgendwann in einem rasenden Absturz zu eskalieren, wäre wohl keine angemessene Aussage, da der Film im Grunde genommen schon auf einem Level beginnt, zu dem die meisten anderen (Familien- und Jugend-)Dramen erst hinstreben: Dennis Hopper ist der Alkoholikervater, der aus dem Knast kommt, nachdem er besoffen mit seinem Truck einen vollbesetzten Schulbus gerammt hat (Hopper rehabilitierte sich nach einer zehnjährigen Regieabstinenz infolge seiner „The Last Movie“-Eskapade); Sharon Farrell ist die Mutter, die sich in der Toilette ihr kleines Heroinrefugium sucht; und Linda Manz, die aus jeder Pore ihres pubertierenden Körpers eine furiose Rebellen- und Punkattitüde verströmt, ist das energische Herz dieses Films, der zu jenen besonderen Leinwandschätzen gehört, denen die Welt lange Zeit den gebührenden Ruhm schuldig geblieben ist. Ist das überhaupt noch Schauspiel?, fragt man sich in „Out of the Blue“ nicht nur einmal, während immer wieder Neil Youngs „Hey Hey, My My“ die kanadisch-suburbane Schwermut vertont.

Genre: Drama
Länge: 94 Min.
Regie: Dennis Hopper
Cast: u.a. Linda Manz, Dennis Hopper, Sharon Farrell, Don Gordon, Raymond Burr, David L. Crowley, Carl Nelson, Fiona Brody, Joan Hoffman
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Jacknife (1989)‘, Bildquelle: Jacknife (1989), Sandollar/Schaffel, Kings Road Entertainment, Poseidon

Jacknife (1989)

Jacknife besticht als Veteranendrama über die Vietnamkriegsbitternis der amerikanischen Arbeiterklasse.

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Jacknife (1989)

Ed Harris und Robert De Niro wie sie fast nicht zu erkennen sind: als zwei unterschiedlich stark traumatisierte Vietnam-Veteranen, die mit ihrer Reintegration in die Heimatgesellschaft zu kämpfen haben. Während Megs (De Niro) einigermaßen aus dem extremen Alltag im Dschungelkrieg herausgefunden hat, ist sein Kumpel Dave (Harris) vom Highschool-Helden zum Alkoholwrack degeneriert. Beide werden von Flashbacks heimgesucht.

Jacknife“ ist ein einfühlsames Drama über Kriegsheimkehrer, das in einer geduldigen, manchmal quälenden Ausführlichkeit schildert, wie die Veteranen durch ihre Horror­er­fahrungen beinahe aussichtslos von der Mehrheitsbevölkerung, in deren Namen sie einst loszogen, entfremdet sind.

Genre: Drama
Länge: 102 Min.
Regie: David Hugh Jones
Cast: u.a. Robert De Niro, Ed Harris, Kathy Baker, Tom Isbell, Sloane Shelton
alt. Titel: Jacknife – Vom Leben betrogen
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Lilith (1964)‘, Bildquelle: Lilith (1964), Columbia

Lilith (1964)

Stimmungen: jugendlich, tragisch

Lilith zeigt Warren Beatty als jungen Pfleger, der sich von der schizophrenen Lilith (die junge Jean Seberg) verführen lässt – ein Film über tragische Liebe.

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Lilith (1964)

In seinem vierten Film spielt Warren Beatty den jungen Kriegsveteranen Vincent Bruce, der in seine kleine Ostküsten-Heimatstadt zurückkehrt und in einer psychiatrischen Klinik einen Job als Pfleger antritt. Der bei den Patienten allseits beliebte Bruce lässt sich von der schizophrenen Lilith verführen – die junge Jean Seberg spielt sie mit einer superben Mimik: mal träumerisch verliebt, mal eiskalt manipulativ. Ein Film über tragische Liebe und deren dramatische Konsequenzen.

Genre: Drama
Länge: 109 Min.
Regie: Robert Rossen
Cast: u.a. Warren Beatty, Jean Seberg, Peter Fonda, Kim Hunter, Jessica Walter, Anne Meacham, James Patterson, Robert Reilly, Gene Hackman
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Mein Bruder, ein Lump (1962)‘, Bildquelle: Mein Bruder, ein Lump (1962), MGM, John Houseman Productions, Golem Video

Mein Bruder, ein Lump (1962)

Stimmungen: aggressiv, familiär, tragisch

Mein Bruder, ein Lump: Das Potenzial familiären Glücks wird in dieser Literaturverfilmung leichtfertig in desaströsen Beziehungskonflikten verspielt.

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Mein Bruder, ein Lump (1962)

Wie das Potenzial familiären Glücks verspielt wird und die Beteiligten sich stattdessen in desaströsen Beziehungskonflikten aufreiben, davon erzählt die RomanverfilmungMein Bruder, ein Lump“. Die Besetzung ist exquisit: Warren Beatty als gut aussehender drifter und Gigolo, der seinen Körper an ältere Frauen verkauft; Brandon De Wilde als sein feinfühliger, kleiner Bruder; Eva Marie Saint als glücksuchende Frau; Angela Lansbury als manipulative Mutter, die zu ihren Söhnen eine übertrieben eifersüchtige Liebe zeigt; und Karl Malden – in einer seiner allerbesten Rollen – als Familienoberhaupt, das sich im Keller heimlich mit Whiskey die Sorgen wegtrinkt.

Genre: Drama
Länge: 111 Min.
Regie: John Frankenheimer
Cast: u.a. Brandon De Wilde, Warren Beatty, Angela Lansbury, Karl Malden, Eva Marie Saint, Constance Ford, Evans Evans
alt. Titel: All Fall Down
Text verfasst von: Robert Lorenz
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Szene aus ‚Der römische Frühling der Mrs. Stone (1961)‘, Bildquelle: Der römische Frühling der Mrs. Stone (1961), Warner Bros.

Der römische Frühling der Mrs. Stone (1961)

Stimmungen: dekadent, hedonistisch, mediterran, sonnig

Der römische Frühling der Mrs. Stone erzählt mit Hollywoodbesetzung vom Unglück im Dolce Vita Roms der frühen Sechziger.

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Der römische Frühling der Mrs. Stone (1961)

Die dereinst gefeierte Broadway-Aktrice Karen Stone (Vivien Leigh in ihrem vorletzten Film) befindet sich im Herbst ihrer Schauspielkarriere, als sie das Schicksal durch den Herztod ihres Mannes zur tragischen Witwe macht. Mit ihrem Millionenerbe flüchtet sie sich nach Rom, wo sie sich mit Luxus und einem Toyboy umgibt. Warren Beatty spielt den jungen Italiener: einen unendlich eitlen Gigolo, der im Verbund mit einer gerissenen Matrone (superb: Lotte Lenya) reiche ältere Frauen ausnimmt, um das Dolce Vita in feinem Tuch und mit gutem Essen zu genießen.

Genre: Drama
Länge: 103 Min.
Regie: José Quintero
Cast: u.a. Vivien Leigh, Warren Beatty, Lotten Lenya, Coral Browne, Jill St. John, Jeremy Spenser, John Phillips, Paul Stassino
alt. Titel: The Roman Spring of Mrs. Stone
Text verfasst von: Robert Lorenz
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